Wer in der Stadt wohnt und sich für Elektromobilität interessiert, hat oft ein Problem: Im vierten Stock kann man nicht wie auf der Auffahrt des Grundstücks Akkus aufladen. Es sei denn, die Batterien lassen sich aus dem Fahrzeug herausnehmen und in die Wohnung tragen.
Grund genug für AUTO BILD, eine Übersicht elektrischer Roller mit herausnehmbaren Akkus zusammenzustellen. Die Liste beginnt beim skurrilen Cake Ösa Flex aus Schweden und endet beim schönen Trinity Uranus. Mittendrin: der Honda EM:1 mit einem an Wechselstationen tauschbaren Akku. Dazu die bezahlbaren Unu Move und Pro, der Next Mojito und die e-Schwalbe.
Warum ein E-Roller mit Wechselakku?
E-Scooter mit Wechselakku erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Elektroroller, bei denen der Akku zum entnehmbar ist machen das Laden leichter und sorgen auch für eine größere Reichweite. Der entnehmbare E Scooter Akku ist ein Gamechanger.
Neben den Vorteilen, solltest Du die Technik hinter dem Wechselakku im Auge behalten. Dabei geht es um Kapazität und Spannung, um den Entnahme- und Verriegelungsmechanismus, Gewicht und Handhabung, Schutz vor Überladung, Kurzschluss und Überhitzung. Und was kostet eventuell ein Zusatzakku?
Vorteile und Nachteile von E-Scootern mit Wechselakku
Neben der höheren Flexibilität beim Laden bieten E-Scooter mit Wechselakku noch weitere Vorteile, aber auch einige Nachteile. Für eine bessere Übersicht habe ich diese kurz zusammengetragen und gegenübergestellt:
Vorteile:- Leerer Akku kann schnell gegen geladenen Akku getauscht werden.
- Du kannst den Akku flexibel im Büro, zu Hause oder an anderen Orten laden.
- E-Scooter mit herausnehmbarem Akku sind oftmals leichter.
- Du kannst dich besser an die Ladezeiten deines E-Scooter-Akkus halten.
- Im Winter und Sommer muss der Akku nicht extremen Temperaturen ausgesetzt werden.
- Bei einem defekten Akku kann dieser einfach und schnell ausgetauscht werden.
- Die Anschaffung eines E-Scooters mit Wechselakku ist oftmals etwas teurer.
- Der Wechselakku kostet ebenfalls recht viel Geld.
- Ein Wechselakku ist entnehmbar und somit attraktiv für Diebe.
- Steck- und Verriegelungsmechanismen sind wartungsintensiv.
- Es gibt keine standardisierten Systeme zwischen Herstellern
Grundsätzlich zeigt unsere Erfahrung, dass E-Scooter mit herausnehmbarem Akku teurer als vergleichbare Modelle ohne Wechselakku sind.
Ausgewählte Modelle mit herausnehmbarem Akku
Cake Ösa Flex
Die Firma Cake (dt. Kuchen) aus Schweden baut Zweiräder nach dem Motto "weniger ist mehr". Alles, was man braucht, ist dran - alles andere eben nicht. Ein cleveres, Cake-eigenes Detail ist die Position des Elektromotors. Er sitzt koaxial zur Schwingenachse und sorgt so dafür, dass der Zahnriemen stets konstant gespannt bleibt.
Das Modell Cake Ösa Flex kommt mit fünf PS. Die Reichweite des schwedischen Designstücks wird mit 120 Kilometern angegeben. Der Akku kann zum Laden herausgenommen werden. Dazu bietet der Hersteller jede Menge Zubehör und diverse Optionen für die unterschiedlichsten Transportaufgaben an.
Emco Nova
Emco ist im Roller-Segment eine feste Größe. Das gilt auch für klassisch designte Scooter wie den Nova. Dessen zehn Zoll kleine Rädchen sind nicht immer ideal für die Fahrstabilität. Aber die herausnehmbaren Akkus machen das Laden in der Stadt super angenehm.
