E-Bike Montageständer Testsieger: So Finden Sie Den Richtigen

Das Reinigen und Pflegen eines Fahrrads oder E-Bikes ist ohne einen geeigneten Montageständer zwar möglich, aber umständlicher. Mit einem stabilen Montageständer gehen Reparaturen und das Putzen deutlich komfortabler von der Hand. Doch nicht jeder Montageständer ist stabil genug für ein schwergewichtiges E-Mountainbike.

Warum ein Montageständer für E-Bikes wichtig ist

Wenn es um Montageständer geht, haben E-Mountainbikes von Haus aus direkt einen großen Nachteil - sie sind schwer. Da auf einem Ständer konstruktionsbedingt starke Hebel einwirken ist dieses Mehrgewicht nicht zu vernachlässigen und ein tadelloses Modell für normale Mountainbikes kann mit der Zusatzlast von Motor und Akku plötzlich überfordert sein. So sollten nicht nur die Rohre selbst stabil genug ausgelegt sein sondern auch die Standstabilität muss mit der größeren Hebelwirkung umgehen können.

Und letztlich müssen auch sämtliche Klemmelemente wie die Höhenverstellung oder die Winkelverstellung am Kopf über ausreichend starke Klemmkräfte verfügen um sich unter der Last nicht zu verdrehen oder abzusenken. Schließlich ist nicht jeder ein Bodybuilder, der die 23,5 kg übertrieben gesagt mal eben 5 Minuten mit einem Arm halten kann bis die Klemmung dann endlich greift. Das Bike sollte also so schnell wie möglich vom Ständer festgehalten werden können.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei E-Mountainbikes ist die intuitive und schnelle Nutzbarkeit der Kopfklemmung.

Vorteile eines Montageständers:

  • Rückenschonendes Arbeiten
  • Individuelle Höheneinstellung
  • Freie Hände zum Schrauben
  • Sichere Positionierung des Fahrrads

Zweibein- vs. Dreibein-Ständer

Pauschal gibt es hier keinen eindeutigen Vorteil für ein bestimmtes System denn beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Ständer mit 2 Beinen sind im Vergleich unter Last etwas stabiler, bieten mehr Pedalfreiheit und benötigen weniger Stellfläche. Dafür stehen sie unbelastet etwas weniger stabil und können nicht ohne weiteres auf unebenen bzw. abfallenden Böden platziert werden - im Gegensatz zur dreibeinigen Konkurrenz.

Dank senkrechter Mittelsäule können deren Beine passend zum Untergrund/Gefälle positioniert werden bzw. das Rad 360° um den Ständer geschwenkt werden. Dafür ist das Verbindungsstück zwischen Beinen und Mittelstange im Vergleich weniger stabil und der Ständer neigt dazu, sich an dieser Stelle unter Last zu verbiegen. Das verringert oft zusätzlich den Platz den die Pedale zur Mittelsäule zur Verfügung haben.

Generell empfehlen wir bei hauptsächlichem Heimgebrauch einen Zweibeiner, bei überwiegender Nutzung unterwegs mit unklarer Bodenbeschaffenheit.

Wichtige Kriterien beim Kauf

So sollten sie das Bike fest im Griff haben und dabei eben maximal sicher stehen - auch wenn man mal ein zu festgezogenes Pedal lösen muss. Hier sind schwere Ständer naturgemäß den leichten überlegen. Gewichtsoptimierte Modelle eignen sich wiederum perfekt zum Mitnehmen in den Bikepark, zum Rennen oder gar in den Radurlaub.

Wichtig für den Transport ist zudem ein gelungener Klapp- und Teleskopmechanismus. Und: Ein klappbarer Workstand kann, wenn nicht genutzt, platzsparend in die Ecke oder unter die Werkbank.

Dank hoher Traglast (bis zu 50 Kilo bei Rose!) sind fast alle stabil genug, um auch E-Bikes sicher im Griff zu halten.

Worauf sollte man beim Kauf eines Montageständers fürs Fahrrad achten?

