Trekking-E-Bikes bieten eine perfekte Kombination aus Komfort, Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit. Mit ihrer robusten Bauweise, dicken Reifen sowie leistungsstarken Motor samt Akku meistern sie sowohl lange Strecken, steile Anstiege als auch anspruchsvolleres Gelände mühelos. Die umfangreiche Ausstattung mit Beleuchtung, Gepäckträger und Schutzblechen machen darüber hinaus unterschiedlichste Einsatzzwecke möglich.
IMTEST hat fünf aktuelle Trekking-E-Bikes im akkreditierten Labor von Qima testen lassen und ist mit ihnen ausgiebig auf dem IMTEST-Testparcour gefahren. Wie gut der Testsieger Pathlite:ON 6 SUV von Canyon und der Preis-Leistungssieger Rockrider e-actv 500 LF von Decathlon bezüglich Sicherheit, Reichweite und Fahrgefühl abgeschnitten haben, verrät der Artikel.
Ebenso lohnt es sich, einen Blick auf die zehn Trekking-E-Bikes zu werfen, die IMTEST bereits 2023 getestet hat. Denn technisch gesehen steht beispielsweise der Testsieger E-Triton 7.6.1 von Stevens den aktuellen Modellen in nichts nach und ist sogar deutlich reduziert. Und auch mit dem Preis-Leistungssieger, dem Hepha Trekking 7 Ultra, lässt sich ein Schnäppchen schlagen.
Die IMTEST-Favoriten im Überblick: Die besten Trekking-E-Bikes 2024
- Testsieger: Canyon Pathlite:ON 6 SUV
- Preis-Leisungssieger: Decathlon Rockrider e-actv 500 LF
- Weitere empfehlenswerte Trekking-E-Bikes für Damen und Herren
- 2. Platz: Giant Anytour X E+ 0
- 3. Platz: Brennabor T-66e
- 4. Platz: Liv Amiti-E+ 2
Lesen Sie hier, in welchen Punkten der Testsieger Pathlite:ON 6 SUV von Canyon und der Preis-Leistungssieger Rockrider e-actv 500 LF von Decathlon überzeugten.
Testsieger: Canyon Pathlite:ON 6 SUV
Das Canyon Pathlite:ON 6 SUV ist ein kraftvolles Trekking-E-Bike für lange Touren. Mit seiner erzielten Reichweite im Labor von 96 Kilometern sollte dies auch problemlos möglich sein. Auch wenn es in unebenes Gelände geht, kann man sich auf das E-Bike verlassen. Bei der Prüfung, bei der die Geschwindigkeit bei sechs-prozentiger Steigung ermittelt wird, erreicht es schnelle 22,2 km/h und wird dabei mit einem sehr hohen Faktor von 3,8 unterstützt. Dieser „Schub“ war bei den Testfahrten durchaus zu spüren.
Die Shimano-XT-Schaltung mit 12 Gängen reagierte dabei schnell, präzise und zuverlässig. Darüber hinaus kann sich der Fahrer sowohl bei Sonne als auch bei Regen voll auf die Bremsscheiben verlassen, die beim Test insgesamt sehr gute Ergebnisse lieferten. Dank seiner breiten Reifen bietet das E-Bike zudem auf allen Untergründen sowie in Kurven ein absolut gutes und sicheres Fahrgefühl.
Bei seinen Touren braucht der Fahrer nicht auf Komfort verzichten. Der Sattel ist sehr bequem und die Griffe angenehm zu greifen, darüber hinaus ist das Trekking-E-Bike mit einer gefederten und absenkbaren Sattelstützte ausgestattet.
PRO
- Mit 96 Kilometern eine sehr hohe Reichweite.
- Gepaart mit Spitzen-Bremswerten und einem tollen Fahrgefühl macht das Pathlite Lust auf Radreisen.
KONTRA
- Der Motor wirkt sehr klobig und ist optisch nicht schön verbaut
Imtest Ergebnis: sehr gut 1,5
Preis-Leisungssieger: Decathlon Rockrider e-actv 500 LF
Mit 1.999 Euro ist das Rockrider e-actv 500 LG von Decathlon mehr als 1.000 Euro preiswerter als das zweigünstigste Modell von Liv (UVP: 3.299 Euro). Was als erstes auffällt und was es zu allen anderen unterscheidet, ist der nicht-vorhandene Gepäckträger. Damit fehlt dem Rad ein wenig Reise- und Alltagstauglichkeit, allerdings gibt es Anschraubpunkte zum Nachrüsten. Daraus resultiert auch sein niedriges Gesamtgewicht von 24,6 kg, was das Rockrider leichter als alle andere Testbikes macht.
