E-Bike Ritzel wechseln: Eine detaillierte Anleitung

Auch bei guter Pflege und regelmäßigem Tausch der Kette sind irgendwann die Ritzel der Kassette an Deinem Mountainbike verschlissen. Wenn Du spürst, dass trotz korrekter Einstellung die Schaltvorgänge sehr unsauber werden oder die Kette beim harten Antritt gar über die Ritzel springt, ist ein Tausch überfällig, damit Dein Antrieb wieder geschmeidig läuft. Vielleicht ist das ja auch der ideale Anlass, um ein neues Kettenblatt zu verbauen.

Um herauszufinden, welche Kassette Du brauchst, schau einfach in unseren Artikel zu Mountainbike-Gruppen und Freiläufen, denn dieser muss kompatibel zur Kassette sein. Grundsätzlich machst Du nichts falsch, wenn Du das gleiche Modell Deiner Kassette wieder verbaust. Wenn es das exakte Modell nicht mehr gibt, orientiere Dich an der Anzahl der Ritzel und der Spreizung - also der Zähnezahl auf dem kleinsten und dem größten Ritzel. Wenn Dein Schaltwerk die entsprechende Kapazität hat, kannst Du, falls erhältlich, auch eine größere Kassette für mehr Bandbreite montieren.

Es gibt verschiedene Freilaufstandards an Mountainbikes und E-Bikes, aber das Prinzip und die Vorgehensweise bei der Montage ist überall gleich. Deshalb kannst Du diese Anleitung sowohl für Bikes mit SRAM-XD-Freilauf als auch für Kassetten von Shimano nutzen. Wenn Du die Kassette tauschst, vergewissere Dich gleichzeitig, ob Deine Kette noch "gut" ist, oder ebenfalls verschlissen. Wenn Du unsicher bist, schau Dir unseren Blog-Beitrag dazu an.

Was wird für den Kassettenwechsel benötigt?

  • Eine neue passende Kassette
  • Kettenpeitsche
  • Kassettenabzieher oder Drehmomentschlüssel

1. Kassette am Fahrrad demontieren

Stellen Sie sich hinter das ausgebaute Laufrad und beugen Sie sich darüber. So haben Sie bei der Demontage des Ritzelpakets, die etwas Kraft erfordert, den besten Hebel. Legen Sie die Kettenpeitsche auf eines der größeren Ritzel. Der Hebel zeigt von Ihnen aus gesehen nach links. Setzen Sie dann den Zahnkranzabzieher in die Kassette ein und öffnen Sie den Verschlussring, indem Sie gegen den Uhrzeigersinn drücken und gleichzeitig mit der Kettenpeitsche gegenhalten.

Das Demontieren der Kassette erfordert neben den Werkzeugen Kettenpeitsche und Zahnkranzabzieher auch etwas Kraft.

2. Freilauf fetten

Nun können Sie mit einem Tuch den Freilauf gründlich säubern. Entfernen Sie Staub, Schmutz und alte Fettreste. Danach tragen Sie einen dünnen Film Montagepaste auf den Freilaufkörper auf. Das verhindert, dass sich die Kassette in den Freilauf einfrisst oder unter hohen Belastungen beim Treten knarzende Geräusche entstehen. Nun tragen Sie noch eine dünne Schicht Fett auf. Dazu können Sie Allzweck-Bike-Schmierfett benutzen. Shimano oder DT Swiss bieten auch Spezialfette für Naben an.

Damit sich Kassette und Freilauf nicht zu einem Teil verbinden: Freilauf gut schmieren.

3. Kassette am Fahrrad aufsetzen

Nun setzen Sie die Kassette am Fahrrad wieder auf. Achten Sie bei der Montage einzelner Ritzel (Shimano) auf die Reihenfolge. Durch die Verzahnung am Freilauf können Kassetten und Ritzel nur in einer Position aufgeschoben werden. Vergessen Sie bei Shimano-Kassetten nicht, die Distanzringe zwischen die einzelnen Ritzel zu legen. Die Steighilfen für die Kette müssen nach außen zeigen.