  • Traglast: Wie schwer ist das Rad, das der Montageständer tragen soll? Schwere E-Bikes mit über 20 bis 25 Kilo Gewicht stellen höhere Anforderungen an einen Montageständer als leichte Rennräder oder Mountainbikes.
  • Bauart: Es gibt verschiedene Bauarten von Reparaturständern - unser Fokus liegt hier auf den Montageständern mit Klemmkopf. Diese Modelle sind auch am weitesten verbreitet. Am Klemmkopf wird das Fahrrad festgemacht.
  • Klemmkopf: Wichtig ist, dass die Sattelstütze gut eingespannt werden kann - eine feine Dosierung ist hier vorteilhaft. Außerdem sollte die Klemmklaue, die die Sattelstütze greift, passen. Achten Sie daher auf die Maße für die Klaue hinsichtlich Länge, Breite und Griffweite. Vor allem Carbonrohre sind meistens breiter und passen nicht in jede Klaue.
  • Material: Rahmen aus Carbon oder Aluminium reagieren auf Druck empfindlich.
  • Flexibilität: Damit Sie sich bei der Reparatur nicht verbiegen müssen, sollte der Ständer flexibel sein und das Fahrrad in jeder beliebigen Position halten können. Schnellspanner und die Drehbarkeit des Greifarms um 360 Grad sollten daher gegeben sein.
  • Standfestigkeit: Der Montageständer sollte das Rad schließlich nicht nur halten, sodass Sie auf Augenhöhe schrauben können, sondern es muss den Kräften trotzen, die auf das Rad während der Reparatur wirken.
  • Verarbeitung: Darüber hinaus sollte der Montageständer selbst gut verarbeitet sein: Verbindungsstücke aus Metall sind langlebiger als aus Kunststoff.
  • Zusatzfunktionen: Das Fahrrad hängt, doch das Vorderrad schlägt ständig aus - hier hilft ein Lenkerhalter, mit dem die Vordergabel fixiert werden kann. Bei den Haltern handelt es sich um Teleskopstangen, die variabel eingestellt werden. Praktisch ist auch eine Ablage für das Werkzeug, worauf das benötigte Werkzeug griffbereit abgelegt werden kann.

Montageständer im Test: Einige Modelle im Überblick

Hier sind einige getestete Montageständer im Überblick, die für verschiedene Anforderungen geeignet sind:

CONTEC Rock Steady

Für Gelegenheitsschrauber ist dieser Montageständer allemal eine Empfehlung, besonders, wenn man die stark variierenden Preise im Netz vor dem Kauf miteinander vergleicht.

BIKE-Urteil: GUT

FEEDBACK SPORTS Pro Elite

Nach Meinung unserer Mechaniker ist der Pro Elite Workstand der beste am Markt. Die robuste Klemme ermöglicht es, ihn blitzschnell an unterschiedliche Rohrdurchmesser anzupassen und per Knopfdruck wieder zu öffnen. Große Drehrädchen und leichtgängige Schnellspanner machen das Handling zum Genuss. Dank des Dreibein-Designs steht der Pro Elite auch im Gelände sicher. Mit wenigen Handgriffen lässt er sich sehr kompakt zusammenfalten. Hochwertige Materialien garantieren eine lange Lebensdauer.

BIKE-Urteil: SUPER

PARK TOOL PRS-25

Dank Sechskant-Rohrprofil und weit ausladender Standfüße steht der PRS-25 wie ein Fels in der Brandung. Arbeitshöhe und Klemmweite sind großzügig anpassbar. Der Kipphebel öffnet die Klemmbacken weit, ist aber etwas klein und schwergängig geraten. Zum Transport muss der Klemmkopf abgeschraubt werden, auch dann ist das Staumaß noch recht üppig. Für den aufgerufenen Preis hätten wir etwas weniger Kunststoff erwartet. Werkzeugablage, Papiertuchhalter und Transporttasche gibt es optional.

BIKE-Urteil: SEHR GUT

PEDRO’S Folding Repair Stand

Der massive Pedro’s wirkt wie für die Ewigkeit gemacht. Die Materialien sind durchweg sehr hochwertig und robust, der Stand aufgrund weit ausladender Füße recht sicher. Einzigartig: Über einen komfortablen Pistolengriff wird das Bike Stück für Stück geklemmt. Diese Art ist jedoch etwas langsamer und weniger präzise als klassische Klemmen. Der Ausleger steht nicht ganz waagrecht, so hängt das Bike schief im Ständer. Der schwere Pedro’s lässt sich gut falten und verschwindet dann in einer robusten Transporttasche.

