Viele E-Bike-Fahrer, insbesondere in hügeligen Gebieten, stellen sich die Frage, wie die Motorbremse ihres E-Bikes deaktiviert oder optimiert werden kann. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte dieses Themas, von den zugrundeliegenden technischen Prinzipien bis hin zu legalen und illegalen Methoden der Leistungssteigerung.
Das Problem: Widerstand beim Fahren ohne Unterstützung
Einige E-Bike-Nutzer berichten von einem unerwünschten Widerstand, wenn sie ohne Motorunterstützung fahren, besonders beim Umschalten von höheren Unterstützungsstufen auf niedrigere oder Null. Dieser Effekt kann als "Bremsen" wahrgenommen werden.
Mögliche Ursachen und Lösungen:
- Magnetfeld des Motors: Beim Losfahren in Stufe Null ist kein Magnetfeld vorhanden, daher gibt es keinen Widerstand. Mit Zuschaltung des Stroms wird das Magnetfeld aufgebaut, gegen das beim Herunterschalten zunächst angetreten werden muss.
- Freilauf: Ein Hinterradnabenmotor verfügt über einen Freilauf, der auskoppeln sollte, wenn man schneller tritt, als der Motor unterstützen würde. Wenn der Freilauf klemmt, kann der Motor ungewollt mitdrehen und einen Widerstand erzeugen. In diesem Fall kann das Öffnen und Fetten des Freilaufs Abhilfe schaffen.
- Psychologischer Effekt: Oftmals wird der Widerstand ohne Unterstützung stärker wahrgenommen, da man sich an die zusätzliche Power gewöhnt hat.
Rekuperation und Motorbremse
Einige E-Bikes nutzen die Rekuperation, um beim Bremsen Energie zurückzugewinnen. Dies kann jedoch auch als Motorbremse wahrgenommen werden.
Die Rekuperation ist ebend keine aktive elektronische Motorbremse. Man kann die Rekuperation zum Bremsen mit dem Elektromotor einsetzen und dabei die zurückgewonnene Energie zum Laden des Akkus nehmen, genauso wie man die überschüssige Bewegungsenergie über den Elekrtomotor beim Bergabfahren durch Rekuperation zum Laden des Akkus einsetzen kann.
Wenn aus der Bewegungsenergie mit Hilfe eines Elektromotors Energie zurückerlangt wird, ob vorher durch den Motorantrieb gewonnen oder durch Bergabfahren, wirkt das immer auch abbremsend.
Einstellungen zur Rekuperation: Bei einigen E-Bike-Modellen lässt sich die Stärke der Rekuperation einstellen oder sogar ganz deaktivieren. Dies kann das Fahrgefühl ohne Unterstützung verbessern.
E-Bike Tuning: Möglichkeiten und Risiken
Das Thema E-Bike-Tuning ist komplex und birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Grundsätzlich gilt: An Akkus, der Antriebseinheit oder der elektronischen Steuerung sollte nicht in Eigenregie hantiert und manipuliert werden. Das ist alleine Sache der vom Hersteller empfohlenen Fachwerkstatt. Aber seriöse Werkstätten bieten das Produkt „E-Bike Tuning“ nicht an.
Illegales Tuning:
- Chiptuning: Hierbei wird die Geschwindigkeitsbegrenzung des Motors manipuliert. Dies ist im öffentlichen Raum illegal und kann zum Verlust der Gewährleistung und des Versicherungsschutzes führen.
- Akku-Manipulation: Auch die Manipulation von Akkus ist verboten und kann zu Schäden und Sicherheitsrisiken führen.
Legale Möglichkeiten der Leistungssteigerung:
Es gibt legale Möglichkeiten, die Leistung des E-Bike-Akkus optimal zu nutzen - in dem wir das E-Bike-Drehmoment erhöhen. Das hat allerdings mit „Tuning“ im Wortsinn nichts zu tun. Eher bezeichnet man diese Modifikation als E-Bike-„Ritzel-Tuning“.
- Ritzel-Tuning: Durch den Wechsel der Antriebsritzel (vorne wenig Zähne, hinten viele) kann die Anschubenergie früher einsetzen und sich beim Bergauffahren spürbarer entfalten. Die Geschwindigkeitsdrossel basiert ja auf Sensoren, die die Umdrehungen der Laufräder umfassen. Ein verändertes Ritzel hat also auf die Höchstgeschwindigkeit, bis zu der der E-Antrieb unterstützt, keinen Einfluss und ist daher legal.
- Software-Anpassungen: Einige Hersteller bieten Software-Lösungen an, mit denen das Drehmoment des E-Bike-Motors je nach Einsatzbereich modifiziert werden kann.
Weitere Tipps zur Optimierung des Fahrgefühls
- Reifendruck: E-Bikes sind per se schwerer als herkömmlich Fahrräder und verfügen in der Regel über ein Federsystem, das vorne oder vorne und hinten Stöße abfedert. Daher sollte beim E-Bike auf den optimalen Reifendruck geachtet werden. Sind die Reifen voll und ganz aufgepumpt, wird das E-Bike automatisch schneller. Dabei darf ruhig an den oberen Grenzbereich des Reifendrucks gegangen werden, den der Hersteller zulässt.
- Wartung und Pflege: Regelmäßige Wartung, insbesondere des Freilaufs und der Lager, kann den Rollwiderstand reduzieren und das Fahrgefühl verbessern.
Zusammenfassung
Das Deaktivieren oder Optimieren der Motorbremse beim E-Bike ist ein komplexes Thema mit verschiedenen Aspekten. Es ist wichtig, die technischen Zusammenhänge zu verstehen und die legalen und illegalen Möglichkeiten der Leistungssteigerung abzuwägen. Durch die richtige Einstellung der Rekuperation, die Optimierung des Antriebs und die regelmäßige Wartung kann das Fahrgefühl deutlich verbessert werden.
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