E-Bike Packtaschen im Test: Die besten Begleiter für Ihr Bikepacking-Abenteuer

Abenteuerlustige aufgepasst! Bikepacking-Taschen sind die ideale Lösung, um auf Reisen alles Notwendige zu verstauen. Unser Test zeigt, welche Modelle es gibt, was sie können und worauf Sie achten sollten. Außerdem geben wir Ihnen Tipps zum richtigen Packen.

Die Vielfalt der Bikepacking-Taschen

Bikepacking-Taschen erfreuen sich wachsender Beliebtheit als praktische Lösung für den Transport von Ausrüstung auf Radtouren. Gab es vor einigen Jahren nur eine begrenzte Auswahl, so findet sich heute für jeden Anspruch und Geldbeutel das passende Modell. Die Hersteller überraschen immer wieder mit pfiffigen und praktischen Details, was die Auswahl für Bikepacker noch attraktiver macht.

Die Vielfalt spiegelt sich auch in unserem Test wider. Ob Sie eine kleine Tasche für den kurzen Tagestrip oder eine voluminöse Lösung für die Fernreise suchen, hier werden Sie fündig. Die Bandbreite reicht von der 2,5-Liter-Rolle à la Evoc Handlebar Pack bis zur Restrap Saddle Bag mit 14 Litern Volumen.

Harness-Systeme für mehr Komfort

Besonders bei größeren Taschen erweist es sich als praktisch, wenn der Packsack einfach aus dem Holster genommen werden kann, während die Halterung fest an Sattelstütze und Sattel verbleibt. Dadurch entfällt das oft etwas fummelige Anbringen der Riemen und Schnallen. Diese als "Harness-System" bekannte Lösung bieten neben Restrap auch andere Hersteller für Sattel- und Lenkertaschen an.

Rahmentaschen: Alles schnell zur Hand

Rahmentaschen erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, da wichtige Dinge wie Energieriegel auch während der Fahrt schnell zur Hand sind. Ein Beispiel hierfür ist Apiduras Expedition Frame Pack mit großzügigen drei Litern Fassungsvermögen, geschützten Reißverschlüssen auf beiden Seiten, einer Trennwand und einem Extrafach innen.

Als kleines, robustes Leichtgewicht präsentierte sich die Morobbia Triangle Bag, die zwar den Zugriff von beiden Seiten erlaubt, aber leider Regenschauern nicht lange standhielt. Fehlende Wasserdichtigkeit kann gerade auf längeren Touren schnell zum Stimmungskiller werden. Daher haben wir diesem Thema besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Wasserdichtigkeit im Fokus

Den drei Bikepacking-Taschen von Ortlieb zum Beispiel konnte selbst starker Dauerregen nichts anhaben - sie zeigten diesbezüglich keinerlei Schwächen. Im Test bestätigte sich auch, dass sogenannte Roll-Top-Verschlüsse, also Taschen, die man zunächst wickelt und dann mit einem Clip verschließt, Feuchtigkeit besonders effektiv am Eindringen hindern. Auch die Packsäcke für die Harness-Systeme verschiedener Hersteller, oft Dry Bags genannt, punkten mit solchen Verschlüssen. Auf dem Packsack von Acepac Saddle Harness MKIII ist sogar aufgedruckt, wie oft man ihn umschlagen sollte - und in welche Richtung. Kleine Details, die das Bikepacker-Leben erleichtern.

Details, die den Unterschied machen

Zu diesen Details zählen auch Kompressionsventile, die es unter anderem an Topeaks Dry Bag oder Ortliebs Handlebar-Pack gibt. Sie ermöglichen es noch einfacher, Luft aus dem Inneren entweichen zu lassen. So packt es sich kompakter und effizienter. Soll etwa ein Schlafsack untergebracht werden, klappt das deutlich besser als beim händischen Auspressen der Luft.

Zu den wichtigsten Details an Bikepacking-Taschen zählen die Riemen/Schnallen zur Montage am Rad samt Rahmenschutz. Und die Frage, wie die Taschen das Fahrverhalten beeinflussen. Dabei spielen natürlich auch Gewicht und Art der Ladung eine entscheidende Rolle.

Eine Rahmentasche, in der u. a. Powerbank, Arm- und Beinlinge, Riegel oder die leichte Windjacke Platz finden, beeinflusst das Handling kaum. (Klett-)Riemen, oft mit weichem Fleece versehen, halten die Taschen fest an Ort und Stelle und schonen idealerweise den Lack. Schade: Oft werden Kunststoffschnallen nicht extra abgedeckt, so können unschöne Scheuerstellen am Rahmen entstehen. Tipp: Rahmenschutzfolie verwenden, auch wenn sie nicht beiliegt.