Kassette oder Ritzelpaket passen nur in einer Position auf den Freilauf.

4. Kassette festziehen

Sitzen wieder alle Ritzel auf dem Freilaufkörper und ist bei Shimano-Kassetten der Abschlussring aufgesteckt, schrauben Sie das Ritzelpaket wieder fest (mit 40 Nm). Wackeln Sie zunächst mit dem Zahnkranzabzieher leicht hin und her, bis die Kassette ganz auf die Verzahnung rutscht. Lässt sich die Kassette nur schwer festschrauben, prüfen Sie ihren Sitz nochmals, um Beschädigungen an der Kassette oder dem Freilauf zu verhindern.

Die Kassette muss ganz auf die Verzahnung rutschen. Dann geht das Festziehen mit dem Zahnkranzabzieher leicht.

5. Unterschiede zwischen Shimano- und Sram-Kassetten

Im Prinzip funktioniert der Wechsel von Shimano- und Sram-Kassetten fast gleich. Bei Sram sind die einzelnen Ritzel jedoch miteinander vernietet, oder die Kassette ist aus einem Block gefräst. Ein Abschlussring wird nicht benötigt, da das Gewinde ins Ritzelpaket integriert ist. Shimano bietet hingegen bei höherwertigen Gruppen Kassetten an, die sich zerlegen lassen. So muss nicht das gesamte Ritzelpaket getauscht werden, wenn Teile noch intakt sind.

Der Wechsel von Shimano- und Sram-Kassetten ist fast gleich. Sram-Kassetten sind einteilig, bei höherwertigen Shimano-Kassetten lassen sich Ritzel auch einzeln tauschen.

6. Tipp: Kettenpeitsche

Am effektivsten arbeitet die Kettenpeitsche, wenn Sie möglichst viele Zähne damit erfassen. Setzen Sie die Peitsche also auf einem der größeren Ritzel an. Achten Sie darauf, dass alle Kettenglieder sauber in die Zähne des Ritzels greifen.

Tipp zur Verwendung der Kettenpeitsche: Auf einem der großen Zahnräder ansetzen, damit möglichst alle Kettenglieder in die Zähne des Ritzels greifen.

Zusätzliche Informationen

Wann ist ein Kassettenwechsel notwendig?

Wenn die Kette durchrutscht oder es zu unsauberen Schaltvorgängen kommt, dann ist es Zeit für eine neue Kassette.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Zuerst setzt du den Kassettenabzieher an der Kassette und die Kettenpeitsche auf dem größten Ritzel an.
  2. Löse jetzt die Kassette mit dem Kassettenabzieher gegen den Uhrzeigersinn.
  3. Nehme den Verschlussring sowie die alte Kassette von dem Freilaufkörper herunter und setze die neue darauf.
  4. Bringe das kleinste Ritzel sowie den Verschlussring an.

Werkzeuge zum Montieren und Demontieren von Ritzeln

Um die Ritzel am Fahrrad zu wechseln, benötigst du ein Werkzeug, um die Ritzel zu blockieren. Dieses Werkzeug besteht aus:

  • Einer Kette, um das Ritzel richtig einzuschrauben.
  • Einem halbmondförmigen Schlüssel, um den Lockring (Kontermutter) festzuziehen.

Wenn das Ritzel nicht richtig angezogen ist, kann es sich während des Fahrens lösen, was Stürze verursachen oder sogar das Gewinde der Nabe beschädigen kann, sodass diese unbrauchbar wird. Beachte, dass die meisten Hersteller in solchen Fällen keine Garantie übernehmen, da dies auf eine unsachgemäße Installation des Produkts zurückzuführen ist.

