E-Bike Diebstahlschutz: Tipps und Tricks zum Schutz Ihres wertvollen Pedelecs

Mittlerweile interessieren sich nicht nur Rentner für E-Bikes, sondern auch immer mehr junge Familien oder Pendler - und leider auch Diebe. Laut einer aktuellen Statistik wurden 2024 in Göttingen die meisten Fahrräder gestohlen. Unter dem Diebesgut waren nicht nur gewöhnliche Drahtesel wie Rennräder oder Mountainbikes, sondern auch teure E-Bikes, auf die es immer mehr Langfinger abgesehen haben. Die wenigsten davon fanden den Weg zurück zu ihren Besitzern. Das ist besonders ärgerlich, wenn Sie mehrere tausend Euro für ein neues Pedelec ausgeben haben. Umso wichtiger ist es, entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen, die einen Diebstahl erschweren. Abschließen nicht vergessen!

Die Wahl des richtigen Schlosses

Ein Fahrradschloss ist das mit Abstand wichtigste E-Bike-Zubehör, allerdings sollten Sie hier auf ein robustes Modell setzen. Denn je schwieriger das Schloss zu knacken ist, desto schneller lässt ein Dieb wieder davon ab. Und entgegen vieler Meinungen, man müsse für Qualität auch viel Geld bezahlen, gibt es - laut Stiftung Warentest - den Preis-Leistungs-Sieger von Decathlon schon für knapp 30 Euro. Wollen Sie auf Nummer sichergehen und den Diebstahl zusätzlich erschweren, können Sie je ein Schloss am Vorder- und Hinterrad anbringen.

Viele Elektroräder (Pedelecs, E-Bikes) haben ein Rahmenschloss, das allerdings nicht als Diebstahl-Schutz reicht. Trotz Sicherung könnten die Räder einfach weggetragen oder sogar auf dem Vorderrad weggerollt werden.

Empfehlungen der Polizei

Die Polizei rät deshalb zum Kauf massiver Stahlketten-, Bügel- oder Panzerkabelschlösser mit „geprüfter Qualität“ aus hochwertigem Material (bspw. durchgehärteter Spezialstahl). Das Schloss sollte groß genug sein, um das Rad mit Rahmen sowie Vorder- und Hinterrad an einen festen Gegenstand anschließen zu können, zum Beispiel an einen Fahrradständer oder Laternenpfahl. Das gilt auch für das Abstellen in Kellern oder Garagen, denn auch abgeschlossene Räume halten Kriminelle nicht auf.

Generell sollten Besitzerinnen und Besitzer von Elektrorädern mehrere Schlösser einsetzen, um ihr Rad, den Akku oder wertvolle Zubehörteile vor Diebstahl zu schützen. Neben der Mitnahme bietet es sich an, diese mit einem weiteren Schloss zu sichern. Überwiegend sind die von Werk aus verbauten Akku-Schlösser, die viele Elektroräder haben, kein ausreichender Diebstahl-Schutz.

Klassische Fahrrad-Diebstahlschutzmethoden

  • Bügelschloss: Mit den meist U-förmigen Bügelschlössern ist ein Fahrrad oder auch E-Bike gut gesichert. Der starre, aus Stahl bestehende Bügel bietet keine große Angriffsfläche und kann nur mit einer Flex oder einem Schweißgerät durchtrennt werden. Bei qualitativ hochwertigen Markenschlössern ist das Öffnen ohne passenden Schlüssel jedoch nahezu unmöglich.
  • Faltschloss: Auch Faltschlösser zählen zu den sichersten Schlössern auf dem Markt. Wie beim Bügelschloss kommt hier besonders gehärteter Stahl zum Einsatz. Der Vorteil gegenüber Bügelschlössern ist eine höhere Flexibilität und oftmals ein praktisches Transportsystem.
  • Kettenschloss: Der Klassiker unter den Fahrradschlössern ist das Kettenschloss. Eine dicke Kette, gesichert durch ein ebenfalls dickes Schloss - daran hat sich schon so mancher Dieb die Zähne ausgebissen. Die Kettenglieder bringen eine höhere Flexibilität mit als ein Bügel- oder Faltschloss, allerdings sind die dicken Ketten auch erheblich schwerer und somit nicht immer ganz praktisch für den Alltagsgebrauch.

Abgestellte Räder immer mit einem guten und richtig angelegten Schloss sichern.

