E-Bike Schloss Testsieger: So schützen Sie Ihr Fahrrad effektiv vor Diebstahl

Fahrraddiebstahl ist leider ein weit verbreitetes Problem. Laut Polizeiangaben wurden 2021 233.584 Fahrräder als gestohlen gemeldet - und das sind nur die offiziellen Zahlen. Um Ihr Fahrrad vor Langfingern zu schützen, ist ein ordentliches Fahrradschloss unerlässlich. Dünne Kabelschlösser lassen sich selbst mit einem Seitenschneider locker knacken.

Was macht ein gutes Fahrradschloss aus?

Was macht ein gutes Fahrradschloss aus, und worauf sollten Sie beim Kauf sonst noch achten? Wir haben Torsten Mendel, Sicherheitsexperte bei Abus, gefragt:

  1. Das Fahrradschloss: Kaufen Sie unbedingt ein hochwertiges Fahrradschloss - abhängig vom Fahrradwert (Richtwert: zehn Prozent des Kaufpreises) und vom Abstellort. Leasingrad-Anbieter oder Versicherungen fordern häufig Schlösser einer bestimmten Preis- oder Schutzklasse. Hat man sein Fahrrad mit einem billigen Schloss abgesperrt und es wird gestohlen, kann die Versicherung eine Entschädigung aberkennen. Welche Voraussetzungen ein Fahrradschloss erfüllen muss, erfragen Sie am besten bei Ihrer Versicherung.
  2. Die Sicherheitsstufen: Zwar ordnen alle Hersteller ihre Schlösser in verschiedene Schutzklassen ein - je höher der Wert, desto sicherer ist das Fahrradschloss -, eine einheitliche Norm für Fahrradschlösser gibt es aber hierzulande nicht. Was bei dem einen Sicherheitsstufe 5 ist, bedeutet bei einem anderen Hersteller vielleicht Schutzklasse 15. Hinweise zur Qualität liefern unabhängige Prüfsiegel, wie es sie etwa vom ADFC gibt. Fahrradbesitzern mit einer Diebstahlversicherung wird auch häufig das VdS-Siegel (Vertrauen durch Sicherheit) empfohlen. Bei hochwertigen Fahrrädern setzen manche Versicherungen dieses Prüfsiegel sogar voraus, um überhaupt Ansprüche geltend machen zu können.
  3. Finger weg davon: Besonders leicht lassen sich in der Regel dünne Spiralkabelschlösser knacken. Auch Panzerkabelschlösser bieten oft nur wenig Schutz vor Bolzenschneider und Co. Diese Schlösser sollten daher nur für kurze Standzeiten verwendet werden. Die sichersten Modelle im Test sind Bügelschlösser, Falt- und Kettenschlösser - doch auch hier kommt es stark auf die Materialqualität an. Sichere Schlösser sind häufig auch sehr schwer. So kann ein gutes Bügelschloss schon mal zwei Kilo wiegen. Beim Anschließen beschränkt die Breite des Bügels. Kettenschlösser bieten zwar viele Anschließoptionen, sind aber umständlich im Transport. Eine gute Kombi sind die flexiblen Faltschlösser - geringes Packmaß und gute Anbringungsmöglichkeiten.
  4. Doppelt hält besser: Zwei Schlösser sind besser als eines. So können beispielsweise Anbauteile wie Laufräder oder der Sattel zusätzlich mit einem längeren Kabelschloss geschützt werden. Achten Sie auch auf unterschiedliche Bauweisen - Bügelschloss und Kabelschloss zum Beispiel - oder Modelle verschiedener Hersteller. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Dieb nicht das passende Werkzeug dabeihat. Es gibt auch Täter, die sich auf Schlösser bestimmter Marken spezialisieren und von „Fremdfabrikaten“ abgeschreckt werden.
  5. Richtig sichern: Ansperren statt nur absperren ist hier das Zauberwort. Der Gegenstand, an dem das Fahrrad angesperrt wird, sollte mindestens so stabil sein wie das verwendete Fahrradschloss. Diebe setzen immer am schwächsten Glied der Kette an. Maschendraht lässt sich einfach mit einem Seitenschneider durchzwicken, ein dünner Holzstamm leicht durchsägen. Am besten eignen sich stabile Fahrradständer aus Eisen oder ein Laternenmast. Das Fahrradschloss sollte man möglichst hoch anbringen, um dem Täter weniger Deckung zu bieten. Auch ein Bolzenschneider kann auf diese Weise nicht auf dem Boden als Gegenhalt abgestützt werden. Öffentliche Plätze sind besser als dunkle Ecken. Stark frequentierte Orte schrecken Diebe eher ab. Im Eigenheim lässt sich das Bike an sogenannten Wand- oder Bodenankern sichern. Im Fahrradkeller des Mehrfamilienhauses sollte man immer mehrere Gegenstände zusammen absperren. So lassen sich diese nicht mehr so einfach wegtragen.
  6. Gut zu wissen: Um im Falle eines Diebstahls überhaupt Ansprüche geltend machen oder eine Anzeige bei der Polizei aufgeben zu können, sollten Sie auf jeden Fall die Rechnung Ihres Fahrrads aufheben und sich die Rahmennummer notieren. Halten Sie zudem auffällige Merkmale wie Marke, Farbe und Zubehör fest. Zusätzlich können Sie sich auch einen Fahrradpass oder die Fahrradpass-App der Polizei besorgen. Auch ein Foto des Bikes kann bei der Regulierung helfen.