So montiert und demontiert man ein starres Ritzel Schritt für Schritt

  1. Stellen Sie sicher, dass die Nabe kompatibel ist Überprüfe, ob die Hinterradnabe deines Fahrrads zwei Gewinde mit unterschiedlichen Durchmessern hat: Eines für das Ritzel. Ein weiteres für den Lockring oder Kontermutter.
  2. Demontieren des Ritzels Verwende das Ritzel-Lockring-Werkzeug, um den Lockring zu lösen, indem du ihn im Uhrzeigersinn drehst. Schraube anschließend das Ritzel gegen den Uhrzeigersinn ab.
  3. Verwende eine spezielle Bürste, um auch schwer zugängliche Stellen zu reinigen.
  4. Montage und Befestigung des Ritzels Montiere das Ritzel, indem du es im Uhrzeigersinn drehst. Danach bringe den Lockring an, drehe ihn gegen den Uhrzeigersinn und ziehe ihn mit dem Werkzeug fest.

Wie montiert und demontiert man ein Freilaufritzel?

Das Freilaufritzel ist viel einfacher zu montieren und zu demontieren als ein Fixed-Gear-Ritzel. Trotzdem gibt es einige wichtige Details, die du beachten solltest, um zukünftige Probleme zu vermeiden. Folge diesen Schritten:

  1. Überprüfe die richtige Seite Stelle zuerst sicher, dass du die richtige Seite der Hinterradnabe verwendest. Bei Flip/Flop-Naben wird das Freilaufritzel auf der Seite mit dem größeren Gewinde montiert. Diese Seite ist speziell für Freilaufritzel ausgelegt und leicht zu erkennen, da sie keine kleinere zweite Gewindeschicht wie die Fixed-Gear-Seite besitzt.
  2. Schraube das Freilaufritzel auf Setze das Freilaufritzel auf das größere Gewinde der Nabe. Drehe es im Uhrzeigersinn, bis es fest sitzt. Für diesen Vorgang sind keine speziellen Werkzeuge erforderlich, da sich das Freilaufritzel durch das Treten automatisch festzieht.
  3. Achte darauf, dass die Kerben nach außen zeigen Freilaufritzel haben äußere Kerben oder Einkerbungen. Diese Kerben sind notwendig, um das Ritzel später mit einem Abziehwerkzeug zu demontieren. Achte daher darauf, dass die Kerben beim Montieren immer nach außen zeigen.
  4. Fixiere das Freilaufritzel durch Treten Sobald es aufgeschraubt ist, wird es durch das normale Treten vollständig fixiert. Trete einige Minuten vorwärts, um sicherzustellen, dass es perfekt sitzt. In diesem Fall sind keine zusätzlichen Werkzeuge erforderlich, da ein Freilaufritzel anders funktioniert als ein Fixed-Gear-Ritzel.
  5. Endkontrolle Teste das Freilaufritzel, indem du das Hinterrad drehst. Es sollte sich frei drehen, wenn du aufhörst zu treten, ohne ungewöhnliche Geräusche zu machen. Wenn du Widerstand oder Spiel bemerkst, überprüfe das Gewinde und stelle sicher, dass es korrekt aufgeschraubt ist.

Und wie montieren wir Ritzel bei einer Flip/Flop-Nabe?

Die Flip/Flop-Nabe ist eines der vielseitigsten Bauteile für Fixie-Fahrräder, da sie zwei Arten von Ritzeln ermöglicht:

  • Ein Fixed-Gear-Ritzel auf der einen Seite.
  • Ein Freilaufritzel auf der anderen Seite.

Das bedeutet, dass du schnell zwischen einem Fixie-Modus (Fixed-Gear) und einem Freilauf-Modus (Freilaufritzel) wechseln kannst, indem du einfach das Rad drehst.

