Early Rider Laufrad Bremse nachrüsten: Eine umfassende Anleitung

Early Rider ist ein noch recht junger Hersteller von Kinderlaufrädern aus England, der sich auf hochwertige und leichte Laufräder für Kinder spezialisiert hat. Insgesamt gibt es von Early Rider viele verschiedene Laufräder aus Holz und Alu. Außerdem gibt es natürlich Kinderfahrräder für Straße und Gelände in allen wichtigen Größen. Auch diese sind alle sehr stylisch und sportlich ausgerichtet.

Ohne Kompromiss, so sagt Early Rider über sich selbst, sind ihre Lauf- und Fahrräder auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet. Auffällig ist das industrielle Design mit nacktem silbrigen Alurahmen, braunem Sattel und schwarzen Anbauteilen. Leicht sind die meisten Räder sehr wohl, aber Leichtbau betreibt Early Rider nicht bis zum Äußersten: viel Wert wird auf gute und vor allem breite Reifen gelegt. Diese rollen nicht nur besser als schmale, sondern sorgen auch für eine gute Dämpfung von Stößen.

Hier lohnt es sich, das etwas höhere Gewicht in Kauf zu nehmen. Wer das nicht mag, hat bei Early Rider auch die Option auf schmalere Reifen mit geringerem Gewicht, die dann eher für ebene Untergründe geeignet sind. Bei den Kinderfahrrädern ist der Riemenantrieb das Markenzeichen von Early Rider. Dieser funktioniert im Gegensatz zu einer normalen Kette ohne Öl und damit weniger Dreck: perfekt für ein wartungsfreies Kinderfahrrad.

Kinderlaufräder von Early Rider

Von Early Rider gibt es nur Laufräder mit mindestens 12 Zoll Rädern und ausschließlich mit Luftreifen zu kaufen. Daraus wird bereits der Anspruch klar: Hier handelt es sich um vollwertige Laufräder, die darauf abzielen, den Kindern ein Maximum an Freude und Spaß beim Fahren zu ermöglichen. Bei Early Rider sind die Laufräder als Vorstufe zum Fahrrad zu sehen, denn hochwertige Kinderräder hat Early Rider auch im Programm. Die Early Rider Laufräder unterscheiden sich deutlich von den klassischen Puky Laufrädern.

Insgesamt wirken sie weniger kindlich, sondern eher sportlich, weniger wie ein Spielzeug sondern eher wie ein Sportgerät. In unserem Ratgeber wollen wir die Besonderheiten der einzelnen Modelle aufzeigen und dir somit die Auswahl des besten Early Rider Laufrads für dein Kind erleichtern.

Early Rider 12 Zoll Laufräder

Das kleinste und leichteste Laufrad von Early Rider ist das Early Rider Lite 12. Es ist ein Holzlaufrad mit 12 Zoll Luftreifen mit einer minimalen Sitzhöhe von 29,5 cm und wird für Kinder mit einem Alter zwischen 1,5 Jahren und 3,5 Jahren empfohlen. Es ist aus Birkenholz gefertigt und kommt mit Speichenrädern aus Alu.

Das Lite 12 wird seinem Namen gerecht, denn es wiegt nur 3,25 kg und ist damit nicht nur eines der leichtesten Laufräder mit Luftreifen auf dem Markt, sondern auch ein besonders leichtes Holzlaufrad.

Mit der angegebenen minimalen Sattelhöhe von 29,5 cm fällt das Lite 12 in unsere Kategorie 3 (Laufrad für Zweijährige). Unserer Erfahrung nach sollte es also gut für Kinder ab 2 Jahre mit einer Schrittlänge ab ca. 32 cm passen. Somit mag es tatsächlich bereits von großen Kindern ab 1,5 Jahren (18 Monaten) genutzt werden wie von Early Rider angegeben. Für kleinere Kinder ist in diesem Alter aber ein kompakteres Lauflernrad z.b. mit 8 Zoll Rädern geeigneter. Schau dir unbedingt unseren Ratgeber an um die passende Laufradgröße für dein Kind zu bestimmen. Die Early Rider Laufräder zielen Eindeutig auf die Bedürfnisse von größeren Kinder ab die sportlich flott unterwegs sein wollen und sind nicht unbedingt für die Kleinsten geeignet.

Leider gibt es auch beim Lite 12 die oft bei Holzlaufrädern zu findende Einschränkung bei der Verstellbarkeit. Hier lässt sich der Lenker gar nicht an die Größe des Kindes anpassen. Und auch die Verstellung der Sitzhöhe ist auf relativ wenige grobe Schritte beschränkt.