In der Lenkertasche/-rolle (im Test mit acht bis 15 Liter Volumen) finden meist Zelt, Isomatte und etwa eine Jacke Platz. Beim Festzurren mit Riemen haben wir darauf geachtet, dass die Tasche gut festhält und sich nicht aufschaukeln oder gegen das Steuerrohr schlagen kann. Hervorragend gelang das mit den Produkten von Jack Wolfskin, Ortlieb, Acepack und Topeak. Wobei die Topeak Frontloader in puncto Riemenführung anfangs verwirren kann, dann aber mit sicherem Sitz überzeugte. Die Abstandshalter an den meisten Modellen sind aus Schaumstoff und verhindern eingeklemmte Züge zuverlässig.

Das einzige kleinere Modell im Test, die kompakte Evoc Handlebar Pack, wartet als Besonderheit mit einem Boa-Drehverschluss am Haltesystem auf. Obwohl die minimalistische Tasche damit verlässlich fest am Lenker sitzt, funktioniert das gleiche System bei der Satteltasche des Herstellers weniger gut - und verhindert Pendelbewegungen nicht immer verlässlich.

Beim Packen der Satteltasche sollten die schweren Sachen schon deshalb nah an der Sattelstütze liegen, um den Schwerpunkt zentral zu halten. Für größtmögliche Stabilität. Denn: Je größer die Satteltasche, desto eher neigt sie beim Fahren zum Pendeln. Riemen durch die Sattelstreben und Klettverschlüsse um die Stütze sind die gängigsten Befestigungsmethoden. Erfreulich: Die meisten Hersteller haben ihre Taschen so konstruiert, dass im Wiegetritt kaum Pendelbewegungen auftreten. Auch ein Abknicken der Tasche wird dank ausreichend steifer Konstruktionen meist wirksam unterbunden. Ein Stabilisator wie bei Topeak kann zusätzlich helfen.

Detaillierte Testberichte einzelner Modelle

Acepac

Aus Tschechien stammt die Marke Acepac, die ein vielseitiges Angebot an Bikepacking-Taschen im Portfolio hat. Wir haben unter anderem die Triangle Frame Bag M MKIII getestet. Das weiche Nylon Ripstop ist sehr flexibel, kann dadurch aber auch leichter ausbeulen. Der Zugriff durch den langen, laminierten zweigeteilten YKK-Reißverschluss mit großen, griffigen Zippern gefällt, ist jedoch nur von einer Seite möglich. Pfiffig: die Tasche kann bei Bedarf auch andersherum angebracht werden, sodass Links- oder Rechtshändern damit geholfen ist. Ein heller Innenraum und zwei großzügige, separate Netztaschen an der Seite entpuppen sich als praktisch. Die Klettriemen zur Befestigung lassen sich idealerweise unterschiedlich positionieren und bei Bedarf mit der Schere kürzen, sie sind jedoch sehr rau und können Scheuerstellen am Rahmen hinterlassen, wenn sich Staub und Dreck dort festsetzen. Das gilt ebenso für die kompletten Kontaktstellen am Oberrohr, wo die Nähte der Verstärkung der Tasche ebenfalls scheuern können. Wer sein Bike liebt, verwendet zusätzliche Lackschutzfolie. Prima: ein kräftiger Regenschauer kann der Tasche wenig anhaben.

Die Bar Roll MKIII Lenkertasche mit der 8 l-Drybag überzeugt bei der Anbringung. Die bekannten Abstandshalter aus Schaumstoff sind bei dem System bereits fest vernäht, die Fummelei, weil diese sonst gerne mal verrutschen, entfällt. Die darüber verlaufenden Riemen lassen sich leicht festzurren. Nicht schön: eine Polsterung für das Steuerrohr fehlt, Scheuerstellen sind leider vorprogrammiert. Der von zwei Seiten zu befüllende Bar Drybag muss im übrigen separat gekauft werden. Das einfache Handling erweist sich als praktikabel. Der Abstand zum Vorderrad ist groß, seitlich kann die Drybag, im Test mit 8 l Volumen, nah am Lenker kommen, wenn er nicht weit genug aufgerollt wurde und als etwas störend empfunden werden. Wichtig zu wissen: dabei kommt es natürlich auf die Breite und Konstruktion des Lenkers an!