  1. Identifiziere die Gewinde der Nabe An der Flip/Flop-Nabe findest du zwei unterschiedliche Seiten:
    • Seite für das Fixed-Gear-Ritzel: Sie hat zwei Gewinde. Das innere, größere ist für das Fixed-Gear-Ritzel. Das äußere, kleinere ist für den Lockring, der das Fixed-Gear-Ritzel sichert.
    • Seite für das Freilaufritzel: Diese hat nur ein Gewinde, das breiter ist und direkt für das Freilaufritzel gedacht ist.
  2. Ein Fixed-Gear-Ritzel auf der Flip/Flop-Nabe montieren Auf der für das Fixed-Gear-Ritzel vorgesehenen Seite:
    • Schraube das Fixed-Gear-Ritzel auf das größere Gewinde, indem du es im Uhrzeigersinn drehst.
    • Danach setze den Lockring auf das kleinere Gewinde und ziehe ihn gegen den Uhrzeigersinn fest.
    • Benutze das Ritzel-Lockring-Werkzeug, um sicherzustellen, dass sowohl das Ritzel als auch der Lockring vollständig festgezogen sind.
  3. Ein Freilaufritzel auf der Flip/Flop-Nabe montieren Auf der Seite für das Freilaufritzel:
    • Schraube das Freilaufritzel auf das breitere Gewinde, indem du es im Uhrzeigersinn drehst.
    • Ein Lockring ist nicht erforderlich, da sich das Ritzel durch das Treten automatisch festzieht.

Wichtiger Hinweis: Wenn du häufig zwischen Fixed-Gear- und Freilaufritzel wechselst, denke daran, die Gewinde regelmäßig zu reinigen und etwas Fett aufzutragen, um Schäden an der Nabe zu vermeiden.

Wie entfernt man Rost von Ritzeln?

Ein weiteres häufiges Problem beim Wechseln des Ritzels am Fahrrad ist die Entfernung von Rost. Je nach Grad der Korrosion kannst du folgende Methoden ausprobieren:

  • Backpulver und Zitrone: Mische beides, trage es auf, lasse es 10 Minuten einwirken und schrubbe es mit einer Bürste ab.
  • Weißer Essig: Weiche das Ritzel 20-30 Minuten ein und reinige es anschließend mit einer Drahtbürste.
  • Rostschutzprodukte: Verwende speziell für Fahrräder entwickelte Produkte und befolge die Anweisungen des Herstellers.

Veränderungen durch Ritzel-Tausch

Mit dem Austausch der Übersetzung eines Rades verändert man dessen Charakter maßgeblich. Ein Rad, mit dem man vorher selbst im kleinsten Gang kaum einen Hügel hinaufkam, lässt sich nach dem Kettenblatt- und/oder Ritzel-Austausch mit viel weniger Kraft hinauftreten. Man ist eben etwas langsamer unterwegs, dafür lässt sich die Trittfrequenz über dem fahrbaren Limit halten.

Nachteil: Da die Änderung gerade bei Nabenschaltungsrädern alle Gänge betrifft, sind auch die für hohes Tempo herabgestuft. Bergab kann das dazu führen, dass man selbst im größten Gang kaum noch Widerstand am Pedal hat. Bei Kettenschaltungen kann man meistens auch einzelne Ritzel entfernen und ersetzen.

Gründe für einen Kettenblatt- oder Ritzel-Tausch

Das Demontieren und Austauschen von Kettenblättern und Ritzeln kann nicht nur bei unpassenden Übersetzungen nötig werden. Weitaus gängiger ist der Tausch eins zu eins aufgrund von Verschleiß oder auch mal Korrosion.

Wie im Artikel zum Ketten-Verschleiß angesprochen, kann ein schlecht gewarteter Antrieb am Rad gut ein Fünftel der Tretkraft auffressen, rostige und durch Sand stark aufgeraute Teile sogar deutlich mehr.

Die Kosten für ein Ersatzteil wie ein einzelnes Ritzel liegen mit durchschnittlich 12 Euro so niedrig, dass man hier auch nicht zu lange mit dem Ritzel-Tausch warten sollte. Wie bei den breiten Ketten an Rädern mit nur einem Zahnrad hinten sind solche rau laufenden Oberflächen eher Grund zum Tausch als der tatsächliche Verschleiß der Zähne.