Charger 12

Mit dem Early Rider Alley Runner Charger 12 stellt Early Rider aber auch ein Laufrad aus Alu her, das dem Lite 12 aus Holz sehr ähnlich ist. Es wiegt ca. 3,5 kg. Der Alu Rahmen ist schick in Silber gehalten. Das Charger 12 ist ein Stück größer als das Lite 12 und eher für etwas ältere Kinder geeignet. Es kann dann aber auch länger genutzt werden. Ein weiterer Vorteil des Modells aus Alu ist die stufenlose Einstellbarkeit der Sitzhöhe. Der Lenker jedoch lässt sich bei diesem Laufrad auch nicht verstellen.

Das Charger hat sehr breite Luftreifen, die besonders leicht rollen und Unebenheiten schön abdämpfen können. Sie sind sicher etwas schwerer als schmale Reifen, haben aber einen großen Vorteil beim Komfort.

Das Charger wird zwar als Laufrad ohne Bremse verkauft (es gibt aber auch ein Early Rider Laufrad mit Bremse). Wenn du aber gerne eine Bremse haben möchtest kannst du sie nachrüsten. Am Rahmen gibt es die Befestigungen für eine V-Brake am Hinterrad. Und die gibt es als Set inklusive kinderfreundlichem Bremsgriff und Bremszug von Early Rider zu kaufen. Montieren musst du die dann aber selbst (oder dein Fahrradhändler).

Bonsai 12

Das Bonsai 12 ist ein kleiner Exot, denn das Hinterrad ist nur einseitig aufgehängt. Das sieht natürlich super cool aus, hat aber sonst eigentlich keine weiteren Auswirkungen. Durch die höheren Kräfte die auf die einseitige Aufhängung wirken besteht die Gefahr, dass die Haltbarkeit leidet. Insbesondere bei einem Holzlaufrad.

Da es das Bonsai inzwischen aber schon einige Jahre unverändert baut scheint es hier keine Probleme zu geben. Sehr schlau hat Early Rider beim Bonsai 12 ein typisches Problem von Holzlaufrädern vermieden. Der Sattel ist in einem Sattelrohr aus Alu befestigt, das in das Birkenholz eingelassen ist. Dadurch ist es Early Rider möglich ein schickes Holzlaufrad zu bauen, das aber trotzdem den Vorteil einer stufenlosen Verstellung der Sitzhöhe aufweist wie sie sonst nur bei Metalllaufrädern zu finden ist. Clever.

Classic 12/ 14

Early Rider Classic 12/14 ist ein ungewöhnliches Modell, denn sein Vorderrad ist 14 Zoll groß, das Hinterrad aber nur 12 Zoll. Der Hinterreifen des Classic ist dafür deutlich breiter, so dass der Durchmesser wohl recht ähnlich ist. Der breite Hinterreifen übernimmt hier die Rolle der Federung wie sie zum Beispiel beim Kokua LikeABike jumper oder beim Puky LR Ride am Hinterrad angebracht ist.

Im Allgemeinen ist auffällig, dass die Early Rider Laufräder recht puristisch sind. Extras wie Bremse, Federung und Ständer gibt es meistens nicht.

Big Foot 12

Doch, seit 2020 gibt es neu das Big Foot 12 Laufrad als erstes Early Rider Laufrad mit Bremse: es kommt mit einer V-Bremse am Hinterrad. Ein weiterer Unterschied gegenüber dem Charger 12 sind die namens-gebenden Reifen sie stark nach Mountainbike aussehen. Cool sieht es damit aus, ist aber auch eine Ecke schwerer und der Nutzen beschränkt sich rein auf offroad Ausflüge. Denn breite Reifen hat das Charger auch schon und ist mit dem straßentauglichen Profil besser für normale Wege geeignet.

Early Rider 14 Zoll Laufräder

Es gab bis 2019 mehrere 14 Zoll Laufräder von Early Rider. Diese Größe ist auch bei anderen Herstellern nicht (mehr) häufig anzutreffen und auch Early Rider hat nun die Produktion aller 14 Zoll Laufräder eingestellt. Dafür gibt es jetzt aber ein 14 Zoll Fahrrad. Und das macht Sinn, da viele Kinder wenn sie groß genug für ein 14 Zoll Rad sind schon Fahrrad fahren können und wollen. Heutzutage fangen die Kinder einfach viel früher mit dem Fahrradfahren an. Der Bedarf an großen Laufrädern ist da recht gering.

Interessant war das Early Rider Road Runner 14, ein echtes Rennrad mit Rennlenker für die Wilden, das Early Rider Trail Runner 14, ein Mountainbike, und das Early Rider Trail Runner XL, ein extrem Mountainbike mit extra breiten Reifen.

