E-Bikes erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit und haben nach aktueller Studienlage einen ebenso positiven Effekt auf die Fitness ihrer Fahrer, wie herkömmliche Fahrräder. E-Bikes haben einen stolzen Preis - zumindest die namenhafter Hersteller. Wer sich ein E-Bike zulegen möchte, darf in der Regel nicht mit Schnäppchen rechnen: Preislich bewegen sich die elektronischen Fahrräder schnell bei 5.000 bis knapp 10.000 Euro.
Die gute Nachricht: Beim Discounter kommen wir deutlich günstiger weg. Einige Modelle gibt es sogar für unter 2.000 Euro. Alternativ bieten immer mehr Discounter sowie Versandhändler wie Amazon günstige E-Bikes an. Doch lohnt sich der Kauf der günstigeren Alternative, oder sollten wir lieber zum teureren Markenprodukt greifen? Wir nehmen das Preis-Leistungs-Verhältnis der E-Bikes vom Discounter unter die Lupe. E-Bikes für jeden Geldbeutel gibt es hier.
Worauf beim Kauf eines E-Bikes vom Discounter achten?
Ein Blick auf Akku- und Motorleistung zeigt: Die Elektroräder sind nicht weniger gut als Markenmodelle. Hier sind einige wichtige Aspekte, auf die Sie achten sollten:
- Akku: Standardmäßig haben die Akkus von E-Bikes eine Kapazität von 250 Watt - das ist für den Einsatz im Alltag mehr als ausreichend. Wer hingegen auf derberen Gelände fährt oder weitere Strecken zurücklegen möchte, sollte Räder mit einer höheren Akkukapazität wählen.
- Motor: Die meisten E-Bikes kommen mit Mittelmotor daher, er ist mittig am Tretlager positioniert und hilft daher bei der Stabilisierung beim Fahren. Hingegen gibt es beim Heck- oder Frontmotor die Gefahr, dass der Reifen bei rutschigem Untergrund durchdreht.
- Bremsen: Funktionstüchtige Bremsen sind das A und O beim Fahrradkauf. Wer nach einigen Fahrten noch Schmerzen empfindet, sollte den Sattel wechseln lassen.
E-Bike Modelle von Discountern im Überblick
Im Folgenden werden einige E-Bike Modelle von bekannten Discountern vorgestellt:
Lidl überrascht mit Eigenmarke Crivit
Unter den Fahrradhändlern bewegt sich Lidl schon länger, mit den Crivit Urban X und Y bringt der Discounter nun auch eigene E-Bikes auf den Markt. Trotz des vergleichbar kleinen Preisschilds kommen die Discounter-E-Bikes mit hochwertiger Ausstattung daher: Die Crivit-Modelle sind mit hydraulischen Scheibenbremsen, pannensicheren Reifen aus dem Haus Kenda und einem wartungsarmen Karbon-Riemen ausgestattet. Ein Mivice-M080-Hinterradnabenmotor unterstützt beim Treten. Laut Hersteller liegt die Ladezeit bei 3,5 Stunden und reicht für eine Reichweite von circa 100 Kilometern. Etwas gewöhnungsbedürftig: Statt klassischer Gangschaltung hat das E-Bike einen intelligenten Drehmomentsensor - dieser schaltet automatisch.
Crivit Urban X und Y:
- Bremsen: hydraulische Scheibenbremsen
- Motor: Mivice-M080-Hinterradnabenmotor
- Leistung: 250 W
- Gewicht: 21 Kilogramm
- Ladezeit: 3,5 Stunden
- Reichweite: 100 Kilometer
Tchibo: E-Trekking-Bike mit neun Gängen
Tchibo ist zwar in erster Linie für Kaffee und Lifestyle-Produkte bekannt, bietet mittlerweile aber auch E-Bikes an. Das höherpreisige Modell von Hawk kann in puncto Leistung sowie Ausstattung überzeugen. Eine Neun-Gang-Microshift-Kettenschaltung garantiert ein geschmeidiges Fahrgefühl. Der 250-Watt-Mittelmotor unterstützt bei Radtouren von bis zu 100 Kilometern Reichweite. Klar ist: Für kleine Touren ist das Trekking-E-Bike wohl zu viel des Guten, aber wer etwas mehr Geld in die Hand nehmen möchte und längere Ausflüge plant, greift hier zu.
