E-Bike Technik: Funktion und Physik im Detail

E-Bike, Hybridrad, Pedelec - viele Namen, eine Idee: Fahrräder mit Elektroantrieb befeuern seit Jahren die Welt der Fahrräder und haben sich in nahezu allen Fahrradgattungen etabliert.

Doch wie funktioniert ein E-Bike eigentlich? Unter dem Begriff „E-Bike“ versteht man gewöhnlich ein Fahrrad mit elektrischem Zusatzantrieb.

Neben einer kurzen Einleitung zur Geschichte und grundsätzlichen Mechanik der Elektrofahrräder werden die einzelnen Komponenten tiefgehend und mit teilweise sehr detaillierten Illustrationen und Bildern erklärt.

Zusätzlich zu den konventionellen Fahrradkomponenten benötigen Elektrofahrräder die folgenden Elemente: Motor, Steuerung, Bediengerät, Akkumulator und gegebenenfalls Sensor.

Die Hauptkomponenten eines E-Bikes

„Doch ist der Motor nicht das einzige Bauteil, das für den Rückenwind aus der Steckdose nötig ist. Man benötigt außerdem eine Stromquelle und eine Steuereinheit - zusammengebracht werden diese drei Elemente durch eine Verkabelung“.

Ein klassisches E-Bike ist mit Motor, Akku und Steuereinheit ausgestattet:Der Motor sitzt meistens an der Tretkurbel, seltener auch im Vorder- oder Hinterrad. Der Akku wird entweder in den Hauptrahmen integriert oder am Unterrohr bzw. Sitzrohr montiert. Meist sind die Akkus entnehmbar, einzig bei komplett integrierten Modellen ist dies nicht möglich. Bei wenigen Modellen ist der Akku im Gepäckträger untergebracht. Die Steuereinheit des Antriebs ist am Lenker angebracht und beinhaltet oft auch den Lichtschalter sowie den Bordcomputer (Tacho, Reichweite, etc.). Auch lässt sich bei manchen Modellen die Schaltung über die Motorsteuerung bedienen, per GPS navigieren oder eine Verbindung zu einer Smartphone-App herstellen.

Pedelecs und ihre Sensoren

Bei Pedelecs registriert ein Sensor die Pedalbewegung und schaltet zusätzlich den Motor an, um die Tretkraft zu unterstützen beziehungsweise zu verstärken.

Dabei wird zwischen dem Drehsensor und dem Drehmomentsensor unterschieden.

Der Drehsensor misst nur die Trittfrequenz der Pedale und unterstützt den Fahrer bei der Bewegung unabhängig davon, wie stark diese getreten werden.

Drehmomentsensoren dagegen messen die Pedalkraft, wodurch die eingesetzte Muskelkraft proportional zur Pedalleistung verstärkt werden kann. Dadurch wird die Energie sparsamer eingesetzt.

Elektrofahrräder mit einem Drehmomentsensor können so in der Regel größere Entfernungen zurücklegen.

Akkumulatoren: Die Energiequelle

Die Energie für den Antrieb von Elektrofahrrädern kommt von Akkumulatoren die zum Beispiel am Rahmendreieck, unter den Gepäcktaschen oder zwischen Hinterrad und Sattelrohr angebracht sind.

Das Gewicht der Akkumulatoren beeinflusst die Schwerpunktverteilung und fahrdynamischen Eigenschaften der Räder.

Die Laufzeit der Akkus beträgt, je nach Benutzung und Bauart, etwa 3 bis 5 Jahre (1000 Ladezyklen).

Es wird zwischen Akkus aus Blei (Pb), Nickel-Cadmium (Ni-Cd), Nickel-Metall-Hydrid (NiMH), Lithium-Ionen (Li-Ion) oder Lithium-Polymer (LiPo) unterschieden.