So hat MYBIKE getestet

  • Im Labor: Für die Aufbruchversuche haben wir die laut Polizei gängigsten Werkzeuge verwendet: Fäustelhammer, Metallsäge und Bolzenschneider lassen sich von Dieben problemlos unter einer Jacke mitführen. Pro Versuch standen maximal drei Minuten zur Verfügung. Das „intelligente“ Öffnen von einem Fahrradschloss spielt in der Praxis kaum eine Rolle. Daher haben wir im Test davon abgesehen. Das Gewicht der Schlösser wurde im Verhältnis zum Schlossinnenmaß bewertet - ein längeres Schloss bietet auch mehr Flexibilität bei der Befestigung. Die leichten Schlösser durften - dem geringen Schutz-Level entsprechend - nur mit Seitenschneider, einer Eisensäge oder per Hand bearbeitet werden.
  • In der Praxis: Unter dem Punkt Handhabung haben wir die Leichtgängigkeit des Schließmechanismus in zahlreichen Schließvorgängen überprüft. Zudem wurden die verschiedenen Ansperrmöglichkeiten getestet sowie die Montage der Rahmenhalterungen und der saubere Sitz der Schlösser bewertet. In der Bewertung der Ausstattung haben wir die Anzahl der mitgelieferten Schlüssel, die Schlosshalterung und die Bedienungsanleitung berücksichtigt. Bonuspunkte konnten die Hersteller sammeln, wenn sie zusätzliche Schlüssel oder andere Features wie etwa eine Schlüsselbeleuchtung bieten.

Ein Fahrradschloss ist nur so stark wie der Pfosten, an dem man es anschließt. Wir haben zehn Heavy-Duty-Schlösser und sechs leichte Alternativen für unterwegs einem Härtetest unterzogen. Nicht jedes Exemplar leistete unseren Aufbruchversuchen dauerhaft Widerstand.

10 Fahrradschlösser für die Stadt im Test

Für unseren Test haben wir über 150 Fahrradschlösser mit Seitenschneider, Stahlsäge, Bolzenschneider und Winkelschneider malträtiert. Gegen die meisten Bügelschlösser im Test, einige sehr dicke und schwere Kettenschlösser und die besten Faltschlösser konnten wir mit unseren Werkzeugen aber nichts ausrichten - zumindest nicht innerhalb von drei Minuten. Fahrradschlösser, die innerhalb dieser Zeit nicht zu knacken sind, gelten als sicher.