Hawk E-Trekking-Bike:
- Bremsen: hydraulische Shimano-Scheibenbremsen
- Motor: Shimano Steps Mittelmotor
- Leistung: 250 W
- Gewicht: 22 Kilogramm
- Ladezeit: drei bis vier Stunden
- Reichweite: 100 Kilometer
Telefunken: Citybike für den Alltag
Nicht jeder plant mit seinem E-Bike die nächste Bikepacking-Tour - wer ein Modell für den alltäglichen Einsatz in der Stadt sucht, ist mit dem Fahrrad von Telefunken bestens beraten. Mit sieben Gängen, integriertem Rücktritt und dem City-Sattel ist alles für die bequeme Tour parat. Der 250-Watt-Motor hilft bei Anstiegen oder längeren Touren. Im Alltag finden Einkäufe & Co. im Fahrradkorb Platz.
Telefunken Citybike:
- Bremsen: V-Bremsen (vorn und hinten, mit Rücktritt)
- Motor: Telefunken Vorderrad-Motor
- Leistung: 250 W
- Gewicht: 25 Kilogramm
- Ladezeit: drei bis vier Stunden
- Reichweite: 100 Kilometer
Deruiz Quartz City E-Bike unter 1.500 Euro
Wem die 100 Kilometer Reichweite nicht genügen, der freut sich über den leistungsstarken Akku vom City-E-Bike von Deruiz: Dieser soll laut Hersteller bis zu 150 Kilometer weit reichen. In Kunden-Rezensionen, aber auch bei Experten-Tests etwa auf YouTube wird von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis gesprochen. Positiv erwähnt werden immer wieder der Fahrkomfort sowie die angenehme Sitzposition.
Deruiz Quartz City E-Bike:
- Bremsen: Scheibenbremsen
- Motor: Heckmotor
- Leistung: 250 W
- Gewicht: 27 Kilogramm
- Ladezeit: fünf bis sechs Stunden
- Reichweite: 150 Kilometer
ADAC und Stiftung Warentest Ergebnisse
Der ADAC hat E-Bikes mit tiefem Einstieg getestet und dabei überraschende Sieger gefunden. Modelle, die nicht nur durch Fahrkomfort, Reichweite und Sicherheit überzeugen, sondern auch durch einen Preis, der die Kasse schont und den Einstieg in die E-Mobilität so leicht wie nie macht.
Testsieger Deruiz E-Bike Quartz: Perfekt für lange Touren. Als einziger Tiefeinsteiger im Test mit Mittelmotor überzeugt es mit sanfter und kraftvoller Unterstützung, während die gefederte Sattelstütze für optimalen Komfort sorgt. Die 84 Kilometer Reichweite toppen sogar den Testsieger!
Fischer E-Bike Cita 2.2i: Komfort und Leistung vom Discounter LIDL. Gutes Fahrverhalten, bequeme, schadstofffreie Griffe und ein Mittelmotor für gute Balance zeichnen dieses Modell aus.
Die Stiftung Warentest hat in ihrem neuen E-Bike-Test zahlreiche City E-Bikes auf die Probe gestellt. Während hochwertige City-Pedelecs mit Mittelmotor zu Preisen zwischen 2.600 und 3.850 Euro den Test-Parcours fast durchweg mit einem „gut“ verließen, sieht es bei günstigen City-E-Bikes mit Frontmotor ganz anders aus. Die Sicherheit dieser beiden Elektrofahrräder konnte im Test nicht überzeugen.