Lithium-Ionen und Lithium-Polymer-Akkumulatoren sind auch auf Grund ihrer hohen Lebensdauer und Speicherdichte sehr umweltverträglich, leistungsfähig und leicht. Sie haben sich mittlerweile am deutschen Markt durchgesetzt.

Über ein Ladegerät lässt sich der Akku problemlos am Haushaltsnetz aufladen.

Die Speicherkapazität der Akkumulatoren ist vom Modell abhängig.

Die Reichweite des Elektrofahrrads ist bei gegebener Akkukapazität stark vom Energieverbrauch abhängig.

Bei vollständig aufgeladenem Akku beträgt die Reichweite eines Elektrofahrrads je nach Gewicht des Pedelecs beziehungsweise des Fahrers, dem Unterstützungs- und Wirkungsgrad des Antriebes, dem Gegenwind, den Steigungen, der Anzahl der Anfahrten, der Temperatur und der eigenen Pedalleistung etwa 20 - 70 Kilometer.

Für kurze, auch regelmäßige Wege reicht ein kleiner Akku von 250 bis 300 Wh vollkommen aus. Vorteil: weniger Gewicht, mehr Fahrdynamik des ­E-Bikes. Für Touren-Fahrer empfehlen wir einen 500 Wh oder 625 Wh Akku. Bei Freizeit-Einsätzen des E-MTBs kann ein 400 Wh-Akku für 1200 Höhenmeter ausreichen.

Setzt man den sorgfältigen Umgang und die richtige Pflege voraus, hält ein Lithium-Ionen-Akku sehr lange!

Bei regelmäßiger Nutzung hat ein Akku meist eine Gewährleistung von 500 Ladezyklen. Rechnet man pro Ladung grob mindestens 60 km Reichweite, dann ergibt das am Ende eine Laufzeit des Pedelecs von 30.000 km.

Relativ fix. Zwar liegt die Zeitdauer für eine Vollladung zwischen drei und vier Stunden. Eine Teilladung mit bis zu 50 Prozent Kapazität dauert jedoch meist nur eine Stunde.

Anstatt eines zweiten Akkus kann man also sein Ladegerät mitnehmen, wenn es beim Tourstopp eine Steckdose gibt.

Wh = Kapazität des Akkus in Wattstunden:

Der Akku ist leer. Nein! Ein Elektrorad kann wie ein normales Fahrrad weitergefahren werden. Es funktioniert auch ohne Akku bzw. Stromzufuhr ganz normal, mit Muskelkraft, per Gangschaltung. Nur dass ein E-Bike natürlich deutlich schwerer als ein unmotorisiertes Fahrrad ist.

Die verschiedenen Motorvarianten

Der Elektromotor kann in drei verschiedenen Prinzipien angetrieben werden, welche sich besipielsweise auf die Antriebseingenschaften, den Preis oder Gewichtsverlagerung auswirken kann.

Auch die Lage des Motors wirkt sich auf die Fahreigenschaften und die technischen Montagemöglichkeiten des Elektrofahrrads aus.

  • Frontantrieb (kaum noch verbaut): Weniger kraft­voll, leicht, braucht Routine, aber dafür günstiger in der Anschaffung.
  • Mittelmotor: Überall einsetzbar. Optimale Gewichtsverteilung am Rad, da Motor und meist Akku in der Rahmenmitte sitzen.
  • Hecknabenantrieb: Leise, Kraft direkt am Hinterrad, manchmal Rekuperation (Stromrückgewinnung) beim Bergabfahren. Kein vom Motor bedingter Ritzel- oder Kettenverschleiß. Perfekt im S-Pedelec.

W = Leistung in Watt: 250 W ist die Nenndauerleistung des Motors. So viel kann der Antrieb dauerhaft leisten, ohne zu überhitzen. Beim Pedelec die gesetzliche Obergrenze.

