E-Bike Ratenkauf ohne Schufa: Erfahrungen und Möglichkeiten

E-Bikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit, sind aber in der Anschaffung teuer. Schnell und bequem von A nach B, vorbei an Staus und unabhängig von Bus und Bahn: E-Bikes versprechen Flexibilität und sind seit Jahren ein beliebtes, weil komfortables Fortbewegungsmittel in der Stadt und auf dem Land. Längst verkaufen Händler mehr Zweiräder mit Elektroantrieb als konventionelle Fahrräder. Kaufpreise von 3.000 Euro oder mehr sind dabei keine Seltenheit. Eine Stange Geld, die nicht jeder ohne Weiteres aufbringen kann.

Wer sich den Wunsch nach einem E-Bike dennoch erfüllen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, ein E-Bike zu finanzieren. Im Folgenden werden verschiedene Optionen beleuchtet, insbesondere im Hinblick auf die Finanzierung trotz eines Schufa-Eintrags.

Der Ratenkredit zur freien Verwendung

Auch, wenn es für einen Fahrradkauf erstmal nicht so naheliegend scheint: Ein E-Bike können Sie mit einem klassischen Ratenkredit finanzieren. Dabei leihen Sie sich bei einer Bank eine kleine Summe zur freien Verwendung und zahlen diese in monatlichen Raten zuzüglich Zinsen wieder zurück.

Mit einem Blitzkredit das E-Bike finanzieren

Besonders die sogenannten Blitz- oder Sofortkredite eignen sich, um ein E-Bike zu finanzieren. Zum einen, weil viele Banken unter diesem Begriff Darlehen mit kleinen Kreditsummen und günstigen Konditionen anbieten, zum anderen, weil Antrag und Abwicklung schnell und unkompliziert online erfolgen. Konkret bedeutet das, dass Sie Ihre Gehaltsnachweise digital zur Verfügung stellen - per Dokumenten-Upload oder virtuellem Schulterblick für die kreditgebende Bank in Ihr Gehaltskonto - und die Bonitätsprüfung sowie Kreditzusage innerhalb weniger Minuten geschieht. Sind sämtliche Unterlagen geprüft und der Kredit wird gewährt, ist das Geld oftmals innerhalb eines Tages auf Ihrem Konto.

E-Bike finanzieren: Per Rechner das beste Angebot finden

Ob Blitzkredit oder Darlehen mit normaler Laufzeit: Um Ihr E-Bike bestmöglich zu finanzieren, lohnt sich im ersten Schritt ein Kreditvergleich. Nutzen Sie zum Beispiel einen Kreditrechner: Tragen Sie Ihre benötigte Kreditsumme und die Laufzeit ein, wählen Sie als Verwendungszweck "Freie Verwendung" und erhalten Sie eine Liste mit unverbindlichen Angeboten von verschiedenen Banken.

Zentrales Vergleichskriterium ist der effektive Jahreszins, da hier ablesbar ist, wie viel Sie zusätzlich zur Kreditsumme an die Bank zurückzahlen müssen. Im Idealfall sind Soll- und Effektivzins identisch. Beim Vergleich ebenfalls interessant sind zum einen die Auszahlungsbedingungen - also ob es sich um den oben beschriebenen Blitzkredit oder einen Kredit mit längerer Frist für die Auszahlung handelt - und eventuelle Sonderkonditionen. Zu letzterem zählt beispielsweise die kostenfreie Möglichkeit, Sonderzahlungen zu leisten, so dass die E-Bike-Finanzierung schneller abgeschlossen ist. Oder ob eventuelle Zahlungspausen möglich sind oder eine Vorfälligkeitsentschädigung erhoben wird.

Haben Sie ein oder mehrere passende Angebote zum E-Bike finanzieren gefunden, können Sie im Rechner direkt über die Liste ein Kreditanfrage stellen - alle weiteren Schritte und benötigten Unterlagen werden Ihnen online angezeigt und erklärt.

Tipp für die Wahl der Laufzeit: Diese sollte auf jeden Fall nicht länger als die voraussichtliche Nutzungsdauer des zu finanzierenden Objektes sein. Da es sich bei einem E-Bike um eine eher günstige Investition handelt, sollte aber ohnehin eine Kreditlaufzeit von 12 bis 24 Monate ausreichen - auch wenn Sie das Rad natürlich deutlich länger nutzen werden.

