E-Fahrrad mit Kabine: Definition und Konzepte

E-Bikes und eine umweltfreudliche Fortbewegung liegen voll im Trend und sind das Gebot der Stunde, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Allerdings können Regen, Wind und Kälte schnell dazu verführen, doch wieder aufs komfortable Auto umzusteigen. Eine Lösung könnten hierbei sogenannte Velocars oder Velomobile sein.

Was ist ein E-Fahrrad mit Kabine?

Ein E-Bike mit Kabine ist ein elektrisch unterstütztes Fahrrad mit erweitertem Wetterschutz, der mindestens aus einem Dach und oft zusätzlich aus einer Windschutzscheibe besteht. Türen gibt es nicht. Üblich sind einsitzige Fahrzeuge mit drei oder vier Rädern aus der Kategorie Schwerlastenrad.

Ein E-Bike mit Kabine oder ein Fahrrad mit Dach bietet deutlich mehr Wetterschutz als ein klassisches Fahrrad. Wer mit dem Fahrrad fährt, ist beim Wetterschutz im Normalfall auf die passende Kleidung angewiesen, wie auch bei Rollern und Motorrädern.

Velocars sind eine interessante Mischung aus E-Bikes und Autos, die verschiedene Vorteile in sich vereinen. Wie E-Bikes ermöglichen sie eine energiesparende Fortbewegung und den Transport von Gütern. Gleichzeitig bieten Velocars durch ihr Chassis Schutz vor Witterungseinflüssen.

Im Straßenverkehr gelten für sie die gleichen Regeln wie für Pedelecs, einschließlich der Geschwindigkeitsbegrenzung von 25 km/h bei elektrischer Tretunterstützung, und sie dürfen Radwege benutzen.

Velomobile sind muskelkraftbetriebene Fahrzeuge mit einer geschlossenen Verkleidung, die im Optimalfall stromlinienförmig designt wurde und die Fahrerin oder den Fahrer vor Wind und Regen schützt.

Velomobile können mithelfen, in Großstädten den drohenden Verkehrskollaps zu verhindern und Städte überhaupt fußgängerfreundlicher und lebenswerter zu machen.

Es gibt immer mehr elektrische Räder mit vier Rollen - solche Velomobile, Elektromobile oder vierrädrigen Pedelecs sind eine mögliche umweltfreundliche Alternative zu Autos.

Vorteile von E-Bikes mit Kabine

  • Wetterschutz: Schutz vor Regen, Wind und Kälte.
  • Komfort: Angenehmeres Fahren bei schlechtem Wetter.
  • Sicherheit: Erhöhte Sichtbarkeit und Schutz im Straßenverkehr.
  • Umweltfreundlichkeit: Emissionsfreie Fortbewegung.
  • Flexibilität: Nutzung von Radwegen und Vermeidung von Staus.

Nachteile von E-Bikes mit Kabine

  • Größere Maße: Eine Kabine braucht Platz in der Höhe und der Breite.
  • Kostenintensiver: Kabinen erfordern Produktionsaufwand, das macht sich in den Kaufpreisen bemerkbar.
  • Stauhitze: Im Stand fehlt Fahrtwind zur Kühlung, und der reguläre Wind wird durch die Kabine abgehalten. Kabinen mit großer Glasfläche und kleinen Öffnungen können sich dann stark aufheizen.
  • Spritzwasser: Wenn die Kabine keinen Schutz von unten oder von der Seite bietet, kann von dort - wie bei jedem Fahrrad - Spritzwasser eindringen. Bei Regen haben sich deshalb Gamaschen bewährt, mit denen mindestens die Schuhe trocken bleiben.
  • Fahrzeugbreite: Lastenräder, vor allem mit drei oder vier Rädern, sind breiter als konventionelle Fahrräder.

Bekannte Modelle und Konzepte

Podbike Frikar

Die norwegische Firma Podbike hat ihrem Velocar den Namen Frikar gegeben, was so viel bedeutet wie „vom Auto befreit“. Das als Pedelec zugelassene Frikar wird von einem E-Motor angetrieben, der die Fahrerin oder den Fahrer beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt. Mit einer Batterieladung soll eine Strecke von 60 bis 90 km zurückgelegt werden können.

Gesteuert wird das Frikar über zwei Griffe, die rechts und links neben dem Sitz angeordnet sind. Hier befinden sich auch die Knöpfe für Licht, Blinker, Lüftung und Klingel. Der 2,3 Meter lange Frikar bietet Platz für einen Erwachsenen und ein Kind, die hintereinander sitzen.

