E-Bike Scheibenbremsen wechseln – Eine ausführliche Anleitung

Die Bremsanlage ist das sicherheitsrelevanteste Bauteil an Deinem Fahrrad, deshalb solltest Du ihr bei der Wartung besondere Aufmerksamkeit widmen. Ein wirklicher Notfall an der Scheibenbremse beim Mountainbike lässt sich meist schon im Vorfeld einer Tour verhindern. Denn anders als beim platten Reifen oder beim abgerissenen Schaltwerk, treten Probleme bei der Bremse in der Regel nicht plötzlich während einer Tour auf.

Dieser Artikel fasst das Wichtigste zum Thema Bremsscheibenmontage zusammen, damit dir bei diesem sicherheitsrelevanten Bauteil niemals Fehler unterlaufen. Wer regelmäßig seine Bremsbeläge auf ihren Verschleiß hin überprüft, sie rechtzeitig erneuert oder einen schwammigen Druckpunkt nicht wochenlang ignoriert, kann die häufigsten Fehlerquellen im System Bremse entweder in der heimischen Werkstatt selbst oder vom Fachmann beheben lassen.

Grundlagen und Vorbereitung

Bevor Du loslegst, solltest Du das betreffende Laufrad ausbauen. Hier ist eine exemplarische Anleitung anhand einer Shimano XT-Bremse, wie Ihnen der Wechsel der Bremsbeläge gelingt.

Wichtig: Eine Scheibenbremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Wer daran selbst rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem gründlich arbeiten. Ohne ausreichende Schraubererfahrung schadet es nicht, eine Fahrradwerkstatt aufzusuchen und sich Rat bei Experten zu holen.

Benötigtes Werkzeug:

  • Flachzange
  • Neue Bremsbeläge für Scheibenbremsen
  • Bremsenreiniger
  • Sauberes Tuch
  • Bremskolben-Spreizer von Park Tool oder einen stabilen Reifenmontierhebel oder einen breiten Schlitz-Schraubenzieher
  • Spitzer, dünner Gegenstand, um den Führungsstift/-splint zu entfernen

Arbeitsschritte zum Wechseln der Bremsbeläge

  1. Laufrad ausbauen: Um an der Bremse vernünftig arbeiten zu können, muss man als erstes das Laufrad ausbauen.
  2. Belagsicherung entfernen: Entnehmen Sie den Sicherungssplint und lösen Sie die Belaghalteschraube. Bei den meisten Modellen klappt das nach oben, manche Beläge muss man allerdings nach unten aus dem Sattel entnehmen. Heben Sie sich die Feder auf, denn manchmal ist bei neuen Bremsbeläge keine neue Feder dabei.
  3. Alte Bremsbeläge ausbauen: Mit einer Flachzange entfernst du zunächst den Arretierstift. Anschließend kannst du die alten Bremsbeläge entfernen.
  4. Scheibenbremsen säubern: Wir empfehlen sehr, die Bremsscheiben mithilfe eines Tuchs vor dem Einbauen neuer Bremsbeläge zu säubern. So schaffst du eine saubere Grundlage. Wische zunächst die Scheiben und anschließend den Bremsmechanismus ab.
  5. Neue Beläge einbauen: Die Beläge formschlüssig in die Feder einsetzen und als Paket zusammengedrückt in den Bremssattel schieben. Sichern Sie die Beläge mit Sicherungsschraube und Splint bzw. dem Sicherungssplint. Wichtig ist, dass man die neuen Bremsbeläge nicht einzeln in den Bremssattel fummelt, sondern als Paket samt Feder einsetzt.
  6. Neue Bremsbeläge einbauen: Vermeide möglichst jeglichen Kontakt mit der Innenseite der Bremsbeläge (um eine Kontamination zu vermeiden). Jetzt setzt du die beiden Bremsbeläge auf die “Bremsfeder” genannte Klammer und schiebst das Set dann an den Ort der alten Beläge (ohne mit Gewalt auf den Mechanismus einzuwirken). Abschließend setzt du den Arretierstift wieder ein und schließt ihn mit einer Klammer.
  7. Funktionsfähigkeit prüfen: Zum Prüfen der Funktionsfähigkeit baust du zunächst das Laufrad wieder ein und drehst es. Falls die Scheibe an den Belägen schleift, musst du die beiden Schrauben im hinteren Bereich der Bremse lösen.
  8. Bremse einbremsen: Hat man Bremsbeläge und Laufrad wieder eingebaut muss man die Bremse nun wieder neu einbremsen. Dazu die Bremse in kontrolliertem Umfeld mehrmals richtig heiß bremsen, damit sie ihre volle Bremsleistung entfalten kann.

