Zwei Tüftler aus Bayern haben ein E-Mountainbike entwickelt, das deutlich leichter ist als bisher bekannte Modelle. Eigenen Angaben zufolge begann alles bei einem Familienessen. Heinz Wittmann, Bauunternehmer und erfahrener Hobbyschrauber, kam dabei mit seinem zukünftigen Schwiegersohn Andreas Weigl, einem Mitglied der Geschäftsleitung des Fahrradherstellers MAXX, ins Gespräch. Thema des Abends: leichte E-Mountainbikes und die Frage, wie viel Gewicht sich aus einem bestehenden Modell noch herausholen lässt. Die beiden beschlossen, es gemeinsam auszuprobieren.
Als Grundlage diente ein Rotwild RX 275 Ultra, ein vollgefedertes E-Mountainbike mit Carbonrahmen. Antrieb und Akku stammen ebenfalls aus der Serie: verbaut ist ein TQ HPR 50-Motor mit einem Gewicht von rund 1.850 Gramm, kombiniert mit einem 250-Wh-Akku.
Leichtbau-Komponenten für E-MTBs
Um das Rad weiter zu optimieren, ersetzten Wittmann und Weigl viele serienmäßige Komponenten durch leichtere Alternativen. Zu den ausgetauschten Komponenten gehörten unter anderem:
- Titanschrauben statt Aluminium
- Ultraleichte Steckachsen aus Carbon und Titan
- Spezialreifen mit deutlich geringerem Gewicht
- Leichtbau-Felgen, Naben und Bremsen
- Sattel, Lenker und Pedale aus Carbon
- Gewichtsoptimierte Schalt- und Bremskomponenten
Selbst kleine Bauteile wie Lenkerendkappen oder die Abdeckung der Federgabel ersetzten sie, um das Zielgewicht zu erreichen. Der Wechsel der Reifen allein brachte über 950 Gramm Ersparnis.
Mit 11,93 Kilogramm liegt das TX1 deutlich unter den Gewichten vergleichbarer Projekte, die zuletzt auf der Eurobike vorgestellt wurden. Zum Vergleich: Das bisher leichteste bekannte Modell, ein Scott Lumen von 2023, wog rund 12,9 Kilogramm.
Das TX1 wurde als reines Privatprojekt entwickelt. Ob daraus irgendwann ein Serienmodell entsteht, ist offen. Die beiden Macher sehen das Rad eher als Beweis dafür, was im Leichtbau möglich ist - und als Inspiration für die Branche.
E-Mountainbike Kategorien
Vor dem Kauf muss man Grundsätzliches klären: Welches ist die passende E-MTB-Kategorie für mich? Welche Kosten kommen auf mich zu? Hier ein Überblick:
Kategorie Hardtail
Hardtails, also Bikes mit ungefedertem Heck, haben einen klaren Vorteil: Sie sind günstiger. Rund 1000 bis 1500 Euro spart man im Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten Bike mit Vollfederung (Fully). Außerdem entfällt die Wartung am Dämpfer und den Gelenken des gefederten Hinterbaus. Das etwas geringere Gewicht hat aber deutlich weniger Einfluss als bei unmotorisierten Bikes. Hardtails eignen sich besonders für den Alltag und für Touren in leichtem Gelände.
Kategorien Tour / Trail / All Mountain Bike
Die Kategorien verschwimmen bei gefederten E-Mountainbikes immer mehr. Egal, ob gemütlicher Tourer oder sportliches Trailbike, die Federwege liegen meist bei 140 bis 160 Millimetern. Räder mit deutlich weniger Hub werden immer seltener. Und das macht auch Sinn, denn ein entsprechend ausgelegtes E-MTB mit 150 Millimetern Federweg bringt in seichtem Terrain keine Nachteile, liefert dafür umso mehr Komfort und Geländegängigkeit. Entscheidender als der Federweg sind Rahmengeometrie und Ausrichtung des E-Bikes. Sportliche Modelle richten sich an Trail-Piloten mit guter Fahrtechnik und sind auf flachen Forstweg-Touren nicht immer die beste Wahl. Die Gewichte liegen zwischen 22 und 26 Kilo, ab rund 4500 Euro geht der Spaß los - z. B. Touren, Trails, anspruchsvolles Gelände.
