E-Bike Motor unterstützt nicht mehr: Ursachen und Lösungen

E-Bikes sind umweltfreundliche und effiziente Verkehrsmittel, die das Radfahren erleichtern. Wie bei jedem technischen Gerät können jedoch auch bei E-Bikes Probleme auftreten. Wenn der Motor plötzlich nicht mehr unterstützt, ist das ärgerlich. Dieser Artikel zeigt typische Herausforderungen bei E-Bikes auf und wie man sie beheben kann.

Häufige Ursachen für den Ausfall der Motorunterstützung

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein E-Bike Motor nicht mehr unterstützt. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Akkuprobleme: Der Akku ist leer oder defekt, sitzt nicht richtig in der Halterung oder hat Kontaktprobleme.
  • Displayprobleme: Das Display ist defekt, hat Kontaktprobleme oder zeigt Fehlercodes an.
  • Sensorprobleme: Defekte oder verschmutzte Sensoren können die Motorsteuerung beeinträchtigen.
  • Verkabelungsprobleme: Lose oder beschädigte Kabelverbindungen können die Ursache sein.
  • Softwareprobleme: Fehlerhafte Software oder Firmware können die Funktion des Motors beeinträchtigen.

Detaillierte Ursachen und Lösungen

1. Akku überprüfen

Zuerst sollte man sicherstellen, dass der Akku geladen ist und richtig eingesetzt wurde. Wenn Display oder Akku den Kontakt verlieren, lassen sich die E-Bikes nicht mehr normal einschalten oder die Unterstützung beim Fahren funktioniert nicht mehr. Derartige Kontaktprobleme sind eine der häufigsten Ursachen für Fehler bei E-Bikes. Überprüfe daher auch, ob sich der Akku im eingerasteten Zustand in großem Maße hin- und her bewegen lässt und ob sich der Fehler in jeder Position herstellen lässt.

Akkukontakte reinigen

Feuchtigkeit kann zu Korrosion an den Kontakten führen. In diesem Fall kann man den Akku aus seiner Halterung nehmen, alle Kontakte überprüfen und mit einem trockenen Tuch abtrocknen. Wenn der Akku wieder gut mit den Kontakten verbunden ist, sollte auch der Motor wieder einwandfrei funktionieren.

Akkupflege

Akkus brauchen Pflege, um möglichst lange durchzuhalten. Sie vertragen weder extreme Hitze noch Kälte. Deswegen sollten E-Bikes im Sommer nicht in der prallen Sonne abgestellt werden und im Winter nicht in der Kälte. Wer sein Rad länger nicht benutzt, sollte den Akku weder ganz voll noch ganz leer lassen. Ideal bei längeren Standzeiten ist es, den Akku zu rund zwei Dritteln zu laden. Wer im Winter nicht fährt, sollte den E-Bike-Akku - wenn möglich - demontieren und in der Wohnung anstatt im Keller oder in der Garage deponieren.

2. Display überprüfen

Wenn bei einem Bosch E-Bike die Geschwindigkeitsanzeige nicht erscheint, liegt dies häufig an einem nicht richtig aufgesetzten Display oder einem locker sitzenden Akku.

Displaykontakte reinigen

Wenn das Display bzw. Bordcomputer nicht mehr funktioniert, kann das oft daran liegen, dass die Kontakte durch Nässe oder Kälte rosten und der Strom dadurch nicht mehr ungestört fließen kann. Das wiederum kann zu Störungen oder einem Ausfall des Displays führen. Viele Displays kann man ganz einfach aus der Halterung nehmen und die Kontakte selbst überprüfen. Bei anderen Modellen muss man erst eine Schraube an der Unterseite lösen, um sie zu entfernen. Oftmals hilft schon ein neues Einschieben des Displays, um die Kontakte wieder gut zu verbinden. Du kannst zusätzlich mit einem trockenen Tuch über die Kontakte wischen, wenn ein einfaches Einschieben das Problem nicht behebt. Benutze aber bitte keinen nassen Lappen oder Reinigungsprodukte, da diese die Kontakte beschädigen können. Außerdem kannst du das Display neu starten und hoffen, dass ein Reset das Problem mit deinem Motor behebt.