Es beginnt beim Nova mit 2,3 PS und einem 28-Ah-Akku. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 km/h, die Reichweite gibt der Hersteller je nach Version mit 50 bis 130 Kilometern an. Die Ladezeit beträgt zwei bis vier Stunden.
e-Schwalbe
Die neue Generation der Elektro-Schwalbe fährt mit tauschbaren Batterien vor. Ein Akku wiegt laut Hersteller 9,4 Kilogramm und soll für eine Reichweite von 50 Kilometern gut sein. Mit zwei Akkus verdoppelt sich die Reichweite. Ein Energiespeicher soll sich in nicht mal 15 Sekunden tauschen lassen. Als Version L1e leistet die e-Schwalbe 2,3 kW und bringt es auf maximal 45 km/h. Fünf Farben stehen zur Wahl.
Govecs Elmoto Loop
Energieversorger EnBW startete vor zehn Jahren einen Modellversuch zum Thema Elektromobilität. Es entstand das Fahrzeug, das heute unter dem Namen Elmoto Loop auf dem Markt ist. Produktion und Vertrieb übernimmt inzwischen Schwalbenmutter Govecs aus München.
Der Elmoto Loop ist immer noch eines der leichtesten elektrischen Fahrzeuge überhaupt. Die Fahrstabilität stimmt. Das Hinterrad wird von einem 2,7 PS starken Radnabenmotor angetrieben. Der Akku in der Rahmenmitte kann herausgenommen werden. Darüber hinaus gibt es ein Staufach, um das Ladegerät mitzunehmen, eine USB-Buchse und eine Smartphone-App.
Govecs Flex
Ein neueres E-Zweirad aus dem Hause Govecs hört auf den Namen Flex. Zwei Lackfarben stehen zur Auswahl: "Vanilla White" und "Sunshine Yellow". Eine zweite Batterie kann auf Wunsch dazu gekauft werden. Ein Top Case und eine externe Ladestation für zu Hause stehen als Zubehör zur Verfügung.
Der E-Motor des Flex leistet 2,3 kW. Dem ausgeklügelten Batteriemanagement-System schreibt Govecs zu, dass der Flex bis acht Prozent Akkukapazität mit Höchstgeschwindigkeit gefahren werden kann. 16-Zoll-Reifen und hydraulische Scheibenbremsen sollen für eine hohe Fahrstabilität und Laufruhe sorgen. Die Akkus kommen ohne eigene Stecker aus und können aus dem Roller herausgenommen werden. Besonders attraktiv: Ein Akku wiegt nur 9,4 Kilogramm! Mit einer Batterie soll der Flex auf eine Reichweite von 57 Kilometern kommen, mit beiden Akkus gibt der Hersteller 112 km an.
Honda EM:1 e
Seit Mai 2023 ist Honda in Europa mit dem EM:1 e am Start. Der kleine E-Roller sieht ansprechend aus, läuft maximal 45 km/h schnell und soll vor allem junge Kunden wie Schüler ansprechen, die mit dem EM:1 e morgens zum Unterricht fahren wollen.
Die Reichweite soll laut Hersteller bei 40 Kilometern liegen. Das ist überschaubar, sollte potenzielle Interessenten aber nicht abschrecken. Denn Honda gehört wie Yamaha und KTM zum sogenannten Swappable Battery Consortium. Der Akku des EM:1 e kann also nicht nur herausgenommen und zu Hause in der Wohnung geladen werden. Es gibt auch Wechselstationen zum Akkutausch in wenigen Minuten.
Motron Cupertino
Das trifft zum Beispiel auf den liebevoll gestalteten Cupertino zu. Der erinnert optisch an die Honda Supercub, das meistverkaufte Kfz der Welt. Die schmalen, 17 Zoll großen Drahtspeichenräder sollten auch mit schlechten Straßen klarkommen. Der Akku ist herausnehmbar. Für die Sicht gibt es LED-Leuchten. Zwei PS und Trommelbremsen reichen fürs gemütliche Fahren.
