Alle reden vom E-Bike. Viele fahren es schon. Und Sie? Schon einmal mit einem elektrischen Fahrrad unterwegs gewesen? Falls nein, dann steigen Sie mit uns auf. Etwas Neues auszuprobieren, kann sich gerade am Anfang ein bisschen überwältigend anfühlen.
So geht es vielen Leuten auch beim ersten Mal E-Bike fahren. Das ist völlig normal und verständlich, aber wir sind davon überzeugt, dass E-Bike fahren für Anfänger ebenso gut möglich ist wie für Fortgeschrittene. Zeit also, das Auto öfter stehen zu lassen und die Vorteile des E-Bikes zu nutzen. Worauf muss ich beim E-Bike fahren achten?
Grundlagen für den E-Bike-Start
Wer sich ein E-Bike zulegt, sollte es nicht wie ein herkömmliches Fahrrad behandeln. Denn es gibt einige Unterschiede: Das elektrische Pendant ist etwas schwerer, mit ihm lassen sich mit weniger Kraftaufwand relativ hohe Geschwindigkeiten erreichen und die Fahreigenschaften erfordern andere Techniken.
Fahrtraining für Neulinge
Ein Fahrtraining für Neulinge kann daher sinnvoll sein. Einige Fachhändler und Verbände wie der ADFC bieten entsprechende Kurse an. Einsteiger sollten sich am Anfang genügend Zeit nehmen und ein Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Danach bietet sich eine Probefahrt an - zum Beispiel auf einem Parkplatz.
Das richtige Bremsverhalten
Das höhere Tempo und das Mehrgewicht verlangen das richtige Bremsverhalten mit Vorderrad- und Hinterradbremse. Bei falscher Verwendung kann man schnell aus dem Sattel fliegen. Übung macht bekanntlich den Meister. So tastet man sich langsam an die optimale Fahrweise heran.
Reifendruck
Für die Reichweite und Sicherheit bei Kurvenfahrt ist zudem der Reifendruck wichtig. Dabei muss man bedenken, dass Akku und Motor zusätzliches Gewicht bedeuten. Folglich sollte der Reifendruck höher sein als beim Fahrrad.
Fahrtechnik
Außerdem gilt: Immer in Fahrtrichtung schauen und bei Kurven den Oberkörper aktiv mitdrehen.
E-Bike vs. Pedelec: Was ist der Unterschied?
Die Unterscheidung ist ganz einfach, wird aber im Alltag meist nicht gemacht. Der Oberbegriff E-Bike hat sich anstelle von Pedelec eingebürgert, aber eigentlich ist nicht jedes Zweirad mit Elektro-Antrieb gleich ein „E-Bike“.
- Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis zu 250 Watt, Antriebsunterstützung bis zu 25 km/h. Pedelecs machen mit 95% den größten Anteil an elektrischen Fahrrädern aus. Du benötigst keinen Führerschein, es besteht keine Helmpflicht, Fahrradanhänger sind erlaubt und du darfst auf Fahrradwegen fahren.
- S-Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis 450 Watt, Antriebsunterstützung bis 45 km/h. Du brauchst einen Führerschein, Mindestalter 16 Jahre, Helmpflicht. Darf in Städten nicht auf Fahrradwegen gefahren werden, Anhänger sind verboten!
- E-Bike: Zweirad mit Motor. Ein E-Bike ist also im ursprünglichen Sinne kein Fahrrad, sondern ein Mofa. Trotzdem hat sich der Begriff als Synonym zum Pedelec eingebürgert.
Die Wahl des richtigen E-Bike-Typs
Die wichtigste Frage gleich am Anfang: Welches E-Bike ist das richtige für mich? Die gute Nachricht: E-Bikes gibt es viele und es ist für jeden das Passende dabei!
Unser Tipp: Wenn du noch nicht sicher bist, welche Strecken du hauptsächlich mit deinem neuen E-Bike fahren möchtest und dazu nicht so viel Geld ausgeben möchtest, sind Cross-E-Bikes und Einsteiger-Hardtail-E-Bikes die beste Wahl. Hier ist die Modellauswahl groß und das Preisniveau niedrig, da hier häufig hohe Stückzahlen produziert werden.
Motorposition: Mittel-, Heck- oder Frontantrieb?
Motoren findest du an E-Bikes vorne an der Gabel, in der Mitte am Tretlager oder hinten an der Nabe. Heckmotoren haben ihre Vor-, und Nachteile und überzeugen vor allem durch die direkte Kraftübertragung auf das Hinterrad.
Wir empfehlen allerdings E-Bikes mit Mittelmotoren, da sie sich als leise, zuverlässig und verschleißarm erwiesen haben und das Fahrverhalten kaum beeinflussen. Von E-Bikes mit Frontmotoren solltest du lieber die Finger lassen, denn sie verlagern den Schwerpunkt des Bikes ungünstig, außerdem sind sie störanfällig.
Generell empfehlen wir Technik aus bewährter Produktion. Hersteller wie Bosch, Yamaha, Shimano, Brose, Panasonic, TranzX, BionX oder Impulse haben zwar ihren Preis, unter dem Strich erweisen die Komponenten allesamt als leistungsstärker und haltbarer als Billig-Importe.
