Viele träumen davon, ihr E-Bike schneller zu machen, als es der Gesetzgeber erlaubt. Mit Tuning lässt sich die eingebaute Geschwindigkeitsgrenze zwar leicht umgehen, doch damit rutscht euer Bike sofort in eine andere Fahrzeugklasse.
Wer das nicht beachtet, riskiert Bußgelder, Ärger mit der Versicherung und mehr. In diesem Artikel erfahrt ihr, welche Tricks legal sind und wo ihr euch klar im verbotenen Bereich bewegt.
E-Bikes entdrosseln: So schnell wird’s illegal
Standard-E-Bikes stoppen die Motorunterstützung bei 25 Kilometer pro Stunde, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer diese Begrenzung mit Tuning-Geräten aufhebt, bekommt deutlich mehr Schub, bewegt sich aber sofort in einer anderen Fahrzeugklasse.
Entdrosselte Modelle gelten als Kleinkrafträder: Sie müssen angemeldet, versichert und mit einem Kennzeichen ausgestattet sein, wie die StVO vorschreibt. Auch ein stabiler Helm ist dann Pflicht. Mit solch umgebauten Bikes dürft ihr nicht mehr auf Radwegen fahren.
Für einen Anhänger gelten dann zusätzliche Vorschriften. Sobald ein Tuning-Kit am Rad ist, könnt ihr in der Regel die Herstellergarantie vergessen.
Mehr Tempo mit dem E-Bike braucht keine illegalen Methoden
E-Bike schneller machen? Ja, aber nur durch mechanische Optimierung, wie idealer Reifendruck, saubere Bremsen oder Übersetzungsänderung. E-Bikes haben aus sicherheitstechnischen Gründen eine Geschwindigkeitssperre eingebaut.
Mithilfe verschiedenster Tuning Tools kann man diese Drossel entfernen, damit der Antrieb auch jenseits der 25 km/h noch weiterfeuert. Prinzipiell gibt’s da gar nicht so viel dagegen einzuwenden. Solange man die Gerätschaft dann auch als „Kleinkraftrad“ versichern lässt, es anmeldet und die jährlichen Kosten dafür trägt, gibt es kein Problem. Ein guter Helm wäre evtl. auch eine gute Idee.
Ohne Meldung des Kleinkraftrades kann man höchstens noch auf dem Privatgrund fahren, was aber wahrscheinlich nur dann Spaß macht, wenn man ein genügend großes Gelände besitzt.
Hindernis #1 ist der falsche Reifendruck
Wenn man sich nicht um das Hin und Her der gesetzlichen Auflagen kümmern möchte, gibt es auch einfachere Mittel und Wege die Effizienz des E-Bikes zu steigern. Es handelt sich dabei um Maßnahmen, die generell bewirken, dass das Rad optimalere Bodenhaftung, Lenkbarkeit, etc. hat.
Ist er zu niedrig, drückt sich der Reifen unter dem Gewicht zu platt und hat eine zu große Reibungsfläche am Boden. Ist er zu hoch, tut das Rad, was es will und die Steuerung wird schwierig. Für die Energieeffizienz, damit also der Akku möglichst lange viel Leistung bringen kann, ist besonders ein zu niedriger Reifendruck fatal. Im Endeffekt geht es darum, die Muskelkraft des Radfahrers zu unterstützen.
Leider gibt es keine Non-Plus-Ultra-Raddruckangabe, die immer und überall funktioniert.
Reifendruck anpassen: Einfaches E-Bike-Tuning
Wer sein E-Bike effizienter machen will, kann schon mit dem Reifendruck viel erreichen. Ist er zu niedrig, drückt sich der Reifen zu stark ein und der Rollwiderstand steigt, dadurch entlädt sich der Akku schneller. Ist er zu hoch, wird das Rad unruhig.
Den idealen Wert gibt es nicht: Er hängt vom Reifentyp, eurem Gewicht und der Fahrweise ab. Prüft den Druck regelmäßig und passt ihn an, um die Motorunterstützung optimal zu nutzen und den Fahrkomfort zu verbessern. So steigert ihr Tempo und Reichweite ganz legal.