Next Mojito
Ein interessanter Spieler auf dem Feld der E-Mobilität auf zwei Rädern könnte auch der Mojito von Next Electric Motors aus Spanien sein. Warum? Weil der E-Roller schick aussieht und die urbane Klientel mit seinem auf den ersten Blick durchaus edlen Äußeren bestimmt anspricht.
So richtig für sich einnehmen kann der Spanier aber vor allem mit seinen technischen Daten. Der Mojito ist laut Hersteller nämlich bis zu 85 km/h schnell und soll bis zu 200 Kilometer weit kommen. Je nach Wunsch des Kunden sind eine oder zwei Batterien an Bord. Dank des Ladegeräts mit 1,2 kW Leistung verspricht Next eine Ladezeit von drei Stunden. Zwei Fahrmodi und ein Rückwärtsgang sollen das Fahrerlebnis besonders komfortabel gestalten.
Nova Motors Inoa Sli6
Nova Motors lobt seinen Inoa Sli6 in den höchsten Tönen. Der Homepage des Herstellers zufolge seien bei der Entwicklung keine Kompromisse gemacht worden. Und es kämen bestmögliche Komponenten zum Einsatz, die sonst höheren Fahrzeugklassen vorbehalten seien. Wischt man den Marketingsprech zur Seite, bleibt stehen, dass der Inoa Sli6 hübsch geworden ist und in der Innenstadt mit Sicherheit eine gute Figur macht.
Die zwei serienmäßigen 31,5-Ah-Akkupacks verfügen über eine Kapazität von 3780 Wh und sollen dem Roller zu einer Reichweite von bis zu 150 Kilometern verhelfen. Ein vier kW starker Bosch-Motor treibt den Inoa Sli6 an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt beim gesetzlich vorgeschriebenen Limit von 45 km/h.
Piaggio 1+
Wer Piaggio-Fan ist und keine 6000 Euro (oder mehr) für eine elektrische Vespa übrig hat, der sollte sich den neuen Piaggio 1+ näher ansehen. Der schicke Einstiegsroller ist deutlich günstiger und hat einige interessante Goodies an Bord. Dazu zählen unter anderem ein volldigitales LCD-Farbdisplay, ein Staufach unter dem Sitz und LED-Beleuchtung.
Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 45 km/h beziffert. Doch die Reichweite macht Lust auf mehr: So geben die Italiener für den Betrieb im Eco-Modus bis zu 100 Kilometer an - dank eines Akkus mit 2,3 kWh Kapazität. Vom Piaggio-Logo inspirierte Sechsecke verteilen sich über das Fahrzeug. Die Dauer für eine Vollladung beträgt laut Hersteller ungefähr sechs Stunden.
Seat Mo 125
VW-Tochter Seat ist der erste große Autohersteller, der einen Elektroroller vertreibt. Das stylische Gefährt hört auf den Namen Mo EScooter 125 und wurde ursprünglich für einen Sharing-Dienst in Barcelona entwickelt. Die Leistung wird mit 12,2 PS angegeben. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 95 km/h, die Reichweite wird mit 137 Kilometern beziffert.
Drei Fahrmodi und ein Rückwärtsgang zum Rangieren sind Serie, ABS kann auf Wunsch geordert werden. Das Gewicht liegt bei 152 Kilo und damit für einen Roller ganz schön hoch. Super: Unter den Sitz passen zwei Helme, und der Akku kann zum Laden mit in die Wohnung genommen werden.
Silence S01
Auch der Silence S01 führt spannende technische Daten für sich als Kaufargumente ins Feld. Dazu gehört zum Beispiel die Reichweite von bis zu 133 Kilometern, die Höchstgeschwindigkeit von bis zu 95 km/h, aber auch die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,6 Sekunden. Vier verschiedene Fahrmodi stehen zu Verfügung. Im Eco-Modus wird die Höchstgeschwindigkeit z. B. auf 70 km/h beschränkt, um den Energieverbrauch zu senken. Den Akku kann man nach dem Entnehmen wie einen Trolley hinter sich herziehen.
