Ein E-Bike mit Riemenantrieb wirkt auf den ersten Blick als logische, funktionale Lösung. Wer mehrere Tausend Euro für ein Fahrzeug ausgibt, will damit Pendelfahrten bewältigen, in der Freizeit mal schnell zum Biergarten fahren oder gar längere Radreisen unternehmen.
Vorteile des Riemenantriebs
Ein großer Vorteil liegt in der deutlich höheren Langlebigkeit als bei einer Kette. Wer sich ein E-Bike ins Haus holt, tut das im Regelfall, um damit viele Kilometer zu fahren. Entsprechend weitet man so die Nutzungsdauer der Antriebskomponenten deutlich aus - je nach Modell um das Doppelte bis Vierfache. Grund dafür sind die sehr belastbaren Carbonfasern, die häufig verbaut werden, um maximale Stabilität zu gewährleisten.
Der Riemen leiert dadurch nicht aus. Während eine Kette gereinigt, geölt und nachgespannt werden muss, macht eine hohe Laufleistung einem E-Bike mit Zahnriemen nichts aus. Soll er einmal gereinigt werden, dann genügt dafür klares Wasser, eine Schmierung wird gar nicht benötigt. Abgerundet wird es durch seine Robustheit. Er kann Wind und Wetter ausgesetzt werden, ohne dass sich das negativ auf die Antriebsleistung oder seine Lebensdauer auswirken würde. Diese Stabilität sorgt außerdem für eine sehr ruhige Laufleistung.
Weitere Vorteile im Überblick:
- Wartungsarmut: Keine Notwendigkeit für Schmierung oder Justierung.
- Geräuscharmut: Deutlich leiser als Kettenschaltungen.
- Sauberkeit: Kein schmieriges Öl, das Kleidung oder Fahrrad verschmutzt.
- Langlebigkeit: Gates spricht von einer Lebensdauer von 15.000 bis 30.000 Kilometern, während eine klassische Fahrradkette „nur“ 5000 bis 10.000 Kilometer hält.
Technische Aspekte und Komponenten
E-Bikes mit Riemenantrieb können mit verschiedenen Schaltungssystemen kombiniert werden. Günstige City-Pedelecs erhalten meist eine Kombination aus einem hochwertigen Carbon-Riemen und Single-Speed-Antrieb. E-Bikes mit Riemenantrieb können aber auch mit Nabenschaltungen beispielsweise von Shimano oder stufenlosen Enviolo-Schaltungen zusammenarbeiten. Ferner gibt es Tretlagerschaltungen, wie das Pinion-Getriebe.
Die wartungsarme Kombination vervollständigt der Carbonriemen. Er ersetzt die klassische Fahrradkette. Das Carbonfaserband ist äußerst robust und hält viele Tausend Kilometer. Ein kleiner, beim E-Bike ebenfalls eher zu vernachlässigender Nachteil: Der Carbonriemen überträgt die Kraft nicht ganz so effizient wie die Fahrradkette.
Die Zugstufe der Enviolo lässt sich während des Pedalierens verändern, auch wenn dazu etwas mehr Kraft als ohne Zug auf der Kette oder dem Riemen nötig ist. Shimanos Inter 5E, die speziell für E-Bikes entwickelt ist, lässt sich ebenfalls unter Zug schalten. Gleiches gilt für das teurere, nicht im Test vertretene Pinion-Getriebe. Rohloff löst diesen Punkt bei der E-Speedhub-Nabe mit einer minimalen, automatischen Zugunterbrechung beim elektronischen Schaltvorgang.
Enviolo vs. Rohloff
Ob Enviolo oder Rohloff geeigneter ist, hängt von der geplanten Nutzungsweise ab. Die Enviolo Gangschaltung bietet einen stufenlosen Übergang, während die Rohloff E-Speedhub für ihre Robustheit und hohe Belastbarkeit bekannt ist.
Worauf man beim Kauf achten sollte
Für welche Antriebsart Sie sich nun entscheiden, sie alle haben ihre Daseinsberechtigung. Am Ende müssen Sie für sich klären, ob Sie den erhöhten Wartungsaufwand der Kettenschaltung dem wartungsarmen Sorglosantrieb mit Nabenschaltung und Riemen vorziehen oder nicht. Für die Kette spricht die oft enorme Entfaltung, die auch beim E-Bike nicht ganz unbedeutend ist.
Preis und Gewicht können unter Umständen auch beim E-Bike relevante Größen sein, die uns zur Kettenschaltung greifen lassen. Und mit ein wenig Erfahrung lassen sich Schaltelemente und Kette mit geringem Aufwand warten. Macht hingegen eine Nabenschaltung Mucken, so ist eigentlich fast immer der Gang in die Fachwerkstatt nötig. Denn viel selbst machen lässt sich bei den gekapselten Getrieben nicht.