Kategorie Enduro
Der Übergang zum abfahrtsorientierten Enduro MTB ist fließend. Schon viele All Mountain Bikes mit 160/150 Millimetern Hub und sportlicher Rahmengeometrie bieten Bikepark-Potenzial. Echte E-Enduros haben über 160 und bis 190 Millimeter Federweg. Bikes dieser Klasse blühen erst in extremem Gelände mit ruppigen Steilpassagen richtig auf. Hier bieten sie ein Maximum an Fahrsicherheit. Wer seinen Fokus auf extreme Abfahrten legt, ist hier richtig. Eine solide Ausstattung ist dafür Pflicht, darum machen Enduros erst in höheren Preisklassen Sinn. Meist kosten empfehlenswerte E-Enduros über 5000 Euro. - z. B. : extremes Gelände, Bikeparks.
Kategorie Light-E-MTB
Absolutes Trend-Thema sind Light-E-MTBs. Hier steht geringes Gewicht und wendiges Fahrverhalten im Vordergrund. Weniger E-Bike, mehr Fahrrad. Zur Zielgruppe gehören Mountainbiker, die sich mit schweren und klobigen E-MTBs nicht anfreunden können, aber trotzdem etwas Motorunterstützung wünschen. Die Akkus sind kleiner, die Motoren schwächer. Dadurch sind die Bikes mit 16 bis 20 Kilo rund 5 Kilo leichter als klassische E-Mountainbikes. Der Fahrer muss hier allerdings mehr eigene Leistung erbringen, und auf längeren Touren muss man mit dem Akku sparsam umgehen. sportlicher Charakter für fitte Fahrer.
Motor und Akku beim E-MTB
Auch wenn ein Motor - und sein Akku - nicht über die Qualität eines E-MTBs entscheiden, prägen sie doch den Charakter des E-Bikes. Worauf muss man achten?
E-Bike-Motor: eine echte Power-Frage
Neben den klassischen E-Motoren haben sich sogenannte Light- oder Minimal-Assist-Antriebe etabliert. Die Klassiker bieten einen breiten Einsatzbereich, in Kombination mit großen Akkus eine hohe Reichweite und massig Reserven für müde Beine oder steilste Anstiege. Mit ihrem unkomplizierten Charakter haben sie zur großen Popularität des E-MTBs beigetragen. Denn sie lassen ihren Fahrer nur selten im Stich. Light-Motoren hingegen sind meist leiser, kleiner und leichter - aber auch deutlich schwächer. Sie eignen sich für fitte Fahrer, die eher ein Fahrrad mit leichtem Rückenwind suchen und ihre klassischen Touren etwas entspannter gestalten wollen. Power und Reichweite sind eingeschränkt.
Akku-Größe beim E-MTB
Die Akku-Größe ist an die Motor-Power geknüpft. Denn je mehr Leistung, desto höher der Stromverbrauch. Klassische E-MTBs haben aktuell meist 700 bis 750 Wattstunden, in Ausnahmefällen bis 900 Wattstunden. Günstigere oder ältere Bikes kommen auch mit 500 bis 650 Wattstunden. Vorteil: Kleine Akkus sind deutlich leichter, weshalb gerade Light-E-MTBs auf kompakte Batterien setzen. Wie viel Kapazität ein E-MTB wirklich braucht, ist extrem individuell. Steigungen ziehen deutlich mehr Akku als Flachpassagen. Außerdem sind die Unterstützungsstufe und die körperlichen Voraussetzungen entscheidend. Ein leichter Fahrer, der selbst viel Power hat, kommt viel weiter als ein eher schwacher und schwerer Pilot.
