Das französische Startup Pi-Pop hat ein E-Bike auf den Markt gebracht, bei dem herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus durch sogenannte Superkondensatoren ersetzt werden. Das hat Vor- aber auch Nachteile.
Funktionsweise und Technologie
Ein Elektrofahrrad ohne Akku klingt zunächst widersprüchlich. Normalerweise speichert eine Batterie die Energie und gibt sie bei Bedarf an den Motor weiter. Doch ein französisches Unternehmen hat ein System entwickelt, das ohne Lithium-Akku auskommt. Stattdessen nutzt es Superkondensatoren zur Energierückgewinnung und -speicherung. Das Fahrrad setzt auf ein patentiertes System aus Superkondensatoren. Diese Bauteile können elektrische Energie besonders schnell speichern und wieder abgeben. Konkret heißt das: Beim Treten auf gerader Strecke, beim Bremsen oder beim Bergabfahren wird überschüssige Energie gespeichert.
Sobald der Fahrer Unterstützung benötigt - etwa beim Anfahren oder Bergauffahren - gibt das System die gespeicherte Energie automatisch wieder ab. Adrien Lelièvre, Maschinenbauingenieur und Gründer von Pi-Pop, entdeckte vor rund zehn Jahren das Potenzial von Superkondensatoren für nachhaltige Mobilität.
Vorteile von Superkondensatoren gegenüber Lithium-Ionen-Akkus
Superkondensatoren in E-Bikes haben gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus eine Reihe von Vorteilen. Sie geben ihre etwa beim Bremsen oder in Abfahrten aufgenommene Energie schnell wieder ab, was etwa beim Beschleunigen oder an Steigungen hilft. Außerdem verschleißen sie langsamer, gelten als umweltfreundlicher und sicherer. Ein großer Vorteil des Pi-Pop-Systems liegt in seiner Umweltfreundlichkeit. Da keine Lithium-Ionen-Batterie verbaut ist, entfällt der Bedarf an seltenen Metallen wie Kobalt oder Nickel.
Ein weiterer Vorteil des batterielosen Konzepts: Es werden weder Lithium noch Kobalt benötigt, was das Pi-Pop umweltfreundlicher und konfliktarmer macht. Da die Superkondensatoren laut Hersteller nicht entflammbar sind, bestehe auch keine Gefahr von Batteriebränden, die bei Lithium-Ionen-Akkus immer wieder ein Thema sind. Ein großer Vorteil dieser Technologie sei die hohe Lebensdauer, so der Hersteller aus der Region Centre-Val de Loire.
Nachteile und Einschränkungen
Auf der anderen Seite haben Lithium-Ionen-Akkus auch entscheidende Vorteile gegenüber Superkondensatoren. Doch wie sieht es mit der Leistung aus? Hier könnte sich der Verzicht auf einen klassischen Akku schnell als Nachteil erweisen. Superkondensatoren speichern zwar Energie, erreichen aber bei weitem nicht die Kapazität von Lithium-Ionen-Akkus. Im Vergleich zu klassischen E-Bikes mit Lithium-Akku ist die zusätzliche Schubkraft geringer. Bei langen Touren oder dauerhaft hohen Geschwindigkeiten könnte das Pi-Pop also schnell an seine Grenzen stoßen.
Tester:innen bescheinigen dem Pi-Pop zwar ein gutes Fahrgefühl und herkömmliches Radfahren mit Unterstützung. Allerdings reicht die aufgenommene Energie auf gerader Strecke eben auch nur für wenige Hundert Meter. Die gespeicherte Energie reicht nicht für lange, ausgedehnte Fahrten mit dauerhafter Unterstützung.
Fahren ohne Akku: Was man beachten muss
Grundsätzlich ist es natürlich möglich, mit einem entladenen Akku weiterzufahren oder mit ausgebautem Akku das E-Bike zu nutzen. Wenn das E-Bike mit einem Mittelmotor ausgestattet ist, kann man das Fahrrad wie ein herkömmliches Fahrrad ohne Motorunterstützung fahren. Bei einem Heckmotor kann es schwieriger sein, das Fahrrad ohne Motorunterstützung zu fahren, da der Motor in der Regel eine höhere Übersetzung aufweist als ein herkömmliches Fahrrad. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Fahren ohne Akku den Motor und das Antriebssystem nicht schädigt.
Ein E-Bike ohne Akku ist viel schwerer als ein normales Fahrrad, da der Akku und der Motor ein erhebliches Gewicht ausmachen. Ohne Akku funktioniert der Motor nicht, und es gibt keine Unterstützung beim Treten des Fahrrads. Das Fahren ohne Motorunterstützung bedeutet, dass Sie langsamer fahren werden als mit Unterstützung. Ohne Akku hat Ihr E-Bike keine begrenzte Reichweite mehr.
Das Rad lässt sich weiterhin treten und nur ein bestimmter Prozentsatz gehen beim Treten in das Getriebe des Motors verloren. Mit einem neueren Modell und einer guten Gangschaltung, ist das kein Problem. Nur bei Bergauffahrten macht sich das Gewicht des E-Bikes bemerkbar. Ein E-Mountainbike wiegt ca. 24 kg inkl. Akku. Der Akku selbst wiegt um die 3 kg.
Tipps für das Fahren mit niedrigem Akkustand
Schon eine geringe Motorunterstützung hat eine große Wirkung. Am besten nehmt ihr den Akku mit und stellt auf die niedrigste Stufe eine. In den meisten Fällen ist das der Eco-Modus. So wird die Batterieleistung extrem eingespart und die Fahrt macht wieder Spaß. Die meisten E-Bikes besitzen viele verschiedene Modi von Turbo bis Eco. Schaltet doch mal einen Gang runter und verlängert die Akkulaufzeit enorm.
Schaltet ihr den Motor hingegen ab, wird auch das Treten einfacher. Weitere Strecken sollten gut geplant werden, um einen leeren Akku zu vermeiden.
Pi-Pop: Ein innovatives E-Bike ohne Akku
Auf den ersten Blick sieht das Pi-Pop-Fahrrad fast wie ein klassisches Hollandrad aus. Das französische Start-up Pi-Pop rund um Adrien Lelièvre verfolgt einen ganz besonderen Ansatz, wenn es um Fahrräder und E-Bike-Technologie geht. Das Fahrrad wird komplett in Frankreich in der Region Centre Val de Loire produziert und soll die Elektromobilität nachhaltiger machen.
Technische Details und Preis
Im Online-Shop des Herstellers ist das Pi-Pop der dritten Generation mit Aluminiumrahmen ab 2.690 Euro erhältlich. Es wiegt 22,5 kg und ist mit einem Aikema-Motor mit 50 Nm Drehmoment ausgestattet.
Alternativen und Fazit
Das Pi-Pop zeigt, dass es durchaus Alternativen zum klassischen E-Bike mit Akku gibt. Als Alternative lohnt sich ein Blick auf das schickere Anod Hybrid, das ebenfalls einen Superkondensator, aber auch eine Minibatterie verbaut hat. Eher klassische E-Bikes mit deutlich höherer Reichweite testen wir regelmäßig.
Da Rohstoffe für herkömmliche Akkus immer knapper und teurer werden, könnten Superkondensatoren eine echte Alternative darstellen.
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