Die Platzierung des Motors

Erste Elektrofahrräder waren bereits um 1895 auf europäischen Straßen unterwegs. Und ihre Vorteile waren damals schon bekannt: ein großes Drehmoment aus dem Stand und ein hoher Wirkungsgrad im Gegensatz zu Dampfmaschine oder Verbrennungsmotor. In ihrer Form ähnelten die Antriebe dabei sogar den heutigen Modellen: Entweder waren sie als Nabenmotor im Vorder- oder Hinterrad oder als Tretlagermotor verbaut. Und genau diese Frage der Platzierung des Motors beschäftigt Produktentwickler bis heute.

Mittelmotor

Wegbereiter des Mittelmotors waren die japanischen Hersteller Yamaha und Panasonic, die schon Anfang der 1990er-Jahre erste Motoren in Serie fertigten. Mit dem Markteinstieg von Bosch 2010 hat die Einbauposition in der Mitte ihren endgültigen Durchbruch erlebt. Mittlerweile hat der Tretlagermotor in Deutschland die größte Verbreitung. Der große Vorteil des Mittelmotors liegt darin, dass er über ein Schaltgetriebe wie Ketten- oder Nabenschaltung mit dem Hinterrad verbunden ist. Durch die Gangschaltung kann man, wie beim Fahrrad ohne E-Antrieb, abhängig von der Fahrgeschwindigkeit die Übersetzung ändern. Dadurch arbeitet der Motor, sofern die Fahrenden ausreichend schalten, weitgehend in seinem günstigsten Wirkungsgradbereich und mit der höchsten Leistungsabgabe.

Der Radein- und ‑ausbau, z. B. bei einem Reifenplatten, funktioniert wie bei jedem konventionellen Fahrrad. Zwei „Probleme“ bleiben bestehen: Der Antriebsstrang aus Kettenblatt, Kette und Kassette schluckt bei Tretlagersystemen etwas Leistung. So kommt nicht das volle Drehmoment des Mensch-Maschine-Hybridmotors am Hinterrad an; dort wo die Power gebraucht wird. Zudem gibt es einen höheren Verschleiß an Kette, Kettenblatt und Ritzelpaket, der durch das System entsteht. Ein Riemenantrieb kann hier Abhilfe schaffen, da er die höheren Kräfte besser verarbeiten kann, muss aber mit einer Nabenschaltung am Hinterrad kombiniert werden. Weiterhin brauchen E Bikes mit Mittelmotoren spezielle Rahmenkonstruktionen für die Aufnahme des Systems. Das verursacht zusätzliche Kosten in Entwicklung und Produktion. Die Räder sind deshalb weit mehr als ein Fahrrad, an das ein Motor geschraubt wurde. Mittelmotoren kommen auch bei „ausgefallenen“ Rädern wie Cargo-Bikes oder Liegerädern zum Einsatz.

Hinterradmotor

Fahrer von Hinterradnabenmotoren schätzen das direkte Ansprechverhalten der Aggregate, ihre Laufruhe und die Fahrdynamik des wie gewohnt vom Hinterrad kommenden Schubs. Ein weiterer Vorteil des Hinterradmotors: Man kann zumindest theoretisch das Hinterrad austauschen und hat ein normales Fahrrad. Da die Motorwelle gleichzeitig als Hinterradnabe dient, kommen manche Motoren ohne interne Übersetzung aus. Sie gelten als äußerst robust und resistent gegen mechanische Ausfälle.

Ein weiterer Vorteil des Hinterradnabenmotors ist die Möglichkeit der Rekuperation. Der Motor wandelt die beim Bremsvorgang freigewordene Energie wieder in Strom um und speist damit den Akku. Allerdings gewinnen auch Heckmotor-E-Bikes wegen ihrer geringen Masse wesentlich weniger Energie zurück als z. B. Elektroautos. So kann in der Regel nicht der komplette Akku geladen werden, sondern eher geringe Mengen bei längeren Abfahrten.

Ein Nachteil von Hinterradnabenmotoren ist allerdings, dass sie nicht mit Nabenschaltungen kombinierbar sind. Als Lösung bietet sich die Zentralgetriebeschaltung von Pinion an.