Das Saddle Harness MKIII-System ist ein Holster mit verstärktem Boden gegen ein Abknicken, in dem der wasserdichte Packsack hineingeschoben wird. Auch dieser muss leider wieder dazugekauft werden. Die Klettriemen des Holsters zeigten sich sehr robust. Mitgedacht: ein extra Stück Stoff schützt Sattelrohr und Sattelgestänge vor den Plastik-Clips. Ein hintenherum, umlaufender Riemen wird wahlweise durch die zahlreichen Extra-Laschen am Packsack gezogen und am Holster befestigt, sicherer Sitz ist somit stets gewährleistet. Dazu kann praktischerweise an den Laschen auch ein Rücklicht angesteckt werden. Coole Idee: auf dem Packsack ist am offenen Ende zu lesen, in welche Richtung und wie oft man ihn einrollen soll, damit Wasser und Schmutz keine Chance hat. Nicht ganz vermeiden ließen sich im Test Pendelbewegungen. Um die weitestmöglich zu minimieren, muss sehr sorgfältig gepackt werden, was im Grunde für alle Satteltaschen gilt. Die Robustheit des Systems gefiel uns sehr gut, Regenwetter spielte keine Rolle.

Fazit Acepac:

Praktische Taschen aus dem Hause Acepac. Viele Details zeigten im Test, dass sich Gedanken zur Nutzerfreundlichkeit gemacht wurden. Die Verarbeitung ist sorgfältig. Einzig dort, wo es an den Lack ging, besteht noch Verbesserungspotenzial. Schade, dass die Drybags extra gekauft werden müssen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis geht in Ordnung.

Apidura

Apidura ist bei Bikepacking-Enthusiasten hoch im Kurs, doch an unserem Test mussten sie erst vorbei. Die Expedition Frame Pack fühlt sich nicht nur hochwertig an, das Material besteht auch aus einem dreilagigen Laminatstoff. Die Nähte sind sorgfältig verschweißt, Wasser hatte im Test keine Chance. Die Reißverschlüsse werden zusätzlich durch eine großzügige Lasche überdeckt. Auf der einen Seiten hat man Zugriff auf den in gelb gehaltenen Innenraum, sodass man nicht lange nach seinem Krimkrams suchen muss. Bis zur Hälfte der Tasche ist an der Innenwand ein weiteres Fach mit einem Reißverschluss angebracht. Clever: die Trennung selbst im Innenraum ist ebenfalls wasserdicht gehalten, sodass Ausweispapiere, die auf die andere Seite der Tasche hineinpassen, nicht durch nasse Beinlinge oder ähnlichem feucht werden können. Ein weiteres Detail: eine abgedeckte Kabelöffnung, um das Navi oder Smartphone an die Powerbank in der Tasche hängen zu können.

Die Apidura Expedition Handlebar Pack besteht aus einem Packsack, der sich von beiden Seiten durch Roll-Top-Verschlüsse öffnen oder schließen lässt. Der Zugriff auf den Inhalt, wie Zelt und Schlafsack fällt leicht und es ist immer noch Platz für eine Jacke oder anderen Dingen. Die Halterung ist mit zwei schmalen Riemen für den Lenker und einen für das Steuerrohr recht simpel, die blanken Plastikschnallen nicht für jeden Lenker oder Rahmen ideal, ein zusätzlicher Lackschutz wäre wünschenswert. Der Halt am Lenker überzeugt jedoch. Prima: ein Kordelzug, um die Regenjacke fix zu verstauen. Clever: drei feste Clips, mit denen sich eine zusätzliche Accessoire-Bag von Apidura befestigen lässt.

Die Expedition Saddle Pack wird mit klassischem, kräftigem Hypalon-Klettverschluss am Sattelrohr und zwei Riemen am Sattelgestell befestigt. Die Stelle, an der die Tasche am Sattelrohr anliegt, ist verstärkt. Prima: Pendelbewegungen lassen sich gut minimieren. Oberhalb der Tasche ist ein Kordelzug vorhanden. Innen gibt es am Vorderteil freundlich hellgelbes Fleece, der Roll-Top-Verschluss ist auch bei dieser Tasche easy zu bedienen. An eine Ansteckmöglichkeit für ein Rücklicht wurde ebenso gedacht wie an Reflex-Logos (wie bei den anderen Taschen). Die Satteltasche hat kein Kompressionsventil, aber dennoch gut verdeckte Luftablassventile zur besseren Komprimierung des Inhalts.

