Einfach aufsteigen und losradeln: Tiefeinsteiger-E-Bikes machen den Einstieg in den E-Bike-Alltag so bequem wie nie. Doch zwischen günstigem City-Bike und High-End-Tourer liegen Welten.
Was macht ein Tiefeinsteiger E-Bike aus?
Im Stadtbild mittlerweile keine Seltenheit mehr sind die sogenannten Tiefeinsteiger, die das Auf- und Absteigen besonders komfortabel machen. Kalkhoff bezeichnet diese Rahmenform als Wave und schafft den Spagat zwischen hohem Komfort und halbwegs sportivem Aussehen. Warum also bei jedem Auf- und Absteigen umständlich das Bein über den Sattel schwingen, wenn der breite, offene Durchstieg im Tiefeinsteiger doch so viel bequemer ist? Viele Hersteller bieten SUV E-Bikes mit Diamantrahmen an, bei denen das Oberrohr tiefer angesetzt ist oder abgeschrägt verläuft.
Die Vorteile eines Riemenantriebs
Eigentlich unterscheiden sich Elektrofahrräder mit Riemenantrieb kaum von ihren herkömmlichen Gegenstücken, die in der Regel mit einem Kettenantrieb ausgestattet sind. Statt einer klassischen Kette nutzen sie jedoch einen Zahnriemen aus Materialien wie Carbon oder Kunststoff, der vom Tretlager zum Hinterrad reicht. Zudem verfügen sie häufig über eine Nabenschaltung. Was E-Bikes mit Riemenantrieb jedoch besonders macht, ist die Tatsache, dass diese Riemen gewisse Vorteile gegenüber normalen Fahrradketten bieten. So sind sie nicht nur leiser und sauberer, sondern vor allem auch widerstandsfähiger gegen Schmutz, Wasser und Salz. Dadurch sind sie wartungsarm und langlebiger als Ketten.
Der verbaute Gates Carbondrive CDX-Riemen will hingegen nur hin und wieder mit einem Tuch feucht abgewischt werden. Dann sollte er mindestens drei- bis viermal so lange halten wie ein Kettenantrieb - 20.000-30.000 km sind durchaus normal. Das spart am Ende nicht nur Arbeit, sondern auch bares Geld. Und es schont die Nerven.
Mit dem Riemen gehört ein knackendes Schalten der Vergangenheit an. Mit dem Riemen werden Sie bei der Fahrt kaum hören. Wie bereits angesprochen, läuft der Riemen komplett ohne schmierendes Öl. Sie müssen keine Angst mehr vor schmierigen Ölflecken auf dem Fahrrad, an den Händen oder den Klamotten haben. Wenn der Riemen schmutzig ist, können Sie ihn ganz einfach mit einem feuchten Tuch abwischen.
Riemenantrieb vs. Kettenantrieb: Ein Vergleich
Kettenantriebe sind jedoch nach wie vor deutlich häufiger als Riemenantriebe. Wenn Menschen nach einem E Bike mit Gates Riemenantrieb fragen, dann ist damit der Hersteller Gates gemeint. Die Gates Corporation hat den Riemen mit Carbonverstärkung erfunden und ist Marktführer im Bereich der Riemenantriebe. Durch die Carbonverstärkung erreicht der Riemen die unglaublich lange Lebenszeit und ist besonders robust.
| Merkmal | Riemenantrieb | Kettenantrieb |
|---|---|---|
| Wartung | Wartungsarm, gelegentliches Abwischen | Regelmäßige Reinigung und Schmierung |
| Lebensdauer | Länger, 20.000-30.000 km | Kürzer, abhängig von Pflege |
| Geräusch | Leise bis geräuschlos | Kann knacken und rattern |
| Sauberkeit | Kein Öl, sauber | Öl erforderlich, kann verschmutzen |
| Preis | Höher | Niedriger |
Nabenschaltung und Riemenantrieb
Auch zu bedenken ist, dass der Riemenantrieb derzeit nur in Verbindung mit einer Naben- oder Eingangschaltung erhältlich ist. Enviolo und Rohloff sind Gangschaltungen, die gerne in Verbindung mit einem Riemenantrieb verwendet werden. Sie werden in den Premium-Bereich eingeordnet, sind hochpreisiger und qualitativ anspruchsvoller. Die Enviolo Gangschaltung bietet Ihnen einen stufenlosen Übergang. Sie können komplett stufenlos so lange drehen, bis Sie komfortabel fahren können. Sie vermissen nicht das von der Kette gewohnte Knacken, und anders als bei der Kette, können Sie den Gang auch im stehenden Zustand ändern.