Vorderradmotor

Auf der anderen Seite liegt der Vorderradnabenmotor. Er wird fast nur noch bei Rädern im preislichen Einstiegsbereich für E-Bikes ab 1.000 Euro verbaut. Hier besteht weniger Entwicklungsaufwand, da der Motor keinen direkten Kontakt zum Antriebssystem hat. Das System ist dadurch mit jeder Schaltung kompatibel, auch eine Rücktrittbremse ist problemlos möglich.

Längere Kabelwege erhöhen jedoch die Störanfälligkeit. Außerdem belasten die stärkeren Kräfte insbesondere die schon durch Bremskraft und Untergrund belastete Vorderradgabel bzw. Rahmen und Steuerrohr. Der Einsatz einer komfortablen Federgabel ist ebenfalls schwieriger zu realisieren. Zudem ändert sich das Fahrverhalten der Räder: Während bei einem Fahrrad gewöhnlich der Schub von hinten kommt, wirkt hier die komplette Motorkraft am Vorderrad. Am Berg bekommt man ein Gefühl, als ob man hinaufgezogen würde. Die daraus resultierende schlechtere Traktion des Vorderrades, das neben Antriebs‑, und Bremskraft ja auch Lenkimpulse übertragen muss, kann zu einem Wegrutschen des Vorderrades bei Nässe oder auf losem Untergrund führen.

Einen neuen Einsatzzweck bekommt der Vorderradnabenmotor aktuell an Falträdern. Dort ist der Vorderrad-Nabenmotor im Vorteil, da er kleiner und kompakter als ein vergleichbarer Mittelmotor ist.

Motor zum Nachrüsten

Heikel aus rechtlicher Sicht ist hingegen das Thema Nachrüstantriebe. Diese gibt es wahlweise ebenfalls als Tretlager- oder Nabenvariante und sogar als Reibantriebe, die am Reifen anliegen. Die Nachrüst-Kits punkten durch ein niedrigeres Gewicht als Komplettsysteme. Systemhersteller argumentieren außerdem damit, dass man sein aktuelles Rad behalten könne und so auch Geld spare gegenüber der Neuinvestition in ein E Bike. Jedes Fahrrad könne so zum E Bike gemacht werden.

Das mag zwar technisch in vielen Fällen möglich sein, rein rechtlich birgt es jedoch Stolperfallen. Falls der Umbau im Fahrradhandel durchgeführt wird, wird der Fachhändler automatisch zum Hersteller des E Bikes - mit allen Pflichten und Haftungsansprüchen. Deshalb kooperieren manche Anbieter von Nachrüstmotoren mit Versicherungsanbietern, die bei Haftungsansprüchen im Schadensfall einspringen und den Handel entlasten.

Jedoch bleibt dabei das Problem, dass die wenigsten Rahmen auf die Mehrbelastungen einer E-Unterstützung ausgelegt sind. Das kann beispielsweise zu Rahmenbrüchen oder Gabelproblemen führen. Darum gehen manche Fahrrad- und Antriebshersteller dazu über, spezielle Fahrradrahmen zu entwickeln, die sie als „E-Bike ready“ betiteln.

Pedelec oder S-Pedelec?

Wenn man es genau nimmt, bezeichnet der Begriff „E-Bike“ eigentlich nur einen verschwindend geringen Teil der Elektroräder, nämlich solche mit motorradartigem Gas-Drehgriff.

„Zirka 95 Prozent aller Elektroräder sind sogenannte Pedelecs. Der Begriff leitet sich aus der Abkürzung für ‚pedal electric cycle‘ ab. Die Räder unterstützen beim Radeln, tun also auch nichts, wenn man nicht selbst kurbelt“.

„Der Begriff E-Bike hat sich allerdings für Elektroräder jedes Funktionsprinzips durchgesetzt, was wir durchaus begrüßen“.

