Im Winter und Herbst beeinträchtigen Dämmerung, Nebel oder Regen die Sicht für Rad- oder E-Bike-Fahrer erheblich. Reflektoren an der Kleidung und am Rad sowie grelle Farben tragen gut dazu bei, aber auch die richtigen Fahrradlichter ist wichtig.
Mit Fahrradlampen E-Bikes und Fahrräder StVZO-konform ausstatten
Wer kein vorinstalliertes Licht an seinem Fahrrad oder E-Bike hat, ist verpflichtet, eins nachzurüsten, wenn er oder sie am Straßenverkehr teilnehmen möchte. Die Lichter brauchen nicht permanent mitgeführt werden, sie müssen aber einsatzbereit sein, wenn die Lichtverhältnisse dies erforderlich machen. Wer nachts ohne erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von bis zu 35 Euro rechnen.
Die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) besagt, dass jedes Rad mit einem weißen Vorder- und einem roten Rücklicht sowie passiver Beleuchtung ausgestattet sein muss. Ebenso ist vorgeschrieben, dass die Beleuchtungsstärke des Frontscheinwerfers mindestens zehn Lux im Abstand von zehn Metern beträgt. Zudem darf der Frontscheinwerfer mit Fernlichtfunktion ausgestattet sein, das Rücklicht darf eine Bremslichtfunktion haben.
Passive Beleuchtung
Zur passiven Beleuchtung zählen unter anderem Speichenreflektoren oder -sticks sowie Reflexstreifen am Reifen oder Felge. Außerdem sind ein weißer Reflektor vorne, ein roter Z-Rückstrahler hinten sowie gelbe Reflektoren an den Pedalen vorgeschrieben.
Fahrradlicht ist aber nicht gleich Fahrradlicht. Beim Kauf einer Fahrradlampe sollte man unbedingt darauf achten, dass das Licht mit einer K-Nummer versehen ist. Diese kennzeichnet die offizielle Zulassung des Kraftfahrt-Bundesamts. Hinter dem Buchstaben K folgt eine Welle samt Nummer.
Die richtige Montage der Fahrradlichter
Die Frontleuchte darf bei korrekter Einstellung den Gegenverkehr nicht zu stark blenden und muss ein gleichmäßiges Lichtfeld aufweisen. Der Nahbereich vor dem E-Bike sollte dabei gut ausgeleuchtet werden. Bei der Montage kann der Fahrradfahrer wie folgt vorgehen:
- Er markiert einen Punkt in zehn Meter Entfernung auf dem Boden.
- Auf diesen Punkt soll die hellste Stelle des Lichtkegels treffen - dann ist das Licht gut eingestellt.
Das Rücklicht muss mindestens 25 Zentimeter über dem Boden angebracht sein.
Moderne Fahrradlichter, wie das LS 760 I-Go Vision von Trelock bieten dank eines integrierten Sensors Hilfe bei der Montage. Denn hier zeigen Balken an, ob das Licht zu hoch, zu tief oder richtig sitzt. Dem Fahrradfahrer stehen fünf Lichtstufen zur Verfügung, dabei bekommt er minutengenau die Akku-Restdauer angezeigt. In der höchsten Stufe mit einer Lichtstärke von 100 Lux kann eine Sichtweite von bis zu 120 Metern erreicht werden. Trelock bietet das Licht für 144,95 Euro an. Passend dazu gibt es das Rücklicht LS 740 für 29,99 Euro, welches mit einer Bremslichtfunktion ausgestattet ist. Dies ist gerade im Stadtverkehr hilfreich, damit Autofahrer die Geschwindigkeit von Radfahrern besser einschätzen können.
So hat IMTEST die Fahrradlichter getestet
IMTEST hat fünf Fahrradlichter als Set von Sigma, Busch + Müller, Büchel, Cosmic Sports und Prophete zwischen 46 Euro und 127 Euro getestet. Dabei wurde unter anderem die Lichtstärke im hellsten Punkt in zwei Meter Entfernung gemessen und verglichen. Zudem hat IMTEST getestet, ob die Lichter jeweils drei Stürze aus 1,20 Meter Höhe ohne Schaden überstehen und wie einfach das Anbringen und die Handhabung sind.