Die Schaltung hat einen hohen Wirkungsgrad, braucht allerdings ca. alle 5000km einen Ölwechsel. Sie ist um einiges teurer als andere Schaltungen, bietet dafür aber auch einen unglaublichen Komfort. Mit der elektronischen Ansteuerung können Sie zum Beispiel einen Anfahrtsgang definieren, in den beim Stillstand des Fahrrads automatisch gewechselt wird.
E-Bike Tiefeinsteiger Modelle im Test
Die Welt der Komfort-Tiefeinsteiger ist bunt und vielseitig. Vom sportlichen Tourenrad bis zum Easy-Rider-Cruiser ist alles dabei. Das macht es für Sie als Fahrer nicht gerade leichter. Es ist nicht allzu lange her, dass Tiefeinsteiger-Rahmen, vor allem in E-Bikes, schwammig, indirekt und irgendwie träge waren. Heute aber sind die Bikes ohne Oberrohr vielfach ebenso steif und sicher wie ihre Diamantrahmen-Geschwister.
Hier werden einige Modelle vorgestellt, die im Test besonders gut abgeschnitten haben:
Velo de Ville SEB 990 Pro
- Motor & Akku: Bosch Performance Line CX Smart, 750 Wh
- Gewicht: 30,6 kg (mit Pedalen)
- Zielgruppe: Komfort- und Tourenfahrer mit Anspruch
- Besonderheiten: Extrem konfigurierbar, hochwertige Ausstattung, sehr kraftvoller Motor, starkes Lichtsystem
- Kritikpunkte: Teuer in Vollausstattung, hohes Gewicht
- Test-Fazit: Ein E-SUV mit klarer Komfortausrichtung und Premium-Komponenten - ideal für Vielfahrer mit Budget.
Winora Yakun X12
- Motor & Akku: Bosch Performance Line CX, 750 Wh
- Gewicht: ca. 30 kg
- Zielgruppe: Pendler und Tourenfahrer
- Besonderheiten: Reichweitenstark, sehr gute Lichtanlage, cleanes Tiefeinsteiger-Design
- Kritikpunkte: Kabelsalat am Lenker, schwer
- Test-Fazit: Viel Ausstattung und Reichweite fürs Geld - mit kleinen optischen Schwächen.
Gudereit EC 5.8 Evo
- Motor & Akku: Bosch Performance Line, 625 Wh
- Gewicht: ca. 28,5 kg
- Zielgruppe: Stadt- und Alltagsfahrer
- Besonderheiten: Riemenantrieb, Nexus-5-Gang-Schaltung, SR Suntour Federgabel
- Kritikpunkte: Keine sportliche Ausrichtung, etwas schwer
- Test-Fazit: Solider Tiefeinsteiger zum fairen Preis - besonders wartungsarm und citytauglich.
Riese & Müller Nevo4 GT Vario
- Motor & Akku: Bosch Performance Line CX, wahlweise 625 oder 750 Wh
- Gewicht: ca. 30 kg
- Zielgruppe: Premium-Alltagsfahrer & Tourenradler
- Besonderheiten: Enviolo-Automatik, Riemenantrieb, sehr komfortable Geometrie, top Verarbeitung
- Kritikpunkte: hoher Preis, schwer
- Test-Fazit: High-End-E-Bike für Alltag und Tour - individuell konfigurierbar, aber nicht günstig.
Kalkhoff Entice 5+ Advance Belt Wave
- Motor: Bosch Performance Line CX
- Akku: Bosch (625 Wh oder 750 Wh)
- Gewicht: 32,72 kg
- Besonderheiten: Enviolo Trekking Nabenschaltung, Gates Carbondrive CDX-Riemen, hohe Zuladung (170 kg)
- Kritikpunkte: Geringe Übersetzungsbandbreite der Schaltung
Das Kalkhoff Entice 5+ Advance Belt Wave SUV E-Bike im Alltagstest - Komfort kommt vor. Dank des Wave-Rahmens gelingt der Aufstieg auf das Kalkhoff Entice 5+ Advance Belt auch weniger sportlichen oder bewegungseingeschränkten Menschen sehr komfortabel.
Für wen lohnt sich ein E-Bike mit Riemenantrieb?
Ein Riemen eignet sich sehr gut für alle gängigen E Bike Typen. Dank der Wartungsarmut ist er besonders gut für Vielfahrer geeignet. Der Riemen ist also keinesfalls nur für sehr sportliche Fahrräder geeignet. Beim E Bike Faltrad profitieren Sie vor allem von der Sauberkeit, die ein Riemenantrieb mit sich bringt.
Die Entscheidung, ob ein Riemenantrieb die richtige Wahl ist, ist wie immer eine Frage der Geschmackssache sowie des Fahrverhaltens. Wer ein alltagstaugliches Sorglos-Bike mit hohem Komfort sucht und Wert auf geringen Wartungsaufwand legt, sollte ein E-Bike mit Riemenantrieb in Betracht ziehen.
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