Viele Fahrradfahrer schalten unbewusst richtig, aber viele machen es falsch, ohne es zu merken. Dabei ist es sehr wichtig zu wissen, wie man an einem E-Bike die Gänge richtig wechselt.
Wer an seinem E-Bike richtig und mit Bedacht schaltet, schützt das Material und kann sich noch dazu über eine höhere Akku-Reichweite freuen.
Warum richtiges Schalten wichtig ist
Das richtige Schalten hat auch beim E-Bike enorme Relevanz: Der Akku geht nicht so schnell leer und Ihre Reichweite vergrößert sich - und damit auch Ihr Fahrspaß. Vor allem sinkt durch richtiges Schalten aber auch der Verschleiß enorm.
Fahren Sie immer nur auf ein oder zwei Ritzeln, ist die Kette einfach dauerhaft unter Belastung im Turbomodus. So nutzen sich die einzelnen Zahnkränze sehr schnell ab. Natürlich lässt sich das aber ganz leicht verhindern.
Wenn Sie schalten und alle verfügbaren Gänge und damit alle Zahnkränze nutzen und an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen, ist der Verschleiß viel geringer und verteilt sich besser. Dazu gehört auch, vorausschauend zu fahren.
Wie man richtig schaltet
Damit der Gangwechsel leise und entspannt erfolgt, ist es wichtig, dass der Schaltvorgang dann absolviert wird, wenn beim Radfahren in dem Moment keine übermäßige Kraft auf das Hinterrad übertragen wird.
Es ist sehr wichtig, dass der Schaltvorgang genau dann eingeleitet wird und schließlich stattfindet, wenn gerade keine Kraft auf das Hinterrad des Pedelecs übertragen wird.
Wie oben bereits geschrieben, sollte es unbedingt vermieden werden, unter voller Belastung den Gang zu wechseln. Wenn Sie fälschlicherweise bei voller Motorunterstützung die Gangschaltung betätigen, unterliegen Kassette, Ritzel und Kette einer extrem hohen Belastung.
Dann ist ein lauter Schaltvorgang wahrzunehmen; noch dazu wird der Verschleiß unnötig erhöht. Es kann durchaus passieren, dass die Zähne am Kettenblatt oder am Ritzel abbrechen oder sich verbiegen können.
Es ist auch wichtig, rechtzeitig in einen kleineren Gang zu schalten - also eine kürzere Übersetzung mit höherer Trittfrequenz zu nutzen, z.B. bei einer Fahrt am Berg. Hier sollte der Wechsel in einen passenden kleineren Gang bereits vorher erfolgen.
Wenn Sie jedoch bereits im Anstieg mit Ihrem Elektrofahrrad sind und nun zwingend schalten müssen, ist es gut erst einmal beim Treten mit ordentlich Schwung zu fahren - also einige Male kräftig in die Pedale treten. So entlasten Sie den Antrieb und können die aufgebaute Geschwindigkeit für den Schaltvorgang am E-Bike nutzen.
Während das Rad weiter dreht, parallel in den kleineren bzw. So können Sie quasi auch im Stand schalten ohne einen „trockenen“ Schaltvorgang durchzuführen, der dem Fahrrad eher schadet. Vorrausschauend fahren und den Schwung bzw.
Die richtige Übersetzung wählen
Ähnlich wichtig wie die richtige Technik beim Schalten ist die richtige Übersetzung, denn selbst die beste Schalttechnik bringt nichts mehr, wenn am Hügel auf dem Nachhauseweg die Gänge ausgehen und man sich jeden Berg hoch kämpfen muss.
Dabei spielt die Übersetzung deines E-Bikes eine entscheidende Rolle, die Übersetzung setzt sich aus der Anzahl der Zähne der Ritzel hinten am E-Bike und den Zähnen an den vorderen Kettenblättern zusammen.
Je kleiner das Zahnrad vorne und je größer hinten, desto einfacher ist das Treten und geeigneter für Berge. Die meisten E-Bikes sind je nach Typ schon auf die meisten Gegebenheiten angepasst.
Schalten mit Ketten- und Nabenschaltung
Grundsätzlich gibt es für Pedelecs - der eigentlich richtigen Bezeichnung eines E-Bikes - dieselben Schaltwerke wie für Fahrräder ohne elektrischen Antriebsmotor. In der Reihenfolge der Marktpräsenz gibt es für E-Bikes die klassische Kettenschaltung oder die wartungsarme Nabenschaltung.