Worauf du beim Akku achten solltest
Den Akku eines E-Bikes findest du entweder in den Gepäckträger eingebaut, am Rahmen montiert oder in den Rahmen integriert, wobei die vollintegrierten Akkus wie z.B. der PowerTube von Bosch aktuell am häufigsten verbaut werden. Sie fallen optisch nicht weiter auf, sind durch das Rohr vor äußeren Einflüssen geschützt und beeinflussen den Schwerpunkt des Fahrrads und somit die Fahreigenschaften weniger.
Die Reichweite hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Akku-Kapazität (von 400Wh bis 750Wh, mit Range Extender oder Dual Akku auch gerne bis zu 1500Wh), das Alter des Akkus, das Gewicht des Fahrrads und auch die Qualität des Akkus und des Motors spielen eine Rolle.
Faustregel ist aber: Je mehr Qualität du dir hier leistest, desto weiter wirst du damit kommen.
E-Bike fahren lernen: Schritt für Schritt
Eine passende Einstimmung auf alle kommenden E-Bike-Abenteuer ist das Kennenlernen des neuen Gefährts. Schaut euch in Ruhe alle Teile am E-Bike an. Schaltet den E-Antrieb ein und prüft, ob ihr schon wisst, wo und wie ihr zum Beispiel zwischen den Unterstützungsstufen hin- und herwechseln könnt. Wie viele Stufen bietet das System überhaupt und wie unterscheiden sie sich? Schnappt euch gern dazu die Bedienungsanleitung.
Aufgrund der zusätzlichen Motorkraft sowie des höheren Gewichts, gelten hydraulische Scheibenbremsen heutzutage bei E-Bikes als Standard. Sie bremsen kräftiger, lassen sich in der Regel aber auch besser dosieren. Wer möchte, kann ein paar Male vor- und zurückrollen und währenddessen für einen ersten, vorsichtigen Test bremsen. Bei der Gelegenheit stellt ihr gleich fest, wie gut ihr mit euren Händen die Bremshebel erreicht.
Die richtige Sitzposition
Schaut, um das zu prüfen, ob die Bremshebel in einem Winkel von etwa 45 Grad nach unten zeigen. Das gilt gemeinhin als die optimale Ausrichtung. Habt ihr den richtigen Abstand zum Lenker, bilden eure Handgelenke die Verlängerung der Linie eurer Arme und ihr könnt mit den Fingern bequem die Bremshebel ziehen.
Zum Einstellen der richtigen Sitzposition gehört weiterhin das Einstellen der passenden Sattelhöhe. Hier könnt ihr auf eine Faustregel zurückgreifen, mit der ihr schon ziemlich viel richtig macht. Bringt die Pedale, links oder rechts, in die unterste Stellung, die sie auf der Kreisbahn während des Pedalierens beschreibt. Setzt nun den Fuß des entsprechenden Beins mit der Ferse auf die Pedale. Streckt dabei das Bein komplett durch. Wenn die Ferse ganz leicht auf der Pedale aufliegt, habt ihr die korrekte Höhe des Sattels erreicht.
Für die Höhe des Lenkers gibt es kein festes Idealmaß. Ausschlaggebend ist eher, ob ihr eher aufrechter oder lieber etwas gestreckter, aerodynamischer auf dem E-Bike sitzen wollt. Je tiefer die Position des Lenkers im Vergleich zur Sattelhöhe, umso sportlicher fällt die Sitzposition aus.
Sicherheitstipps für E-Bike-Anfänger
Ein E-Bike ist immer noch ein Fahrrad. Ist der Akku einmal leer, können Sie zur Not auch ausschließlich mit Muskelkraft nach Hause radeln. Wenn Sie es aber nicht so weit kommen lassen möchten, dann sollten Sie spätestens nach 40 bis 60 Kilometern den Akku laden. Am besten jedoch nach jeder Fahrt.
Helmpflicht besteht zwar nur für die schnelleren S-Pedelecs, auf einen Schutz für den Kopf sollten Sie dennoch nicht verzichten. Brenzlige Situationen entstehen meist, wenn Radfahrer übersehen werden. Vermeiden Sie Unfälle, indem Sie an Ihrem E-Bike eine StVO-konforme Beleuchtung aus Scheinwerfer, Rückstrahler und Reflektoren verwenden.
Diebstahlschutz
Jahr für Jahr werden allein in Deutschland rund 350.000 Fahrräder gestohlen. Wie die polizeiliche Statistik beweist, werden lediglich rund zehn Prozent dieser Diebstähle aufgeklärt. Gehen Sie daher auch beim Diebstahlschutz auf Nummer sicher: Langfinger wissen genau, dass Ihr E-Bike wertvoller ist als der Durchschnitts-Drahtesel.
Nutzen Sie ein Faltschloss, wenn Ihnen Bügelschlösser zu schwer und Kabelschlösser zu unsicher sind. Mit diesen Fahrradschlössern gehen Sie auf Nummer sicher.