Testergebnisse im Überblick
Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse von IMTEST:
- Testsieger: Sigma Aura 100 / Blaze Link
- Kosten: knapp über 100 Euro
- Ausstattung / Funktion: gut 1,7
- Licht / Beleuchtung: gut 2,1
- Fertigung & Montage: gut 2,4
- Service & Umwelt: gut 2,2
- PRO: Rücklicht mit Bremslicht, Automatikmodus für Frontlicht
- KONTRA: Bedienung anfangs kompliziert
- Imtest Ergebnis: gut 2,2
- 2. Platz und Preis-Leistungssieger: Prophete 100 Lux Beleuchtungsset
- Kosten: 45,99 Euro
- Ausstattung / Funktion: gut 1,7
- Licht / Beleuchtung: befriedigend 2,8
- Fertigung & Montage: gut 1,9
- Service & Umwelt: gut 2,3
- PRO: Werkzeuglose Befestigung mit Schraube, horizontal verstellbar
- KONTRA: Nur gegen Spritzwasser geschützt
- Imtest Ergebnis: gut 2,3
- 3. Platz: Büchel Vail 100
- Kosten: 84,95 Euro
- Ausstattung / Funktion: gut 1,7
- Licht / Beleuchtung: gut 2,3
- Fertigung & Montage: befriedigend 2,9
- Service & Umwelt: gut 2,5
- PRO: Strahlkraft und Bremslichtfunktion des Rücklichts
- KONTRA: Nur gegen Spritzwasser geschützt
- Imtest Ergebnis: gut 2,4
- 4. Platz: Busch + Müller Ixon Rock / Ixxi
- Besonderheit: Frontlicht mit Powerbank-Funktion
- Ausstattung / Funktion: sehr gut 1,0
- Licht / Beleuchtung: befriedigend 2,6
- Fertigung & Montage: gut 2,5
- Service & Umwelt: gut 2,4
- PRO: Frontlicht als Powerbank nutzbar
- KONTRA: Teuerstes und schwerstes Set
- Imtest Ergebnis: gut 2,4
- 5. Platz: Knog Plug
- Besonderheit: Schickes Design, aber schwache Leistung
- Ausstattung / Funktion: mangelhaft 5,0
- Licht / Beleuchtung: ausreichend 4,4
- Fertigung & Montage: befriedigend 3,0
- Service & Umwelt: gut 2,2
- PRO: Klein und kompakt, zweigünstigstes Set
- KONTRA: Geringster Lux-Wert
- Imtest Ergebnis: ausreichend 3,9
Weitere Fahrradlichter im Überblick
Während IMTEST fünf aktuelle Sets getestet hat, gibt es auf dem Markt noch weitaus mehr Angebote in unterschiedlichen Preisklassen, darunter sowohl Einzelprodukte als auch Front- und Rücklicht im Set.
- Prophete LED USB-Akku-Scheinwerfer: Das Frontlicht hat eine maximale Lichtstärke von 30 Lux, der Fahrradfahrer kann zwischen zwei Stufen wählen. Die Schnellspannerbefestigung ist für Lenkerdurchmesser von 22 bis 32 Milliemtern geeignet und werkzeugfrei montierbar. Laut Prophete hält der Akku bis zu 6,5 Stunden. Der Preis liegt bei 25,99 Euro.
- Brixxi: Das Rücklicht Brixxi hat eine Notbremslichtfunktion. Macht der Radfahrer eine Vollbremsung, fängt das Licht an zu pulsieren.
Besseres Licht am Fahrrad: Trelock Lighthammer
Für E-Bikes und normale Fahrräder kündigte die Traditionsmarke Trelock aus Münster Ende 2022 seine Scheinwerfer-Serie "Lighthammer" an. Bei 60 Lux geht es los und reicht mittlerweile bis zum 200 Lux starken Top-Modell LS 990 Lighthammer Pro 250 E mit Fernlicht, Level-Funktion und Tagfahrlicht für E-Bikes. Alle Varianten sind auf Wasserfestigkeit getestet und StVZO-konform. Entwickelt in Deutschland, produziert in Frankreich. In diesem Praxis-Test tritt der Lighthammer LS 930-HB an.