Empfehlung

Unsere Empfehlung ist der Einsatz einer Kombination von mindestens zwei Schlössern. Besonders sicher ist das Fahrrad mit einem Bügel- oder Faltschloss, erweitert man dieses mit einem flexiblen Schloss um leicht demontierbare Anbauteile zu sichern, macht man es dem Dieb besonders schwer.

Der richtige Abstellort

Unabhängig davon, dass Sie Ihr E-Bike immer und überall abschließen sollten, spielt auch der Abstellort eine entscheidende Rolle: Tagsüber sind belebte Plätze, die von allen Seiten gut einsehbar sind, die beste Wahl. Abends sollten Sie das Fahrrad nach Möglichkeit in der Garage oder im Keller parken. Ist das nicht möglich, sollten Sie sich für einen (auch gern belebten) Abstellort entscheiden, der nachts beleuchtet ist.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Tarnen des E-Bikes

Leider sind die meisten E-Bikes auf den ersten Blick erkennbar, daher kann es durchaus hilfreich sein, das Fahrrad (vor allem nachts) zu tarnen. Dafür brauchen Sie nur eine entsprechend große Abdeckung oder einen blickdichten Regenschutz für Ihr Pedelec, unter der Sie das Bike verstecken. Natürlich hält es einen Dieb nicht davon ab, darunter zu schauen. Allerdings weckt es nicht so schnell die Neugierde, da man sich erst die Mühe machen müsste, unter die Hülle zu gucken.

Entfernen des Akkus

Damit Sie den Akku eines E-Bikes aufladen können, ist dieser für gewöhnlich abnehmbar. Ohne den Energiespeicher fährt das Fahrrad ganz gewöhnlich - und ist somit deutlich unattraktiver für Diebe, die ihn erst einmal für viel Geld nachkaufen müssten. Aus diesem Grund sollten Sie den Akku immer abnehmen, wenn Sie das Bike im Freien abstellen.

GPS-Tracker zur Ortung

Trotz aller genannten Schutzmaßnahmen kann es vorkommen, dass Ihr E-Bike geklaut wird. Für den Fall ist die Anschaffung eines GPS-Trackers sinnvoll, über den Sie Ihr Fahrrad orten (und den Standort der Polizei melden) können. Er wird direkt am Fahrrad angebracht - und zwar so, dass man ihn nicht sehen kann, versteht sich. Dieses Modell der Marke Powunity zum Beispiel wird direkt in den Motor eingebaut, damit er von außen nicht sichtbar ist. Ist Ihnen die Anbringung zu kompliziert, können Sie auch einen GPS-Tracker für E-Bikes verwenden, der nur aufgeklebt wird. Dieses muss nur noch am Fahrrad montiert werden - allerdings gibt es auch hier einen Wermutstropfen: Um den Tracker zu benutzen, müssen Sie im Vorfeld eine SIM-Karte dazu kaufen, die ins Gehäuse gesteckt wird. Allerdings bekommen Sie günstige Prepaid-Modelle schon für fünf Euro.

Spezielle Diebstahlschutz-Systeme

In unserer vernetzten Welt gibt es natürlich auch digitale Helfer, um sich vor Dieben zu schützen oder das Fahrrad wieder zu finden, wenn es gestohlen wurde. Haibike verbaut zum Beispiel in ihrem aktuellen Pedelec das sogenannte eConnect System. Der integrative Diebstahlschutz ist fest im Rahmen verbaut und so kann das Fahrrad über eine App oder den Desktop PC geortet werden. Das System zeichnet Routen, Standorte und Fahrzeiten auf. So kann das gestohlene Bike per Mausklick schnell wiedergefunden und die Diebe im Bestfall überführt werden. Der Besitzer wird außerdem gewarnt, wenn sich das Bike ohne seinen Besitzer bewegt. Über ein Keyless Go System wird das Fahrrad automatisch verschlossen. Bei möglichen Unfällen sendet das eConnect System über die Handy-App einen Notruf an eine persönlich angegebene Kontaktperson; so ist der Fahrer auch bei Unfällen, bei denen keine weiteren Personen Vorort sind, abgesichert.