Das E-Bike über einen Privatkredit finanzieren

Wollen Sie nicht den Weg über ein Bank gehen, ist der Privatkredit eine Finanzierungsalternative. Mittlerweile gibt es zahlreiche Online-Plattformen, über die sich Privatpersonen zumeist kleinere Beträge von anderen Privatpersonen leihen können. Die Plattformbetreiber stellen die Technik, also die Plattform und Zahlungsabwicklung, und gewährleisten eine gewisse Sicherheit für beide Seiten.

E-Bike finanzieren trotz Schufa-Eintrag

Beliebt ist diese Form von Privatkredit, weil die Beantragung oftmals einfacher und schneller geht als bei Bankkrediten. Der vielleicht wichtigste Unterschied ist außerdem, dass keine Schufa-Auskunft für die Bonitätsprüfung herangezogen wird. So ist es möglich ein E-Bike zu finanzieren trotz negativem Schufa-Score. Banken sind hingegen gesetzlich verpflichtet vor einer Kreditanfrage, auch wenn es sich um eine kleine Summe handelt, den Schufa-Score abzufragen. Ein schlechter Score führt oft zur sofortigen Ablehnung oder wird zumindest mit sehr hohen Zinsen abgesichert. Nachweise über Ihre finanzielle Situation müssen Sie allerdings auch bei einem Privatkredit erbringen und auch hier werden Zinsen fällig. Diese können, müssen aber nicht höher ausfallen als bei einem klassischen Bankkredit. Vergleichen lohnt sich auch hier.

E-Bike finanzieren mit 0 Prozent Zinsen beim Händler

Die dritte Möglichkeit das neue Zweirad zu bezahlen, ist der Weg über eine Ratenfinanzierung beim Händler. Grundsätzlich handelt es sich dabei ebenfalls um einen wie oben beschriebenen Ratenkredit bei einer Bank. Allerdings haben Sie keine freie Anbieterwahl, sondern schließen den Vertrag mit der vom Händler ausgewählten Bank ab. Die Konditionen dieses Kredites legt ebenfalls der Händler beziehungsweise die Bank fest. Ob und wie günstig diese sind, finden Sie am besten über einen genauen Vergleich verschiedener Händler- und frei verfügbarer Bankangebote heraus.

Manche Fahrradhändler gewähren Ihren Kunden die Ratenzahlung bis zu einer gewissen Laufzeit ohne weitere Zinsaufschläge - bei der sogenannten 0 %-Finanzierung ist das E-Bike finanzieren für 0 Prozent Zinsen möglich. Erst ab beispielsweise 13 Monaten Laufzeit werden Zinsen fällig. Eine solche Finanzierung ist allerdings meist nur Kunden mit exzellenter Bonität vorbehalten. Eine E-Bike-Finanzierung mit 0 Prozent Zinsen ist bei einem negativen Schufa-Score nicht möglich.

Andere lassen sich die Finanzierung von Anfang an zusätzlich bezahlen. In diesen Fällen kann ein Ratenkredit bei der Bank, je nach Zinssatz, der günstigere Weg sein. Auch bei den weiteren Kreditkonditionen sollten Sie genau hinschauen: (Kostenlose) Zahlungspausen oder die vorzeitige Ablösung der Finanzierung sind bei Händlerangeboten in der Regel nicht vorgesehen. Sind Ihnen diese Faktoren beim E-Bike finanzieren wichtig, ist der klassische Bankkredit zu bevorzugen.

Um nicht in Zug- beziehungsweise Entscheidungszwang zu geraten und im schlimmsten Fall die teurere Lösung wählen zu müssen, lohnt es, die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten bereits im Vorwege zu recherchieren.

Finanzierung über Girokonto meist sehr teuer

Fehlen nur einige hundert oder tausend Euro bis zum neuen E-Bike, greifen viele Menschen auch auf den Dispo des Girokontos zurück. Ein Vorteil ist, dass der Dispositionskredit, ist er einmal eingerichtet, nicht für jede Sonderausgabe extra beantragt werden muss. So ist dieser Weg oft vor allem für Personen verlockend, die beispielsweise wegen eines negativen Schufa-Eintrags keinen Kredit auf einem klassischen Weg bekommen.