Die 14 Zoll Mountainbikes werden durch das „Fatbike“ Big Foot 12 mit extra breiten 12 Zoll Gummis abgelöst. Für das Road Runner gibt es keinen Ersatz, aber ein Rennlenker passt wohl auch nicht zu einem kindgerechten Bike.

Wenn es denn unbedingt ein 14 Zoll Laufrad sein soll, dann findest du das weiterhin bei anderen Herstellern.

Alle Early Rider Laufräder im Überblick

Die folgende Tabelle listet nochmals alle wichtigen Eigenschaften der Early Rider Laufräder in direktem Vergleich. Early Rider Laufräder gehören zu den teureren, daher sollte ein Kauf gut überlegt sein, damit du sicher das passende Laufrad für dein Kind bekommst. Die Qualität die du bei Early Rider bekommst wird dein Kind aber sicher viel Freude haben lassen und ein stylisches und besonderes Laufrad das nicht jeder hat hast du damit sicher.

Wenn du noch Hilfe bei der Entscheidung brauchst ob ein Early Rider Laufrad aus Holz oder Alu das richtige ist, dann schau dir doch auch noch unseren Artikel über Holzlaufräder an. Tipps zur Auswahl der richtigen Größe für jedes Alter findest du in unseren Ratgeber.

NamePreisGrößeAlterGewichtMaterialReifenBremse
Early Rider Trail Runner XLPreis nicht verfügbarKategorie 443,75 kgAlu14 LR
Early Rider Bonsai 12ab Preis nicht verfügbarKategorie 31,5-3,5 Jahre3,8 kgHolz&Alu12 LR
Early Rider Charger 12ab € 177,42Kategorie 31,5-3,5 Jahre3,4 kgAlu12 LRoptional
Early Rider Big Foot 12ab € 185,48Kategorie 31,5-3,5 Jahre3,7 kgAlu12 LRja (VB)
Early Rider Lite 12ab € 123,50Kategorie 22-3,5 Jahre3,2 kgHolz12 LR
Early Rider Classic 12/14ab € 139,97Kategorie 32-4 Jahre4,2 kgHolz12/14 LR
Early Rider Road Runner 14ab Preis nicht verfügbarKategorie 43-5 Jahre3,60 kgAlu14 LR
Early Rider Trail Runner 14ab Preis nicht verfügbarKategorie 43-5 Jahre3,8 kgAlu14 LR

Kinderfahrräder von Early Rider

Stil haben auch die Fahrräder von Early Rider. Silberner Alu Rahmen, Riemenantrieb statt Kette und großvolumige Reifen machen optisch einiges her. Mit Größen von 14 Zoll bis 24 Zoll gibt es für jedes Alter ein passendes Rad.

Mit dem silbernen Alu-Rahmen und dem Verzicht auf jegliche Farben (außer schwarz und ein wenig braun) sind die Räder leicht als Early Rider zu erkennen.

Riemenantrieb statt Kette

Eine Besonderheit ist der Riemenantrieb bei manchen Modellen der das nervige Problem mit der ölverschmierten Kleidung sehr elegant löst. Anstatt einer Kette wird hier ein Riemen aus Carbonfasern verbaut. Dieser braucht keine Schmierung und ist damit sehr sauber und pflegeleicht.

Am Kinderfahrrad ist das eine tolle Sache. Weniger Dreck und Sauerei schadet wirklich nicht. Bei Kinderfahrrädern mit Kette wird dann oft ein Kettenkasten oder Chainglider verbaut. Diese funktionieren aber oft nicht besonders toll und schleifen an der Kette oder brechen irgendwann ganz ab. Da ist so ein Riemen im Vorteil.

Ein Nachteil ist, dass du auf eine Kettenschaltung verzichten musst. Denn die funktioniert - wie der Name schon sagt - nur mit einer Kette. Nabenschaltung können aber auch mit Riemen kombiniert werden. Und genau das macht Early Rider beim Belter 20. Auch Nabenschaltungen sind eine tolle Sache am Kinderfahrrad. Zusammen mit dem Riemen bekommt dein Kind ein super unkompliziertes, robustes und sauberes Fahrrad.

Wenn du ein Fahrrad ohne Kette für dein Kind suchst führt fast kein Weg an Early Rider vorbei.