Die Hinterachse des Frikar ist mit zwei Elektromotoren mit je 250 Watt Leistung ausgestattet. Einer dieser Motoren unterstützt das Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h, während der zweite Motor wie ein elektronisches Getriebe arbeitet.

Der Akku des Frikar ist herausnehmbar, so dass er bequem zu Hause aufgeladen werden kann. Mit dem mitgelieferten Ladegerät dauert eine vollständige Ladung etwa fünf Stunden. Für eine schnellere Aufladung bietet Podbike auch ein Schnellladegerät an, mit dem der Akku in nur 2,5 Stunden vollständig aufgeladen werden kann.

Podbike bietet eine Reihe von Zusatzausstattungen für das Frikar an. Gegen einen Aufpreis kann ein Kindersitz montiert werden. Ein per Bowdenzug betriebener Scheibenwischer kann ebenfalls nachgerüstet werden, ebenso eine Anhängerkupplung.

Typisch skandinavisch ist auch die Option auf einen Satz Winterreifen für den Frikar sowie eine Heizung.

Die Plattform des Frikar ist bereits für teilautonome Fahrfunktionen ausgelegt, so dass das Velocar in Zukunft auch selbstständig parken und an speziellen Stationen laden kann.

Hopper Mobility Hopper

Der Hopper ist ein dreirädriges Velocar, das vom Augsburger Start-up Hopper Mobility entwickelt wurde. Angetrieben wird der Hopper von einem 250 Watt starken Elektromotor. Ähnlich wie bei Pedelecs unterstützt dieser Motor beim Anfahren bis zu einer Geschwindigkeit von 6 km/h rein elektrisch.

Im Gegensatz zum Frikar oder Quadvelo ist der Hopper seitlich offen gestaltet, ohne die Möglichkeit, Türen einzuhängen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass die Lenkung im Hopper über ein Lenkrad erfolgt.

Die Erfahrungen der Pilotkunden sollen in die First Edition mit einfließen. Unter den Pilotkunden befinden sich Privatpersonen und Unternehmen wie das Immobilienunternehmen Meravis oder der Essenslieferdienst Delivery Hero.

Besonders bemerkenswert ist die Möglichkeit des Hoppers, das einzelne Hinterrad um bis zu 90 Grad einzuschlagen. Dadurch erreicht das Velomobil einen bemerkenswert kleinen Wendekreis von nur zwei Metern.

Wird in die Pedale getreten, reicht die Unterstützung bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Interessanterweise bezieht das Velomobil seine Energie nicht nur aus den Batterien. Auf dem Dach des Hoppers sind Solarzellen angebracht, die das Fahrzeug weitgehend autark machen sollen.

Laut Hersteller kann der Hopper bei voller Sonneneinstrahlung in einer Stunde genug Strom für fünf Kilometer laden.

Weitere Modelle und Konzepte

  • Econelo: Bietet verschiedene Elektrokabinenroller mit drei oder vier Rädern.
  • Bio-Hybrid DUO: Ein vierrädriges Pedelec für zwei Personen mit Rückwärtsgang und Scheibenwischer.
  • Loadster: Ein Cargo-Pedelec für Unternehmen mit bis zu 200 Kilo Nutzlast.
  • ELF von Organic Transit: Ein dreirädriges Velocar aus den USA mit Solarzellen auf dem Dach.
  • Citcar: Ein Velocar als Pick-up oder mit integrierter Transportbox für Transportunternehmen.
  • ONO e-Cargo Bike: Ein dreirädriges E-Lastenrad mit nahezu Vollverkleidung für den Paketdienst Hermes.
  • Canyon Future Mobility Concept: Eine Studie zu einem Premium-Velomobil mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h.
  • mö von Evovelo: Ein Velomobil aus Spanien, das Solarenergie mit Wadenstärke kombiniert.
  • PEBL von Betterbike: Ein Velomobil mit elektrischer Unterstützung und einer Reichweite von bis zu 160 Kilometern.
  • Qlio: Ein Velomobil mit nostalgischem Design und einer Reichweite von bis zu 120 Kilometern.
  • Twike: Ein Velomobil, das näher am Auto als am Fahrrad ist, mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 190 km/h.
  • Rytle MovR3: Ein Minitransporter als E-Pedelec mit Berücksichtigung des Europaletten-Standardmaßes.
  • Mubea Cargo: Ein E-Bike mit Wetterschutz für den Fahrer und einer Ladefläche oder Box.
  • Antric EVO_1: Ein 4-rädriges Cargobike mit kompakteren Abmessungen und einem Ladevolumen von 2,2 m³.