BIKE-Urteil: SEHR GUT

SUPER B Top Assist Montageständer

Der Super B glänzt mit einem soliden Klemmkopf aus Metall. Der öffnet weit und lässt sich dank großem Hebel sicher schließen und über eine Rändelschraube fein verstellen. Weniger schön sind der Ausleger aus Kunststoff und die grobe Winkelverstellung. Auch die Arbeitshöhe lässt sich nur über einen kleinen Bereich verstellen. Aufgrund des nahezu senkrechten Standrohrs und der schmalen, kurzen Füße steht der Super B recht wackelig da. Die Werkzeugablage sitzt für große Schrauber sehr weit unten.

BIKE-Urteil: GUT

TOPEAK Prepstand Elite / Pro

Der Topeak-Klassiker ist dank großer, stabiler Schnellspanner und hochwertiger Materialien schnell aufgebaut und steht dann mit weit ausladendem Dreibein mit solider Gummierung sehr sicher. Der Ausleger lässt sich leicht abklappen, unter Last verzieht er sich aber deutlich. Die etwas kantige Klemme schließt sehr langsam und oft etwas hakelig. Die Pro-Version kommt mit integrierter, exakter Waage. Wer 60 Euro sparen möchte, nimmt die Elite-Version mit Kleinteilefach. Im Set ist eine Transporttasche dabei.

BIKE-Urteil: SEHR GUT

UNIOR BikeGator+

Beim Material lässt Unior nichts anbrennen, Kunststoff findet sich nur am großen, gut bedienbaren Kipphebel. Schnellspanner, Rohre, Ausleger und Verbindungsstücke - hier steht Langlebigkeit im Fokus. Die solide Klemme passt sich über eine Feder an den Rohrdurchmesser an. Leider ist ihre Spannkraft etwas gering, unter Last drückt es die Klemmbacken leicht auseinander. Die Klemmweite ist sehr begrenzt. Durch die kurzen Füße steht der Unior etwas wackelig, der Ausleger lässt sich nicht abklappen.

BIKE-Urteil: SEHR GUT

XTREME S 1300 (Rose Bikes)

Eigentlich macht der S 1300 genau das, was er soll: das Bike in Arbeitshöhe fixieren. Doch schon der Aufbau in Ikea-Manier macht wenig Spaß. Die Alu-Guss- und Kunststoffteile wirken wenig wertig. Zwei Fußstopfen reißen schon beim Aufbau ein. Die kantigen Schnellspanner haben Mühe, die Rohre sicher zu klemmen. Der Kunststoffkipphebel drückt in die Handflächen. Auf ebenen Flächen steht der S 1300 sicher, im Gelände eher wackelig.

CXWXC Fahrradmontageständer im Detail

Der CXWXC Fahrradmontageständer ist ein hervorragend konzipierter Montageständer für E-Bikes und Fahrräder. Die stufenlose Höhenverstellung passt die Arbeitshöhe zwischen 102 und 161 Zentimetern flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse an. Besonders gut hat uns der 360° schwenkbare Stativkopf gefallen. Der Kopf lässt sich weit ausfahren und behält selbst schwere Fahrräder und E-Bikes fest im Griff!

Achtung:Vor dem Einspannen des Rads unbedingt Sand und Dreck am Haltepunkt entfernen, ansonsten kann es unschöne Kratzer geben!

Für alle, die ihr Rad nicht nur reinigen, sondern auch reparieren hält die Werkzeugablage eine ganze Menge Extras bereit. Zusätzlich ist sie magnetisch, sodass darauf befindliches Zubehör recht sturzsicher ist, sofern es aus Metall besteht.

Darüber hinaus bietet der CXWXC Fahrradmontageständer noch ein weiteres Extra: Mittels einer zusätzlichen Teleskopstange lässt sich der Lenker des E-Bikes fixieren. Dadurch schlackert das Vorderrad nicht mehr nervig in der Gegend herum und stört beim Fahrradputzen.