Fazit Apidura:

Top-Ausrüstung für das Bikepacking. Hochwertiges, wasserdichtes Laminatmaterial, versehen mit gut durchdachten, praktischen Details. Das Taschen-Set zeigte sich ohne nennenswerte Schwächen im Test. Der Preis entspricht aber auch der Oberklasse.

Deuter

Auch Rucksack-Profi Deuter mischt im Bikepacking-Game mit! Den Anfang macht hierbei die recht leichte, wasserdichte, aber von sich aus nicht formstabile Rahmentasche Cabezon FB 4 l. Sie ist dank großzügig bemessenem Reißverschluss flott und dann auch formfüllend von rechts aus beladen. Die Nähte der mit vier Liter Volumen eher kleinen Tasche sind innen sauber überklebt, das Material ist wie bei den Packsäcken aus der Cabezon-Linie innen weiß - so sucht man verstaute Kleinteile nicht unnötig im schwarzen Nichts. Wie bei den anderen kleinen Rahmentaschen findet hier idealerweise Powerbank, Riegel und Co. seinen Platz. Übrigens: Wem vier Liter Volumen zu klein ist, für den hat Deuter auch ein größeres Modell mit sechs Litern im Angebot.

An Lenker und Sattel fährt Deuter zweigleisig: Je ein Harness-System hält bombensicher per Klett am Bike und kann dort verbleiben, Gurtbänder mit Schnallen halten die entnehmbaren und innen weißen Packtaschen. Deuters Cabezon HB 14 hat 14 Liter Volumen, die Cabezon SB 16 sogar 16 Liter - das ist überaus stattlich, theoretisch passt hier der halbe Hausstand rein. Cool: Beide Taschen haben zum besseren Befüllen jeweils ein Ventil zum Komprimieren. Aber: perfekten Halt im Harness finden beide aber erst voll beladen - dann halten beide aber selbst auf ruppigstem Gelände sicher am Rad. Auch die Pendelneigung der Hecktasche war auf unseren Testfahrten angenehm gering. Im Alltag praktisch ist der Kordelzug, hier lässt sich pro Tasche Nützliches wie eine Regenjacke oder -hose griffbereit halten. Wenig überraschend waren die Packtaschen dank Rollverschluss im Regen-Test absolut wasserdicht, mit 599/568 g sind die Sets keine Leichtgewichte.

Fazit Deuter:

Auch Taschen-Multi Deuter hat eine prima Bikepacking-Lösung mit am Lenker und Heck wirklich stattlichem Packvolumen am Start. Die Verarbeitung ist typisch für die Gersthofener hervorragend, die Montage selbsterklärend und sicher. Kritik? Gibt's höchstens für das eher stattliche Gewicht, Leichtgewichte sind besonders Lenker...

Weitere getestete Marken und Sets

  • Acid Bikepacking-Set
  • Cyclite Bikepacking Set
  • Evoc Bikepacking Set
  • Ortlieb Bikepacking Set
  • Restrap Bikepacking Set
  • Revelate Bikepacking Set
  • Tailfin Bikepacking Set
  • Topeak Bikepacking Set

Die Qual der Wahl: Welches Set passt zu Ihnen?

Der Markt für Bikepacking-Taschen wächst kontinuierlich. Dabei zeigt sich: Nicht nur die Klassiker überzeugen, auch neue Anbieter bringen frische, innovative Ideen ein. Die von den Herstellern angebotenen Lösungen sind so vielfältig, dass wir uns bei der Testprodukt-Auswahl vorab auf einige wenige Punkte fokussiert haben. Alle Taschen - bis auf die ‚Load‘-Modelle von Canyon - können ohne bereits am Rahmen befindliche Schrauben oder Ösen montiert werden.

Den Schlafsack nach vorne oder hinten? Das Zeltgestänge ins Rahmendreieck? Das sollte man vor dem Kauf wissen. Welche Taschen passen an mein Rad? Das ist oftmals eine Frage für kleinere Fahrer mit eher kleinen Rahmen. Da kann eine Oberrohrtasche durchaus zu wuchtig sein oder den Zugang zu den Trinkflaschen versperren.