3 Fahrrad Varianten

Bei den Fahrrädern hat Early Rider 3 verschiedene Varianten mit unterschiedlicher Ausrichtung:

  • Die Belter Modelle sind die Allround Fahrräder für ein urbanes Umfeld und alltägliches Wege auf befestigten Wegen. Es gibt sie in 14, 16, 20 und 24 Zoll Größe. Der wartungsfreie Riemeantrieb ist bei diesen Modellen namensgebend. Ab 20 Zoll haben die Belter Räder eine Nabenschaltung mit 4 Gängen.
  • Die Seeker Modelle sind Mountainbikes oder „Adventure Bikes“ wie Early Rider es nennt. Diese haben breite Reifen mit Offroad-Profil. Diese gibt es auch in 14, 16, 20 und 24 Zoll Größe. Ab 20 Zoll auch mit Schaltung und Scheibenbremen. Beim 16 Zoll ist die Scheibenbremse optional, dann heißt es Seeker X16.
  • Die Hellion Räder sind für den Bike Park gemacht. Bereits in 16 Zoll mit Scheibenbremsen ausgestattet und in 20 und 24 auch mit Federgabel und Kettenschaltung. Da geht Early Rider keine Kompromisse ein.

Und für 2021 neu vorgestellt:

Die Hellion X Räder sind noch eine Stufe extremer: mit einem zusätzlichen Dämpfer am Hinterbau sind dies echte Fullys für Kinder. In 20 und 24 Zoll erhältlich. Das Hellion X20 lässt sich bei Bedarf sogar auf 16 Zoll Laufräder umrüsten und spätestens dann sollte es das kleinste Kinderfahrrad mit Vollfederung sein.

Das passende Early Rider Fahrrad finden

Auf den ersten Blick scheinen das eine ganze Menge verschiedene Fahrräder zu sein. Doch, eigentlich ist die Auswahl des passenden Rades gar nicht schwer. Ob 14 Zoll oder 16 Zoll hängt allein von der Größe deines Kindes ab. Für kleine Anfänger ist das 14 Zoll Belter am besten geeignet um das Fahrradfahren zu lernen. Mit seinem geringen Gewicht, Riemenantrieb mit Freilauf und zwei kindgerechten V-Bremsen wird es dein Kind leicht haben.

Der Unterschied zum Seeker 14 liegt rein in den Reifen. Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Kinder zuerst auf befestigten Untergründen Fahrrad fahren lernen machen die groben Reifen des Seekers einfach keinen Sinn. Zwar ist der Gewichtsunterschied gering und die Sattelhöhe gleich, aber die Stollenreifen rollen nicht so gut wie die Straßenreifen.

Wenn dein Kind schon groß genug ist für ein 16 Zoll Early Rider (ab ca. 1 m Körpergröße) dann kann neben dem Belter 16 auch das Seeker 16 in die engere Wahl kommen. Vor allem Jungs mögen ja diese groben Reifen oft gerne. In einer ganz anderen Liga spielen das Hellion 16 und auch das Seeker X16. Diese sind das Richtige für Mountainbike Touren mit der ganzen Familie. Mit den Scheibenbremsen sind sie schwerer als Belter 16 und Seeker 16.

Wenn du aber überlegst deinem Kind ein Mountainbike zu gönnen mit dem es erste Trails fahren kann, dann ist die sicher kein Hindernis. Der Preis vielleicht schon eher denn der Aufpreis vom Seeker 16 zum Hellion 16 ist schon heftig. Das Seeker X16 ist ein Mittelweg weil es zwar Scheibenbremsen hat aber nicht auf den Riemenatrieb verzichtet.

Laufrad mit Bremse, ja oder nein?

Eine oft diskutierte Frage, sollte ein Laufrad eine Bremse haben, oder nicht? Es gibt einige Laufräder mit Bremse auf dem Markt. Vor allem bei den größeren Laufrädern gibt es eine große Auswahl an Modellen mit Bremse. Doch macht eine Bremse am Laufrad überhaupt Sinn? Was sind die Vorteile? Gibt es Nachteile? Wir helfen bei der Auswahl des besten Laufrads für dein Kind!

Vorteile einer Bremse am Laufrad

Natürlich kann eine gute Bremse am Kinderlaufrad ein Plus für die Verkehrssicherheit sein. Wenn das Kind in einer Gefahrensituation besser bremsen kann ist dies sehr wünschenswert. Dafür spricht auch, dass eine Handbremse am Laufrad bereits das Bremsen am Fahrrad vorbereiten kann und somit ein schnellerer und sicherer Umstieg erfolgen wird. Dies kann also eher als eine Investition in die Zukunft betrachtet werden.

Eher psychologischer Natur ist sicherlich auch der Aspekt der Beruhigung der Eltern. Nur durch das bloße Vorhandensein einer Bremse haben viele Eltern ein größeres Vertrauen in die Verkehrssicherheit wenn der Nachwuchs auf dem Laufrad unterwegs ist.