Integration des Akkus
Moderne E-Bikes kommen inzwischen ausnahmslos mit integrierten Batterien, die formschön im Rahmen verschwinden. Bei der Integration gibt es aber deutliche Unterschiede. Bei klassischen Systemen lassen sich die Akkus in wenigen Sekunden aus dem Unterrohr herausklappen. Das ist komfortabel, macht das Bike aber schwerer. Um Gewicht zu sparen, setzen immer mehr Hersteller auf ein System, bei dem die Batterie nach unten aus dem geschlossenen Unterrohr gezogen wird. Dazu muss man das E-Bike meist drehen und mehrere Schrauben lösen. Die leichteste Lösung ist ein fest verbauter Akku, der vom Kunden nicht gewechselt werden kann. Bei der Wahl des passenden Systems muss man sich fragen: Wie oft muss ich den Akku herausnehmen? Bin ich auf einen Wechsel-Akku angewiesen? Habe ich dort eine Lademöglichkeit, wo mein Bike steht, etwa im Keller oder der Garage? Ist mir ein Schloss am Akku wichtig?
Ausstattung: Darauf kommt es bei den Specs an
Die richtige Bike-Kategorie steht, der passende Antrieb ist gefunden. Wir sagen, auf welche Details bei der Ausstattung - kurz Specs - Sie vor dem Kauf eines E-MTBs achten sollten.
E-MTB Ausstattung
Auch wer keine extremen Abfahrten auf seiner Liste hat, sollte beim E-MTB auf eine solide Ausstattung achten. Kräftige Vierkolbenbremsen mit großen Scheiben (200 mm) sind kein Luxus. Das erfüllen alle Bikes in unserem Test. Insbesondere schwere Fahrer bekommen durch 220er-Scheiben noch mehr Standfestigkeit und damit Sicherheit in der Abfahrt. Auch robuste und griffige Reifen machen nicht nur im Bikepark Sinn. Guter Pannenschutz verhindert nervige Platten, hohe Traktion bringt Fahrsicherheit. Schwere und weiche Reifen beeinflussen aber die Fahrdynamik negativ.
Komponenten mit Alltagsnutzen
E-Mountainbikes sind perfekte Allrounder. Denn mit der Motorunterstützung lassen sich - trotz hohen Gewichts und bulliger Reifen - auch längere Flachpassagen auf Asphalt entspannt und zügig überwinden. Und das bei Wind und Wetter. Wer sein Bike also auch für Alltagsfahrten oder zum Pendeln nutzen will, sollte sich Gedanken über Wetterschutz und Alltagstauglichkeit machen. Vollwertige Schutzbleche, Gepäckträger oder Seitenständer lassen sich nur an speziell darauf vorbereitete Rahmen befestigen. Es gibt auch Universallösungen, doch die bieten nur eingeschränkte Funktion. Gemäßigte E-MTBs gibt es auch ab Werk mit Vollausstattung.
Online oder stationärer Händler?
Online-Direktversender locken mit günstigen Preisen - denn bei diesem Vertriebsmodell entfällt die Händlermarge. Die fehlenden Händler sind aber zugleich der Nachteil des Modells. Beratung? Probefahrt? Service? All das ist beim Online-Kauf stark eingeschränkt. Die meisten Versender bieten Service-Partner oder Marken-Stores, die zumindest im Schadensfall weiterhelfen können. Checken Sie, ob sich ein Partner in Ihrer Nähe befindet. Gerade E-MTB-Neulinge sollten aber besonderen Wert auf eine Probefahrt und den Test verschiedener Modelle legen. Wer genau weiß, was er braucht und etwas Schrauberkönnen mitbringt, kann online sparen!
Light E-MTB Neuheiten 2024
In der aktuellen Saison zeigen die Fahrradhersteller, dass auch motorisierte Mountainbikes mit geringem Gewicht punkten können. Agiles Handling, sportliche Fahreigenschaften und vielseitige Einsatzmöglichkeiten - auf diese Aspekte musst du bei deinem Powerbike in Zukunft nicht mehr verzichten. Hier ein Überblick über die Light E-MTB Neuheiten 2024:
- Das Light E-MTB vereint die Vorteile eines motorisierten Fahrrads mit den sportlichen Eigenschaften eines Mountainbikes
- Dank neuer Antriebe unterstützt dich das Light E-MTB auch auf längeren Strecken
- Moderne Geometrien und schlankere Rahmen zeichnen die neuen Modelle aus
- Hochwertige Komponenten und praktisches Zubehör sorgen für noch mehr Fahrspaß
Beispiele für Light E-MTB Modelle 2024
Santa Cruz Heckler SL
Das Santa Cruz Heckler SL ist der jüngste Neuzugang im Light-E-MTB-Bereich von Santa Cruz. Ausgestattet mit dem Fazua Ride 60 Motor, der ein Drehmoment von 60 Nm liefert, und einem kompakten 430-Wh-Akku, bietet es genügend Reichweite für kurze Ausflüge. Trotz des etwas kleineren Akkus und des schwächeren Motors als die anderen Modelle der Reihe, wiegt das Heckler SL nur 18,5 kg.