Allerdings: Die Dispozinsen sind immer höher als die Zinsen für einen Raten- oder Privatkredit. Da es keinen festen Rückzahlungsplan gibt, sind die tatsächlichen Mehrkosten schwer vorab kalkulierbar und die Schulden- beziehungsweise Überziehungsfalle droht, sollten Sie sich nicht schnell um den Ausgleich des Dispos kümmern und diesen immer weiter ausreizen. Im schlimmsten Fall drohen noch teurere Überziehungszinsen und die Kündigung des Dispos- beziehungsweise Girokontos.

Wollen Sie dennoch Ihr Girokonto für die Finanzierung des E-Bikes nutzen, stellen sie sicher, dass der Dispo schnell wieder ausgeglichen ist. Oder sprechen Sie mit Ihrer Bank über einen Rahmenkredit. Dieser funktioniert ähnlich wie ein Dispo, ist aber vom Zinssatz her etwas günstiger.

Fragen und Antworten zur E-Bike-Finanzierung

Was kostet es ein E-Bike zu finanzieren?

Die Kosten der Finanzierung hängen maßgeblich von der Höhe der Zinsen und der Laufzeit ab. Je günstiger die monatlichen Zinsen und je kürzer die Laufzeit, desto günstiger die Finanzierung. Um verschiedene Angebote zu vergleichen, schauen Sie auf die Gesamtkosten der Finanzierung: also wie viel Sie am Ende zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis des Fahrrades zahlen müssen.

Wie bezahle ich ein E-Bike?

Beim Händler vor Ort können Sie ein E-Bike über eine Finanzierung oder in Bar beziehungsweise mit EC- oder Kreditkarte bezahlen. Sofern Sie nicht über die notwendigen Rücklagen verfügen, erhalten Sie das für die Bar- und Kreditkartenzahlung notwendige Geld durch einen Kredit von der Bank oder einen Privatkredit. Beim Online-Kauf bieten Händler meist außerdem die Bezahlung per Vorkasse, SEPA-Lastschrift und über Bezahldienstleister wie Klarna, PayPal und Amazon Pay an.

Wie viel Geld muss ich für ein gutes E-Bike ausgeben?

Einsteigermodelle gibt es meist für 1.000 bis 2.000 Euro, höherwertige E-Bikes kosten jedoch eher ab 3.000 Euro aufwärts. Diese E-Bikes sind meist aus vergleichsweise leichtem Material gefertigt und haben einen leistungsstarken Akku mit hoher Reichweite. Auch die eingebauten Einzelkomponenten, wie Bremsen und Schaltung bestimmen den Preis.

Werden E-Bikes steuerlich gefördert?

Kaufen Sie ein E-Bike und nutzen es zu mindestens 10 Prozent dienstlich (zum Beispiel für den Arbeitsweg), können Sie den Kaufpreis bei der Steuer absetzen. Außerdem ist es möglich für den Arbeitsweg mit dem E-Bike die Pendlerpauschale in Anspruch zu nehmen.

Leasen Sie ein E-Bike über den Arbeitgeber, sinkt über die Gehaltsumwandlung Ihr Bruttolohn und damit auch die Steuerlast. Für die private Nutzung muss dann lediglich 0,25 Prozent des Originalpreises versteuert werden.

Wann kauft man am günstigsten ein E-Bike?

E-Bikes werden oftmals gegen Saison- beziehungsweise Jahres-Ende günstiger, da die Händler und Hersteller ihre Lager räumen und für das Sortiment im neuen Jahr vorbereiten. Bedenken Sie dabei, dass gerade beliebte Modelle aber ohnehin schnell ausverkauft sind und die verbleibenden E-Bikes eher Restbestände in ungewöhnlichen Größen oder Ausstattungen sein können. Auswertungen von Preisvergleichsportalen haben außerdem gezeigt, dass oftmals im Mai eine kleine Preissenkung bei E-Bikes zu verzeichnen ist.

Was muss ich beim Kauf eines E-Bike beachten?