Die Problematik der automatischen Belagsnachstellung

Neue Bremsbeläge sind dicker als gebrauchte. Wenn Du sie nun einfach tauschst, stehen sie oft so nah zusammen, dass die Bremsscheibe nicht mehr dazwischen passt oder zumindest sehr stark schleift. Das liegt an der automatischen Belagsnachstellung, die jede moderne hydraulische Scheibenbremse mitbringt.

Die automatische Belagsnachstellung hebt diesen Effekt auf, indem Bremsflüssigkeit aus dem Ausgleichsbehälter in das Bremssystem nachläuft, sobald die Beläge dünner werden und die Kolben daher weiter ausfahren müssen. Diese nachgelaufene Flüssigkeit muss vor dem Belagswechsel in den meisten Fällen wieder in den Ausgleichsbehälter zurück gedrückt werden, um den zusätzlich benötigten Platz für die neuen, dickeren Bremsbeläge freizugeben.

Bremsscheibenmontage: Was es zu beachten gilt

Bremsscheibenmontage - da muss man doch nur sechs Schrauben festdrehen und fertig? Nicht ganz, tatsächlich gibt es deutlich mehr zu beachten, von der Auswahl der Scheiben, über passende Adapter, der Montage in Laufrichtung, Anzugsmomente und vieles mehr.

Welche Bremsscheiben gibt es? Centerlock vs. 6 Loch

Grundsätzlich gibt es momentan zwei verschiedene Befestigungsstandards: Centerlock und 6-Loch. Bei letzterem Standard werden - wie es der Name vermuten lässt - die Bremsscheiben mittels sechs Schrauben befestigt. Je nach Hersteller sollten diese mit 4-6 Nm angezogen werden (sowohl Manual für die Nabe als auch der Scheibe beachten). Auf den Schrauben befindet sich eine Schraubensicherung, damit sich die Bremsscheibe nicht lösen kann.

Centerlock kommt hingegen mit einem einzelnen Abschlussring aus, der mit demselben Tool montiert wird, das für die Montage einer Kassette oder Innenlager benötigt wird. Hier werden gut 40-50 Nm Drehmoment benötigt. Durch eine Verzahnung auf der Nabe und auf dem Abschlussring wird verhindert, dass sich die Bremsscheibe lockern kann. Das System ist also, genauso wie bei 6-Loch, absolut sicher und zuverlässig.

Vor- und Nachteile von Centerlock und 6-Loch

Feature 6-Loch Centerlock
Vorteile
  • Große Auswahl an Naben und Bremsscheiben
  • Montage per Multitool (meist Torx-25)
  • Ersatzschrauben leicht zu beschaffen
  • Mit Adapter auch 6-Loch Bremssscheiben möglich
  • Kompatibel mit 15/20mm Achsen
  • Einfache und schnelle Montage
  • Eventueller Gewichtsvorteil
Nachteile
  • Montage dauert länger
  • Höhere Wahrscheinlichkeit, ein Gewinde zu beschädigen
  • Spezielles Werkzeug notwendig
  • Reduzierte Auswahl an Bremsscheiben und Naben
  • Keine Umrüstung auf Centerlock möglich
  • Für verschiedene Achsen werden unterschiedliche Abschlussringe benötigt

Die Vorteile von Centerlock liegen bei der einfacheren Montage. Da hier nur ein Verschlussring festgezogen werden muss, geht es deutlich schneller und entspannter. Das gilt natürlich nur, wenn man das passende Werkzeug hat. Je nachdem, welche Naben und Scheiben verwendet werden, kann manchmal auch ein leichter Gewichtsvorteil gegenüber 6-Loch-Systemen erreicht werden.