Batterie im Bordcomputer

Alle Bosch E-Bike Displays verfügen über eine integrierte Batterie, welche im eingeschalteten Zustand über den Akku geladen wird. Die Intuvia-, Nyon- und Kiox- Displays besitzen fest verbaute Akkus, die über den Micro USB-Anschluss einzeln geladen werden können. Im Bosch Purion dagegen sind zwei 3V CR2016 Knopfzellen eingesetzt. Besonders nach einer langen Standzeit (zum Beispiel im Winter) können sich die Batterien im Bordcomputer entladen. Tipp: Bei einer zu schwachen Batterie des Bordcomputers lässt sich ein Bosch E-Bike dennoch über den Knopf neben der LED-Ladestandsanzeige am Akku selbst einschalten.

3. Sensoren überprüfen

Ein nicht funktionierender E-Bike Motor kann auch an kaputten Sensoren liegen. Die Sensortechnik regelt die Übertragung der Motorkraft auf den Antrieb. Sie sorgt für ein gutes Fahrgefühl und eine optimale sowie effektive Unterstützung. Es kann zu Defekten an den Motor internen Sensoren kommen, die zur Erfassung von Trittfrequenz und Kraftübertragung nötig sind.

Geschwindigkeitssensor

Wenn im E-Bike Display der Fehlercode 503 (Bosch E-Bike) oder W011 (Shimano Steps) angezeigt wird, unterstützt der Motor nicht mehr und die Geschwindigkeitsanzeige zeigt 0 km/h. Die Lösung: Drehe den Magnet in Richtung des Sensors am Hinterrad. Der Magnet sollte einen möglichst geringen Abstand zum Sensor haben damit die Raddrehzahl zuverlässig gemessen werden kann. Tipp: Der eigentliche Sensor befindet sich bei dem verbreiteten Bosch-Sensor in Richtung des nach vorne führenden Kabels auf Höhe des Bosch Logos bzw. Fehlercode W013 bei Shimano Steps.

4. Verkabelung und Anschlüsse prüfen

Wenn der E-Bike Motor Probleme macht, kann das eventuell auch an unterbrochenen Kabelverbindungen liegen. Es kann durch Erschütterungen beim Fahren passieren, dass sich Stecker unter dem Display oder am Steuerrohr lösen. In diesem Fall wird der Motor nicht mehr angesteuert und die Tretunterstützung fällt aus. Wenn die Kabel außerhalb des Rahmens verlaufen, ist es einfach, die Kabelverbindungen selbst zu überprüfen und lose Kabel wieder einzufädeln.

5. Software-Update durchführen

Manchmal ist die Lösung digital! Ein Software-Update kann helfen, Fehler zu beheben und die Leistung des E-Bike-Systems zu optimieren.

6. Neutralposition beim Einschalten beachten

Bei jedem Neustart fragt das Shimano Steps Antriebssystem die neutrale Position der Welle im Motor ab. Daher darf beim Einschalten des Systems kein Druck auf den Pedalen sein.

7. Reset durchführen

Falls der Antrieb streikt, hilft oft ein Reset. Wie dieser vorzunehmen ist, steht in der Bedienungsanleitung und ist von Antrieb zu Antrieb bzw. von Akku zu Akku unterschiedlich.

8. Verschleiß und Wartung

E-Bikes werden deutlich intensiver genutzt als Fahrräder. Die zurückgelegten Kilometer mit Unterstützung durch einen Mittelmotor tragen aber auch zu erhöhtem Verschleiß bei. In seltenen Fällen kann bei einer Kettenschaltung schon nach einigen hundert Kilometern ein Austausch der Kette fällig werden. Besonders durch mangelnde Pflege oder das dauerhafte Fahren in großen Gängen entsteht bei Kettenschaltungen ein starker Verschleiß. Wenn die Kette unter Last über die Ritzel rutscht, ist das ein klares Indiz hierfür.