Ob Ritzel verschlissen sind, sieht man den einzelnen Zähnen an oder spürt es durch eine nicht mehr sauber einzustellende Schaltung oder sogenannten Kettenschlupf, wenn sich beim starken Treten die Kette trotz ausreichender Spannung über die Zähne hinweg hebt und man kurzzeitig ins Leere zu treten glaubt.

Nutzer von Riemenantrieben haben solche Probleme nicht oder erst nach langer Zeit. Die beiden "Antriebsscheiben" genannten Pendants zu den Zahnrädern verschleißen sehr viel langsamer, weil sie deutlich härter sind als die Oberfläche des Riemens und zudem im Allgemeinen aus rostfreiem Material bestehen.

Abnutzung sichtbar: Zeit zu tauschen

Dass ein Ritzel-Tausch sinnvoll ist, erkennt man daran, dass sich die Zähne von ihrer Form her einer Haiflosse annähern. Ab Werk sind die vorderen und hinteren Profile solch eines Zahns symmetrisch. Das heißt, die in Fahrtrichtung hintere Form, gegen die die Kette zieht, ist identisch mit der vorderen.

Durch die immensen Zugkräfte sowie Reibung und Schmutz fräsen sich die Achsen der Kette - übertrieben gesagt - in den Zahn hinein. Die Form auf dieser Seite verändert sich von konvex zu konkav. Spätestens wenn das mit bloßem Auge deutlich zu erkennen ist, sollte man das Ritzel oder ganze Kassetten tauschen.

Interessanter Fun Fact: Obwohl die Kettenblätter vorne an der Kurbel statistisch auf gleicher Strecke mehr Umläufe mitmachen als die Ritzel einer 11-fach-Kettenschaltung zum Beispiel, verschleißen sie langsamer. Das liegt sowohl an der Verteilung der Zugkraft auf mehr Zähne und damit weniger Reibung pro Zahn als auch an dem geraderen Lauf der Kette. Die zieht im Vergleich dazu besonders an den äußeren Ritzeln deutlich schräger und sorgt so für mehr Abrieb.

Wenn parallel zum Zahnrad die Kette nicht mit getauscht wurde, kann der Antrieb auf den ersten Kilometern etwas rau laufen, da sich die Teile aufeinander einspielen müssen. Hier hilft eine Extraportion Schmiermittel, das zumindest für Technikfans fast schmerzhafte Laufgeräusch deutlich abzumildern.

Anleitung zum Ritzel-Tausch

Ritzel-Tausch bei Nabenschaltungen, Getriebebikes oder Single-Speed-Antrieben: Ist hinten nur ein Zahnrad verbaut, ist es mit einem Gewinde auf die Nabe aufgeschraubt wie eine Überwurfmutter. Damit diese sich beim Rückwärtstreten nicht versehentlich von der Nabe runterschraubt, befindet sich meistens ein Konterring davor, den man erst lösen muss.

Achtung: Sein Gewinde ist genau andersrum als das des Ritzels! Eselsbrücke: Das Zahnrad zieht sich ja durchs Treten selbst fest, wird also gegen die Drehrichtung der Räder gelöst, beim Konterring mit der Drehrichtung. Mit einem solchen "Abzieher für Konterringe" geht das sehr sicher, Experimente mit Hammer und Schraubenziehern hinterlassen meist Kerben an Ring und Fingern.

Ohne den Konterring kann man das Ritzel gegen die Drehrichtung der Räder abschrauben. Da das aber aufgrund des Zugs der Kette über Tausende von Tritten sehr fest sitzen kann, braucht man hier definitiv gutes Werkzeug. Eine Zange wie diese "CP-1.2" von Parktool greift die Zähne fest, ohne sie zu beschädigen wie Rohrzange und Co. (nicht verwenden!). Gleichzeitig hat sie ausreichend Hebelwirkung, um auch widerspenstige Gewinde zu lösen. Günstiger, aber fummeliger sind sogenannte Kettenpeitschen.

Bei der Montage des neuen Ritzels genau umgekehrt verfahren, dabei den Steg bzw. die Verbreiterung um das Gewinde zur Nabenseite ausrichten. Tipp: Gewinde leicht fetten. Das Ritzel muss nicht besonders festgezogen werden, das macht schon die Kette beim Fahren. Den Konterring kann man nach 20 Kilometern mal nachziehen.