  1. ABUS GRANIT XPlus 540 SH B
  2. Das Bügelschloss von Abus überzeugt mit spitzenmäßiger Verarbeitung und exzellentem Schutz. Lediglich ein Winkelschleifer konnte dem Vierkantstahl etwas anhaben. Die Handhabung ist ebenso gut, der Schlüssel gleitet sauber und ruckelfrei in den Zylinder, der Bügel rastet geschmeidig ein. Im getesteten Set ist eine etwas umständlich zu montierende, aber solide Halterung mit dabei. Die Anschließmöglichkeiten sind bauartbedingt begrenzt, Laternenmasten fallen als Fixpunkte zur Befestigung somit aus.

    MYBIKE-Urteil: Sehr gut

  3. BBB Secure Chain BBL-75
  4. Das Verhältnis von Gewicht zu Länge ist bei BBB gut. So ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, das Bike auch samt Hinterrad anzuschließen. Beim Transport kann das Kettenschloss nicht punkten. Auch die Handhabung mit dem beim Schließen rotierenden Zylinder ist etwas umständlich. Zwar erfüllt das Fahrradschloss zwei anerkannte offizielle Teststandards, in unserem Praxistest konnte das Secure Chain jedoch mit zwei Methoden innerhalb sehr kurzer Zeit geknackt werden. Von daher nur bedingt empfehlenswert.

    MYBIKE-Urteil: Befriedigend

  5. ELOPS Fahrrad-Ketten-Schloss 920 L Art 3
  6. Der französische Outdoor-Riese Decathlon liefert ein absolutes Schwergewicht. Durch die Länge ergeben sich viele Ansperroptionen, der Transport ist aber nur in einer separaten Tasche sinnvoll. Der Schließzylinder funktioniert etwas hakelig, was beim aufgerufenen Preis aber verkraftbar ist. Bei der Sicherheit gibt sich die solide Stahlkette keine Blöße. Keine der angewandten Aufbruchmethoden zeigte in der vorgegebenen Zeit Wirkung. Der Fahrradrahmen wird durch einen durchgehenden Textilmantel ausreichend geschützt.

    MYBIKE-Urteil: Gut

  7. HIPLOK D1000
  8. Stabiler geht’s nicht. Das wuchtige D1000 ist nicht einmal mit der Flex zu knacken! Dementsprechend ist auch die lebenslange Garantie absolut berechtigt. Der massive Bügel ist umfassend gummiert, der Rahmen so optimal geschützt. Die Anschließmöglichkeiten sind stark begrenzt, bei dicken Rahmenrohren reicht das Fahrradschloss nur noch um dünne Pfosten. Beim Schließen hängt die Gummiabdeckung des Zylinders im Weg. Eine Halterung ist nicht im Lieferumfang inbegriffen, was den Transport erschwert.

    MYBIKE-Urteil: Sehr gut

  9. KRYPTONITE Evolution 790
  10. Beim Faltschloss von Kryptonite gibt es keinerlei Ansatz für Kritik. Die solide und leicht bedienbare Halterung lässt sich an vielen Punkten am Rahmen befestigen, der Schließvorgang läuft dauerhaft geschmeidig. Ein um 360 Grad drehbarer Kopf erleichtert das Zusammenführen des Schlosses. Sechs umfassend gummierte Glieder ermöglichen flexible Anschließoptionen und verhindern Kratzer am Rahmen. Das Fahrradschloss war mit keiner der Standardmethoden in der verfügbaren Zeit auch nur annähernd zu knacken.

    MYBIKE-Urteil: Sehr gut (Test-Sieger 1/2023)

  11. LITELOK One Wearable
  12. Das flexible Litelok ist in drei Längen erhältlich und lässt sich praktisch als Gürtel tragen. Per Halterung kann man das Fahrradschloss aber auch am Rahmen fixieren. Im Verhältnis zum Gewicht bietet das Litelok viele Anschließoptionen. Bei weiter entfernten Anschließpunkten lässt sich der störrische Gurt aber nur mit Kraftaufwand ins Schloss führen. Im Aufbruchtest konnte das Schloss mit einer Methode innerhalb des Zeitlimits geknackt werden, eine weitere Methode benötigte nur unwesentlich mehr Zeit.

