E-Bike Sattel wechseln: Eine detaillierte Anleitung

Der Sattel ist ein sehr wichtiger Teil deines Fahrrads. Er sorgt dafür, dass du bequem auf deinem Rennrad, Mountainbike oder Gravelbike sitzt. Ein Sattel, der nicht zu dir passt, kann dir beim Fahren allerlei Unannehmlichkeiten bereiten.

Oft sind körperliche Beschwerden auf einen falschen Sattel zurückzuführen. Ein neuer Fahrradsattel kann körperliche Beschwerden wie Sattelschmerzen im Handumdrehen verschwinden lassen. In diesem Fall solltest du dir einen Sattel suchen, der wirklich zu dir passt. Anschließend musst du deinen neuen Sattel nur noch montieren.

Da jeder Mensch anders gebaut ist, passt nicht jeder Sattel zu jedem. Manche bevorzugen einen breiten Sattel, andere einen Sattel mit einer Aussparung oder einen Sattel mit einer Erhöhung. Natürlich kann es sein, dass du seit Jahren einen Sattel fährst, der perfekt zu dir passt und dass du keine körperlichen Beschwerden hast. In diesem Fall solltest du deinen Sattel trotzdem im Laufe der Zeit austauschen. Nach einigen Jahren kann dein Sattel durchhängen und dir nicht mehr die gewohnte Unterstützung bieten.

Vorbereitung und Werkzeuge

Wenn du deinen Fahrradsattel austauschen möchtest, schaue dir die Position der Sattelklemme genau an. Diese kann mit einem Inbusschlüssel an verschiedenen Stellen verstellt werden. Das ist von Sattelstütze zu Sattelstütze unterschiedlich. Möglicherweise hat die Klemme nur auf einer Seite des Sattels Schrauben. In manchen Fällen hat sie auf beiden Seiten Schrauben.

Beim Kauf eines neuen Fahrradsattels sollte man auch auf das Sattelgestell achten. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn du dich für einen Sattel mit einer Sattelgestell aus Carbon entscheidest, gibt es zwei Möglichkeiten: 7 x 9 mm oder 7 x 10 mm. Überprüfe die Spezifikationen, um zu sehen, ob deine Sattelstütze für das Gestell geeignet ist oder ob du einen Sattelgestelladapter benötigst. Es kann auch sein, dass deine Sattelstütze nicht für ein Carbon-Sattelgestell geeignet ist und nicht angepasst werden kann.

Wenn du einen Sattel gefunden hast, der dir besser passt als dein jetziger, ist es Zeit, ihn zu montieren. Du kannst deinen Sattel ganz einfach selbst austauschen. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung werden wir einen Sattel montieren, bei dem sich die Befestigungspunkte auf beiden Seiten des Sattelgestells befinden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Sattelwechsel

In nachfolgender Beschreibung erklären wir Ihnen ganz einfach und Schritt für Schritt, wie Sie einen XLC Sattel auf Ihrem Fahrrad selber montieren und welche Werkzeuge o.ä. Der XLC Fahrradsattel ist direkt mit der Sattelstütze des Bikes verbunden. Die Sattelstütze sitzt auf dem Sattelrohr des Fahrradrahmens. Es gibt für Citybikes, MTB, Trekkingräder und auch Rennräder zwei Ausführungen einer Patent-Sattelstütze. Diese unterscheiden sich darin, dass die Klemmung entweder mit einem oder mit zwei Schrauben fixiert wird.