Übersicht: Trelock Lighthammer-Serie für E-Bikes
| Lighthammer | LS 800 | LS 830-T | LS 890-T | LS 890-HB | LS 930-HB | LS 990 Pro |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lux | 60 | 80 | 100 | 100 | 130 | 200 |
| Stromquelle | 6 - 12 V DC | 6 - 12 V DC | 6 - 12 V DC | 6 - 12 V DC | 6 - 12 V DC | 12 V DC |
| Sichtweite | 80 m | 100 m | 120 m | 120 m | 140 m | 170 m |
| Sichtbarkeit | 4500 m | 5500 m | 6500 m | 6500 m | 7000 m | 8000 m |
| Fernlicht | nein | nein | nein | 130 Lux | 150 Lux | 250 Lux |
| Tagfahrlicht | nein | ja | nein | nein | ja | ja |
| Auto Funktion | nein | ja | nein | nein | ja | ja |
| Montage | ZL 410 Gabelhalter | ZL 410 Gabelhalter | ZL 410 Gabelhalter | ZL HB 400 (31,8 / 35 mm) Lenkermontage | ZL HB 400 (31,8 / 35 mm) Lenkermontage | ZL HB 400 (31,8 / 35 mm) Lenkermontage |
| Gehäuse | Kunststoff | Kunststoff | Aluminium | Aluminium | Aluminium | Aluminium |
| Art.Nr | 8006141 | 8006142 | 8006145 | 8006146 | 8006147 | 8006212 |
| Preis (UVP) | 39,99 Euro | 54,99 Euro | 69,99 Euro | 99,99 Euro | 109,99 Euro | 299,99 Euro |
Die 6 E-Bike-Scheinwerfer im Vergleich
Sechs E-Bike-Lenkerlampen mit dem entsprechenden Prüfzeichen haben wir in Labor und Praxis getestet. Alle werden direkt am Lichtausgang des Motors angeschlossen und ziehen damit die nötige Energie aus dem Haupt-Akku. Die Montage ist deshalb zwar aufwändig, aber dafür sind die Strahler immer dabei und maximal zuverlässig. Doch wie viel Licht braucht man eigentlich auf Radwegen oder im Straßenverkehr? Kommt es eher auf die Helligkeit oder auf die optimale Verteilung des Lichts an? Um das zu klären, haben wir Lampen von 97 bis 350 Euro zum Test geordert.
Schon bei der Helligkeit ist die Streuung groß: Im Abblend-Modus bewegt sie sich zwischen 270 (Cube) und 416 Lumen (Supernova), die Lupine SLX markiert mit 691 Lumen einen einsamen Spitzenwert. Dazu kommt ein neues Feature: Seit 2017 erlaubt das Kraftfahrtbundesamt ein zusätzliches Fernlicht - natürlich unter der Voraussetzung, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Das Umschalten der beiden Leuchtstufen muss deshalb automatisch oder über ein Bedienelement am Lenker, wie etwa beim Motorrad, erfolgen.
Ein Vorteil des Abblendlichts: Bremst man, senkt sich bei E-Mountainbikes die Federgabel und somit auch der Lichtkegel. Besonders bergab verkürzt das die Leuchtweite enorm. Ein Fernlicht strahlt mehr in die Höhe und in die Breite, was den Verlust kompensiert. Auch Schilder, Äste und Kurven erkennt man damit grundsätzlich besser. Die teureren Modelle von Busch & Müller, Lupine, Supernova und Lezyne verfügen über eine solche Fernlichtfunktion - teilweise mit immenser Leuchtkraft: Die Supernova M99 Mini produziert im Fernlicht-Modus satte 1244 Lumen, Lupine liegt knapp dahinter. Schlusslicht und gleichzeitig die günstigste Lampe dieser Kategorie ist die Lezyne mit 691 Lumen.
E-Bike Scheinwerfer mit Fernlicht im Test
Die Busch & Müller bildet im Abblend-Modus einen langen, breiten Lichtkegel mit Spot-Beleuchtung in der Ferne. Hier hat die Lampe die stärkste Strahlkraft. Die Meter vor dem Vorderrad und links und rechts des Weges bekommen nur gedimmt Licht ab. Mit dem Zuschalten des Fernlichts blickt der Fahrer deutlich weiter in die Ferne. Die seitliche Ausleuchtung leidet darunter. Enge Kurven leuchtet die IQ-XM zuverlässig aus - wenn auch nicht mit überragender Helligkeit. Gemessen am Preis ist die Verarbeitung eher bescheiden.