    MYBIKE-Urteil: Gut

  13. MASTERLOCK Bügelschloss 8279
  14. Das Masterlock kommt mit einer etwas umständlich zu montierenden Halterung, die nur an Rohre bis 35 Millimeter Durchmesser passt. Das Fahrradschloss wackelt spürbar während der Fahrt. Auch haptisch ist das 8279 kein Highlight - die Kunststoffummantelung wirkt billig. Die Ausstattung ist dafür üppig: vier Schlüssel, Licht, Schutzkappe für den Schließzylinder. Beim Aufbruchtest kann das Masterlock ebenfalls überzeugen: Kein Standardwerkzeug konnte dem Schloss etwas anhaben.

    MYBIKE-Urteil: Sehr gut

  15. TRELOCK FS 580 TORO X-Press
  16. Das Faltschloss von Trelock ist baugleich mit dem Modell von Kryptonite. Auch die Halterung ist identisch, leicht am Flaschenhalter oder Rahmen zu montieren und komfortabel bedienbar. Der Schließvorgang des hochwertigen Schlosses läuft absolut reibungslos, der um 360 Grad drehbare Kopf erleichtert das Zusammenführen der Glieder. Länge und Gewicht ergeben gute Transport- und Anschließmöglichkeiten. Das FS 580 Toro gab im Test, wie auch das Kryptonite, erst durch den Angriff mit dem Winkelschneider nach.

    MYBIKE-Urteil: Sehr gut (Test-Sieger 1/2023)

  17. SEATYLOCK Foldylock 90
  18. Auch Seatylock liefert ein hochwertiges Faltschloss mit ausreichender Länge und guten Ansperroptionen.

Unsere bevorzugte Bauweise sind leichte Panzerkabelschlösser, die nur mit einer Kombination aus Seiten- und Bolzenschneider zu öffnen sind. Bügel- und Faltschlösser sind zwar noch aufbruchsicherer, im Alltag aber nicht immer praktisch.

Testsieger aus dem Fahrradschloss Test

Wir haben in den verschiedenen Schloss-Kategorien jeweils einen persönlichen Testsieger unter den Fahrradschlössern. Bei der Wahl der richtigen Schloss-Variante kommt es immer auf die persönlichen Bedürfnisse an.

AXA Linq

Bei den Kettenschlössern belegt aktuell das AXA Linq den 1. Platz, da wir das Schloss nicht mit dem Bolzenschneider öffnen konnten und es ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist.

  • Bewertung Fahrradmagazin.net: „Sehr gut“ mit 4,6 von 5 Punkten
  • Gewicht: ca. 2,6 kg
  • Preis: ab 46,78 €
  • Kettenglieder: 9,5 mm
  • Besonderheit: top Aufbruchsicherheit

Abus Bordo Granit XPlus 6500

Bei den Faltschlössern belegt das Abus Bordo Granit XPlus 6500 den 1. Platz, da wir das Schloss nicht mit dem Bolzenschneider öffnen konnten und es eine hohe Flexibilität beim Abschließen aufweist.

  • Bewertung Fahrradmagazin.net: „Gut“ mit 3,9 von 5 Punkten
  • Gewicht: ca. 1,572 kg
  • Preis: ab 150,59 €
  • Glieder: 5,5 mm starke Stäbe
  • Besonderheit: mit Halterung

Abus Granit X-Plus 540

Bei den Bügelschlössern belegt das Abus Granit X-Plus 540 den 1. Platz, da wir dieses Schloss nicht mit dem Bolzenschneider öffnen konnten und zum Beispiel die Halterung den Transport einfach macht.

