Camping mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen erfreut sich immer größerer Beliebtheit, und gleichzeitig verkaufen sich E-Bikes inzwischen besser als klassische Fahrräder. Daher liegt es nahe, dass viele Camping-Begeisterte ihr Elektrofahrrad im Wohnmobil mit in den Urlaub nehmen wollen.
Für den Fahrradtransport am Wohnwagen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Markt für Fahrradträger ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, sodass es heute zahlreiche Anbieter und Modelle gibt. Grundsätzlich unterscheiden sich Fahrradträger für den Wohnwagen durch ihre unterschiedlichen Montagepositionen. Es gibt Trägersysteme für die Heckmontage direkt am Caravan oder solche zur Befestigung auf der Wohnwagendeichsel.
E-Bike Träger erkennst du an der höheren Traglast. Beachte: Nicht alle Systeme sind für jeden Wohnwagen geeignet! Vor dem Kauf solltest du klären, ob dein Wohnwagenmodell mit dem gewünschten Fahrradträger kompatibel ist. Insbesondere bei Wohnwagen mit besonders kurzen Deichseln kann die Anbringung eines Deichselträgers Probleme machen.
Grundsätzlich gelten Fahrradträger und die darauf befindlichen Räder als (Zu)Ladung bzw. als Fahrzeuganbauten und unterliegen daher den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung (vgl. Auf Reisen nach Italien und Spanien muss sich zusätzlich eine rot-weiß gestreifte Warntafel am Fahrradträger befinden. Beachte dabei, dass du in diesen beiden Ländern nicht die selbe Warntafel verwenden darfst.
Verschiedene Trägersysteme im Überblick
Heckträger für Wohnwagen
Heckfahrradträger werden fest an der Heckwand des Wohnwagens verschraubt. Bei der Beladung müsst ihr darauf achten, dass ihr die zulässige Tragkraft des Trägers nicht überschreitet. Heckträger bieten den Vorteil, dass sich die Fahrräder platzsparend am Heck des Wohnwagens transportieren lassen. Allerdings erschwert die erhöhte Position das Be- und Abladen des Trägers. Zudem erhöht das zusätzliche Gewicht die Hecklastigkeit des Fahrzeugs (Hebelwirkung) und der Auflagedruck des Wohnwagens auf der Anhängerkupplung wird geringer.
Außerdem solltest du dir darüber bewusst sein, dass negative Fahreigenschaften (z.B. Für die verkehrssichere Montage von Heckträgern sind genaue Kenntnisse über die Beschaffenheit der Caravanrückwand und ggf. vorhandener Befestigungspunkte unerlässlich. Die Inneneinrichtung des Wohnwagens (z.B. Schränke oder Bauteile der Nasszelle) können die Befestigung des Heckträgers behindern. Daher empfiehlt es sich, die Montage von einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen. Erfolgt die Anbringung nicht fachgerecht, können gravierende Konsequenzen drohen: seien es Schäden am eigenen Wohnwagen oder unfallbedingte Schäden bei anderen Verkehrsteilnehmern.
Als Adapter zur Befestigung dient eine Schiene, die horizontal an der Rückwand des Wohnwagens festgeschraubt und verklebt ist. An dieser Schiene wird der Grundträger mit den beiden oberen Aufnahmepunkten verschraubt. Das untere Ende des Trägers wird mit Hilfe von zwei Adaptern mit der Rückwand verschraubt.
Deichselträger für Wohnwagen
Deichselfahrradträger werden zwischen Deichselkasten und dem Stützrad des Wohnwagens angebracht. Bestimmte Deichselträger besitzen einen Schwenk- oder Klappmechanismus. Eine andere Lösung bietet Eufab mit dem Deichselfahrradträger BS260. Dieser besitzt ein Schienensystem, das die Fahrräder auf dem Grundträger hin- und hergleiten lässt.
Der Transport von Fahrrädern auf der Deichsel bietet im Gegensatz zum Transport am Wohnwagenheck in vielerlei Hinsicht Vorteile. Durch die geringe Montagehöhe sind die Fahrräder oder E-Bikes schnell und leicht zu verstauen. Mit einem Deichselfahrradträger erhöht sich allerdings die Stützlast. In der Regel sind Wohnwagendeichseln für eine Stützlast von maximal 100 Kilogramm ausgelegt. Auch in den Papieren des Zugwagens ist eine Obergrenze für die Stützlast angegeben.