Der polizeiliche Fahrradpass

Kein vorsorglicher Schutz, jedoch hilfreich bei der Aufklärung im Fall eines gestohlenen Fahrrades, ist der polizeiliche Fahrradpass, welcher erst im Ernstfall zum Einsatz kommt. Über eine App wird das Fahrrad offiziell bei der Polizei registriert. Fotos, Beschreibung und Rahmennummer helfen zur zweifelsfreien Identifizierung des Bikes und der möglichen Überführung eines Täters. Die App ist kostenlos und die Daten sind immer auf dem Smartphone abrufbar. Ein PDF mit allen nötigen Daten und Fotos vom Rad kann im Falle eines Diebstahls direkt an die Polizei übermittelt werden. Auch an die Versicherung kann ein solches Datenblatt weitergeleitet werden.

Was tun, wenn das E-Bike gestohlen wurde?

Was tun, wenn es zu spät und das E-Bike weg ist? Als Erstes sollte bei der örtlichen Polizei eine Anzeige gegen Diebstahl gestellt werden. Mit den Daten des polizeilichen Fahrradpasses können die Beamten den Fall besser bearbeiten und bei einem möglichen Fund ist so eine zweifellose Identifizierung des Rades gesichert. Als Nächstes sollte die Versicherung verständigt werden. Über eine extra Fahrradversicherung kann hier für Schadensersatz gesorgt werden. Viele Versicherungen bieten für besonders teure Fahrräder eine extra Zusatzversicherung an. Wichtig bei jeder Versicherung ist trotzdem das ausreichende Sichern des Rades. Nur wer sein geliebtes Zweirad nachweislich robust und ausreichend gesichert hat, kann die Fahrradversicherung in Anspruch nehmen.

Checkliste zur optimalen Vorsorge und Diebstahlschutz:

  • Registrierung durch den polizeilichen Fahrradpass
  • Abschließen einer Fahrradversicherung
  • Wahl des richtigen Abstellplatzes
  • Robuste Sicherung durch qualitativ hochwertige Schlösser
  • Den Anreiz zum Diebstahl sowie die Flucht erschweren (zB. durch Demontage von Akku & Sattel)
  • Im Fall eines Diebstahls sofort die Polizei und Versicherung verständigen

Fahrrad oder E-Bike versichern

Spezielle Fahrrad-Versicherungen bieten mehr als die Hausratversicherung. Bei Diebstahl erhält man beispielsweise ein gleichwertiges Rad, neue Teile bei Vandalismus und für die Reparatur bei einem Schaden kommt die Versicherung auch auf. Hier stellen wir kurz und knapp die Leistungen der WERTGARANTIE vor.

  • Komplettschutz: In diesem Paket sind alle erdenklichen Leistungen enthalten, z.B. die Reparaturkostenerstattung.
  • Diebstahlschutz: Hier wird dir dein gestohlenes Fahrrad durch ein gleichwertiges Rad ersetzt. Gleiches gilt für gestohlene Einzelteile, die dir ebenfalls umgehend ersetzt werden.
  • Akkuschutz für E-Bikes: Der Akku ist eines der empfindlichsten und zugleich teuersten Teile des E-Bikes. Daher ist eine entsprechende Versicherung besonders sinnvoll. Schon für 5€ pro Monat kannst du in den Genuss des WERTGARANTIE Akkuschutzes kommen. Dieser ist auf den Kaufpreis des Akkus beschränkt.

Wurde das E-Bike erst einmal gestohlen, ist es leider sehr unwahrscheinlich, dass Sie Ihr Fahrrad jemals wiedersehen. Selbst die Polizei ist in den meisten Fällen machtlos. Haben Sie jedoch eine Versicherung für Ihr E-Bike abgeschlossen, bekommen Sie immerhin das Geld (gemessen am Kaufpreis und Alter des Rads) dafür erstattet - von dem Sie sich ein neues Modell leisten können. Allerdings greift die Versicherung nur dann, wenn Sie diese VOR dem Diebstahl abgeschlossen haben. Laut Stiftung Warentest können Sie Ihr Bike bereits ab 32 Euro im Jahr schützen lassen. Daher lohnt sich der Abschluss einer Fahrradversicherung in jedem Fall. Wurde das E-Bike aus dem eigenen Haus oder der eigenen Wohnung geklaut, ist es sogar gut möglich, dass Ihre Hausratsversicherung dafür aufkommt. Wichtig für Sie zu wissen: Werfen Sie die Quittung oder Rechnung für Ihr E-Bike nicht in den Müll, da der Kaufpreis sonst von der Versicherung geschätzt werden muss.

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