Als eine der ersten Komponenten am E-Bike zeigt eine Kette Verschleiß. Nach wie vielen Kilometern das der Fall ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Dafür sind dabei zu viele Faktoren im Spiel. Dazu zählt die Frage, ob ihr meist auf flachem Terrain unterwegs seid oder öfter Anstiege zu bewältigen habt, wie der Untergrund dabei beschaffen ist, in welcher Unterstützungsstufe ihr vorwiegend fahrt, wie häufig ihr schaltet und natürlich, welche Kette überhaupt an eurem E-Bike montiert ist. Abhängig von diesen Bedingungen kann eine Kette bereits nach 1.500 Kilometern bis 2.000 Kilometern gewechselt werden müssen oder vielleicht erst nach 5.000 Kilometern.

Wer rechtzeitig die Fahrradkette wechselt, sorgt dafür, dass auch die Kettenblätter und Ritzel der Kassette am E-Bike länger durchhalten. Kommt dazu noch eine regelmäßige Pflege, sind mehrere Tausend Kilometer für diese Komponenten durchaus erreichbar. An E-Bikes mit nur einem Kettenblatt wird dieses vermutlich vor der Kassette ausgetauscht werden müssen.

Primär das höhere Gewicht von E-Bikes im Vergleich zum Fahrrad ohne E-Antrieb trägt dazu bei, dass die Reifen stärker belastet werden und schneller abbauen. Selbst die Leichtgewichte unter uns, die ganz behutsam fahren, können dem nicht aus dem Weg gehen. Je nach Untergrundbeschaffenheit, Fahrstil, Bremsverhalten und Akribie beim Aufrechterhalten des angemessenen Luftdrucks kann die Laufleistung desselben Reifens bei unterschiedlichen Fahrenden stark variieren. Daher lässt sich auch hier kein allgemeingültiger Richtwert nennen, wie lange ein Reifen an euren E-Bike standhält.

Was bisher über den Verschleiß der jeweiligen Komponenten gesagt wurde, gilt gleichermaßen für die Abnutzung von Bremsbelägen und Bremsscheiben einer Scheibenbremse. Höhere Fahrgeschwindigkeiten und größere Massen des E-Bikes setzen das Material gehörig unter Druck. Für gewöhnlich bietet sich ein Wechsel der Scheibenbremsbeläge an, wenn deren Materialstärke weniger als 0,5 Millimeter beträgt. Zuhause lässt sich das ganz gut mit einem Messschieber prüfen. Den könnt ihr bei der Gelegenheit gleich einmal an die Bremsscheiben anhalten. Diese sollten nicht dünner als 1,5 Millimeter werden.

9. Knack- und Schleifgeräusche

Knacken und Knarzen ist ein häufiger Grund weshalb Kunden eine Werkstatt aufsuchen. In nahezu allen Fällen liegt dabei jedoch kein Defekt vor und das Geräusch kommt nicht vom Motor selbst. Prüfe zunächst, ob die Kette sauber und ausreichend geschmiert ist. Falls bei einem E-Bike kurz nach Kauf knarzende Geräusche unter Last im Motorbereich auftreten, ist die Ursache häufig die Verschraubung zwischen Motor und Rahmen. Es entstehen zwar keine Schäden, dennoch wird das Fahrerlebnis gestört. Ein einmaliges Nachziehen der Schrauben schafft hier Abhilfe.

Stellen Sie an Ihrem E-Bike ein schleifendes Geräusch fest, liegt es meist an der Bremse. Dann sollten Sie - wenn Sie nicht erfahrener Schrauber sind - zum Fachmann gehen.

10. Fehlercodes

Die Antriebssysteme von Bosch verfügen über einen umfangreichen Fehlerspeicher, dessen Fehlercodes bei der Fehlerursache behilflich sein können. Fehlercodes auf dem Display führen ebenfalls zur Ursache des Problems.

Ihr Stella E-Bike kann verschiedene Fehlercodes und Fehler auf dem Display anzeigen, die auf spezifische Probleme hinweisen. Mit einem Fehler wird ein Code auf dem Display bezeichnet. Zum Beispiel deutet Error 21 darauf hin, dass die Stromversorgung zwischen dem Akku und dem Controller überprüft werden sollte, während Error 22 auf einen möglichen Fehler in der Fahrunterstützung hindeutet. Error 30 erfordert eine Überprüfung der Verbindung zwischen dem Display und dem Controller. Das korrekte Identifizieren und Beheben dieser Fehlercodes ist entscheidend, um die ordnungsgemäße Funktion Ihres Stella Fahrrads zu gewährleisten und ein sorgenfreies Fahrerlebnis zu genießen.