Der beste Tipp, den man angehenden Bikepackern geben kann: Einfach mal machen! - Thomas Terbeck, BikeX-Redakteur

Zusammenfassung der Testkriterien

Für die Gesamtnote der Taschen-Sets haben wir die Einzelnoten der Taschen unterschiedlich gewichtet. Dabei hat die Satteltasche aufgrund ihrer komplexen Konstruktion den größten Anteil mit 40 Prozent, gefolgt von der Rahmen- und der Lenkertasche mit je 25 Prozent und der Oberrohrtasche mit 10 Prozent. Die vier Produktkriterien Wasserdichtigkeit, Ausstattung/Verarbeitung, Montage/Halt sowie die Handhabung haben wir mit jeweils 25 Prozent gleich gewichtet.

Wasserdichtigkeit

Die Taschen-Sets wurden jeweils mit einem definierten Wasserstrahl zehn Minuten lang bewässert. Papiertaschentücher im Inneren dienten dabei als Feuchtigkeits-Indikator. Die Rollverschlüsse - Mindesteinschlag drei Umdrehungen - hielten alle dicht, bei Reißverschlüssen oder geklebten Nähten an Rahmen- und Oberrohrtaschen drang Wasser ein.

Ausstattung / Verarbeitung

Die meisten Taschen zeigten sich gut verarbeitet; kleine Mängel stellten wir an manchen Befestigungen der Lenkertaschen oder an Nahtstellen bei Oberrohr- und Rahmentaschen fest. Positiv bewertet wurden Ausstattungsdetails wie zusätzliche Riemen an Lenker- oder Satteltaschen, Kompressionsventile oder sinnvolle Befestigungsteile.

Montage / Halt

Bei der Erstmontage der Sets haben wir die Zeit gemessen vom Auspacken bis zum fertig bestückten Rad. Sehr schnell geht das beispielsweise bei Evoc, während die Adaptermontage für die Lenker- und Satteltasche von Tailfin Geschick und Geduld verlangt. Dafür überzeugt das Set mit dem besten Halt in jeder Fahrsituation und in jedem Gelände.

Handhabung

Bei manchen Herstellern braucht es mehr Übung als bei anderen, bis die Benutzung eingespielt ist. Ortliebs Rahmentasche mit Rollverschluss beispielsweise verfügt über ein gut zugängliches Ladefach, wird aber leicht bauchig und stört beim Treten an den Knien.

Die vielseitigen Einsatzbereiche von Fahrradtaschen

Ob auf dem Weg ins Büro oder an den Badesee - ein freier Rücken beim Fahrradfahren ist angenehm, vor allem zu sommerlichen Temperaturen. Aber wohin mit Laptop, Wasserflasche und all den Dingen, die man unterwegs braucht, wenn nicht in einen Rucksack? Low Rider am Vorderrad, Lenkertasche, Rahmentasche, Satteltasche und natürlich die Tasche fürs Hinterrad: allesamt fallen unter den recht dehnbaren Begriff »Fahrradtasche«.

Vor dem Kauf einer Fahrradtasche sollte man sich fragen, für welchen Einsatzzweck die Tasche gedacht ist. Viele Taschen fürs Rad haben keine weitere Unterteilung. Für den Alltag ist das unpraktisch - wer möchte schon beim Einkaufen jedesmal in den Tiefen der Tasche nach seinem Portemonnaie kramen?

Unsere Hybridmodelle sind Fahrradtaschen, die auch als Rucksack getragen werden können. Das ist für diejenigen interessant, die nicht nur Fahrrad fahren, sondern auch zu Fuß oder mit Bus und Bahn unterwegs sind, und ihre Tasche bequem transportieren möchten. Dabei bieten die Hersteller viele unterschiedliche Lösungen, wie aus der Gepäckträgertasche ein Rucksack wird.

Tipps zur Befestigung und Sicherheit

Befestigt werden die von uns getesteten Fahrradtaschen am Gepäckträger. Die meisten Taschen verfügen auf ihrer Rückseite über ein oder besser zwei Schienen. Die obere Schiene dient der Aufhängung, die untere Schiene sorgt dafür, dass die Tasche nicht zur Seite ausschlägt.

Fahrradtaschen lassen sich komfortabel befestigen, wenn Ihr Rad einen Seitenständer hat. So müssen Sie das Rad nicht zusätzlich festhalten oder es irgendwo anlehnen. Der Ständer ist in der Regel links, daher sollten Sie Ihre Fahrradtasche am besten auch auf der linken Seite befestigen, sonst kann Ihr Rad umkippen.