Die Position des Deichselträgers hat außerdem Einfluss auf den maximalen Einschlagwinkel des Zugfahrzeugs in Relation zum Wohnwagen. Bei Deichselträgern gestaltet sich die Montage einfacher als bei Heckträgern und ist auch für den versierten Laien umsetzbar. Aufgrund des Haftungsrisikos raten wir aber auch bei Deichselträgern von einer Selbstmontage ab. Eine Fachwerkstatt verfügt über das erforderliche Fachwissen, um Fahrradträger verkehrssicher am Wohnwagen zu montieren. Sollte in der Folge dennoch ein Schaden aufgrund eines Montagefehlers auftreten, haftet die Werkstatt.
Weitere Transportmöglichkeiten
Manche Wohnwagen besitzen auch eine geräumige Garage oder eine große Heckklappe. In diesem Fall könnt ihr eure Zweiräder auch im Caravan transportieren. Spezielle Schienensysteme sorgen dafür, dass die Räder während der Reise nicht verrutschen.
Wichtige Hinweise zur Beladung
Bei der Beladung eines Wohnwagens musst du verschiedene Gewichtsangaben beachten. Entscheidend ist, dass du das zulässige Gesamtgewicht des Wohnwagens nicht überschreitest. Beachte bei der Beladung deines Wohnwagens, dass das Gewicht des Fahrradträgers (inkl. Fahrräder) die maximal mögliche Zuladung reduziert. In der Regel werden Fahrradträger mit Aufnahmeschienen für zwei Fahrräder oder E-Bikes geliefert. Eine dritte Schiene lässt sich häufig optional ordern. Beachte in jedem Fall die zulässige Traglast des Fahrradträgers.
Nimm die Akkus von den E-Bikes ab und transportiere sie im Zugwagen. Ferner darf die zugelassene Stützlast, mit der die Wohnwagendeichsel auf der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs aufliegt, nicht über- oder unterschritten werden. Wird sie überschritten, lastet zu viel Gewicht auf der Anhängerkupplung. Dies erhöht die Gefahr, dass es zu Schäden an der Kupplungsaufhängung des Zugfahrzeugs kommt und dass dessen Fahreigenschaften negativ beeinflusst werden.
Aufgrund dieser physikalischen Effekte empfiehlt sich, Heckträger ausschließlich für den Transport leichterer Fahrräder zu verwenden. Die gute Nachricht: In der Regel haben alle auf dem Markt erhältlichen Fahrradträger eine allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) und sind vom TÜV abgenommen und zugelassen. Beim Erwerb eines Fahrradträgers solltest du auf das GS-Siegel achten. Ein separater Termin zur Abnahme des Fahrradträgers beim TÜV ist nicht notwendig und erforderlich.
Viele Fakten sprechen für den Deichselträger. Er lässt sich komfortabler nutzen und beeinträchtigt die Fahrstabilität nicht übermäßig. Insbesondere bei schweren Fahrrädern oder E-Bikes kommt dir die niedrige Montagehöhe des Deichselträgers zu Gute. Für manche Deichselfahrradträger gibt es optional sogar eine Auffahrschiene. Damit kannst du die Räder bequem auf den Träger rollen.
Sicherheitsmaßnahmen beim E-Bike-Transport
E-Bikes und Pedelecs können wie andere Fahrräder auch transportiert werden. Wichtig ist dabei, dass die Fahrräder gut gesichert werden, sodass sie nicht runterfallen, verrutschen oder gegen das Wohnmobil schlagen können.
Die Besonderheiten beim Transport von E-Bikes im Wohnmobil sind vor allem der zusätzliche Motor und die Batterie. Das führt zu mehr Gewicht, was bei der Tragfähigkeit des Fahrradträgers und beim maximal zulässigen Gesamtgewicht des Campers beachtet werden muss. Auch die Fahrradgaragen haben oft ein eigenes Maximum für die Zuladung. Außerdem ist der Rahmen von E-Bikes durch die Batterie an manchen Stellen dicker als bei normalen Rädern. Darauf sollte insbesondere bei der Wahl des Fahrradträgers geachtet werden.
Darüber hinaus sollten E-Bike-Akkus nicht in der Sonne aufbewahrt werden, da sie sonst schneller altern können. Besser ist es daher, sie vor dem Transport auf einem Heck-Fahrradträger auszubauen. Das Entfernen des Akkus empfiehlt sich auch aus einem weiteren Grund: Der Akku ist meist der wertvollste Teil eines E-Bikes und er kann oft leicht abgenommen werden. Ein geschickter Dieb könnte ihn bei einem offen am Wohnmobil-Heck angebrachten E-Bike daher leicht stehlen, beispielsweise auf einem Parkplatz oder nachts auf dem Campingplatz.