KTM Macina Scarp SX
Das KTM Macina Scarp, ein vollgefedertes E-Mountainbike, besticht durch sein geringes Gewicht von lediglich 16 Kilogramm. Die Wendigkeit und das agile Fahrverhalten des Light-E-MTBs werden durch die neue Bosch Performance Line SX Antriebseinheit unterstützt. Dieser ist der bisher leichteste Antrieb von Bosch und bietet eine hohe Leistungsdichte für ein dynamisches und leichtfüßiges Fahrerlebnis.
Specialized Kenevo SL2
Für 2024 hat Specialized das Turbo Kenevo SL 2 mit einem Update ausgestattet, das auf den ersten Blick vielleicht unauffällig wirkt, aber während der Fahrt deutliche Verbesserungen mit sich bringt. Im Gegensatz zum Nachfolgemodell des Specialized Levo SL behält das Kenevo SL 2 sein bewährtes Design bei, setzt jedoch auf einen stärkeren SL 1.2-Motor. Mit einem schlanken Carbonrahmen, 170 mm Federweg, 29-Zoll-Laufrädern und anpassbarer Geometrie bietet es dir eine beeindruckende Kombination aus geringem Gewicht und starker Motorleistung. Damit ist es ideal für anspruchsvolle Strecken.
Centurion No Pogo SL
Das Centurion No Pogo SL ist ein spannender Newcomer im Segment der E-Trailbikes und besticht durch sein stylisches Design. Das Light E-Mountainbike kombiniert einen nur 2.500 Gramm schweren Carbonrahmen mit einer angesagten Zweifarblackierung und einem robusten Federungssystem von 150 mm vorne und 145 mm hinten. Das Ergebnis ist eine perfekte Mischung aus Leichtigkeit und Performance für anspruchsvolle Trails. Herzstück ist der kraftvolle Bosch SX-Motor aus der Performance Line, der mit bis zu 600 Watt Leistung und 55 Nm Drehmoment eine beeindruckende Fahrleistung bietet.
Flyer Uproc EVO:X
Das Flyer Uproc EVO:X ist ein leistungsstarkes und wendiges E-Enduro Mountainbike, das für aufregende Bergfahrten konzipiert ist. Es vereint Kraft und Fahrspaß und dank des Bosch-Motors mit 85 Newtonmeter Unterstützung und des vollintegrierten 750-Wattstunden-Akkus, meisterst du jeden Berg. Ein 29-Zoll-Vorderrad und ein 27,5-Zoll-Hinterrad sorgen für Stabilität und Agilität, während der Viergelenker-Hinterbau für eine optimale Dämpfung sorgt.
Haibike Lyke CF SE
Für 2024 hat Haibike das Spitzenmodell seiner Lyke-Serie, das Lyke CF SE, mit einer modernisierten SRAM Eagle AXS Transmission-Schaltung ausgestattet, was eine verbesserte Schaltleistung und einen höheren Preis mit sich bringt. Dabei zeichnet sich das Lyke CF SE durch seine Leichtbauweise aus, unterstützt durch den innovativen Fazua Ride 60 Motor und einen schlanken Carbonrahmen. Mit 140 mm Federweg und 29-Zoll-Laufrädern ist es daher optimal für anspruchsvolle Trailfahrten.
Haibike Hybe
Das Haibike Hybe ist ein leistungsstarkes E-Mountainbike für anspruchsvolle Enduro- und Rennstrecken. Mit 170 mm Federweg vorne und 160 mm hinten sowie einer Laufradkombination von 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten ist es ideal für schwieriges Gelände. Der Carbonrahmen basiert auf dem Haibike AllMtn-Modell und besticht durch sein einzigartiges Design sowie praktische Features wie das Modular Rail System (MRS).