Bremsen checken: Reibung kostet Tempo
Geschwindigkeitsprobleme bekommt man auch, wenn die Bremsen zu viel des Guten leisten und die Bremsklötze auch ohne Betätigung des Hebels an der Bremsscheibe reiben. Ob das der Fall ist, testet man am besten indem man das Rad durchdrehen lässt.
Manchmal bremst euch das E-Bike, ohne dass ihr den Hebel zieht. Etwa wenn die Bremsbeläge leicht an der Scheibe schleifen. Testen könnt ihr das, indem ihr das Rad frei drehen lasst: Spürt ihr ein leichtes Stocken, sitzt der Bremssattel vermutlich schief.
Damit der wieder gerade ausgerichtet wird, macht man die Schrauben am Sattel auf, betätigt die Bremse ein paar Mal und hält sie dann gedrückt, wenn man den Sattel wieder festschraubt.
Löst die Schrauben am Sattel, betätigt die Bremse mehrmals und haltet sie gedrückt, während ihr den Sattel wieder festzieht. So richtet er sich neu aus und die unerwünschte Bremswirkung verschwindet. Das bringt euch wieder spürbar mehr Leichtlauf.
E-Mountainbike tunen: Federung und Zugstufe einstellen
Ohne die ideale Einstellung bei der Federung des Mountainbikes, ist die Griffigkeit des Reifens schlecht und man muss somit mehr Kraft aufwenden, um das Rad ordentlich zu steuern.
Beim E-Mountainbike kostet eine falsch eingestellte Federung nicht nur Kraft, sondern auch Akkuleistung. Passt den Luftdruck in Gabel und Dämpfer an euer Gewicht samt Ausrüstung an. Als grobe Richtwerte gelten rund 20 Prozent Einsinktiefe vorn und 30 Prozent hinten. Spezielle Dämpferpumpen helfen beim Einstellen.
Auf manchen Stoßdämpfern sind Indikatoren angegeben, die aussagen, wie weit sie einsinken sollten. Daumen mal Pi beträgt dieser Indikator meist um die 20 % bei der Gabel und 30 % am hinteren Stoßdämpfer. Um die Federung intensiver zu machen, nimmt man Luftdruck aus der Federung raus, damit sie mehr Spiel hat. Braucht man eine härtere Federung, muss mehr Luft hineingepumpt werden.
Damit man die ideale Federung erhält, stellt man sich am besten mit dem ganzen Körpergewicht plus Rucksack, Helm, etc. auf das Mountainbike und misst, wie weit Stoßdämpfer und Radgabel einsinken.
Daneben kann man auch noch die Zugstufe einstellen. Diese ist für die Schnelligkeit der Federung verantwortlich. Entweder ist sie zu schnell, wobei man quasi einen Gegendruck von der Federung bekommt, oder sie ist zu langsam, sodass die federnde Ausgleichswirkung nicht genügend gegeben ist.
Die Zugstufe ist entscheidend: Ist sie zu schnell, federt das Rad unruhig zurück, ist sie zu langsam, fehlt die Ausgleichswirkung. Testet verschiedene Stufen auf unterschiedlichen Strecken, bis ihr den optimalen Mittelweg gefunden habt.
Das bekommt man durch Ausprobieren auf verschiedenen Strecken heraus. Man kann die Flexibilität stufenweise verstellen und dann jeweils beobachten, wie es sich anfühlt.
Pflege von Kette und Schrauben
Das Feintuning für die Höchstgeschwindigkeit des E-Bikes bildet die regelmäßige Pflege des Rades. Besonders die Kette ist dabei wichtig, genauer gesagt, dass sie gut geölt ist.
Rundumpflege fürs Fahrrad kann darüber hinaus auch nicht schaden. Lockere Schrauben festziehen hier - lose Kabel festbinden dort und das Rad läuft, wie es soll.
Für maximale Leistung braucht euer E-Bike regelmäßige Pflege. Eine saubere, geölte Kette läuft leichter und schont eure Energie. Rost oder Dreck bremsen dagegen spürbar. Statt aggressiver Reiniger reicht es, sie kurz abzuwaschen, abzuwischen und neu zu fetten.