Die dicke Lezyne wirkt am E-MTB-Lenker wie die Lichtleiste auf dem Dach eines Rallye-Trucks. Sie leuchtet hell und weit. Fern- und Abblendlicht unterscheiden sich in ihrer Leuchtkraft kaum. Die Lichtbilder beider Helligkeitsstufen bestehen aus zwei Feldern, die ein klarer Dunkelstreifen trennt. Der schmale Lichtkegel bündelt fast die gesamte Lichtleistung auf einen schmalen, sehr hellen Streifen. Die Breiten abseits des Streifen saufen ab. Hier wird die Kurvenfahrt wortwörtlich zum Blindflug. Ansonsten überzeugt die solide Verarbeitung.
Mit 275 Lumen Vorsprung überstrahlt die Lupine SL X im Abblend-Modus den Großteil des Testfelds um Längen. Nur die Supernova kann hier mithalten. Ausgezeichnete Reichweite, gleichmäßige Lichtverteilung, gute Ausleuchtung auch in den Randbereichen direkt vor dem Vorderrad. Wer das Maximum herauskitzeln will, schaltet das Fernlicht zu. So leuchtet die Lupine noch besser in die Ferne, der Öffnungswinkel nach oben fällt aber nur mittelmäßig aus. Enge Kurven hingegen erstrahlen in beiden Beleuchtungsstufen in hellem Glanz. Zusätzlich gibt es ein Tagfahrlicht.
In Sachen Fernlicht macht dem Supernova-Scheinwerfer M99 Mini Pro so schnell keiner was vor. Der Öffnungswinkel fällt nach oben fast doppelt so hoch aus wie bei den Mitstreitern - trotz eintauchender Federgabel hat man alles im Blick. Die Leuchtbilder von Abblendlicht und Fernlicht sind sehr ähnlich. Beide verfügen über ein sehr helles, homogenes Zentrum. Bei der Leuchtkraft unterscheiden sich die Modi aber deutlich. Die Randbereiche sind angenehm hell. Bei der Ausleuchtung in Kurven liegen die Freiburger mit Lupine auf einem Niveau. Sehr angenehmes Abblendlicht.
E-Bike Scheinwerfer ohne Fernlicht im Test
Die kompakte und leichte Cube geht im direkten Leuchtvergleich mit der teureren Konkurrenz mit Fernlicht naturgemäß etwas unter. Sie liefert das schwächste Abblendlicht im Test. Für den Gebrauch im Straßenverkehr reicht sie jedoch allemal. Hohe Geschwindigkeiten sind bei der mäßigen Ausleuchtung aber nicht drin. Die Lichtverteilung konzentriert sich sehr auf das Zentrum. Am Rand des Lichtkegels fällt die Helligkeit abrupt ab. Bereiche abseits des Weges bekommen nur spärlich Licht ab, was die rasante Kurvenfahrt beeinträchtigt.
Als zweite Lampe ohne Fernlicht im Testfeld liefert sich die Litemove ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Cube. Auch wenn sie sich optisch kaum unterscheiden, nach mehrfachen Praxistests haben sich die Laborwerte bestätigt: Schaut man genau hin, ist die Litemove minimal heller. Dabei wirkt sich die höhere Lumen-Zahl besonders im vorderen Teil des Lichtkegels aus. Hier produziert der Mini-Strahler ein sehr helles Licht, das in die Weite konstant dunkler wird. Bei der Ausleuchtung sind die beiden Kontrahenten gleichauf.
Workshop E-Bike-Beleuchtung am Akku anschließen
Der Strom kommt aus der Steckdose. Doch bevor ihn der Scheinwerfer in Lux und Lumen verwandelt, muss er durch den E-Bike-Akku. Das Anschließen ist nicht trivial, eventuell muss die Werkstatt helfen. Doch diese vier Check-Punkte bringen den Strahler garantiert zum Leuchten.
Checken
Vor dem Kauf einer E-Bike-Beleuchtung gibt es zwei grundlegende Dinge zu klären: Wie viel Spannung liegt am Lichtport meines E-Bike-Motors an? Und für welche Spannung ist meine Lampe ausgelegt? Im schlimmsten Fall zerstört die falsche Kombination den Scheinwerfer. Sprich: Greift man zu einer Lampe, die nur für 6 Volt Spannung ausgelegt ist und stöpselt sie an einen Motor, an dessen Lichtport 12 Volt anliegen, leuchtet die Lampe nicht oder wird beschädigt. Viele Hersteller bieten deshalb ihre Lampen für 6 oder 12 Volt an. Manche Modelle verfügen auch über eine automatische Leistungsanpassung an die Anschlussspannung des Motors. Das bedeutet, dass die Scheinwerfer an einem 12-Volt-Anschluss genauso funktionieren wie an einem 6-Volt-Anschluss.