Wilier Urta Hybrid
Das Wilier Urta Hybrid ist ein dezentes, aber stilvolles Light E-MTB, das sich durch seinen eleganten Vollcarbonrahmen auszeichnet. Der Rahmen verbirgt geschickt Akku und Motor und erinnert an Wiliers unmotorisiertes Cross-Country-Bike Urta, woraus sich auch die Zielrichtung des Urta Hybrid ableitet: Cross-Country-Einsatz. Mit 120 mm Federweg vorne und hinten bietet das Bike eine ausgewogene Balance, perfekt für moderne XC-Anforderungen. Das Light E-MTB verspricht dir ein leichtes Fahrerlebnis mit einem Gewicht von unter 16 kg in der Top-Konfiguration.
GASGAS ECC
GASGAS, bekannt für seine Motocross-Maschinen, erweitert sein Portfolio mit dem neuen ECC E-Mountainbike 2024, das speziell für harte Trails und Race-Performance entwickelt wurde. Das Bike wurde in Zusammenarbeit mit dem GASGAS SRAM Racing Team entwickelt und hat bereits am UCI E-Enduro World Cup teilgenommen. Dieser Performance-Gedanke findet sich auch in den Komponenten wieder: 29”-Laufräder, 170 mm Federweg vorne und 160 mm hinten, und der SRAM Eagle Powertrain-Motor mit automatischer Transmission-Schaltgruppe sorgen für Hochleistung.
Verschleiß und Tuning
Abgefahrene Bremsbeläge, verschlissene Reifen oder gerissene Speichen - wer viel mit dem E-Mountainbike unterwegs ist, verbringt oft auch viel Zeit in der Werkstatt. Das ist nicht nur nervig, sondern auch teuer. Die Belastungen, denen das Material beim E-Mountainbiken ausgesetzt ist, sind enorm. E-Mountainbikes sind nicht nur schwerer als klassische Mountainbikes, durch den kraftvollen Motor wirken auch bei der Fahrt permanent deutlich höhere Kräfte auf das gesamte System.
Dank des kraftvollen Motors spielt das Thema Leichtbau bei E-Mountainbikes nur eine nebensächliche Rolle und es lohnt sich, ein paar Gramm mehr Gewicht für ein deutliches Plus an Performance in Kauf zu nehmen. Im Gelände ist es entscheidend, die Kraft in Vortrieb zu verwandeln - das Zauberwort hierfür lautet Traktion. Aus diesem Grund sind vollgefederte Modelle nicht nur bergab, sondern auch bergauf klar im Vorteil. Für ein Hardtail sprechen lediglich der geringere Wartungsaufwand und der günstigere Preis.
Optimal sind Modelle mit mind. 140 mm Federweg. Hohes Gewicht und dadurch größere Kräfte wollen angemessen in Zaum gehalten werden. Dementsprechend sind Bremsen grundsätzlich und vor allem beim E-MTB ein entscheidendes Bauteil. Für sichere Verzögerung sorgen kraftvolle Vier-Kolben-Modelle. Um eine optimale Standfestigkeit zu garantieren, sollte man definitiv 200-mm-Bremsscheiben verbauen.
Leichte Reifen mit dünner Karkasse und wenig Profil haben an einem E-MTB nichts verloren. Rollwiderstand spielt eine untergeordnete Rolle, da man auf die Unterstützung durch den Motor zurückgreifen kann. Wer hier Gewicht spart, hat ständig Platten und verliert Fahrstabilität. Ein aggressives Profil sorgt für Traktion. Klassische Reifen sollten mind. 2,35″ breit sein.
Neben den richtigen Reifen sind auch entsprechend stabile Laufräder extrem wichtig, um Haltbarkeit, gutes Handling und somit entsprechenden Spaß am E-MTB-Fahren zu garantieren. Erste Lösungen speziell fürs E-MTB werden hier von DT Swiss angeboten.
Komponenten für mehr Fahrspaß
Viel wichtiger als das verbaute Schaltwerk ist beim E-Mountainbike die montierte Kassette. Je größer ihre Übersetzungsbandbreite, umso besser lassen sich auch steile Rampen erklimmen. Von 2-fach-Antrieben können wir nur abraten, da sie am E-Mountainbike leider nicht zufriedenstellend funktionieren.
