E-Bikes sind aus der deutschen Fahrradlandschaft nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Menschen entscheiden sich für das elektrische Fahrrad als umweltfreundliche Alternative für den täglichen Verkehr. Hinzu kommt, dass das E-Bike auch als Freizeitgefährt an Beliebtheit gewinnt. 2023 hatten bereits mehr als 50 Prozent aller verkauften Fahrräder in Deutschland einen Elektroantrieb - Tendenz steigend. Das kommt nicht von ungefähr: Wenn man in diesen Tagen über große internationale Fahrradmessen läuft, zeigt sich bereits auf den ersten Blick, dass die Fahrradwelt mitten im Zeitalter der Elektromobilität angekommen ist.
Eine Konsequenz dieser Entwicklung: Die Auswahl an Unternehmen, die sich auf dem E-Bike-Markt tummeln, wächst rasant. Einige Hersteller haben sich dabei besonders durch Qualität, Innovation und Leistung hervorgetan. Damit du in diesem Dschungel der E-Bike-Marken nicht den Überblick verlierst, werfen wir im Folgenden einen Blick auf zehn der bekanntesten E-Bike-Marken in Deutschland.
1. Cube: Einer der größten Fahrradhersteller in Deutschland
Da sich die Fahrradhersteller in Sachen Verkaufszahlen nicht gern in die Karten schauen lassen, ist es schwierig festzustellen, welcher der beliebteste von ihnen ist. Fest steht: Cube gehört zu den größten Fahrrad- und E-Bike-Produzenten in Deutschland. Nach eigenen Angaben stellt das 1993 im bayerischen Waldershof gegründete Unternehmen mehr als 500.000 Räder im Jahr her.
Cube bietet eine breite Palette an E-Bikes an - von City- und Trekkingrädern bis hin zu sportlichen E-Mountainbikes. Dabei hat man sich vor allem durch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis einen Namen gemacht und gehört berechtigterweise zu den führenden deutschen E-Bike-Herstellern. Cube hält mit etwa 19 % Marktanteil und rund 400.000 verkauften E-Bikes (2024) die Spitzenposition in Deutschland. Kunden schätzen vor allem die robuste Verarbeitungsqualität, das dichte Bosch-Händlernetz und die vielfältigen Modellvarianten.
2. Specialized: Marktführer aus den USA
Specialized ist weltweit als einer der führenden Hersteller im Bereich Fahrräder und E-Bikes bekannt. Das US-amerikanische Unternehmen hat seit seiner Gründung im Jahr 1974 seinen Sitz im kalifornischen Morgan Hill. Specialized gilt als besonders sportive Marke, die auch viele Profi-Radteams und Athleten sponsert.
Im E-Bike-Bereich sind vor allem die E-Mountainbikes von Specialized bekannt, die bei Fahrern aller Leistungsklassen gefragt sind. Bei einem Streifzug durch das Sortiment des Herstellers mit dem geschwungenen S im Logo wirst du aber auch SUV-E-Bikes und City-E-Bikes fürs tägliche Pendeln zur Arbeit finden. Specialized hält etwa 4 % Marktanteil (rund 85 000 Räder) im High-End-Bereich. Die Marke setzt mit leichten Carbon-E-MTBs („Turbo Levo SL“), Performance-Trekking-Bikes und E-Gravel-Modellen technische Maßstäbe.
3. Kalkhoff: Mehr als 100 Jahre Fahrradgeschichte
Kalkhoff ist ein weiterer deutscher E-Bike-Hersteller. Dabei dürfte man sich mit Cube um den Titel des größten E-Bike-Herstellers streiten. Sicher ist, dass Kalkhoff wie kaum ein anderes Unternehmen in der Fahrradbranche für Tradition und Innovation gleichermaßen steht. Gegründet wurde die Marke nämlich bereits im Jahr 1919. Bis heute ist man dem Standort Cloppenburg in Niedersachsen treu geblieben.
Die Marke ist bekannt für ihre hochwertigen City-, Trekking- und Touring-E-Bikes, die sowohl für Alltagsfahrer als auch für längere Touren ideal sind. Kalkhoff kommt auf rund 6 % Marktanteil (ca. 125 000 Räder) im Trekking- und Pendlerbereich. Klassiker wie die „Endeavour“-Serie oder das komfortable „Agattu“ überzeugen mit wartungsarmen Riemenantrieben, 750 Wh-Akkus und aufrechter Sitzposition.
4. Riese & Müller: Die nachhaltigste E-Bike-Marke
Riese & Müller ist ein weiterer großer deutscher Hersteller. Das Unternehmen aus der Nähe von Darmstadt betrat 1993 die Fahrradbühne, als man das gefederte Faltrad Birdy vorstellte. Mit dem Einzug des E-Bikes in die Radwelt hat man sich zu einem der führenden E-Bike-Hersteller Europas entwickelt.