Anschließen
Die Kontakte für das Verbindungskabel der E-Bike-Lampe liegen direkt am Motor. Um sie zu erreichen, muss man die Motorabdeckung entfernen. Will man von dort aus die Kabel durch den Rahmen verlegen, muss bei Bosch und Shimano der Motor ausgehängt werden. Bei Brose genügt es, die seitliche Abdeckung abzunehmen, um das Kabel durch den Rahmen zum Kontaktstecker zu führen. Beim Anschließen am Shimano-Motor müssen möglicherweise vorher die Kontakte mit einer Abisolierzange freigelegt werden.
Fest verbaute Beleuchtung am E-Bike
Leistungsstark, meist straßenzugelassen und immer mit an Bord. Fest verbaute Beleuchtung ist für viele E-MTBs die ideale Lösung. Schließlich machen Fernlicht per Knopfdruck und der große Akku den Spagat aus StVZO-Zulassung und hoher Leuchtkraft möglich. Bei maximal rund 20 Watt Leistung des Scheinwerfers leidet die Reichweite des Bikes unter der Lampe übrigens kaum. Trotzdem setzen nur wenige Hersteller ab Werk auf ein Licht. Das Argument: Ob der Kunde gar keine Beleuchtung, eine simple, günstige Lampe für den Heimweg oder einen teuren Flutscheinwerfer möchte, ist schwer vorherzusehen. Deswegen muss feste Beleuchtung oft aufwändig nachgerüstet werden. Im besten Fall muss man die Lampe dafür nur noch an die bestehende Infrastruktur am E-Bike anschließen, im schlimmsten Fall ist ein Ausbau des Motors notwendig, um die Ports freizuschalten und die Kabel im Rahmen zu verlegen. Wichtig: Die Spannung der Lampe muss zu den Licht-Ports des E-MTBs passen. Meist 6 oder 12 Volt. Hinzu kommen die Kosten für den Scheinwerfer selbst: Ab etwa 100 Euro gibt es günstigere Lampen. Richtig gute Modelle, die mit ausgeklügeltem Leuchtbild und Fernlicht auch Kurven und dunkle Feldwege ausleuchten, kosten in Richtung 300 Euro. Die meisten Scheinwerfer für E-Bikes tragen das deutsche Prüfzeichen - die K-Nummer. Beim Kauf trotzdem darauf achten, sonst fehlt die Zulassung vermutlich.
Beleuchtung zum Anstecken am E-Bike
Die schnelle Montage und die geringen Kosten sprechen auch beim E-MTB für klassische Ansteckleuchten. Die sind günstig und bei Bedarf im Handumdrehen montiert. Mittlerweile gibt es viele gute Modelle mit Straßenzulassung ab etwa 50 Euro. Größter Nachteil der Lenkerlampen: Gerade günstige Kandidaten leuchten Kurven oder dunkle Abschnitte kaum aus. Zwar gibt es auch StVZO-Modelle, die an die Leistung fest verbauter Scheinwerfer heranreichen, doch die kosten 200 Euro und mehr und sind auf einen separaten Akku angewiesen. Am E-MTB ergibt das nur wenig Sinn. Lampen ohne Zulassung (K-Nummer) bieten zwar maximale Leuchtkraft fürs Geld, blenden aber den Gegenverkehr. Finger weg!
Helmlampen am E-Bike nutzen
Helmlampen haben in Deutschland keine Zulassung und daher im Straßenverkehr nichts verloren. Blendet die Helmlampe andere Verkehrsteilnehmer, kann sogar ein Bußgeld drohen, auch wenn eine zugelassene Lampe montiert ist. Auf der Straße also besser abschalten. Der große Vorteil der Helmlampe: Sie folgt der Blickrichtung des Fahrers und bietet dadurch die beste Ausleuchtung. Außerdem ist die Helmlampe universell auch für andere Sportarten einsetzbar und funktioniert abseits der Straßen gut als Ergänzung zu einem kleinen StVZO-Akku-Licht. Leuchtstarke Modelle gibt es ab rund 200 Euro. Beim Kauf auch auf das Gewicht der Lampe achten: 100 Gramm tragen sich gut, spätestens ab 150 Gramm auf dem Helm wird’s unangenehm.