Ein großer Nachteil von Centerlock ist die reduzierte Auswahl an Komponenten. Der Standard kommt ursprünglich von Shimano und so bieten hauptsächlich die Japaner passende Scheiben an. Auch bei den Naben ist längst nicht jeder Komponentenhersteller auf den Centerlock-Zug aufgesprungen. Will man also maximale Auswahl, setzt man lieber auf 6-Loch Scheiben.

Auch auf Alpenüberquerungen oder anderen längeren Touren sind sie im Grunde überlegen, da man sie mit den meisten Multitools (meistens wird ein T25-Torx benötigt) demontieren kann. Für Centerlock müsste man dafür ein sperriges Kassettentool mitschleppen. Im Notfall findet man eine Schraube für 6-Loch Scheiben auch bedeutend leichter als den Verschlussring eines Centerlock-Systems. Wer also gerne etwas abseits vom Schuss unterwegs ist, ist mit 6-Loch besser beraten.

Ein Nachteil ist hingegen, dass sich durch nicht korrektes Anziehen die Scheibe verspannen und zu Defekten führen kann. Außerdem hat sich schon der eine oder andere schon eines der sechs Gewinde in der Nabe kaputtgedreht. Hier ist also Vorsicht geboten.

Bremsscheibendurchmesser

Hinsichtlich der Größe haben sich 140, 160, 180 und 200mm Bremsscheiben durchgesetzt. Bei genauer Betrachtung ist es aber leider doch nicht ganz korrekt, da einige Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen. So verwendet Formula z.B. 185mm Scheiben, während Magura nicht auf 200 sondern auf 203mm Bremsscheiben setzt.

Um den Einsatzbereich der verschiedenen Scheiben zu definieren, nehmen wir aber einfach einmal die vier eingangs genannten Größen:

  • 140mm für Rennrad- und Cyclocross-Fahrer
  • 160mm für Cross-Country-Fahrer, leichte Fahrer können evtl. hinten noch auf 140mm setzen
  • 180mm vorne und hinten für Trail-Touren, bei mehr Körpergewicht vorne 200mm
  • 180mm hinten und 200mm vorne für Enduro-Bikes und E-Bikes
  • 200mm vorne und hinten für Downhiller

Allgemein gilt also, je abfahrtsorientierter, desto größer die Bremsscheibe. Die Empfehlungen oben sind dabei natürlich nur Richtlinien, die noch um Faktoren, beispielsweise den eigenen Fahrstil und das Fahrkönnen (Thema Schleifbremsung), ergänzt werden sollten.

Außerdem sollte man sein Gewicht beachten, da mehr Gewicht nach größeren Scheiben ruft. Lieber zu große Scheiben als zu kleine!

Spezielle Technologien

Wie bei jedem Fahrradteil wurde natürlich auch an der Bremsscheibe herumoptimiert, was das Zeug hält. Bei Shimano nennt sich das Ergebnis Ice-Tech. Diese Scheiben zeichnen sich durch zweiteilige Bremsscheiben aus. Ein Aluminiumträger im Zentrum, der als Spider fungiert und deutlich bessere Wärmeleitfähigkeit aufweist, nimmt einen Reibring aus Stahl auf. Dadurch sollen die Scheiben deutlich hitzebeständiger und geräuschärmer sein. Zudem beugt die zweiteilige Konstruktion einem ungünstigen Verformen bei hohen Temperaturen vor.

Auch der britische Hersteller Hope setzt auf zweiteilige bzw. sogar dreiteilige Scheiben aus Spider und zwei Reibringen. Die Reibringe sind dabei schwimmend gelagert und weisen einen schmalen Luftschlitz zwischen ihnen auf. Dadurch kann die Luft noch besser zirkulieren, was zu einer extrem guten Kühlperformance führen soll.

SRAM setzt bei seinen Scheiben auf die sogenannte Centerline-Technologie. Der Reibring ist hier durch sehr lange Aussparungen geteilt, die fast ringsherum gehen. Dadurch werden die Scheiben nicht nur leichter, sondern das Reibzentrum bleibt während der Radumdrehung durchgehend konstant. Das beugt nervigen Geräuschen vor, reduziert Vibrationen und sorgt für mehr Performance.

Benötige ich irgendwelche speziellen Adapter?