Reinigung und Pflege des E-Bikes
Idealerweise sollte das E-Bike, oder auch Pedelec genannt, nach jeder längeren Tour gründlich gereinigt werden, damit sich der Schmutz erst gar nicht festsetzt. So können Sie Korrosionen verhindern. Gleich zu Beginn sollte immer der Akku und Displays abgenommen werden.
Um vor allem den Motor zu schützen, ist für die Reinigung ein Hochdruckreiniger gänzlich ungeeignet. Auch auf aggressive Reinigungsmittel sollten Sie verzichten. In Bike-Shops gibt es spezielle Pflegemittel, die keine Oberfläche angreifen. Seifenlauge oder Spülmittel sind ebenfalls geeignet.
Der Aufnahmebereich für den Akku sollte mit einem Tuch getrocknet und die Steckerpole alle paar Wochen eingefettet werden.
Kosten einer Akkuladung
Den Akku laden Sie ganz einfach an jeder Steckdose auf - ob zu Hause oder an einer Ladestation, die es mittlerweile schon an Tankstellen oder in Bike-Shops gibt. Der Preis für eine Vollladung variiert je nach Kapazität und Größe Ihres E-Bike-Akkus.
Generell kann man aber sagen, dass es etwa zehn bis 15 Cent sind - bei einem durchschnittlichen Preis von 28 Cent pro Kilowattstunde in Deutschland. Eine Ladung dauert etwa zwei bis vier Stunden - je nach Größe des Akkus. In der Regel reicht aber eine Stunde laden für eine Strecke von 20 Kilometern.
Lebensdauer des Akkus
Die Lebensdauer eines Akkus lässt sich nicht vorhersagen und ist vor allem abhängig von der Beanspruchung. Damit dieser möglichst lange funktioniert, sollten E-Bike-Besitzer ein paar einfache Regeln beachten: Dazu gehört die Aufbewahrung in trockener Umgebung und normaler Raumtemperatur. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden. Wird mit dem E-Bike längere Zeit nicht gefahren, sollte der Akku kühl und mit rund der Hälfte der Ladekapazität gelagert werden.
E-Bike-Typen und ihre Einsatzbereiche
Für den Gebrauch im Stadtgürtel auf kurzen Wegen: Ein bequemer Tiefeinsteiger mit relativ aufrechter Sitzhaltung ist hier sicher eine gute Wahl. Das funktioniert auch auf gelegentlichen Touren gut. Je länger die Touren und je schneller gefahren wird, desto sportlicher darf die Sitzposition ausfallen.
Wer gerne durch Wald und Wiesen fährt, ist mit einem All Terrain Bike oder einem Mountainbike gut beraten. Die häufig gestellte Frage müsste eigentlich lauten: Welches Schaltsystem eignet sich wo?
Für Wenig- oder Kurzstreckenfahrer in eher flachen Gegenden reichen fünf, sieben oder acht Gänge einer Nabenschaltung vollauf. Wer im Bergigen wohnt, braucht eine umfangreichere Übersetzung. Geeignet sind vor allem Kettenschaltsysteme mit zehn, elf oder zwölf verschiedenen Gängen. Berggänge fangen ab rund 2 m zurückgelegter Wegstrecke pro Kurbelumdrehung an.
Hydraulische Bremsen
Grundsätzlich bieten hydraulische Scheibenbremsen eine hohe Sicherheit beim Verzögern. Der große Vorteil: Sie sind witterungsunabhängig. Aber auch hydraulische Felgenbremsen verzögern vehement und sind eine gute Wahl, z.B. Mechanische Felgenbremsen sind für Elektroräder weniger empfehlenswert, an Falträdern, stylischen Urbanbikes oder Retrorädern für eher kurze und flache Strecken noch geeignet.
Ergonomische Griffe
Ergonomische Griffe entlasten bei richtiger Einstellung den Ulnarnerv, schonen den Karpaltunnelausgang der Handwurzel und schützen wesentlich vor unnötigen Ermüdungserscheinungen bzw. zögern diese hinaus.
Kette oder Riemenantrieb?
Die Kette ist wartungsintensiver und für Naben und Kettenschaltungen geeignet. Der Riemenantrieb ist wartungsarm und meist langlebiger. Da er endlos ist, braucht der Rahmen eine Öffnung.
Wichtige Kenngrößen
W, Wh, Ah, Nm. W = Leistung in Watt: 250 W ist die Nenndauerleistung des Motors. So viel kann der Antrieb dauerhaft leisten, ohne zu überhitzen. Beim Pedelec die gesetzliche Obergrenze. Wh = Kapazität des Akkus in Wattstunden.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Leistung (Watt) | 250 W (gesetzliche Obergrenze für Pedelecs) |
| Akkukapazität (Wattstunden) | Variiert je nach Modell (400Wh - 750Wh, bis zu 1500Wh mit Range Extender) |
| Reichweite | Hängt von verschiedenen Faktoren ab (Akkukapazität, Fahrweise, Streckenbeschaffenheit) |
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