  1. Alten Sattel entfernen: Zuerst lösen Sie mit einem Innensechskantschlüssel (Größe 4 oder 5) die Schrauben - jedoch nur soweit, dass Sie den alten Sattel einfach aus der Klemmung heraus ziehen können. Manchmal muss die obere Halbschale der Klemmung gelöst werden, aber das ist nicht generell notwendig. Also einfach mal ausprobieren, wie gut Sie hier durchkommen, wenn Sie die obere Schale soweit rausdrehen, dass Sie sie um 90 Grad drehen können.
  2. Neuen Sattel montieren: Den neuen Fahrradsattel mit den Stegen des Gestells in die obere und untere Halbschale der Klemmung einführen - so wie es beim alten Sattel vorher war.
  3. Sattel ausrichten: Damit der Fahrradsattel nicht ausversehen eine Neigung ausweist, legen Sie am besten die Wasserwaage auf den Sattel und richten ihn genau aus, so dass er dann mittig steht. Die meisten Radler kommen mit einem gerade ausgerichteten Sattel hervorragend aus, manch einer bevorzugt jedoch eine leichte Neigung nach vorn oder nach hinten.
  4. Sattelneigung anpassen (optional): Wenn Sie an einem Mountainbike den Sattel wechseln, sollte der Fahrradsattel mit der Spitze etwas nach vorne geneigt werden, da das Hinterrad des MTB stark einfedert, wenn man sich draufsetzt. So ist alles wieder gerade, wenn der Biker drauf sitzt und passt somit.
  5. Schrauben festziehen: Jetzt kann/können die Schraube/n festgezogen werden (bitte nicht überdrehen!). Bei den Patent-Sattelstützen mit zwei Schrauben beide entsprechend immer gleichmäßig nachdrehen bis sie fest sind. Wenn Sie das nicht gleichmäßig machen, verkantet sich sonst die Klemmung.
  6. Feinjustierung: Beide Schrauben werden mit dem Innensechskantschlüssel nach und nach - immer im Wechsel - wieder hineingedreht. Unbedingt darauf achten, dass beide Schrauben gleichmäßig im Wechsel angezogen werden, damit der Sattel von XLC schlussendlich auch in Waage steht.
  7. Neigung korrigieren: Wenn der Sattel zu weit nach vorne neigt, die vordere Schraube stärker als die hintere anziehen. Wenn der Sattel zu weit nach hinten neigt, ist das Gegenteil nötig. Mit einer Wasserwaage können Sie die richtige Neigung (in Waage) kontrollieren und ggf. korrigieren.
  8. Endgültiges Festziehen: Wenn der XLC-Fahrradsattel optimal eingestellt ist, ziehen Sie schließlich beide Schrauben (wie gehabt im Wechsel) nach und nach richtig fest.
  9. Testfahrt: Bei einer kleinen Testfahrt überprüfen Sie anschließend den richtigen und auch festen Sitz des XLC Fahrradsattels an Ihrem Bike. Nach einer Testfahrt zum Abschluss prüfen Sie, ob der Fahrradsattel von XLC auch wirklich fest sitzt und nicht wackelt bzw. verrutscht ist.

Vergewissere dich nach dem Anziehen der Schrauben, dass dein neuer Fahrradsattel richtig eingestellt ist.

Weitere Tipps für mehr Komfort

Was nicht passt, lässt sich oft nachträglich noch korrigieren E-Bikes oder generell Fahrräder zu kaufen, ist aktuell so kompliziert wie nie. Viele Händler haben längst nicht mehr alle Modelle in allen Größen vorrätig und können die auch nicht beschaffen. Probefahren oder auch nur Probesitzen auf dem Wunschrad ist also oft unmöglich. Entsprechend bestellen viele ihre Räder dann online oder kaufen, was gerade verfügbar ist. Und verkaufen die Gefährte dann oft schnell wieder weiter, weil einfach der Komfort oder die Sitzposition nicht passt.

Geht es dabei vor allem um mehr Komfort, helfen diese Tipps weiter die sich vom E-Bike auch auf andere Räder übertragen lassen. Stimmt das Verhältnis zwischen Sitz- und Lenkerhöhe nicht, lässt sich das durchaus korrigieren. Dazu gibt es mehrere Optionen.