Transportiert werden darf, was gefällt? Nicht ganz. Das Rad und auch der Gepäckträger sollten das Gewicht ebenfalls aushalten. Normale Gepäckträger schaffen 25 Kilo, Gepäckträger für Reiseräder können hingegen mehr Gepäck aushalten.

Die Fahrradtasche sollte Ihnen natürlich gefallen und zu Ihren Bedürfnissen passen. Ein Regenschutz ist ganz wichtig! Ein Regenschauer kann Sie immer überraschen, daher sollte die Tasche wasserdicht sein oder ihr sollte eine Regenhülle beiliegen. Auch einen Griff zum Tragen sollten jede Fahrradtasche haben.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Eine weitere wichtige Frage lautet: Was wollen Sie transportieren? Für den Bürokram sollten Sie auf verschiedene Fächer im Hauptfach achten, ein gepolstertes Laptop-Fach ist hier Pflicht. Nutzen Sie die Tasche hauptsächlich für den Einkauf und die Radtour, sind unterteilte Fächer weniger wichtig. Doch was ist mit Schlüssel, Handy & Co.? Möchten Sie das auch in der Tasche verstauen oder tragen Sie diese Sachen lieber nah am Körper?

Damit die Tasche schließlich stabil sitzt und nicht vom Rad runterfällt, sobald Sie über Bordsteine, Schlaglöcher, Geröll oder Ähnliches fahren, sollte sich die Tasche unkompliziert und fest am Fahrrad befestigen lassen. Am besten sind zwei Klemmen am Gepäckträger, die sich horizontal anpassen lassen. Idealerweise ohne zusätzliches Werkzeug. Stabilität gibt ein weiterer Haken an den Streben des Gepäckträgers.

Empfehlungen und Fazit

Die Zahlen sind beeindruckend. Laut aktueller ADFC-Radreisenalayse haben 2022 4,6 Millionen Deutsche eine Radreise gemacht, 38 Millionen zumindest einen Tagesausflug mit dem Rad. Ganz ohne Gepäck geht das natürlich nicht. Und trotz des Hypes um Bikepacking sind Gepäckträgertaschen ein Klassiker und eine sichere Bank.

In diesem Punkt können alle Taschen überzeugen. Einem mehrstündigen Regen hielten alle Gepäckstücke stand, ebenso hatten wir auf den Testfahrten keine Probleme mit Wassereintritt. Auf extreme und praxisferne Belastungen, wie etwa mit einem Hochdruckreiniger, haben wir allerdings verzichtet.

Elementar für trockenes Gepäck und die klassische Schwachstelle ist der Verschluss der Taschen. Bis auf eine Ausnahme werden alle Test-Taschen per Rollverschluss verschlossen. Alle haben eine Verstärkung am Rand, die ein Einrollen erleichtert. Wichtig ist, dass der Rand dreimal umgeschlagen und dann fixiert wird. Nur dann entsteht ein Labyrinth, durch das das Wasser keinen Weg findet.

Vielmehr sollte in der Auswahl jeder etwas für seine Ansprüche an Größe, Befestigung, Einsatzzweck und Preisvorstellung finden.

Übersichtstabelle: Gepäckträgertaschen mit Klicksystem

Modell Gewicht Max. Zuladung Volumen Besonderheiten Preis (ca.)
Odin von Racktime 1.060 g N/A N/A Rezeptorstreifen, 2 Außentaschen, Trinkflaschenhalter N/A
Silkroad Plus Snap-it von Vaude 680 g 12 kg 9 + 7 Liter Erweiterungsbalg, reflektierende Elemente, Regenhülle N/A
KLICKfix Rackpack 2 Plus 0267RB 900 g 10 kg 12 bis 16 Liter Ausklappbare Seitentaschen, Netzfächer im Deckel N/A
KLICKfix Rackpack Light 0268RA 635 g N/A 8 Liter Leicht, preisgünstig N/A
KLICKfix Rackpack 1 0266RA 750 g N/A 10 Liter Anpassbares Volumen, Regenhülle N/A
Talis Plus von Racktime 920 g 10 kg N/A Vormontierter Snapit-Adapter, viele Taschen N/A
KLICKfix Alingo GT 750 g 10 kg N/A Faltbar, steifer Innenrahmen N/A
KLICKfix 2179224770 N/A N/A 8 Liter Kompakt, Innen- und Außentasche, Getränkehalter N/A
Heda von Racktime N/A 12 kg 24 Liter Doppeltasche, Hakenverschluss N/A

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