Fehlercode Ursache Lösung
Error 21 (Stella) Stromversorgung zwischen Akku und Controller prüfen Überprüfen Sie die Stromversorgung zwischen Akku und Controller.
Error 22 (Stella) Möglicherweise ein Fehler in der Fahrunterstützung -
Error 30 (Stella) Verbindung zwischen Display und Controller prüfen Überprüfen Sie die Verbindung zwischen dem Display und dem Controller.
Led 1 blinkt (Giant) Das EnergyPak ist ganz leer Laden Sie das EnergyPak auf.
Led 2 blinkt (Giant) Störung im Pedal Plus-Sensor Setzen Sie die Stromversorgung zurück. Kontaktieren Sie einen Händler, wenn das Problem weiterhin besteht.
Led 3 blinkt (Giant) Überhitzte Antriebseinheit Lassen Sie das Fahrrad zehn Minuten abkühlen.
Led 4 blinkt (Giant) Störung in der Syncdrive-Antriebseinheit Kontaktieren Sie einen autorisierten Händler.

E-Bike-Reparatur-Studie 2021

Unternehmen wie der Versicherer Wertgarantie untersuchen regelmäßig, welche Teile und Komponenten am häufigsten kaputt gehen und warum. Nach 2020 rangiert 2021 erneut der Defektteufel auf Platz eins der Ursachen für einen Schaden. Etwa jeder fünfte Befragte wurde von einem technischen Defekt heimgesucht. Betroffen sind häufig der Motor und der Akku. Die genauen Gründe erfasst die Studie leider nicht. Für möglich halten die Autoren jedoch Fehler in der Herstellung, einen unsachgemäßen Umgang mit den Komponenten, eine unzureichende Pflege des Systems sowie den einen oder anderen falschen Handgriff bei der Reparatur in der privaten Werkstatt.

Besonders interessant an der Studie ist der Blick auf die Schadenverteilung der für das E-Bike essenziellen Komponenten Motor, Akku und Display. Grundsätzlich kann ein Schaden auf einen klassischen technischen Defekt, einen Unfall oder einen Diebstahl zurückgehen. Bei der Betrachtung des Motors wurden Diebstähle explizit ausgenommen.

Im Ergebnis steckt durchaus eine gewisse Zwiespältigkeit. Zum einen deckt es sich mit unseren eigenen Erfahrungen, dass Motoren namhafter Hersteller wie Bosch, Giant und Yamaha weniger Probleme machen und seltener mit einem Schaden ausfallen. E-Bikes mit Antrieben dieser Marken sind mitunter teurer, bürgen im Gegenzug aber auch für eine verlässliche Qualität. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch weniger namhafte Hersteller wie Fischer dies von sich sagen können. Und mit dem Shimano Steps 6100 sowie dem Brose S Mag bilden zwei Motoren die Schlusslichter, von denen viele von euch das wohl so nicht erwartet hätten.

Wer bei den Schadensursachen sich ausschließlich die technischen Defekte ansieht, stellt fest, dass sich der Akku dort als am auffälligsten erweist. Immerhin sinkt der Anteil um rund fünf Prozent im Vergleich zu 2020. Am besten schneidet der Panasonic SF-06-S ab. Gerade einmal vier Prozent der Befragten berichten von Schäden an diesem Gerät. Mit dem Giant EnergyPak 500 und dem Yamaha Lithium Ionen landen zwei weitere Akkus unter der Zehn-Prozent-Marke. Weit abgeschlagen rangiert der Steps BT-E8014 von Shimano auf dem letzten Platz.

Sieger nach Punkten unter den Displays ist der Hersteller Bosch. Kiox, Intuvia und Purion belegen nicht nur Rang 1, 2 und 4 in dieser Kategorie, sondern bleiben dabei zudem in mehr als 90 Prozent der Fälle von einem Schaden verschont. Unter das Trio mischt sich mit dem SC-E6100 von Shimano ein Vertreter, der schon recht lange am Markt ist. Weniger positiv fällt das Fazit für das wesentlich neuere SC-E7000.

Um die 35 Prozent der Menschen bringen Ihr E-Bike zu diesem Zweck in eine professionelle Werkstatt.

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