E-Lastenräder für Familien

Viele E-Cargobikes werden sogar speziell für bestimmte Zwecke entworfen. Mal eben den Nachwuchs von der Kita abholen - Spielkamerad, Rucksack, Laufrad und Lieblingsspielzeug sollen auch mit? Kein Problem mit einem Lastenrad für Familien: Die meisten Modelle bieten mehr Platz und sind für mehr Gewicht ausgelegt als ein klassischer Fahrradanhänger.

Ein speziell auf Familien ausgelegtes Lastenrad sollte die folgende Ausstattung bieten:

  • Platz für ein bis vier Kinder (je nach Modell)
  • Gurtsystem in der Kabine
  • Einstiegshilfe für selbstständiges Rein- und Rausklettern
  • Dach als Regen- und Sonnenschutz (meist optional)
  • Bei Bedarf Sitzkissen, komfortable Sitzschalen oder Maxi-Cosi-Halterungen
  • Als Zwei- oder Dreirad erhältlich

Diese Modelle könnten dir gefallen:

  • Babboe Curve, Babboe Mini, Babboe City, Babboe Slim, Babboe Carve, Babboe Big: Für zwei bis vier Kinder. Maxi-Cosi-Halterung und verschiedene Sitze erlauben den sicheren Transport der Kleinen von Anfang an. Als Zwei- oder Dreirad erhältlich. Kostenpunkt: 2.000 - 5.000 Euro.
  • Butchers & Bicycles Mk1‑E: Für zwei Kinder (Sitzbank und Gurte optional) und Gepäck. Einfacher Ein- und Ausstieg dank Tür an der Vorderseite. Legt sich dank besonderer Bauart sehr gut in die Kurve. Dadurch geringer Wendekreis. Gute Fahreigenschaften. Dreirad. Kostenpunkt: ca. 5.000 Euro.
  • chike e-Kids: Platz für zwei Kinder plus Gepäck. Mit 2 Metern kürzer als viele andere Cargobikes, punktet mit kleinem Wendekreis. Dreirad. Kostenpunkt: ca. 5.000 Euro.
  • Prophete Cargo E‑Bike 2.0: Platz für ein Kind. Einfache Handhabung, Sicherheit im Straßenverkehr. Zweirad. Kostenpunkt: ca. 4.000 Euro.

E-Lastenräder für Tagesmütter

Passen alle fünf Kinder in das Cargobike? Ja, wenn es das richtige Lastenrad ist. Denn es gibt spezielle Modelle für mehrere Fahrgäste - natürlich mit Gurtsystem, gepolsterten Sitzauflagen und Sonnen- bzw. Regendach.

Ein speziell für Tagesmütter ausgelegtes Lastenrad sollte die folgende Ausstattung bieten:

  • Platz für bis zu sechs Kinder
  • Gurtsysteme auf den Sitzbänken
  • Vereinfachter Einstieg
  • Regen- und Sonnenschutz (meist optional)
  • Als Dreirad für mehr Stabilität

Diese Modelle könnten dir gefallen:

  • Babboe Max: Bietet Platz und Anschnallmöglichkeiten für bis zu sechs Kinder. Eine Tür an der Vorderseite erleichtert den selbstständigen Einstieg. Als Dreirad. Kostenpunkt: ca. 4.000 Euro.
  • Bakfiets CargoTrike Classic Wide: Platz für bis zu sechs Kinder. Stufe an der Vorderseite für leichten Einstieg. Dreirad. Kostenpunkt: ca. 2.500 Euro.

E-Lastenräder für Hunde

Weil Vierbeiner nicht immer neben dem Fahrrad herlaufen können, gibt es spezielle Lastenräder zum sicheren und komfortablen Transport deines Hundes.

Achte darauf, dass das Cargobike die folgende Ausstattung bietet:

  • Laderampe oder vereinfachter Einstieg
  • Ösen für Leine oder Geschirr
  • Bei Bedarf Regenschutz

Diese Modelle könnten dir gefallen:

  • Babboe Dog: Bietet zwei großen Hunden Platz und lässt sie über eine kleine Rampe bequem einsteigen. Dreirad. Kostenpunkt: 1.600 - 2.500 Euro.
  • Butchers & Bicycles Mk1‑E: Platz für zwei Hunde. Einfacher Einstieg durch Tür an der Vorderseite. Legt sich dank besonderer Bauart sehr gut in die Kurve. Dadurch geringer Wendekreis. Gute Fahreigenschaften. Dreirad. Kostenpunkt: ca. 5.000 Euro.

E-Lastenräder für den Transport

Die ersten Lastenräder hatten nur einen Zweck: Schwere Dinge von A nach B zu transportieren. Ist das auch dein Wunsch und willst du dich zudem im Straßenverkehr sicher und schnell bewegen können, dann ist ein Cargobike mit einfacher Transportbox oder Ladefläche das Richtige für dich.