Neben dem Akku sollten auch andere leicht zu entfernende Teile des E-Bikes abgenommen und im Wohnmobil aufbewahrt werden. Das betrifft z. B. Sättel oder Vorderräder mit Schnellspanner sowie abnehmbare Bordcomputer und Navigationsgeräte. Ggf. kann es Sinn machen, Anschlüsse, offene Rohre und andere empfindliche Teile wie den Motor vor Regen und Staub mit einer Schutzkappe zu schützen.
Am einfachsten lassen sich E-Bike-Akkus laden, wenn es auf dem Campingplatz einen Stromanschluss gibt. Im Ausland wird ggf. noch ein Adapter für die Steckdose benötigt. Ladegeräte, die mit dem 12-V-Bordnetz funktionieren, sind selten und können schnell die Batterie überlasten.
Ob mit oder ohne Wohnmobil: Auch im Urlaub sollten E-Bike-Akkus richtig geladen werden, um vorzeitiges Altern und die Brandgefahr zu reduzieren. Gerade bei Wohnmobilen sollte besonders auf die Sicherheit geachtet werden. Schließlich kann ein plötzlicher Brand mit starker Rauchentwicklung, wie er beim „thermischen Durchgehen“ von Lithium-Ionen-Akkus auftreten kann, in einem Wohnmobil besonders schnell zu einer Katastrophe führen.
Neben den allgemeinen Sicherheitsregeln für das Laden von Akkus sollten Wohnmobil-Besitzer daher zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Die E-Bike-Akkus sollten am Besten außerhalb des Wohnmobils (aber nicht in der Sonne) und unter Aufsicht geladen werden. Werden sie im Wohnmobil geladen, dann sollten sie bei einem Brand nicht den Fluchtweg blockieren. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann seinen E-Bike-Akku in einer RETRON BOX lagern, transportieren und aufladen.
Gut zu wissen: Viele der oben stehenden Tipps gelten auch für E-Scooter oder E-Motorroller, die im Wohnmobil mitgenommen werden.
Zusätzliche Tipps für den sicheren E-Bike-Transport
- Akku ausbauen: Der Akku muss raus, das bringt schon mal zwei bis drei Kilogramm Gewichtsersparnis. Gaffer-Tape schützt die elektrischen Kontakte der Akkuhalterung vor Verschmutzung und Feuchtigkeit.
- Schienenlänge beachten: Speziell Pedelecs mit Mittelmotoren haben oft einen größeren Radstand als normale Fahrräder und brauchen daher längere Schienen mit mindestens 1,20 Meter Länge.
- Qualität zählt: Beim Kauf des Kupplungsträgers lohnt es sich, einschlägige Vergleichstests nachzulesen.
- Ladungssicherung: Ladungssicherung ist auch beim Bike-Transport im Wohnmobil oberste Bürgerpflicht.
Deichselträger im Vergleich
Hier ist eine Übersicht über verschiedene Deichselträger-Modelle mit ihren Eigenschaften:
| Modell | Eigengewicht (kg) | Fahrräder | E-Bike-geeignet | Tragfähigkeit (kg) | Platzbedarf Deichsel (mm) | Schienenabstand (mm) | UVP Euro |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fiamma Carry-Bike XL A | 5,3 | 2 | Nein | 35 | 402 | k.A. | 193 |
| Fritz Berger Deichsel-Fahrradträger | 4,7 | 2 | Nein | 40 | 340 | 200 | 99 |
| LAS Deichselträger Aluminium | 6 | 2 | Nein | 35 | 340 | 150 | 190 |
| Obelink Front II Plus | 6 | 2 | k.A. | 50 | 340 | k.A. | 88 |
| Fiamma Carry-Bike Caravan Active | 7,5 | 2/3 | Ja | 50 | 315 | k.A. | 612 |
| Fritz Berger Farradträger Premium | 7 | 2 | Ja | 40 | 440 | ca. 150 | 269 |
| LAS BC 260 Deichselträger | 10 | 2 | Ja | 60 | 850 | 200 | 455 |
| Thule Caravan Superb (XT**) | 9,9 | 2 | Ja | 60 | 490 | 200 | 429 |
| Thule Caravan Smart | 8,9 | 2 | Ja (1) | 50 | 440 | 150 | 479 |
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