Geschichte des Elektromotorradrennens

Die Geschichte des Elektromotorradrennens ist reich an Pioniergeist, technologischen Fortschritten und dem unermüdlichen Streben nach Geschwindigkeit. Bereits im 19. Jahrhundert, als die ersten Dampfmaschinen entwickelt wurden, hatte der französische Erfinder Louis-Guillaume Perreaux die Idee, eine solche auf einen Veloziped-Rahmen zu montieren.

Die Brüder Werner, Franzosen mit russischer Abstammung, begannen 1896 mit motorisierten Fahrrädern zu experimentieren. 1897 wird ihnen die erste Verwendung des Wortes "Motocyclette" zugeschrieben. Anfang der 1970er Jahre präsentierte Motobécane den Prototyp eines elektrischen Mobyletts (mit Pedalstart und dann mit einem Elektromotor von 5 bis 45 km/h).

Im Herbst 2020 stellte die in Monaco ansässige Venturi-Gruppe mit der Voxan Wattman mehrere Geschwindigkeitsweltrekorde für elektrische Motorräder auf. Die offizielle Bestmarke für verkleidete Motorräder mit E-Antrieb liegt seither bei 366,94 km/h. Für den Sommer 2022 peilen die Briten die 400er-Marke an. Gelingen soll dies mit der WMC250EV auf einem Salzsee in Bolivien.

Ein wichtiger Meilenstein war die Entwicklung des Lunar Rover, die zur Produktion effizienterer Batterien führte. Ein weiteres bemerkenswertes Ereignis war die Wiedergeburt der französischen Marke Voxan im Jahr 2013 mit der Präsentation des ultra-exklusiven Modells Wattman.

Ein besonderes Augenmerk gilt auch den Pionieren des Elektromotorradrennens. Eva Hakånsson, eine schwedische Maschinenbauingenieurin, baute gemeinsam mit ihrem Vater eine 125er-Cagiva in ein Elektromotorrad um, das "Electro Cat". Das Zweirad war nicht nur das erste zugelassene E-Bike in Schweden, sondern nahm 2010 auch als erstes Elektromotorrad am legendären Pike's-Peak-Rennen teil.

Eva und Bill Hakånsson fuhren mit ihrem Killa Cycle die in den USA populären Quartermile-Beschleunigungsrennen. Die Teilnahme am "Land Speed Racing", die Jagd nach Geschwindigkeitsrekorden, brachte sie schließlich auf den Salzsee von Bonneville in Utah. Dort erreichten sie mit der KillaJoule verbriefte 387,328 km/h (240,726 mph) als Durchschnittsgeschwindigkeit für die "fliegende Meile".

Die ersten Rennen für Elektromotorräder wurden im Jahr 2010 in die 24 Stunden-Rennen für Motorräder mit Verbrennungsmotoren eingebunden. Am 20. September 2013 wurde der FIM eRoad Racing World Cup in Le Mans auf einer der historisch bedeutendsten Strecken der Welt begrüßt.

Der "FIM eRoad Racing World Cup" wurde von der FIM (Fédération Internationale de Motocyclisme), dem Dachverband des Motorrad-Rennsports, offiziell anerkannt und entspringt dem Zusammenschluss von TTXGP (seit 2009) und FIM ePower (seit 2010). In der ersten FIM eRoad Racing-Saison traten bereits Teams aus den USA, Kanada, China, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Spanien und auch Indien an.

Vier Jahre und 32 Rennen umfasste das MotoE-Engagement des auf Elektro-Motorräder spezialisierten Herstellers Energica. Mit dem Ego-Corsa-Bike der Italiener begann das Abenteuer Elektrorennsport auf der MotoGP-Bühne. Energica nutzte die Technologie der Straßenbikes für die Rennstrecke. Im Juli 2019 startete das erste MotoE-Rennen der Geschichte auf dem Sachsenring.

Ein weiteres interessantes Kapitel der Motorradrennsportgeschichte ist das Eilenriederennen in Hannover. Zwischen 1924 und 1955 lockte dieses Ereignis bis zu 150.000 Zuschauer an. Das Eilenriederennen war stets das erste in der Saison und war deswegen besonders attraktiv.

Die Bilanz der 22 Eilenriederennen lautetet: 11 zu beklagende Tote. Verletzungen gingen oft auf fehlende Sturzräume, mangelnde Schutzkleidung oder Tiere auf der Fahrbahn zurück. Mit jedem Rennen wuchs der gefahrene Rundenschnitt, der sich von 78 Kilometer pro Stunde 1924 bis auf 140,1 km/h 1955 erhöhte.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Strecke zwar leicht überarbeitet und begradigt, doch Unfälle, teils schwere, kamen immer noch vor. Nach dem II. Weltkrieg machte das Maschsee-Rennen 1949 den Auftakt der Nachkriegs-Renn-Ära in Hannover. Das Aus für das Eilenriederennen kam nach 1955, nach dem Tode Dörnkes und nach einem Abflauen der Rennbegeisterung.

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