Neben den klassischen Vergleichsmerkmalen bei Fahrrädern - wie Gangschaltung, Licht, Sattel und sonstige Ausstattung - kommt es bei Elektrofahrrädern vor allem auf den Motor in Verbindung mit dem Akku und die daraus resultierende Reichweite an. Vergleichen Sie dabei immer E-Bikes mit gleicher Motorleistung (in Watt angegeben) und Akkuleistung (angegeben entweder in Amperstunden oder Wattstunden).

Grundsätzlich dürfen E-Bike-Motoren nicht mehr als 250 Watt Leistung mitbringen - alles darüber hinaus fällt in die Kategorie S-Pedelec und benötigt ein amtliches Kennzeichen .

Ein weiteres wichtiges Vergleichskriterium ist das Gewicht: E-Bikes können schnell 25 bis 30 Kilogramm auf die Waage bringen.

Wie kann ich mein E-Bike versichern?

Klassische E-Bikes mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h können Sie über die Hausratversicherung absichern. In der Regel übernimmt die Versicherung den Schaden, wenn das Rad aus Abstellräumen, Kellern oder der Wohnung gestohlen wird. Um auch gegen Diebstahl auf beziehungsweise von der Straße geschützt zu sein, muss das extra vereinbart werden - die sogenannte Fahrradklausel wird nicht von allen Versicherern angeboten.

S-Pedelecs mit einer höheren Motorleistung und Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 45 km/h werden wie Mofas oder Mopeds versichert: über eine gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung. Eine zusätzliche Kaskoversicherung greift bei Diebstahl.

Welche Marke ist die beste bei E-Bikes?

Pauschal lässt sich nicht sagen, welche Marke bei E-Bikes die beste ist, da es zum einen große Unterschiede innerhalb der Preisklassen gibt und wie viel ein Kunde für ein E-Bike ausgeben möchte. Zum anderen gibt es auch innerhalb einer Marke empfehlenswerte und weniger empfehlenswerte Fahrräder. Bekannte und bei Kunden beliebte E-Bike-Marken sind KTM, Kettler, Pegasus, Kalkhoff, Cube, Giant, Scott, Fischer und Hercules.

Welches E-Bike hat die beste Unterstützung?

Für die beste Unterstützung beim Fahren ist der Motor des E-Bikes entscheidend. Modelle wie der Bosch Performance Line CX GEN4, Yamaha PW-ST und Shimano Steps EP8 haben einen maximalen Drehmoment von 70 - 85 Newtonmeter (Nm) bei der erlaubten maximalen Nenndauerleistung von 250 Watt. Marken, in denen diese Motoren verbaut sind, sind beispielsweise Cannondale, FOCUS, Haibike, Hercules und Winora.

Kann ich privat E-Bike-Leasing nutzen?

Ja, auch Privatpersonen können ein E-Bike leasen. Allerdings fallen die steuerlichen Vorteile, wie beim E-Bike-Leasing über den Arbeitgeber, weg. Sinnvoll ist das private Leasing, wenn Sie ein besonders teures E-Bike ausprobieren möchten.

Voraussetzungen für einen E-Bike-Kredit

Egal, für welche Finanzierungsmöglichkeit Sie sich entscheiden, die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss sind grundsätzlich identisch:

  • Volljährigkeit
  • Deutscher Wohnsitz
  • Deutsche Bankverbindung
  • Ausreichend gute Bonität

Der letzte Punkt wird von den verschiedenen Anbietern unterschiedlich streng ausgelegt. Deutsche Banken sind gesetzlich verpflichtet, die Bonität zu prüfen.

Beispielhafte Finanzierungsmodelle (easyCredit)

Die folgende Tabelle zeigt beispielhafte Finanzierungsmodelle für ein E-Bike im Wert von 2.449 Euro, basierend auf den Konditionen von easyCredit:

Laufzeit in Monaten 3 12 36 60
Zinsen* 46,58 € 153,46 € 450,59 € 767,66 €
Monatliche Rate 832,00 € 217,00 € 81,00 € 54,00 €
Letzte Rate 831,58 € 215,46 € 64,59 € 30,66 €
Gesamtbetrag 2495,58 € 2602,46 € 2899,59 € 3216,66 €

* Der effektive Jahreszins liegt bei 11,99%.

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