Ähnlich wie das Rad von Brennabor, hat Decathlon seinem E-Bike vergleichsweise dünne Reifen mitgegeben (46,6 mm), was sich auf ruckeligen Feldwegen bemerkbar macht. In Kombination mit dem nicht ganz so breiten Lenker wirkt es hier nicht ganz so sicher wie auf Asphalt. Antrieben wird das Rockrider e-actv 500 LG von einem Yamaha Mittelmotor mit 55 Newtonmeter, der für Bergfahrten weniger gut geeignet ist.
Im Labor konnte das E-Bike bei den sechs-prozentigen Steigungsfahrten nur eine Geschwindigkeit von 17,2 km/h erreichen, der Unterstützungsfaktor lag bei 2,8. Hinzu kommt, dass der gemessene Akkuwert mit 443,6 Wattstunden den geringsten Wert von allen Testkandidaten lieferte, weswegen es beim R200-Test eine Reichweite von 54,8 km lieferte.
Aufgrund dieser Ergebnisse eignet sich das Rockrider eher für Stadtfahrten und Pendler. Dabei wechselt das E-Bike die Unterstützungsstufen von selbst, je nach den Gegebenheiten. Das funktionierte bei den Testfahrten recht gut, wenn auch ab und an ein wenig ruckelig.
PRO
- Solides Trekking-E-Bike zu einem sehr attraktiven Preis, das sich gerade auf Asphalt wohlfühlt.
KONTRA
- Sattel und Griffe nicht ganz so angenehm wie bei allen anderen Testkandidaten, lieferte nur eine Reichweite von 54,8 km.
Imtest Ergebnis: befriedigend 2,7
Weitere empfehlenswerte Trekking-E-Bikes für Damen und Herren
Unter den Plätzen zwei bis vier sind weitere attraktive Trekking-Touren-E-Bikes, die sowohl für Damen und Herren interessant sind.
2. Platz: Giant Anytour X E+ 0
Der Name Anytour ist Programm, denn die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen. Dazu gehört unter anderem die Automatikschaltung von Enviolo, profilige Reifen für jegliches Gelände und ein wartungsarmer Carbonriemen. Mit einer Reichweite von knapp 80 Kilometern kann der Radfahrer längere Touren planen und dann von einem sehr guten Fahrgefühl auf Asphalt, in Kurven und auf Schotterpisten profitieren. Hochwertige Ausstattung, trotzdem mit knapp 5.700 Euro das teuerste Rad im Testfeld.
Mit einer Zwischennote von 1,7 lieferte das Anytour X E+ 0 von Giant darüber hinaus die zweitbesten Bremsergebnisse aller E-Bikes im Test. Zwar ist das Rad mit 29,7 Kilogramm relativ schwer, bietet aber mit 156 Kilogramm ein vergleichsweises hohes zulässiges Gesamtgewicht. Wer schwerbeladen unterwegs ist, kann sich dann über die absenkbare Sattelstütze freuen, die vor allem bei Ampelstopps für ein Plus an Sicherheit sorgt.
PRO
- Dank seiner Ausstattung multifunktional einsetzbar, lieferte mit einer Zwischennote von 1,7 die zweitbesten Bremsergebnisse
KONTRA
- Mit 18,7 Stundenkilometern etwas langsame Durchschnittsgeschwindigkeit bei sechs-prozentiger Steigung.
Imtest Ergebnis: gut 2,0
3. Platz: Brennabor T-66e
Tolles Allround-Trekking-E-Bike, dass es im Test auf eine Reichweite von knapp 79 Kilometern bringt. Brennabor ist eine Fahrradmarke mit über 150-jährigen Geschichte. Da es in den letzten Jahrzehnten aber ruhig um den Namen geworden ist, wird er vielen vielleicht gar nicht mehr bekannt sein. Das soll sich jetzt ändern. Als Teil der Hartje-Gruppe wird Brennabor jetzt wiederbelebt.