Es gibt vermutlich kein anderes Bauteil, das mit so vielen verschiedenen Adaptern kombiniert werden kann, wie die Scheibenbremse. Es ist ein regelrechter Urwald. Für den Durchblick muss daher zunächst geschaut werden, was für eine Bremse man überhaupt vor sich hat: Es gibt International Standard- (IS), Postmount- (PM) und Flatmount-Bremszangen.

Jeder Standard hat dann seine eignen Adapter, um verschiedene Scheibengrößen zu verbauen. Beim IS-Standard ist die Aufnahme ohne Adapter für 140mm Scheiben geeignet, zumindest wenn man eine Bremszange mit kurzen Befestigungsarmen hat. Auch Flatmount-Aufnahmen starten bereits bei 140mm ohne Adapter. Bei Standard PM-Aufnahme (6 Zoll) passen hingegen erst 160mm Bremsscheiben ohne Adapter, wobei einige Federgabeln (speziell Downhill-Gabeln) mittlerweile mit einer standardmäßigen 200mm PM-Aufnahme (8 Zoll) ausgestattet werden. Auch manche Rahmen haben diesen Standard, hier muss man also genau hinsehen.

Mit den passenden Adaptern kann man nun jeden der Standards auf die gewünschte Scheibenbremsengröße hin anpassen. Während Flatmount-Aufnahmen nur bis 180mm Scheiben funktionieren, können bei IS- und PM-Aufnahmen mit den passenden Adaptern bis zu 203mm große Scheiben montiert werden.

PM-Bremszangen passen übrigens mit entsprechenden Adaptern auch auf IS-Aufnahmen, sogar bei derselben Scheibengröße. Umgekehrt gibt es zwar auch Adapter, allerdings muss bei einer IS-Zange auf PM-Aufnahme immer eine größere Scheibe gefahren werden, als es die PM-Aufnahme zulassen würde. Sprich: Wenn ich eine 6 Zoll PM-Aufnahme habe, kann ich mit IS-Zangen minimal eine 180mm Scheibe fahren.

Flatmount-Zangen funktionieren hingegen problemlos auf PM-Aufnahmen, vorausgesetzt, man verwendet den passenden Adapter, und dasselbe gilt auch umgekehrt.

Kurz zusammengefasst:

  • Flatmount-Standard ermöglicht 140-180mm große Bremsscheiben
  • IS-Aufnahmen ermöglichen 140-203mm große Bremsscheiben
  • PM-Aufnahmen starten entweder bei 160mm (6 Zoll) oder 200mm (8 Zoll). Mittels Adapter können 6 Zoll PM-Aufnahmen auf bis zu 203mm angepasst werden
  • IS-Bremszangen passen auf PM-Aufnahmen mit Adapter und größeren Scheiben
  • PM-Aufnahmen passen auf IS-Aufnahmen mit Adapter
  • PM- und Flatmount sind mit Adaptern jeweils uneingeschränkt kompatibel

Was muss ich bei der Montage beachten?

Egal ob 6-Loch- oder Centerlock-Bremsscheibe - es ist extrem wichtig, immer auf die Montagerichtung der Scheibe zu schauen. Die meisten Bremsscheiben haben nämlich eine Laufrichtung, bei der die volle Stabilität gewährleistet werden kann.

Das hat folgenden Grund: Bei richtig herum montierter Bremsscheibe werden die Speichen der Scheibe (bzw. der Spider) auf Druck belastet, also zusammengedrückt. Der Reibring hingegen ist auf Zug belastet, man spricht auch von Zugspannung. Montiert man die Scheibe umgekehrt, tritt genau der umgekehrte Fall ein: Speichen auf Zug, Reibring auf Druck. Das hat ab dann fatale Folgen, wenn die Bremsscheibe heiß wird. Nun sinkt nämlich die Widerstandsfähigkeit des Stahls, weshalb der Reibring unter dem Druck zusammenfallen kann. Unter Zug passiert das nicht.

Es ist also absolut sicherheitsrelevant, die Bremsscheibe in Laufrichtung zu montieren. Bei 6-Loch-Schrauben sollte man außerdem darauf achten, die einzelnen Schrauben bei der Montage immer über Kreuz festzuziehen. Dadurch beugt man einer Verspannung der Scheibe vor, was sich ansonsten ebenfalls negativ auf deren Stabilität auswirken könnte.