Pedelecs unterstützen bis 25 km/h und gelten vor dem Gesetz als Fahrräder. Daneben gibt es noch die S-Pedelecs, deren Antrieb bis 45 km/h hilft. Diese Gattung zählt als Kleinkraftrad, weshalb Nutzer einen Führerschein (Klasse AM), ein Versicherungskennzeichen und einen Fahrradhelm benötigen. Auch das Fahren auf Fahrradwegen ist in Deutschland mit dem S-Pedelec bisher nicht erlaubt.

Ein S-Pedelec unterstützt den Radler mit einem Antrieb bis 45 km/h. Diese Gattung zählt als Kleinkraftrad. Man benötigt einen Führerschein (Klasse AM).

Wichtige Aspekte beim E-Bike-Kauf

Je nach Typ fangen die Preise für solide Pedelecs bei rund 1800 Euro für einfache Citybikes an. Tourentaugliche E-Bikes ab etwa 2500 Euro. Sportliche, robuste E-Mountainbikes gibt‘s ab rund 3000 Euro. Das sind grobe Richtwerte. Nach oben und auch nach unten gibt‘s wie überall positive Überraschungen und Ausreißer.

Für den Gebrauch im Stadtgürtel auf kurzen Wegen: Ein bequemer Tiefeinsteiger mit relativ aufrechter Sitzhaltung ist hier sicher eine gute Wahl. Das funktioniert auch auf gelegentlichen Touren gut. Je länger die Touren und je schneller gefahren wird, desto sportlicher darf die Sitzposition ausfallen. Wer gerne durch Wald und Wiesen fährt, ist mit einem SUV oder einem Mountainbike gut beraten. Das E-SUV ist ein Allrounder mit ausgeprägten MTB-Genen und zumeist vollausgestattet mit Licht, Radschützern und Gepäckträger.

Hochwertige Komponenten sind entscheidend

„Aufgrund der höheren Belastungen und des Mehrgewichts durch den Zusatzantrieb ist gerade bei Elektrorädern die Ausstattung mit hochwertigen Komponenten notwendig“, erklärt Anke Namendorf von Koga aus den Niederlanden. „Das betrifft z. B. die Laufräder und die Bremsen. Auch der Rahmen muss für die höheren Ansprüche konzipiert sein.“ Daher sei dringend von Antrieben zum Nachrüsten oder „Schnäppchen“ aus dem Baumarkt abzuraten.

Grundsätzlich bieten hydraulische Scheibenbremsen eine hohe Sicher­heit beim Verzögern. Der große Vorteil: Sie sind witterungsunabhängig. Für Tourenräder, S-Pedelecs, MTBs, SUVs, Cargobikes und Tandems sind andere Bremssysteme unzureichend.

Weitere Tipps und Hinweise

Die Laufräder werden in der modernen Fabrikation vollautomatisch eingespeicht und am Ende nachkontrolliert. Auf den ersten Fahr-Kilometern „setzen“ sich die Speichen in der Nabe und in der Felge. Eine Unwucht nach den ersten 10 bis 100 km ist ganz normal.

Bei Pedelecs, die überwiegend auf Asphalt rollen, darf der Reifendruck 3,5 bis 5 Bar betragen. Dann dämpft er ausreichend und rollt gut. Breite Reifen dämpfen gut, sind aber etwas schwerer, schmale Reifen dämpfen weniger, sind aber leichter und deshalb besser zu beschleunigen. Leichtere Fahrer benötigen geringeren Luftdruck im Reifen, schwerere Piloten etwas mehr.

Da kommt es auf die Kilo­meterleistung an, wie schnell man unterwegs ist, auf welchem Untergrund und bei welcher Witterung überwiegend gefahren wird. Das kommt auf die Nutzungshäufigkeit an. Man sollte sein E-Bike (ist ja ein Fahrzeug mit Motor und Elektronik) einmal im Jahr in eine Fachwerkstatt zur Durchsicht bringen.