Das Sortiment umfasst eine große Auswahl an City-, Touring- und Cargo-E-Bikes. Riese & Müller steht hierbei vor allem für sehr moderne Designs. Gleichzeitig gilt man als Branchenvorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Das Unternehmen legt großen Wert auf ökologische Produktion und nachhaltige Materialien und ist eines der wenigen, die regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht publizieren. Mit rund 8 % Marktanteil (ca. Beliebte Modelle wie „Load4“ und „Delite“ punkten mit modularen Gepäcklösungen, starken Bosch-CX-Antrieben und hohem Individualisierungsgrad.
5. Haibike: Die Erfinder des E-Mountainbikes
Ob der deutsche Hersteller Haibike oder das österreichische Unternehmen KTM Fahrrad das E-Mountainbike erfunden haben - so ganz geklärt ist diese Entscheidung bis heute nicht. Fest steht, dass Haibike in den Anfängen der E-Bike-Geschichte ein absoluter Vorreiter für das E-Biken im Gelände war. Haibike kommt ursprünglich aus Schweinfurt, wo es 1995 gegründet wurde.
Bis heute steht das Unternehmen für sportive E-Bikes, die sich abseits geteerter Wege besonders wohlfühlen. Auch im Bereich E-Mountainbike-Racing sind die E-MTBs von Haibike sehr gefragt. Man gilt daher zurecht als eine der weltweit beliebtesten E-Mountainbike-Marken. Haibike, nicht zu verwechseln mit Heybike, belegt mit etwa 7 % Marktanteil (rund 150 000 Räder) die Führungsrolle im sportlichen Gelände-Segment. Das Modell-Spektrum reicht von leichten Hardtail-E-MTBs bis zu vollgefederten Trail- und All-Mountain-Bikes.
6. Flyer: Marktführer in der Schweiz
Flyer ist der Marktführer in der Schweiz. 2001 gegründet, hat die Firma ihren Hauptsitz in Huttwil in der Nähe von Bern. Flyer ist bekannt für seine hochwertigen und langlebigen E-Bikes. Die Marke legt großen Wert auf Präzision und Qualität, was sich in ihren zuverlässigen und komfortablen Rädern widerspiegelt.
Flyer bietet eine breite Palette von Modellen an, die für verschiedene Einsatzbereiche geeignet sind - von der Stadt bis zum bergigen Terrain.
Bosch: Der bekannteste E-Bike-Antriebshersteller
Neben den renommierten E-Bike-Marken wird der Markt für Elektrofahrräder stark von den E-Bike-Antriebsherstellern geprägt. Besonders bekannt ist Bosch: Das Unternehmen aus Gerlingen bei Stuttgart hat seit 2009 eine eigene E-Bike-Abteilung. Unter dem Namen Bosch eBike Systems entwickelt man Antriebssysteme mit Akkus und Steuerungen.
Dank seiner qualitativ hochwertigen und leistungsstarken Produkte gilt Bosch heute als der bekannteste Hersteller von E-Bike-Antriebssystemen. Im Portfolio gibt es Motoren für verschiedenste E-Bike-Typen, vom E-Mountainbike bis zum E-Lastenrad.
7. Canyon: Der Preis-Leistungs-König
Canyon wurde 2002 in Koblenz gegründet und ist damit eine der jüngeren Fahrradmarken auf dem Markt. Gleichzeitig ist der Onlineversender aber auch einer der beliebtesten E-Bike-Hersteller in Deutschland. Der Grund: Ihre Direktvertriebsstrategie ermöglicht es den Machern von Canyon, hochwertige E-Bikes zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten.
Zum Canyon-Sortiment gehören E-Mountainbikes, E-Rennräder, E-Gravelbikes, E-Citybikes und E-Trekkingbikes. Canyon erzielt durch Direktvertrieb rund 3 % Marktanteil (ca. 65 000 Räder). Die Modellpalette reicht von E-Gravel- und All-Road-Bikes bis zu Full-Suspension-E-MTBs.
8. Rose: Beliebter Onlineversender
Rose ist ein weiterer bekannter Onlineversender, der sich auf hochwertige Fahrräder und E-Bikes spezialisiert hat. Dabei blickt man auf eine lange Geschichte zurück, denn Rose gibt es bereits seit 1907. Was einst als klassisches Fahrradgeschäft im nordrhein-westfälischen Bocholt begann, wurde um die Jahrtausendwende zum Onlineversand.
2011 gründete man mit Rose Bikes auch eine eigene Fahrradmarke. Deren Sortiment umfasst eine breite Palette an E-Bikes, die sich durch ihre Individualisierbarkeit und hohe Qualität auszeichnen. Zu den angebotenen E-Bikes gehören Modelle aus den Bereichen E-Rennrad, E-Urban, E-Trekking, E-MTB und E-Gravel. Rose nimmt mit 1,5 % Marktanteil (~ 35 000 Räder) eine Nischenposition im Online-Vertrieb ein. Urban-E-Bikes, Trekking-Modelle und gelegentliche E-MTBs zeichnen sich durch schicke Designs und Gates-Riemenantrieb aus.