Die oben genannten Drehmomente sollten natürlich immer beachtet werden, was auch für Centerlock-Scheiben gilt. Zudem sollte man an der Bremse immer mit sauberen Fingern arbeiten, da man sonst erst die Bremsscheibe und anschließend die Bremsbeläge unbrauchbar verschmutzen kann. Vor allem Öle und Fette sind hier natürlich problematisch.

Welche Hersteller sind die gängigsten?

Wie schon bei den Antrieben, sind auch bei den Bremsen zwei Platzhirsche besonders aktiv: Shimano und SRAM. Die meisten OEM Ausstattungen nutzen wohl Scheiben dieser beiden Hersteller und das zurecht: Schließlich funktioniert sowohl die Ice-Tech- als auch die Centerline-Technologie sehr gut.

Natürlich darf in dieser Liste aber auch nicht der schwäbische Traditionshersteller Magura fehlen. Die Storm-Bremsscheiben sind schon seit geraumer Zeit echte Legenden und auch die neuaufgelegte Variante ist ein echter Wurfanker, dabei aber dennoch sehr leicht. Gerade seit der neu aufgelegten MT-Serie sieht man sie an unglaublich vielen Rädern.

Wenn es dir auf das Preis-Leistungs-Verhältnis ankommt, solltest du dir Tektro ansehen. Die klassischen, einteiligen Stahlscheiben bieten zwar keine ausgefallene Technologie, dafür aber einen super Preis. Dennoch überzeugt die Performance vollständig und vom gesparten Geld kann man sich auf der nächsten Alm noch ein Bierchen gönnen.

Wer es dennoch gerne etwas exklusiver mag, kann sich nochmals im Südwesten Deutschlands umsehen. Trickstuff ist eine Firma aus Freiburg, bei der es immer das gewisse Extra gibt. So auch bei ihrer Dächle Bremsscheibe. Speziell die Dächle Ultralight ist ein echter Hingucker, die aus mehr Löchern zu bestehen scheint als Stahl. Dabei soll sie dennoch sehr standfest sein.

Apropos standfest: Wenn das dein Hauptanliegen sein sollte, dann ist der britische Hersteller Hope etwas für dich. Die zweiteiligen Floating Technology Scheiben kriegst du nämlich einfach nicht heißgebremst. Dank des Luftspalts zwischen den Bremsen hast du immer volle Performance, egal wie lange der Trail ist.

E-Bike Bremsen: Besonderheiten

E-Bikes sind schnell und sind schwer. Entsprechend standfest muss eine E-Bike Bremse sein. Eine Bremse für das E-Bike muss den Belastungen gewachsen sein, die das höhere Gewicht des E-Bikes und die höhere Geschwindigkeit erfordern. Dabei muss sie gut zu dosieren sein und zuverlässig funktionieren.

Ein E-Bike mit hydraulischer Bremse ist in allen Kategorien die empfehlenswerteste Lösung, da sie, gut eingestellt und gewartet - einen exakten Druckpunkt hat, wenig Handkraft erfordert und hohe Bremskraft bietet. In den meisten Fällen ist ein E-Bike mit einer hydraulischen Scheibenbremse ausgestattet, wie etwa das Rose Black Lava, ein E-Bike mit Scheibenbremsen von Shimano.

Ob Sie Ihr E-Bike über den Winter eingelagert haben oder bei Regen, Schnee und Glätte unterwegs waren - auf einen Frühjahrs-Check sollte niemand verzichten. Wenn die E Bike Bremse quietscht, zehrt das an den Nerven, im schlimmsten Fall kann es auch Anzeichen eines Defekts sein.

E-Bike Bremsen einstellen

Will man die E-Bike Bremsen einstellen, indem man den Bremssattel exakt platziert, muss sich das Rad frei drehen können. Ein Montageständer ist hier extrem hilfreich. Der Bremssattel am E-Bike mit hydraulischer Bremse ist am Rahmen und an der Gabel gleichermaßen mit zwei Schrauben befestigt. Die sind jeweils durch ein Langloch am Bremssattel geführt, so dass sich dieser hin- und herschieben lässt, sobald man diese Schrauben lockert.