Tipp: Der beste Zeitpunkt für einen Service ist der Herbst. Die Kosten einer War­tung hängen davon ab, was gemacht wird und welche Verschleißteile ausgewechselt werden.

Die Kette ist wartungsintensiver und für Naben- und Kettenschaltungen geeignet. Der Austausch ist einfach, der Abrollwiderstand sehr gering. Der Riemenantrieb ist wartungsarm und meist langlebiger. Da er endlos ist, braucht er zum Einfädeln eine spezielle Rahmen-Öffnung, was die Rahmen teurer macht.

Umgang mit Problemen

Das Display zeigt Infos an, der Antrieb reagiert aber nicht. Hier einige Kniffe, wie Sie das System wieder zum Laufen bringen: Wie beim Computer: Das Antriebssystem abschalten, kurz warten, wieder anmachen. Hilft häufig. Meist ist der Magnet am Hinterrad verdreht. Dieser muss nah am Abnehmer/Sensor vorbei flitzen. Neu ­ausrichten - und die Sache läuft. Display vorhanden? Ok, abziehen, gegebenenfalls mit einem Lappen die Kontakte trocknen, aufsetzen, sauber einrasten. System wieder anschalten. System abschalten, diesmal Akku aus dem Schacht nehmen, wieder exakt einsetzen. Ist der Akku geladen? Kontroll-Leuchen am Akku checken.

Sicherheit und Rechtliches

Klar. Die Systeme sind abgedichtet, selbst bei strömendem Regen funktionieren die Antriebe in der Regel einwandfrei. Die Akkus sind abgedichtet, die Steckverbindungen in der Regel in Kunststoff vergossen.

Bittere Wahrheit: leider keines! Zwar reduzieren gute Schlösser die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls, weil der Dieb lieber ein Fahrrad mit einem leichter zu knackenden Schloss wählt. Aber: Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht. Da Fahrraddiebstahl eine verschwindend geringe Aufklärungsquote hat, sollte man vorsorgen: Ein GPS-Tracker im Fahrrad versteckt, hilft das geklaute Rad wiederzufinden. Und noch ein Tipp: Eine separate Fahrradversicherung fürs E-Bike abzuschließen ist durchaus sinnvoll.

Jein. Der Gesetzgeber schreibt am Fahrrad und Pedelec keine dauerhaft angebrachte Beleuchtungseinrichtung mehr vor. So ist seit der letzten Gesetzesnovelle der StVO im Juni 2017 auch eine batteriebetriebene Beleuchtung erlaubt. Alle Beleuchtungselemente müssen vom Kraftfahrtbundesamt zugelassen sein. Man erkennt dies am offiziellen Prüfzeichen im Lampenglas: eine Wellenlinie, gefolgt von einem K und einer mehrstelligen Ziffer. S-Pedelecs und E-Bikes im engeren, rechtlichen Sinn sind Kraftfahrzeuge. Bei ihnen darf man die Beleuchtungsanlage nicht baulich verändern, da ansonsten die Betriebserlaubnis erlischt.

Nicht auf einem Pedelec, das bis 25 km/h unterstützt. Da es rechtlich als Fahrrad eingestuft, gibt es hierzulande keine Helmpflicht. Wir empfehlen dennoch das ­Tragen eines geeigneten Helms. In Deutschland muss auf einem schnellen S-Pedelec (Unterstützung bis 45 km/h) ein geeigneter Helm getragen werden (Einstufung als Kleinkraftrad).

Nein, da das Pedelec rechtlich wie ein Fahrrad betrachtet wird, besteht keine Führerscheinpflicht. Dies vorausgesetzt, dürfen auch Kinder damit fahren. Anders sieht es beim Führen eines S-Pedelecs aus. Da dies vom ­Gesetzgeber als Kleinkraftrad eingestuft wird, ist eine Fahrerlaubnis der Klasse AM notwendig.

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