Für ein präzises Handling ist eine ausreichend steife Federgabel mit konstanter Dämpfung entscheidend. Eine Steckachse und mind. 34-mm-Standrohre sind daher Pflicht - egal in welchem Einsatzgebiet. FOX bietet spezielle fürs E-Bike optimierte Federgabeln an, aber auch RockShox PIKE, Yari oder Lyrik funktionieren zuverlässig.
Absolut unverzichtbar an jedem Bike ist eine Teleskopsattelstütze - gerade auch beim E-Mountainbike. Selbst wenn ihr nur ein Bike zum Pendeln oder für den Radweg braucht, sollte es immer über eine Teleskopsattelstütze verfügen, da sie bei Abfahrten, auf dem Trail oder auch nur beim Ampelstopp mehr Sicherheit, Komfort und Spaß auf dem Bike ermöglicht.
Das richtige Cockpit hat entscheidenden Einfluss auf das Handling des Bikes. Ist der Vorbau zu lang, fährt sich das Rad indirekt. Ein zu schmaler Lenker reduziert die Kontrolle. Optimal ist ein Vorbau mit 40-60 mm Länge und ein 740-780 mm breiter Lenker. Am Cockpit sollten außerdem alle Hebel und Schalter ergonomisch platziert und intuitiv zu bedienen sein, damit man sich permanent auf den Trail konzentrieren kann.
Die von uns vorgestellten Empfehlungen haben alle eines gemeinsam: Sie maximieren den Fahrspaß, reduzieren den Verschleiß und erhöhen die Sicherheit - und zwar für jedes Fahrerlevel! Dass man dafür ein paar Gramm (oder ein halbes Kilo) Mehrgewicht in Kauf nehmen kann, haben glücklicherweise auch immer mehr Hersteller verstanden.
E-Bike Tuning Maßnahmen im Detail
Christian Schleker, EMTB-Tester hat sein Dauertest-E-MTB schrittweise um über zwei Kilo abgespeckt. Als Tuning-Fan macht er das ganz selbstverständlich mit jedem seiner Bikes. Dass der Teiletausch beim E-MTB angeblich eine komplizierte Angelegenheit ist, konnte ihn nicht abschrecken.
Hier sind die 10 E-Bike Tuning-Maßnahmen im Detail:
- Motorbedienung: Die EN-EW-100-Schnittstelle kostet nur knapp 70 Euro und wiegt 5,7 Gramm. Sie ersetzt das Display und kann, dank Mini-Knopf, auch ohne Fernbedienung genutzt werden. Für Menschen, die meist nur einen Modus nutzen, eine cleane und leichte Option.
- Lenker-Vorbau-Integration: Wenn er passt, ist der Hixon IC 1.0 ein Super-Diätmittel! Er spart mehrere hundert Gramm und ist trotzdem sehr stabil.
- Leichte Variostütze & Sattel: Eine Stütze, die funktioniert, und ein Sattel, der passt? Dann muss man eigentlich nichts tunen. Aber Gewicht kann man hier ohne Funktionseinbußen sparen: Die Vecnum Nivo bietet eine 1a-Funktion, ist einfach zu servicen, leicht und made in Germany! Dazu passt der SLR-Sattel von Selle Italia.
- Bremsen-Hack: Achtung! Das hier ist ein Bastel-Hack ohne Garantie, und wer Angst vor Garantieverlust hat, liest besser gar nicht weiter. Aber im Netz ist der Tipp Kult, drum habe ich ihn vor Jahren mal ausprobiert. Seitdem fahre ich diesen Hack am liebsten: Magura-Bremssattel mit Shimano-Servo-Wave-Hebel = beste Bremse der Welt!
- Elektronische Schaltung: Die Umrüstung auf Di2 ist aufwändig, denn der Motor muss vom Hersteller freigeschaltet werden. Ohne Shop oder einschicken läuft da nix. Aber dann: perfektes Schalten, individualisierbar und immer sauber.