Kettenschaltungen setzen heutzutage auf sogenannte "Kassetten": Die Ritzel sind nicht einzeln auf die Nabe aufgeschoben, sondern als Block oder als Block mit mehreren einzelnen Zahnrädern. Man kann z. B. das kleinste Zahnrad entnehmen und dafür ein großes auf der Nabenseite hinzufügen, um bergtauglicher zu werden. Gelöst wird die Kassette bzw. deren Abschlussring mit einem Steckschlüssel, als Nuss für eine Ratsche sind sie deutlich günstiger.

Geöffnet wird der Abschlussring wieder gegen die Drehrichtung des Hinterrades. Da Kettenschaltungen aber über einen Freilauf verfügen, würde sich statt des Rings die komplette Kassette drehen, weshalb man mit einem Tool wie Zange oder Kettenpeitsche gegenhalten muss. Zum Befestigen ist Gegenhalten nicht nötig.

Achtung: Besitzt das Rad eine Campagnolo-Schaltgruppe, kann ein anders geformtes Tool für den Lockring nötig sein.

Um die Kassette abzunehmen, kann etwas Kraft nötig sein. Das Profil (rot), auf dem sie saß, ist oft aus Alu, und die Zahnräder fressen sich minimal ins Material hinein. Es gibt Naben für Campagnolo-kompatible Kassetten und solche für alle anderen Marken, außerdem muss die Ritzelanzahl gleich sein, also z. B. 11-fach.

Achtung: Die neue Kassetten/Ritzel passen nur in einer Position auf die Nabe. Danach den Lockring mit nur wenig Kraft anziehen, fertig.

5 Tipps zum Kauf der richtigen Ersatzteile bei Ritzen und Kettenblatt

Wer selbst für neue Zähne - sprich für neue Ritzel und Kettenblätter - an seinem Rad sorgt, muss vor allem darauf achten, das richtige Ersatzteil zu besorgen, während das eigentliche Schrauben tatsächlich kinderleicht ist. Folgende Tipps helfen, sich nicht zu "verkaufen".

  • Auch ein Zahnrad an der Kurbel, Kettenblatt genannt, kann verschleißen, obwohl das sehr lange dauert. Befestigt ist es nur mit Inbusschrauben, getauscht wird es eins zu eins. Wichtig: Die vier oder fünf "Arme" der Kurbel ergeben einen Lochkreis, zu dem der des Kettenblatts passen muss. Er ist meist hinter der Abkürzung BCD ins Blatt geprägt und beträgt 130, 110 oder 74 mm. Das neue Blatt muss dem entsprechen.
  • Wer die Kassette tauscht und ein größeres "größtes Ritzel" montieren will, sollte die Kapazität seines Schaltwerks kennen. Je länger dessen Spannarm ist desto mehr Unterschied zwischen größtem und kleinstem kann es bewältigen; zwei oder drei Zähne mehr sind aber meist kein Problem.
  • Thema Qualität: Alle Hersteller bieten Ritzel und Kassetten zu sehr unterschiedlichen Preisen an. Für Vielfahrer lohnt sich hier die zweithöchste oder höchste Qualitätsstufe da sie deutlich langsamer verschleißen. Gelegenheitsfahrer sind mit der Mittelklasse gut beraten; eine 11-fach-Kassette z. B. für rund 50 Euro. Billigprodukte machen hier nur unnötig früh wieder Arbeit.
  • Die Gewinde von Schraubritzeln bei Nabenschaltungen sind zwar genormt; es gibt jedoch einen Typus (Typ), der deutlich kleiner ist (BMX-Räder). Bitte auf die Bezeichnung Single Speed oder "für Nabenschaltungen" achten. Tipp: rostfreies Ritzel kaufen.
  • Andere Ritzeldurchmesser bedürfen anderer Kettenlängen.

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