  • Bewertung Fahrradmagazin.net: „Gut“ mit 4 von 5 Punkten
  • Gewicht: ca. 1,545 kg
  • Preis: ab 84,99 €
  • Glieder: 13 mm starker Bügel
  • Besonderheit: leicht und dennoch robust

Impact FlexLock

  • Bewertung Fahrradmagazin.net: „Gut“ mit 3,6 von 5 Punkten
  • Gewicht: ca. 1,254 g kg
  • Preis: ab 59,95 €
  • Glieder: 8 Stahlstäbe

Weitere Ergebnisse

Bei den Kettenschlössern belegt das Abus Steel O Chain 880 den 2. Platz. Bei den Faltschlössern belegt das Impact FlexLock bei uns den 2. Platz. Bei den Bügelschlössern belegt das Kryptonite Evolution 4 bei uns den 2. Platz.

Fahrradschloss Test 2025

In der Tabelle befinden sich weitere Testergebnisse und Testsieger aus den Jahren 2024 / 23 / 21 / 20 und vorherigen Jahren. Wir haben die von uns bewerteten Fahrradschlösser alle in der Praxis getestet und immer die Handhabung, das Preis-Leistungsverhältnis und auch die Aufbruchssicherheit untersucht.

Bild Fahrradschloss Typ Note Preis Anbieter
AXA Linq Kettenschloss Sehr gut 46,78 €

Hochwertiges und sicheres Fahrradschloss nutzen

Wichtig ist dabei, dass das Fahrradschloss das neue, aber auch das alte Fahrrad so sichert, dass es Dieben möglichst schwer bis unmöglich gemacht wird, das Fahrrad zu stehlen. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr ’22 rund 266.000 Fahrraddiebstähle erfasst. Schützen Sie sich davor, dass Ihr Fahrrad mit in die nächste Statistik einfließt.

Worauf es bei einem guten Fahrradschloss ankommt

Ein gutes und qualitativ hochwertiges Fahrradschloss sollte mehrere Merkmale erfüllen. Sicherheit steht dabei natürlich an oberster Stelle. Neben der Sicherheit sollte auch das Thema Gewicht und die Größe eine Rolle spielen. Ist das Fahrradschloss nicht fest mit dem Rahmen verbunden, sollte es nicht zu schwer sein. Es darf jedoch gleichzeitig nichts an Sicherheit einbüßen, nur um Gewicht einzusparen. Neben dem sicheren Abschließen des Fahrrads ist es auch wichtig, dass die Schlösser einfach zu bedienen sind.

Gute Radschlösser sollten also:

  • handlich und leicht
  • sicher und stabil
  • günstig und hochwertig sein

Billige Fahrradschlösser schrecken oft nur optisch ab

Billig verarbeitete Kabelschlösser bieten oftmals keinen Schutz und können meist schon mit einem gewöhnlichen Seitenschneider oder einem kleinen Bolzenschneider geknackt werden. Ein solches, einfaches Schloss dient vielmehr als optische Abschreckung. Hat es ein Dieb auf das Fahrrad abgesehen, halten ihn billige Schlösser nicht lange auf.

Verschiedene Schlosstypen im Vergleich

Wir unterscheiden zwischen Schlössern, die fest am Fahrradrahmen angebaut sind, und denen, die locker sind und die keine feste Verbindung zum Fahrrad haben. Schlösser wie das Bügelschloss, Kabelschloss, Kettenschloss oder auch Faltschloss sind dabei oftmals in einer Halterung am Rahmen befestigt, können jedoch aus dieser herausgenommen werden. Der Vorteil dabei ist, diese Fahrradschlösser kann man auch für andere Fahrräder nutzen. Ein Abschrauben eines Rahmenschlosses gestaltet sich dahingehend schwierig.

Bügelschlösser

Bügelschlösser haben im Regelfall ein U-Profil und sind sehr starr. Das geöffnete U wird dabei mit der Schließeinheit verschlossen. Je nach Innendurchmesser kann das Fahrrad auch an einer Straßenlaterne angeschlossen werden. Bügelschlösser werden oft mit Halterungen verkauft und ausgeliefert.

Kettenschlösser

Kettenschlösser sind aus einzelnen Kettengliedern zusammensetzt und bieten eine recht große Flexibilität beim Abschließen. Je nach Materialstärke kann ein Kettenschloss von einem Meter mehrere Kilogramm wiegen. Eine Halterung für das Fahrradschloss sucht man meistens vergebens.