Testsieger Stiftung Warentest: Flyer Gotour6 3.40. Gutes Fahrverhalten, ein guter Antrieb, eine ordentliche Handhabung, hohe Sicherheit und eine lange Haltbarkeit reichten am Ende für die beste Endnote (1,9).
Wichtige Tipps des ADAC zum E-Bike-Kauf
- Drehmoment statt Drehfrequenz: Ein starker Motor ist entscheidend für steile Anstiege. Leistungsschwache Antriebe sind schnell überfordert!
- Bequeme Ergonomie: Rahmenhöhe und Sattelposition müssen genau passen - ein schlecht eingestelltes Bike nimmt den Fahrspaß!
- Schadstofffreie Materialien: Griffe und Sattel ohne bedenkliche Inhaltsstoffe sorgen für ein sicheres Gefühl.
- Schnelle Ladezeit: Niemand will ewig warten - unter dreieinhalb Stunden Ladezeit sind ideal.
- Gesamtgewicht im Blick: Wer Gepäck oder einen Anhänger mitnimmt, sollte auf die maximale Belastbarkeit achten.
- Sichtbarkeit & Sicherheit: StVZO-konforme Beleuchtung und Reflektoren sind Pflicht!
- Erst Probefahrt, dann Kauf: Ein guter Testlauf zeigt, ob das Bike wirklich den persönlichen Ansprüchen genügt.
- Helm auf - Sicherheit geht vor: Auch wenn es keine Pflicht ist, ein Helm gehört immer dazu. Sicherheit steht an erster Stelle, egal ob auf kurzen Strecken oder langen Touren.
Fazit
Generell gilt: Günstig heißt nicht gleich schlechter. Wer will, kann für ein E-Bike aber schnell ein kleines Vermögen ausgeben. Wer ein neues E-Bike sucht und nicht gerade die Vorzüge des aktuell enorm beliebten Jobrad-Leasings genießt, dem kann auf der Suche nach dem passenden Rad schnell schwindelig werden. Die Preise sind in den vergangenen Jahren enorm angezogen. Markenräder bleiben trotzdem eine enorme Anschaffung, die wohl überlegt sein will.
Wer nun glaubt, vor dem Deal seines Lebens zu stehen, sei gewarnt: Einige dieser günstigen, ja billigen Räder sind von schlechter Qualität. Ein paar sind sogar nicht einmal mit deutschem und europäischem Recht vereinbar. Natürlich gibt es einen Mittelweg zwischen teuren Pedelecs und billigen, gefährlichen Internet-„Schnäppchen“. Budgeträder wie in unserem Test zum Beispiel. Diese Räder zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass ihre Hersteller durch den Einsatz von Großserienkomponenten, die sie in hoher Stückzahl einkaufen, und wenigen Modellen die Produktionskosten senken.
Hören Sie also tief in sich hinein. Wenn Sie sicher sind, die Testräder in ihrem angedachten Einsatzzweck zu nutzen oder wenn Sie bereit sind, die vorhandenen Kompromisse einzugehen, dann finden Sie in unserem Testfeld Budgeträder, die Ihnen eine Menge Freude bereiten werden.
Tabelle: Übersicht der E-Bike Modelle
| Modell | Bremsen | Motor | Leistung | Gewicht | Reichweite |
|---|---|---|---|---|---|
| Crivit Urban X/Y | Hydraulische Scheibenbremsen | Mivice-M080 | 250 W | 21 kg | 100 km |
| Hawk E-Trekking | Shimano Scheibenbremsen | Shimano Steps | 250 W | 22 kg | 100 km |
| Telefunken City | V-Bremsen (mit Rücktritt) | Telefunken Vorderrad | 250 W | 25 kg | 100 km |
| Deruiz Quartz | Scheibenbremsen | Heckmotor | 250 W | 27 kg | 150 km |
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