- Laufradtuning: Ein halbes Kilo weniger rotierende Masse merkt man beim Handling und auf der Waage deutlich. Viel wichtiger: Ich wollte einen stabilen, pannenresistenten Hinterreifen verbauen und trotzdem unter 20 Kilo kommen. Das ging nur mit einem sehr leichten und trotzdem stabilen Laufradsatz.
- Tuning am Reifen: Das ist für mich eine ideale Kombi, denn der Magic Mary ist an der Front sehr leicht und grip-stark, hatte aber bei meinem Gewicht (70 Kilo) nie Platten. Der Eddy Current hinten ist schwer, aber unkaputtbar. Eine Enduro-taugliche Reifen-Kombi von Schwalbe auch für Gardasee-Geröll.
- Schraubachsen sparen Gewicht: Schnellspannsteckachsen funktionieren: schnell. Geschraubte Achsen: nicht. Aber die Wolftooth-Schraubachse für die Yari ist clean, leicht - und da ich keine Rennen fahre, habe ich Zeit, das Multi-Tool bei Bedarf rauszukramen.
- Antrieb tunen: Das 34er-Wolftooth-Kettenblatt hält die Kette durch seine spezielle Zahnform seit Monaten bombenfest. Damit konnte die Kettenführung wegfallen. Kombiniert mit einer kleineren, superleichten Kassette (Sram XG 11-95 mit 10-42 Zähnen) purzeln so gleich ein paar hundert Gramm aus dem Antrieb.
- Gabel aufbohren: Der Geheimtipp! Für wenig Geld bohrt der Tuning-Spezialist Stefan Kecht von Anyrace die einfache Yari-Dämpfungskartusche auf (buchstäblich!), versieht sie mit einem individuellen Shimstack und macht so aus der Yari eine richtig gute Forke.
Gewicht sparen ist teuer. 1-2 Euro pro Gramm kommen schnell zusammen. Aber es muss ja nicht gleich das komplette Tuning-Paket sein.
Was ist beim E-Bike-Tuning erlaubt?
In einem kurzen Interview mit Dirk Zedler, Fahrrad-Sachverständiger und Experte für E-Bike-Gesetzgebung, klären wir die wichtigsten Punkte: Was ist erlaubt? Was passiert im Schadensfall? Und: Darf ich auch am Motor tunen?
EMTB: Ist das Teile-Tuning am E-Bike für Endkunden verboten?
DIRK ZEDLER: Nein, der Endkunde kann mit seinem Bike machen, was er will! Vor dem Gesetz ist das E-Bike in den Händen des Endverbrauchers ein normales Fahrrad. ABER: Wenn etwas schiefgeht, hebt der Hersteller die Hände. Im Ergebnis kann es dazu kommen, dass der Endkunde für alle erdenklichen Schäden selbst aufkommen muss. Aber das ist beim Bike ohne Motor nicht anders.
Woher kommt dann der Mythos, man dürfe am E-Bike nichts verändern?
Das Pedelec ist laut Gesetz eine Maschine und braucht als Gesamtprodukt mit allen Anbauteilen ein CE-Zeichen, sonst darf es in Europa nicht verkauft werden. Beim E-Bike musst du als Hersteller vor dem Verkauf beweisen, dass alles sicher ist. Das kann von der Gewerbeaufsichtsbehörde spontan überprüft werden - wenn dann Veränderungen stattgefunden haben, droht das Verkaufsverbot. Deshalb sind Hersteller und Händler extrem vorsichtig.
Und das ändert sich, sobald es in meinen Besitz übergeht?
Es geht um die Bereitstellung am Markt - das betrifft alle Beteiligten in der Lieferkette. Deshalb darf auch der Händler nichts ändern, denn er bringt die Maschine in Umlauf. Das wäre dann wie Schecks fälschen.
Kann ich als Kunde denn frei nach Herzenslust alles tunen?
Motor-Tuning für mehr Speed ist natürlich verboten und strafbar. Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen, zum Beispiel bei der Lenkzentrale, sollte man grundsätzlich keine Kompromisse eingehen, sondern immer nur aufeinander abgestimmte Lenker und Vorbauten eines Herstellers verbauen. Denn: Im falschen Vorbau kann der haltbarste Lenker früh brechen!
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