StVZO: Das gilt für die E-Bike Beleuchtung
Lampe ist nicht gleich Lampe: Die StVZO regelt in Deutschland, welche Lampen für den Straßenverkehr zugelassen sind. Diese Lampen tragen die Zulassung des Kraftfahrt-Bundesamtes, die sogenannte K-Nummer. Dabei geht es vor allem darum, dass die Lampe andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet. Wer mit einer Lampe ohne K-Nummer im Straßenverkehr erwischt wird, zahlt das gleiche Bußgeld wie jemand, der ganz ohne Lampe unterwegs ist - bis zu 35 Euro. Noch gefährlicher wird es, wenn man ohne (zugelassene) Lampe in einen Unfall verwickelt wird. Dann droht eine Teilschuld am Unfall, die im Fall von schweren Sach- oder Personenschäden üble Folgen haben kann.
Akku-Lichter können seit Langem auch eine StVZO-Zulassung haben. Problematisch für Sporträder im nächtlichen Straßeneinsatz: Neben einem Vorder- und Rücklicht, das übrigens nicht blinken darf, sind eigentlich auch Reflektoren vorne, hinten, an den Pedalen und in den Speichen vorgeschrieben - so gesehen dürften ohnehin nur die wenigsten Mountainbikes StVZO-konform unterwegs sein. Das Vorurteil, dass StVZO-Lampen nicht für Fahrten abseits der Straßenbeleuchtung geeignet sind, ist übrigens überholt. Dank Fernlicht und ausgeklügelten Reflektorsystemen in der Lampe leuchten hochwertige StVZO-Lampen auch dunkle Abschnitte und Kurven gut aus.
Hell leuchten und trotzdem nicht blenden? Wie beim Auto wird das auch am Bike durch das Umschalten zwischen Abblend- und Fernlicht gelöst. Das Fernlicht sorgt für ein homogenes Leuchtbild und eine hohe Reichweite der Lampe mit bester Kurvenausleuchtung. Bei Gegenverkehr wechselt man per Knopfdruck zurück auf das Abblendlicht, das eine klare Begrenzung der Leuchtweite nach oben hin aufweist. Lampen ohne Fernlicht mit Straßenzulassung weisen immer diese Begrenzung der Leuchtweite auf, alle anderen sind in Deutschland nicht zugelassen.
Voll integrierte Beleuchtung an E-Bikes
Echte Systemintegration sucht man bei der Beleuchtung noch vergeblich. In die Sitzstreben integrierte Rücklichter sind aber ein guter Anfang und schon bei einigen Herstellern - von Bulls über Scott bis Haibike - zu finden. Voll integrierte Frontleuchten gibt es am E-MTB bislang noch nicht. Haibike bietet immerhin für das Flyon einen speziell abgestimmten Scheinwerfer an, bei Bianchis E-Omnia und E-SUV ist neben dem Rücklicht in den Kettenstreben auch ein Tagfahrlicht in das Steuerrohr integriert, das allerdings weiterhin durch eine klassische E-Bike-Lampe ergänzt werden muss.
Monkey Link: Halterung bei Bulls, Rotwild & Hercules
Richtig schick sind die leeren Monkey-Link-Steckplätze zwar nicht, sehr praktisch aber auf alle Fälle. Denn an den smarten Halterungen lassen sich mit wenigen Handgriffen auch hochwertige Lampen montieren, die dann direkt aus dem Akku mit Strom versorgt werden. Ganz ohne die aufwändige Installation fester Leuchten. Ebenfalls vorteilhaft: Wer Angst vor Schäden an der Lampe im Gelände hat, kann die Beleuchtung ebenso schnell wieder demontieren. Unterm Strich ein sehr flexibles System für die E-Bike Beleuchtung, das beispielsweise bei E-MTBs von Rotwild, Bulls oder Hercules zum Einsatz kommt.
Licht ab Werk beim E-MTB
Zwar kosten E-Bikes mit Beleuchtung ab Werk etwas mehr, aber hier muss sich der Kunde um nichts weiter kümmern, um für den Alltag gerüstet zu sein. Merida und Centurion sowie Riese & Müller setzen schon länger auf diese Strategie und verbauen Frontscheinwerfer von Lezyne und Supernova, die direkt am Akku angeschlossen sind. Wem die oft schon sehr anständigen Werksscheinwerfer noch nicht ausreichen, der kann dann unkompliziert eine andere Leuchte an die bestehenden Kabel anschließen und die alte Lampe einfach weiterverkaufen.
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