Eine sperrige, eingerostete Fahrradkette lässt einen unnötig viel Energie aufwenden, um auf die gewünschte Geschwindigkeit zu kommen.
Kontrolliert außerdem regelmäßig Schrauben und Kabel. Festziehen und Fixieren sorgt nicht nur für mehr Effizienz, sondern verlängert auch die Lebensdauer von Akku und Bike.
Illegale Methoden: Diese Tuning-Tricks sind verboten
Bestimmte Maßnahmen, um ein E-Bike schneller zu machen, sind im öffentlichen Straßenverkehr nicht erlaubt. Dazu zählen:
- Tunings über Apps, die das 25-km/h-Limit umgehen und den Motor dauerhaft schneller unterstützen.
- Speed-Chips oder elektronische Kit-Boxen, die direkt in die Elektronik eingreifen und das Tempolimit aushebeln.
- Software-Manipulationen der Motorsteuerung, bei denen die werkseitigen Geschwindigkeitsvorgaben verändert werden.
Es drohen Bußgelder, Verlust des Versicherungsschutzes, strafrechtliche Folgen und Beschlagnahmung des E-Bikes. Der Zweirad-Industrie-Verband und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat fordern explizit ein Verbot von Werbung und Verkauf solcher Tuning-Kits.
Die Veränderung der Motorunterstützung führt dazu, dass das E-Bike nicht länger als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad gilt
Dieser Wechsel der Fahrzeugklasse hat Auswirkungen auf die gesetzlichen Anforderungen für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr. Wer dennoch mit einem frisierten E-Bike unterwegs ist, riskiert neben verschiedenen Ordnungswidrigkeiten gemäß Bußgeldkatalog auch Anzeigen wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz und ggf.
Alternativen zum E-Bike-Tuning
Um mehr Motorunterstützung und damit höhere Geschwindigkeiten zu erhalten, musst du nicht zwangsläufig tunen. Eine legale Alternative sind S-Pedelecs. Diese unterstützen bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h, erfordern jedoch ein Versicherungskennzeichen und einen Führerschein der Klasse AM. Bei den sogenannten S-Pedelecs wird die Motorunterstützung nicht schon bei 25 km/h, sondern erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h abgeschaltet.
Wie bekomme ich mein E-Bike legal schneller?
Wollen Sie Ihr E-Bike legal optimieren, ist dies meist nur mithilfe der klassischen Maßnahmen des Fahrradtunings möglich. Hierzu zählen etwa die Erhöhung des Reifendrucks, die Justierung der Bremsen, die Anpassung der Federung sowie regelmäßige Wartung des E-Bikes.
Möglichkeiten, die eine Veränderung der Motorunterstützung ermöglichen
So kann ein E-Bike-Tuning etwa per App erfolgen, um dadurch die Unterstützung auf mehr als 25 km/h zu erhöhen. Ebenso können sogenannte Speedclips zum Einsatz kommen, die den Geschwindigkeitssensor manipulieren und somit erst bei 50 km/h zu einer Unterbrechung des Hilfsmotors führen. Wer nur etwas schneller mit seinem E-Bike unterwegs sein möchte, kann dies beispielsweise durch die Optimierung des Reifendrucks erzielen.
Ritzel-Tuning
Eine Möglichkeit, dem Akku mehr oder besser nutzbare Leistung abzuverlangen, ist ein Wechsel der Antriebsritzel. Das funktioniert allerdings ausschließlich bei E-Bikes mit Kettenschaltung, idealerweise mit Mittelmotor. „Vorne wenig Zähne, hinten viele“ ist der legale Weg zu mehr Leistung am Berg. Das E-Bike wird dadurch nicht schneller, die Anschubenergie setzt nur früher ein und entfaltet sich beim Bergauffahren spürbarer.
Ein verändertes Ritzel hat also auf die Höchstgeschwindigkeit, bis zu der der E-Antrieb unterstützt, keinen Einfluss und ist daher legal. Einige Hersteller bieten Software-Lösungen an, mit denen das Drehmoment des E-Bike-Motors je nach Einsatzbereich modifiziert werden kann.
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