  1. Falls die E Bike Bremse schleift oder tickernde Geräusche macht, löst man in einem ersten Schritt die beiden Schrauben, so dass sich der Bremssattel leicht hin- und herbewegen lässt.
  2. Dann dreht man das Laufrad mit der Hand an und zieht den Bremshebel, wodurch sich der Sattel an der Scheibe ausrichtet.
  3. Zieht man die Schrauben bei weiterhin gezogenem Bremshebel wieder fest, sollte der Bremssattel exakt ausgerichtet sein.

Falls das noch nicht der Fall ist, kommen die Augen ins Spiel. Idealerweise vor einem hellen Hintergrund sieht man mit bloßem Auge, ob der Spalt zwischen Scheibe und Bremsbelägen auf beiden Seiten gleich groß ist. Jetzt löst man eine Schraube ganz leicht, die andere etwas weiter und richtet den Bremssattel von Hand passend aus. Das erfordert Geduld und ist etwas mühsamer, von daher empfehlen wir immer mit der ersten Methode zu starten.

Manche Scheibenbremsen bieten die Option, den Abstand der Bremsbeläge zur Scheibe einzustellen. Die Einstellung erfolgt am Bremshebel, per Drehrad, Rändelschraube oder - mit Werkzeug - einer Schraube.

Wie lange halten Bremsbeläge am E-Bike?

Bremsbeläge verschleißen, das gilt auch für Bremsbeläge am E-Bike. Aber wie lange halten Bremsbeläge am E-Bike? Das hängt vom Systemgewicht ab, also dem Gewicht von Fahrer, Fahrrad und Gepäck, vom Fahrstil und von der Art des Bremsbelags. Es gibt organische Bremsbeläge und gesinterte Bremsbeläge.

Um die E-Bike Bremsbeläge zu wechseln, muss man zunächst die Laufräder ausbauen. Die Bremsbeläge werden von einem Bolzen oder einer Schraube in ihrer Lage gehalten. Diese werden in der Regel von einem Clip oder Splint gesichert, den man im ersten Schritt entfernt.

Nachdem auch die Schraube oder der Bolzen entfernt wurden, kann man die Bremsbeläge zusammen mit der Spreizklammer entfernen. Danach reinigt man die Kolben mit einem weichen Lappen und drückt sie zurück, bis sie plan mit dem Gehäuse des Bremssattels liegen.

Jetzt die neuen Bremsbeläge zusammen mit der Spritzklammer einsetzen und die Sicherung, ob Bolzen oder Schraube wieder einsetzen und auch diese mit Splint oder Clip sichern.

Hydrauliköl wechseln und Bremsen entlüften

Hydraulische E-Bike Bremsen arbeiten entweder mit Bremsflüssigkeit (DOT) oder mit Hydrauliköl. Beide Medien müssen in regelmäßigen Abständen gewechselt werden, Sram etwa empfiehlt für DOT einen jährlichen Wechsel, für Hydrauliköl einen Zweijahres-Turnus. Nach dem Wechsel müssen die E-Bike Bremsen entlüftet werden, das Entlüften kann aber auch dazwischen nötig sein.

Typisches Anzeichen: Der Bremshebel lässt sich durchziehen und die Bremse greift sehr spät oder schlimmstenfalls gar nicht, die E-Bike Bremse baut erst nach mehrmaligem Ziehen Druck auf. Luft im System ist einer der häufigsten Gründe, warum eine E-Bike Bremse nicht funktioniert.

Wer selbst entlüften will benötigt ein zur Bremse passendes Entlüftungsset. Wie man die E-Bike-Bremsen entlüftet, unterscheidet sich von Fall zu Fall, Anleitungen dazu findet man auf YouTube oder der Internet-Präsenz der jeweiligen Hersteller.

Bei entsprechender Pflege sind E-Bike-Bremsen sehr langlebig. Wer seine E-Bike Bremse wechselt tut das oft, weil er ein höherwertiges Modell fahren will, das ein besseres Bremsgefühl, höhere Standfestigkeit oder mehr Bremskraft bietet.

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