9. KTM: Marktführer in Österreich
Wenn du gern Motorrad fährst, kennst du die Maschinen von KTM. Neben der Motorradmarke KTM gibt es im österreichischen Mattighofen allerdings auch ein Fahrrad-Pendant: die KTM Fahrrad GmbH. Diese hat ein ähnlich oranges Logo und gilt in Österreich als Marktführer im Bereich E-Bikes.
KTM Fahrrad bietet eine vielfältige Auswahl an E-Bikes, die von urbanen Modellen bis hin zu robusten E-Mountainbikes reicht. Letztere sind das Steckenpferd der Österreicher. Wie Haibike hat man bereits im Jahr 2010 das erste E-Mountainbike auf den Markt gebracht. Damit gilt man als eines der Unternehmen, die das E-MTB massentauglich gemacht haben. KTM kommt auf etwa 4 % Marktanteil (ca. 80 000 Räder), mit Schwerpunkt Tour- und Trekking-E-Bikes sowie sportlichen E-MTBs.
10. Stromer: Bekanntester S-Pedelec-Hersteller
Stromer ist spezialisiert auf die Herstellung von S-Pedelecs, einer schnelleren Kategorie von E-Bikes. Der Unterschied: Im Vergleich zu klassischen E-Bikes, die eine Motorunterstützung bis 25 km/h besitzen, beschleunigen S-Pedelecs auf bis zu 45 km/h. Stromer stammt aus Oberwangen im Schweizer Kanton Bern, wo die Firma 2010 gegründet wurde.
Die Stromer-Produktpalette umfasst hochwertige, leistungsstarke Speed-Pedelecs, die vorwiegend für Pendler und Geschwindigkeitsliebhaber geeignet sind. Ein Hingucker ist das Design, das üblicherweise sehr elegant wirkt.
Marktanteile der E-Bike-Marken in Deutschland (2024)
Die folgende Tabelle zeigt die Marktanteile der genannten E-Bike-Marken in Deutschland im Jahr 2024:
| Marke | Marktanteil (ca.) |
|---|---|
| Cube | 19 % |
| Riese & Müller | 8 % |
| Haibike | 7 % |
| Kalkhoff | 6 % |
| Prophete | 5 % |
| Specialized | 4 % |
| KTM | 4 % |
| Canyon | 3 % |
| Rose | 1,5 % |
| Bulls | 3,5 % |
Entwicklung des Fahrradmarkts in Deutschland
Ein Blick auf die Absatzzahlen der deutschen Fahrradfachhändler zeigt, dass die Nachfrage nach E-Bikes weiterhin hoch ist. Allerdings hat der Markt insbesondere im Zuge der Corona-Pandemie im Jahr 2020 einen Boom erlebt. Inzwischen ist das Volumen des Gesamtmarktes rückläufig. Verdeutlicht wird dies auch anhand des Umsatzes. Sorgte der Hype erst für einen rasanten Umsatzanstieg, so sank der Gesamtabsatz um rund 23 % von 2020 bis 2024.
Der höchste Umsatz wurde im Jahr 2022 mit einem Wert von 7,36 Mrd. Euro erzielt. Wie wir hier deutlich erkennen können, ist der durchschnittliche Wert der Fahrräder angestiegen. Zurückzuführen ist dieses Wachstum beim Durchschnittswert auf die E-Bikes.
Die Gesamtstückzahl der verkauften Fahrräder und E-Bikes in Deutschland lag 2023 bei 4,0 Millionen. Damit ist die Verkaufsmenge insgesamt leicht rückläufig und ungefähr wieder auf dem Vor-Corona-Niveau. Weiter nachgelassen hat insbesondere der Verkauf von Fahrrädern ohne Motorunterstützung. Weiterhin positiv sind die Entwicklungen bei den E-Bikes, die sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum Treiber bei Absatz, Umsatz und Innovation entwickelt haben.
2023 wurden 2,1 Mio. E-Bikes in Deutschland abgesetzt. Damit haben E-Bikes im Jahr 2023 erstmals Fahrräder beim Absatz hinter sich gelassen. Die stabilen Absatzzahlen bei E-Bikes liegen sogar über dem Niveau des Boom-Jahres 2020. Das Ergebnis des Rekord-Vorjahrs 2022 konnte aufgrund der allgemeinen Kaufzurückhaltung bei den Verbraucher:innen nicht erreicht werden.
Der Bestand an Fahrrädern und E-Bikes in Deutschland wächst kontinuierlich - auf 84 Mio. Stück in 2023. Im Vergleich zu 2019 entspricht das einer Zunahme um 8,1 Mio. Stück. Statistisch verfügt somit fast jede Person in Deutschland über ein Fahrrad oder E-Bike.
Der ZIV gibt den Bestand an E-Bikes zum Ende des Jahres 2023 mit 11 Mio. Stück an. Damit ist der Bestand nun fast siebenmal so hoch, wie der Bestand vor 10 Jahren. Wichtig mit Blick auf gesundheitliche Vorteile, die Mobilitätswende oder Diskussionen um Unfallzahlen: E-Bikes werden erheblich öfter und über längere Wegstrecken verwendet, durchschnittlich 1.500 bis 2.000 Kilometer pro Jahr.
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