Moderne, sportliche E-Bikes, die auch eine jüngere Zielgruppe ansprechen sollen, sind im Repertoire der Niedersachsen zu finden, wie auch dieses Trekking-E-Bike T-66e. Wie das E-Bike von Canyon, ist auch das T-66e mit einem Bosch Performance Line CX mit leistungsstarken 85 Newtonmetern ausgestattet. Hinzu kommt ein Akku mit einem gemessenen Wert von 558,7 Wattstunden. Es überzeuge beim R200-Test mit einer hohen Reichweite von 78,7 Kilometern und kam ähnlich flott (22,4 km/h) den Berg hoch. Der Unterstützungsfaktor lag dabei bei hohen 3,5.
Während die E-Bikes von Canyon, Liv und Giant mit sehr breiten, profiligen Reifen kommen, setzt Brennabor eher auf etwas schmalere Pneus. Damit liegt es zwar ebenso gut auf der Straße, macht sich aber im Gelände durch etwas weniger Grip bemerkbar. Etwas altbacken wirkt das gewählte Bosch Intuiva-Display. Dieses ist zwar sehr groß und übersichtlich, lässt sich aber nicht mit der Bosch eBike Flow App koppeln. Wer die zusätzlichen Features der App nutzen möchte, kann aber umrüsten.
PRO
- Das E-Bike macht einen sehr wertigen Eindruck und überzeugt mit kraftvoller Unterstützung bei Steigungen sowie einer hohen Reichweite.
KONTRA
- Mit 30,3 Kilogramm das schwerste E-Bike im Testfeld.
Imtest Ergebnis: gut 2,2
4. Platz: Liv Amiti-E+ 2
Frauen haben durchschnittlich einen kürzen Oberkörper und längere Beine im Vergleich zu Männern. Daher liegt es nah, dass es E-Bikes auf dem Markt gibt, die optimal auf die etwas andere Anatomie zugeschnitten sind. Liv hat sich genau darauf spezialisiert und baut ausschließlich Räder für Damen. Da Liv zur Giant-Gruppe gehört, kann die Marke auf die gleichen fortschrittlichen Technologie der Familie zurückgreifen.
Egal ob Kopfsteinpflaster, Asphalt oder unwegsames Gelände - das Amiti-E+ 2 bietet auf allen Untergründen ein sehr gutes Fahrgefühl. Als Frau sitzt man sportlich aufrecht auf dem E-Bike, es wirkt im Gegensatz zu den anderen tatsächlich etwas „gedrungener“, alles ist gut und leicht erreichbar. Der eigens entwickelte SyncDrive Sport2-Mittelmotor bietet bei den Steigungsfahrten noch leicht bessere Ergebnisse als der vom Testsieger Canyon. Hier liegt die Durchschnittgeschwindigkeit bei 23 km/h, der Unterstützungsfaktor bei 3,8 - und das, obwohl der Motor mit 75 Newtonmetern sogar etwas schwächer ist.
Liv ist eine Fahrradmarke, die ausschließlich Räder für Damen anbietet. Mit einer Reichweite von 72,9 Kilometern sind durchaus Tagestouren möglich, denn insgesamt macht das Rad mit seinen dicken Reifen, seinen neun Gängen und einem zulässigen Gesamtgewicht von 156 Kilogramm einen ordentlichen Gesamteindruck.
PRO
- Lieferte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 23 km/h und einem Unterstützungsfaktor von 3,8 die besten Laborergebnisse bei simulierten Bergfahrten.
KONTRA
- Immer noch sicher, trotzdem mit einer Teilnote von 2,9 die schlechtesten Bremswerte von allen fünf Testkandidaten.
Imtest Ergebnis: gut 2,2
Trekking-E-Bike-Test: Die Ergebnisse im Detail
Aufgrund der Automatikschaltung am E-Bike von Giant ließ sich der Prüfstand nicht bei ca. 70 Watt Fahrleistung betreiben. Der Mittelwert lag beim Giant während des Tests bei 110 Watt.
Dieser Test wurde vollständig oder in Teilen vor dem 1.1.2025 durchgeführt und folgt noch nicht dem IMTEST-Bewertungsverfahren 2025. Eine Aktualisierung erfolgt in Kürze und kann ggf. zu geringfügigen Änderungen von Noten und/oder Platzierungen führen.