Einen Nachteil von Riemenantrieben lösen die Fahrradhersteller übrigens immer öfter durchs Rahmendesign. Denn um einen Riemen nutzen zu können, musste früher oft der Rahmen geöffnet werden, meist über eine verschraubte Öffnung an der Sattelstrebe. Inzwischen zeichnen die Hersteller ihre Rahmen aber so, dass der Riemen auch ohne Öffnung des Rahmens verwendet werden kann (etwa bei Riese & Müller und Tenways im Test). So vereinfachen sich auch Aus- und Wiedereinbau des Hinterrads, wenn etwa der Reifen geflickt oder Bremsbeläge getauscht werden müssen.
Weitere wichtige Aspekte:
- Rahmendesign: Achten Sie darauf, dass der Rahmen den Riemenwechsel ohne Öffnen des Rahmens ermöglicht.
- Testfahrten: Führen Sie Probefahrten durch, um das Fahrgefühl und die Leistung des E-Bikes zu testen.
- Gesamtgewicht: Berücksichtigen Sie das zulässige Gesamtgewicht, besonders wenn Sie Gepäck oder Kinder transportieren möchten.
- Motorleistung: Wählen Sie einen Motor mit ausreichend Drehmoment für Ihre typischen Strecken und Anforderungen.
Aktuelle Modelle und Hersteller
Grundsätzlich gibt es kaum noch Bereiche, in denen kein E-Bike mit Zahnriemen genutzt werden kann. Vom Mountainbike bis zum Citybike sind von zahlreichen namhaften Herstellern die unterschiedlichsten Modelle erhältlich. Viele Fahrradbauer nehmen vermehrt den Budget- und mittelpreisigen Sektor in den Fokus. Die größte Zahl an Testrädern sind und bleiben allerdings die Mittelklasseräder im Preissegment zwischen 3000 und 5000 Euro.
Unter anderem die folgenden Hersteller bieten Modelle, die den E-Bike Riemenantrieb nutzen:
- Riese & Müller
- Kalkhoff
- Scott
- Hercules
Vereinzelt lassen sich - wie von Hercules - sogar Falträder als Riemenantrieb E-Bike finden. So lassen sie sich ideal bei einer Kombination aus Radstrecke und öffentlichen oder privaten Verkehrsmitteln kombinieren. Im Grunde genommen sollte man hier zunächst darüber nachdenken, welche Einsatzbereiche das Modell abdecken können soll, und dann aus dem breiten Portfolio der Modelle das passende E-Bike mit Riemenantrieb auswählen. Die Auswahl gestaltet sich dafür vielfältig genug.
Beispiele für beliebte Modelle:
- Tenways CGO 800S: Ein leichtes Pendler-E-Bike mit minimalistischem Design und entnehmbarem Akku.
- Engwe P275 Pro: Ein Commuter-Pedelec mit Mittelmotor, 3-Gang-Automatiknabe und hoher Akkukapazität.
- ADO Air 28: Ein City-E-Bike mit Heckantrieb, Federgabel und geringem Gewicht.
Der Testparcours und seine Herausforderungen
Soviel vorneweg: Die klassische Tagestour auf gut befestigten Wegen, ob nun im Flachen oder im Gebirge, bewältigen die wartungsarmen Räder alle sehr gut. Getestet haben wir das auf unterschiedlichen Untergründen und immer mit Gepäck an Bord. So mussten sich die Räder auf einem Feldweg beweisen, auf Kopfsteinpflaster und dem so typischen, durch aufgeworfenen Asphalt rumpelig gewordenen Fahrradweg.
Die größte Steigung, die es zu bewältigen galt, misst stolze 21 Prozent. Hier haben wir geprüft, ob die Nabenschaltungen, die ja eine geringere Übersetzungsbandbreite bieten als eine klassische Kettenschaltung, an ihre Grenzen kommen, oder ob die Übersetzung auch für diese Steigung ausreicht. Dabei spielt natürlich immer auch die Motorkraft eine Rolle.
Fazit
Es spricht also vieles für die wartungsarme Kombination aus Nabenschaltung und Carbonriemen. Für Alltagsfahrer und Pendler lohnt sich eine fest montierte Beleuchtung für das Rad. Je umfangreicher und hochwertiger die Ausstattung, desto höher der Preis. Kannst du auf zusätzliche Ausstattungsmerkmale verzichten oder ist dir das Gewicht weniger wichtig, kannst du hier etwas Geld sparen.
Verwandte Beiträge:
- Günstige E-Bikes für Damen: Top Modelle im Preisvergleich
- E-Bike Funktionsweise: Technik, Komponenten & Tipps
- Big Bike Laufrad: Test & Vergleich der besten Modelle
- E-Bike Dreirad mit Mittelmotor: Komfort und Sicherheit für Senioren
- Harley-Davidson Händler in den Niederlanden: Entdecken Sie jetzt unwiderstehliche Angebote!
- Shimano Rennrad Tretlager: Auswahl, Montage & Wartung
Kommentar schreiben