Der CXWXC Fahrradmontageständer bringt 5,9 Kilo auf die Waage, fühlt sich jedoch deutlich leichter an. Die Verarbeitung des gesamten Ständers ist hochwertig und robust. Die beweglichen Teile laufen flüssig in den Teleskopschienen, Verbindungen und Verschraubungen sind gut gearbeitet.

Besonders die Klemme und die Standbeine sind auch bei großen Belastungen verlässlich: Selbst unser recht schweres Stromer ST 5 hat mit seinen 32 Kilogramm ruhig und sicher am Ständer gehangen. Damit lassen sich 95% aller typischen Fahrräder und E-Bikes sicher stämmen.

Der Gesamte Montageständer lässt sich individuelle einstellen und an die eigene Arbeitshöhe anpassen. Durch die 360° Drehmöglichkeit des Stativkopfes ist es möglich, das Rad vertikal an der Sitzstrebe oder horizontal am Oberrohr zu befestigen - je nach angedachter Arbeit eine echte Erleichterung.

Die Arbeit geht in unserem CXWXC Fahrradmontageständer Test sehr leicht von der Hand und fühlt sich, anders als bei weniger robusten Ständern, stets sicher an. Alle beweglichen Teile lassen sich auch unter Last einfach bedienen, schwenken und in der Höhe verändern.

Der Fahrradmontageständer von CXWXC ist ein hochwertiger Montageständer, der es auch mit schweren Fahrrädern und E-Bikes aufnehmen kann.

Alternativen zum Montageständer

Wer nicht viel Platz hat oder keine Garage um einen Deckenlift anzubringen, kann sich mit einem Montageständer helfen. Ein Montageständer ist klappbar und braucht wenig Platz. Der aktuelle Nachfolger des ParkTool PCS-1 ist der PCS-10.3, mit Höheneinstellung und Werkzeugablage.

Eine Möglichkeit ist das Anbringen von stabilen Wandhaken. Deckenhaken oder Schienen können ebenfalls genutzt werden. Pedelecs wiegen bis zu 30 kg. Um den Rücken und die Knie zu schonen, eignet sich auch ein Podest mit Auffahrrampe. Als Podest kann eine Mauer oder ein höher liegender Bereich des Grundstücks dienen.

Das E-Bike wird damit am Lenker und Sattel mit gummierten Haken befestigt und mit einem Flaschenzug hochgezogen.

Tipps für die Nutzung von Montageständern

  • Vorsicht mit Carbonteilen: Carbon-Rahmen sollten auf keinen Fall im Montageständer geklemmt werden, weil die Fasern empfindlich auf Druck reagieren. Auch bei Carbon-Sattelstützen sollten Sie Vorsicht walten lassen. Besser: Ersetzen Sie die Carbon-Stütze für die Wartung durch eine alte Alu-Stütze. Diese kann dann problemlos eingespannt werden.
  • Teleskopstützen: Beim Klemmen von Teleskopstützen sind in unserem Labor bisher noch keine Probleme aufgetreten - weder am dünnen noch am dicken Rohr. Achten Sie aber immer auf eine absolut saubere Gleitfläche am Standrohr sowie auf saubere Klemmbacken am Montageständer, um Kratzer zu vermeiden. Am besten spannen Sie Ihr Bike am Tauchrohr der Stütze in den Montageständer.
  • Klemmkraft: Nur so stark klemmen wie nötig! Wer die Klemmbacken zu fest anzieht, riskiert Beschädigungen am Bike. Klemmbacken, die mit einer Schraube angezogen werden, lassen sich in der Regel gefühlvoller bedienen. Exzenterhebel spannt man schnell zu fest um Stütze oder Rahmenrohre.
  • Arbeitsumgebung: Eine helle Matte oder ein niederfloriger Teppich unter dem Montageständer erleichtert das Auffinden von heruntergefallenen Kleinteilen und das Arbeiten im Knien. Zudem springen die Teile nicht so weit weg, der Boden bleibt sauber und Werkzeug schlägt nicht so hart auf dem Untergrund auf.

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