Faltschlösser

Faltschlösser bestehen aus mehreren Gliedern, die mit einem Gelenk verbunden sind. Je nach Anzahl der einzelnen Glieder ist das Faltschloss mal mehr und mal weniger flexibel beim Abschließen des Fahrrads. Ein Faltschloss sollte dabei nicht zu kurz gewählt werden, da ein Anschließen an festen Gegenständen schwierig sein kann.

Kabelschlösser / Spiralschlösser

Kabelschlösser haben oft einen sehr schlechten Ruf, sind jedoch weit verbreitet. Nachgesagt wird den Kringelschlössern, dass diese einfach mit einem Bolzenschneider zu knacken sind. Die Spiralschlösser sind dabei wie eine Feder gedreht und lassen sich auf die gesamte Länge auseinander ziehen. Sie haben eine hohe Flexibilität beim Anschließen an anderen Gegenständen und können meist auch durch Räder und Rahmen gezogen werden.

Per Schlüssel, Zahlencode oder per App auf- und abschließen

Wir unterscheiden maßgeblich zwischen dem Auf- und Abschließen mit dem Fahrradschlüssel oder per Zahlencode. Der Schließzylinder ist dabei jeweils das Herzstück und sollte besonders gut verarbeitet sein.

Fahrradschlösser mit Zahlenkombination - Zahlenschloss

Wird das Schloss mittels Zahlencode gesichert, funktioniert die „Lockpicking“ Variante nicht. Vorteil von Zahlenkombinationen: diese können im Regelfall individuell eingestellt werden und so kann das Fahrrad auch von einem Freund abgeholt werden und danach wird einfach die Zahlenkombination wieder gewechselt.

Fahrradschloss mit Alarm

Es gibt bereits Fahrradschlösser, die haben einen Alarm integriert. Wird versucht das Fahrradschloss zu knacken, so ertönt nach kurzer Zeit, nicht sofort, ein lautes Geräusch. Dieser laute, grelle Ton ist unangenehm im Ohr und parallel dazu lenkt er die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich.

Ergebnisse der Stiftung Warentest aus 2023

Bei den Bügelschlössern hat das uGrip Plus 501 von Abus mit 1,9 in der Gesamtnote und mit einer Teilnote von 1,1 bei der Haltbarkeit abgeschlossen. Im Bereich Faltschlösser ist das Abus Bordo Granit X Plus 6500 mit einer Gesamtnote von 2,1 oben zu finden. Hier überzeugt die Länge und die Möglichkeit das Fahrrad an einen anderen Gegenstand anzuschließen.

Fahrrad abschließen - Fahrrad schützen vor Diebstahl

  • Immer anschließen: Das beste Schloss nutzt nichts, wenn man es mitsamt dem Fahrrad einfach wegtragen und in einen Transporter werfen kann. Schließen Sie es deshalb immer an einem feststehenden, unbeweglichen Gegenstand fest, der so hoch ist, dass man es nicht einfach darüberheben kann.
  • Immer umschauen: Nach Möglichkeit sollte Ihr Fahrrad so sichtbar wie nur irgendwie möglich sein. Belebte Plätze und Einkaufsstraßen eignen sich besser als halbdunkle Seitengassen, in denen ein Dieb viel Zeit hat, um unbeobachtet sein Werkzeug auszupacken. Nicht so leicht zu finden, aber praktisch, ist eine erhöhte Position.
  • Durch und durch: Achten Sie darauf, dass das Schloss immer durch den Rahmen und nach Möglichkeit noch eins der Räder geht. Besonders die Vorderräder lassen sich nämlich leicht abmontieren und der Rest des Fahrrads mitnehmen.
  • Doppelt hält besser: Wenn Sie Ihr Fahrrad über Nacht draußen stehen lassen, sichern Sie es am besten mit zwei verschiedenen Schlosstypen. Diebe spezialisieren sich oft nur auf einen davon und schleppen für den anderen kein geeignetes Werkzeug mit sich herum.

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