Achte auf diese Ausstattung:

  • Gute Wendigkeit (am besten sind kurze Zweiräder oder Dreiräder mit spezieller Neigetechnik)
  • Abschließbare Transportbox
  • Bei Bedarf spezielle Boxen, etwa Kühlbox

Diese Modelle könnten dir gefallen:

  • Babboe Transporter: Abschließbare Box für alle Lieferungen. Als Dreirad. Kostenpunkt: ca. 1.600 Euro.
  • Bakfiets FlightCase, Bakfiets Cooler: Abschließbare Box bzw. Kühlbox für verschiedene Lieferungen. Wendig und gut im Straßenverkehr fahrbar. Zweirad. Kostenpunkt: ca. 1.500 Euro.
  • Riese & Müller Load 60, Riese & Müller Load 75: Gutes Fahrgefühl, Wendigkeit und Sicherheit in der Stadt. Starke Federung. Transportfläche kann durch Seitenwände geschlossen und mit Abdeckung gegen Regen geschützt werden. Zweirad. Kostenpunkt: ca. 6.000 Euro.

Allround E-Lastenräder

Heute die Wasserkisten, morgen den Nachwuchs und übermorgen das kleine Bücherregal - wenn du dein Lastenrad jeden Tag für etwas anderes nutzt, dann brauchst du einen Allrounder.

Achte auf die folgende Ausstattung:

  • Einfacher Ein- und Ausbau von Sitzbänken
  • Abdeckung bzw. Regenschutz für Transportbox
  • Belastbarkeit je nach Bedarf

Diese Modelle könnten dir gefallen:

  • Babboe Curve, Babboe Mini, Babboe City, Babboe Slim, Babboe Carve, Babboe Big: Sitzbänke lassen sich bei Bedarf ein- oder ausbauen. Kleinere Modelle auf zwei Rädern bieten mehr Wendigkeit. Große Modelle lassen dich bis zu 100 kg zusätzlich transportieren (zulässiges Gesamtgewicht bis zu 200 kg). Zwei- und Dreiräder. Kostenpunkt: 2.000 - 5.000 Euro.
  • Bakfiets CargoBike Short: Sehr wendig. Kompakte Transportbox für kleinere Lasten. Zweirad. Kostenpunkt: ca. 2.000 Euro.
  • Butchers & Bicycles Mk1‑E: Die Transportbox lässt dich alles problemlos befördern. Eine Sitzbank kann optional eingebaut werden. Legt sich dank spezieller Bauart sehr gut in die Kurve. Dadurch geringer Wendekreis. Gute Fahreigenschaften. Dreirad. Kostenpunkt: ca. 5.000 Euro.
  • Larry vs. Harry Bullitt: Leichtes und sportliches Rad. Lässt sich individuell konfigurieren. Transportfläche kann mit Seitenwänden versehen werden. Zweirad. Kostenpunkt: ca. 2.500 Euro.
  • Prophete Cargo E‑Bike 2.0, Prophete Cargo E‑Bike 1.0, Prophete Cargo E‑Bike 1.1: Gute Fahreigenschaften, viel Platz in der Transportbox, zulässiges Gesamtgewicht 170 kg. Als Zwei- oder Dreirad. Kostenpunkt: ca. 4.000 Euro.
  • Riese & Müller Load 60, Riese & Müller Load 75: Gutes Fahrgefühl, Sicherheit in der Stadt und im Gelände. Gute Federung. Transportfläche kann durch Seitenwände geschlossen und mit Abdeckung gegen Regen geschützt werden. Zweirad. Kostenpunkt: ca. 6.000 Euro.

Antrieb von E-Bikes

Ein E-Bike nutzt zwei Antriebsarten - die Muskelkraft des Fahrers und den Elektromotor. Dieses Antriebssystem wird auch als paralleler Hybridantrieb bezeichnet. Im Gegensatz dazu steht der serielle Hybridantrieb: Hier kommt keine Kette zum Einsatz und es gibt keine direkte mechanische Verbindung zwischen Tretkurbeln und Antrieb.

Tritt der Fahrer in die Pedale, wird nicht das Fahrrad selbst, sondern ein kleiner Generator angetrieben. Dieser erzeugt Strom für einen Elektromotor, der wiederum das Fahrrad in Bewegung setzt.

Noch ist der Markt für Velocars relativ überschaubar und die meisten Hersteller bauen ihre Modelle nicht in riesigen Stückzahlen. Mitunter entwickelten sie sich auch aus der Bastellaune privater Tüftler heraus.

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