So testet IMTEST E-Bikes
Wie sind das Fahrgefühl und die Ausstattung eines Trekking-E-Bikes, wie hoch die Reichweite, wie gut die Unterstützung und kann das Rad sicher bremsen? All das sind wichtige Aspekte, die eine Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen und in umfangreichen Prüfungen ermittelt werden. Um die Testräder objektiv miteinander vergleichen zu können, übernimmt das akkreditierte Labor von Qima im Auftrag von IMTEST einige dieser Prüfungen.
Zum anderen geht für alle E-Bikes auf einen identischen Parcours, der über asphaltierte Straßen, Kopfsteinpflaster, unwegsames Gelände, hangauf- und abwärts führt.
Reichweite & Motorunterstützung: Das leisten die E-Bikes im Labor
Gerade wer ausgedehnte Touren macht, für den ist die Reichweite von enormer Bedeutung. Denn schließlich will man unterwegs nicht noch auf die Suche nach einer Steckdose gehen. Basierend auf dem genormten Reichweitentest R200 ermittelt Qima daher nicht nur die Reichweite, sondern auch den Energieverbrauch und die Kapazität des Akkus, die Geschwindigkeit bei sechs-prozentiger Steigung sowie den Unterstützungsfaktor.
Dabei konnte vor allem das Pathlite:ON 6 SUV von Canyon überzeugen. Mit 96,1 Kilometern (km) Reichweite fuhr es im R200-Test fast 17 km weiter als das zweitplatzierte Rad von Giant (79,3 km). Analog dazu verhält sich auch die gemessene Kapazität des Akkus, der beim Canyon bei 706,8 Wattstunden / Kilometer (Wh/km).
Beim Giant hingegen waren es 602,8 Wh/km. Eher für den Alltagsgebrauch als für wirklich lange Strecken eignet sich das Rockrider e-actv 500 LF, das es mit einer gemessenen Akkukapazität von 443,6 Wh/km auf geringe 54,8 km Reichweite brachte.
Simulierte Steigungsfahrten
An den ebenfalls von Qima gemessenen Werten bezüglich der Geschwindigkeit bei sechs-prozentiger Steigung sowie dem Unterstützungsfaktor kann abgelesen werden, wie kraftvoll der Motor das E-Bike einen Berg „hochschiebt“. Dabei machte vor allem das Liv auf sich aufmerksam, das flotte 23 Stundenkilometer (km/h) aufs Parkett legte und dabei mit einem sehr hohen Faktor von 3,8 unterstützte.
Aber auch das Canyon (22,2 km/ und Faktor 3,8) sowie das Brennabor (22,4 km/h und Faktor 3,5) können hier mit um das gepunktete Trikot für die beste Bergwertung mithalten. Gemächlicher geht es mit dem Decathlon-E-Bike zu, das es bei der Bergprüfung im Labor nur auf 17,2 km/h und einen Unterstützungsfaktor von 2,8 brachte. Hier werden also die Unterschiede der Motoren deutlich.
Bremsenprüfung: Immer sicher zum Stehen kommen
Brenzliche Situationen in der Stadt, enge Waldpassagen mit Wurzeln oder rutschige Wege im Herbst - es gibt immer Situationen, in denen man abrupt abbremsen muss. Da ist es gut, wenn man weiß, dass man sich auf sein Material verlassen kann.
Hier die fünf Testkandidaten von 2024 im Überblick:
- Canyon Pathlite:ON 6 SUV
- Giant AnyTour X E+ 0
- Brennabor T-66e
- Liv Amiti-E+ 2
- Decathlon Rockrider e-actv 500 LF
Die Top-Modelle von 2023
- 1. Platz & Testsieger 2023: Stevens E-Triton 7.6.1
- 7. Platz & Preis-Leistungssieger: Hepha Trekking 7 Ultra
FAQs: Die häufigsten Fragen zu Trekking-E-Bikes
- Was ist ein Trekking-E-Bike?
- Wie funktioniert der Motor eines Trekking-E-Bikes?
- Wie weit kann man mit einem Trekking-E-Bike fahren?
- Kann man ein Trekking-E-Bike auch ohne Motorunterstützung fahren?
- Welche Ausstattung sollte ein gutes Trekking-E-Bike mitbringen?
- Wie unterscheidet sich ein Trekking-E-Bike von einem City- oder Mountain-E-Bike?
- Wie pflegt man ein Trekking-E-Bike richtig?
- Wie teuer ist ein Trekking-E-Bike?
- Sind Trekking-E-Bikes für den Alltag geeignet?
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