Grundsätzlich gilt, dass die Kettenschaltung die sportlichste und die mit der direktesten Kraftübertragung darstellt. Somit liegt der Vorteil des Ketteantriebs gerade für sportlich ambitionierte Biker in der etwas höheren Geschwindigkeit beim gleichen Kraftaufwand.
Allerdings hat die direkte Kraftübertragung den Nachteil, dass sehr viel mechanischer Abrieb an den Ritzeln und der obligatorischen Kette entsteht. Daher erfordert die Kettenschaltung regelmäßige Wartung und gelegentliches Nachstellen sowie einen Kettenwechsel.
Wartungsfreier ist da auf jeden Fall die Nabenschaltung. Deren Schaltwerk ist in der Nabe eingekapselt und somit keinen äußeren Einflüssen ausgesetzt, das gilt auch für eine automatische Nabenschaltung am E-Bike.
Kettenschaltung: Tipps und Tricks
- Druck vom Pedal nehmen: Bei Kettenschaltungen kannst du im Vergleich zu Nabenschaltungen während des Tretens schalten. Allerdings solltest du im Schaltmoment kurz den Druck aus dem Pedal nehmen. So kann die Kette schneller umgelegt werden und du beugst Beschädigungen vor.
- Starken Schräglauf vermeiden: Gerade bei Kettenschaltungen mit zwei und drei Kettenblättern ist es wichtig darauf zu achten, dass der Schräglauf der Kette nicht zu groß ist. Denn ein zu großer Schräglauf führt in der Regel immer zu Geräuschen und auch zu einem höheren Verschleiß.
Nabenschaltung: Tipps und Tricks
- Treten pausieren: Die meisten Nabenschaltungen wechseln den Gang nicht, wenn du währenddessen trittst. Damit die Gänge schnell geschalten werden können, kannst du einfach kurz aufhören zu treten. Dadurch springt der nächste Gang sofort rein.
- Schalten im Stand möglich: Eine Nabenschaltung kann auch im Stand schalten. So ist es möglich z.B. im hohen Gang an eine Ampel zu fahren, stehen zu bleiben und im Stand wieder herunter zu schalten. Damit ist das Anfahren ganz leicht und entspannt.
Wartung und Pflege der Kette
Und da heißt es vor allem: Die Kette muss korrekt geölt sein. Denn eine geölte Kette lässt sich viel besser schalten und auch der Verschleiß wird dadurch reduziert.
Aber auch beim richtigen Ölen der Kette gibt es natürlich das ein oder andere zu beachten. Hier gilt es vor allem, die Kette nicht zu stark zu ölen, da sich sonst erst recht Dreck ansammelt, der dann doch wieder zu einem höheren Verschleiß führen.
Viel hilft viel ist in diesem Fall also definitiv nicht die Devise - versuche eher, das Öl gleichmäßig und reduziert aufzutragen.
Hersteller von E-Bike-Schaltungen
Die wichtigsten Hersteller von E-Bike-Schaltungen haben jeweils unterschiedliche Systeme im Angebot.
- Shimano: Die am meisten verbauten Kettenschaltungen für E-Bikes sind die die Klassiker im Shimano-Programm: Deore und Deore XT mit 10 oder 11 Gängen.
- Sram: Neu im Programm bei Sram ist die Schaltung Sram NX Eagle. Die 12-fach Schaltung wird in eher hochpreisigen E-Bikes verbaut, bringt zwölf Gänge und eine 11.50 Übersetzung mit.
- Rohloff: Mit 14 Gängen ist die Rohloff Speedhub Nabenschaltung speziell für E-Bikes entwickelt worden.
- Enviolo: Enviolo ist der wichtigste Hersteller von stufenlos schaltenden E-Bike-Gangschaltungen.
Tabelle: Vergleich von Ketten- und Nabenschaltung
| Merkmal | Kettenschaltung | Nabenschaltung |
|---|---|---|
| Kraftübertragung | Direkt | Indirekt |
| Wartung | Regelmäßig | Wartungsarm |
| Verschleiß | Höher | Geringer |
| Sportlichkeit | Höher | Geringer |
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