Die Bedeutung bequemer Lenkergriffe und eines gemütlich Sattels wird gerne unterschätzt. Dabei sind sie für das Wohlbefinden auf dem E-Bike von entscheidender Bedeutung. Denn die Verbindung von Mensch und Fahrrad findet lediglich an drei Punkten statt: Am Sattel, an den Pedalen und am Lenker - über dessen Griffe ein Großteil des Oberkörpergewichts abgestützt wird.

Ein nicht optimaler Lenkergriff, schlimmstenfalls noch mit einer falschen Griffhaltung kombiniert, führt schnell zu einer ungesunden Sitzhaltung auf dem E-Bike. In der Folge schmerzen nicht nur die Hände, sondern auch die Arme, die Schultern und der Nacken. Die gesunde Beschäftigung Fahrradfahren verkehrt sich damit ins Gegenteil.

Wenn der erste Ausflug mit dem neuen E-Bike schon nach kurzer Zeit mit starken Schmerzen im Gesäß endet, ist oft der falsche Sattel daran schuld. Denn der kann bei einem vorkonfigurierten Pedelec immer nur ein Kompromiss sein. Selbst wenn Rahmengröße, Sitzhöhe und Abstand zu Lenker und Pedalen des E-Bikes optimal auf die Größe der Käuferin oder des Käufers abgestimmt sind, bleiben anatomische Unterschiede bestehen.

Wer Wert auf ein besonders leichtes und deshalb in der Regel ungefedertes E-Bike legt, kann mit gefederten Sätteln oder Sattelstützen den Fahrkomfort erhöhen. Das Mehrgewicht eines gefederten gegenüber eines ungefederten Sattels ist minimal im Vergleich zum Unterschied zwischen gefederten und ungefederten E-Bikes.

Für ambitionierte E-Mountainbiker gibt es neuerdings spezielle Sättel mit einer kleinen Erhöhung am hinteren Ende des Sattels. Sie verhindert, dass der Fahrer auf extrem steilen Passagen bergauf - die er ohne Motorunterstützung möglicherweise gar nicht in Angriff genommen hätte - nach hinten vom Sattel abrutscht.

Einfach nur einen Sattel online zu bestellen, ohne ihn vorher ausprobiert zu haben, erscheint demgegenüber wenig sinnvoll. Zu den führenden Herstellern von Fahrradsätteln zählen unter anderem die Marken „Selle Royal“, „SQlab“, „Ergon“ und „Brooks“.

Zusätzliche Informationen

Hier sind einige zusätzliche Punkte, die beim Sattelwechsel und der Anpassung zu berücksichtigen sind:

  • Sattelstützentypen: Die Patentsattelstütze ist die am meisten genutzte Sattelstütze. Die Halterung für den Fahrradsattel ist fest mit der Stütze verbunden.
  • Sattelkloben: Die Klemmung mittels Sattelkloben ist nur bei der Verwendung von Sattelkerzen möglich. Bei dieser Art der Befestigung ist die Sattelstütze (Sattelkerze) am oberen Ende verjüngt. Der Sattelkloben wird aufgesteckt und bei der Montage und dem festziehen des Sattels wird der Sattelkloben automatisch mit der Sattelkerze geklemmt.
  • Montagefett: Nun zerlegen die Klemmung und trage auf die einzelnen Teile Montagefett auf. Das Fetten der Teile sorgt dafür das die Sattelneigung und Position leicht zu verstellen ist. Achtung: Bei Carbonrahmen oder Carbonsattelstützen darf kein normales Fett verwendet werden. Die Inhaltsstoffe im Fett können die Carbonstruktur angreifen und schädigen.
  • Drehmomentschlüssel: Am besten mit einem Drehmomentschlüssel damit der Fahrradrahmen oder die Stütze keinen Schaden nimmt. Wenn die Einstellung passt muss die Klemmschraube mit dem Drehmomentschlüssel angezogen werden. Der Wert der am Drehmomentschlüssel eingestellt werden muss ist meist an der Sattelstützklemmung angebracht, oder er steht in der Bedienungsanleitung.

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