Trinity Uranus
Ein hübscher E-Roller von Trinity hört auf den Namen Uranus. Die Firma entwickelt in Deutschland und lässt in China bauen. Die Retro-Optik und die Technik des Uranus (zum Beispiel der Radnabenmotor) sind erfreuliche Pluspunkte, lassen den deutschen Chinesen aber nicht aus der Masse seiner Mitbewerber herausstechen.
Anders sieht es mit den LG-Akkus aus. Die lassen sich nämlich nicht nur zum Laden aus dem Roller herausnehmen. Es können bei Bedarf einzelne Zellen der Akkus getauscht werden. Sehr innovativ! Der Uranus hat 5,4 PS und fährt maximal 45 km/h schnell.
Unu Move
Unu aus Berlin hat sein Portfolio um das Einstiegsmodell Move erweitert. Im Unterschied zu seinem Bruder Pro muss der Move mit 2000 statt 3000 Watt klarkommen und auf smarte Funktionalitäten verzichten.
Die Optik ist die gleiche, auch das kontrastreiche Display am Lenker dürfte Unu-Piloten bekannt vorkommen. Aber die Berliner haben nach eigenen Angaben an der Federung gearbeitet. Das war ein Punkt, für den das Vorgängermodell Kritik hatte einstecken müssen.
Der Unu Move wartet mit zwei kW Leistung auf, das entspricht umgerechnet zirka 2,7 PS. Mit einem Akku soll der Move 50 Kilometer Reichweite schaffen. Um voll aufgeladen zu sein, benötigt der Akku sieben Stunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 45 km/h angegeben.
Yamaha Neo's
Seit Juni 2022 ist der elektrische Yamaha Neo's auf dem Markt. Er ist in zwei Farben erhältlich. Yamaha hat sowohl Erfahrung in Sachen 50er als auch in Sachen Elektroantrieb. Beides vereint der knuffige Neo's nun in sich.
Ein Stufen- und bürstenloser Radnabenmotor am Hinterrad sorgt für Vortrieb. Seine Leistungsabgabe ist im Fahrmodus Standard mit 2,06 kWh bei 40 km/h am höchsten. Diesen Modus empfiehlt Yamaha für normales Fahren. Wahlweise gibt es auch noch einen Eco-Modus. Mit der kostenlosen Yamaha-MyRide-App lassen sich Roller und Smartphone miteinander verbinden.
Weitere Modelle im Überblick
Neben den bereits genannten Modellen gibt es eine Vielzahl weiterer E-Roller mit Wechselakku auf dem Markt. Hier eine tabellarische Übersicht einiger ausgewählter Modelle:
| Modell | Leistung (kW) | Batterie (kWh) | Reichweite (km) | Ladezeit (h) | Preis (ca. Euro) |
|---|---|---|---|---|---|
| BMW CE 04 | 31 | 8.5 | 130 | 4.3 | 12.950 |
| Govecs Schwalbe L3e | 3 | 3.4 | 102 | 8 | 6.599 |
| Horwin SK3 | 6.3 | 2.6 | 80 | 4.5 | 3.990 |
| Honda CUV e: | 6 | 1.3 | 70 | 3 | noch offen |
| Niu MQi GT 100 | 6.5 | 3.74 | 65-75 | 4-5 | 3.799 |
Wichtige Kriterien beim Kauf eines E-Mopeds mit Wechselakku
Beim Kauf eines E-Mopeds mit Wechselakku gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, um die richtige Wahl zu treffen:
- Reichweite: Wie weit kann ich mit einer Akkuladung fahren?
- Ladezeit: Wie lange dauert es, den Akku vollständig aufzuladen?
- Gewicht des Akkus: Ist der Akku leicht genug, um ihn bequem zu transportieren?
- Entnahme-Mechanismus: Ist der Akku einfach und sicher zu entnehmen?
- Kosten für Ersatzakku: Wie viel kostet ein zusätzlicher Akku?
- Sicherheit: Bietet der Akku Schutz vor Überladung, Tiefentladung und Kurzschluss?
Es ist ratsam, vor dem Kauf verschiedene Modelle zu vergleichen und eine Probefahrt zu machen, um das passende E-Moped für die individuellen Bedürfnisse zu finden.
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