Nachteile einer Bremse am Laufrad

Allerdings gibt es auch einige Gegenargumente. Die Kleinsten können mit der Bremse überfordert sein und zum Bremsen immer die Füße benutzen. Nicht nur weil sie diese eh schon auf dem Boden haben sondern auch weil diese Bremsmethode ein höhere Stabilität und Sicherheitsgefühl vermittelt.

Erst größere Kinder, dann am besten auf einem 12 Zoll Laufrad mit Lufträdern, bekommen ein Gefühl für das Rollen und genießen es für längere Zeit die Füße hoch zu nehmen und ohne Bodenkontakt zu gleiten. Ab diesem Zeitpunkt könnten sie Spaß an einer Bremse haben - zu beobachten ist ihre Benutzung aber sehr selten. Zu naheliegend ist es für die Kinder weiterhing mit der Fußbremse zum Stehen zu kommen. So wie sie sich in Gang gebracht haben wird die Fahrt auch wieder abgebremst. Da gibt es keine naheliegender Form der Bremse.

Eine Bremse am Laufrad bedeutet auch immer ein höheres Gewicht und höhere Kosten. Eine einfaches Laufrad ohne Bremse kann daher für kleine Kinder die gerade erst das Laufradfahren lernen die bessere Wahl sein.

Unsere Erfahrungen

Unsere Kinder haben verschieden Laufräder mit Bremse und ohne Bremse gehabt und somit beides ausführlich getestet. Unserer Erfahrung nach macht eine Bremse am Kinderlaufrad tatsächlich erst bei größeren Kindern Sinn. Ab einem Alter von 3 Jahren konnten unsere Kinder eine Bremse bedienen und haben auch viel Spaß daran gehabt Bremsspuren auf Sandwegen zu hinterlassen und bergab zu rollen und mit der Bremse die Geschwindigkeit zu kontrollieren. Allerdings hat keines unserer Kinder die Handbremse als Hauptbremse benutzt. Das heißt, dass sie in Situationen in denen sie Bremsen mussten instinktiv immer mit der Fußbremse gebremst haben.

Die Handbremse war zum Spaß, die Fußbremse für den Ernstfall zur Sicherung der Verkehrssicherheit und zur Notbremsung. Im täglichen Gebrauch haben wir die Bremse nie vermisst.

Es gibt nur einer Situation wo es einen echten Vorteil für ein Laufrad mit Bremse gibt: wenn es längere Strecken bergab geht. Die Fußbremse funktioniert sehr gut um möglichst schnell zum Stehen zu kommen. Aber leider lässt sie sich recht schlecht dosieren. Wenn es recht steil bergab geht haben Kinder oft Schwierigkeiten das Tempo wie gewünscht zu regulieren. Entweder das Tempo wird zu groß oder sie Bremsen bis zu Stillstand ab. Dazwischen gibt es kaum Möglichkeiten. Hier hat eine Bremse am Laufrad den Vorteil, dass sie sich viel besser dosieren lässt. Das verlangt aber natürlich einiges an Übung und ist nichts was ein Anfänger sofort beherrschen kann.

Und (wenn sie denn benutzt wird) hat die Bremse natürlich auch positive Auswirkungen auf die Abnutzung der Schuhe der Kleinen, die leiden durch die Fußbremse extrem, besonders wenn mit den Fußspitzen anstatt der Sohlen gebremst wird. Da musst du konsequent anleiten sonst kannst du innerhalb weniger Wochen neue Schuhe kaufen da die Spitzen durch gebremst sind.

Tatsächlich ist etwas dran am Argument der Vorbereitung auf das erste Fahrrad. Egal wie leicht der Umstieg auf das Fahrrad unseren Kinder auch gefallen ist, das Bremsen war in der ersten Zeit immer ein Problem.

Insgesamt verhalten sich die Kinder zu Beginn des Fahrradfahrens wie sie es von ihrem Laufrad gewohnt sind. Da wird beim Anfahren die ersten paar Meter gelaufen wie mit dem Laufrad und erst dann werden die Füße auf die Pedale gestellt. Ähnlich beim Bremsen: da werden reflexartig die Füße auf den Boden gestellt - zu sehr verinnerlicht haben sie das Bremsen mit den Füßen.

Dummerweise ist diese Bremse beim Fahrrad durch die größere Sattelhöhe nicht sehr effektiv: die Füße reichen gerade nur so bis zu Boden und die Pedale sind im Weg. Es hat einige Zeit gedauert bis das richtige Bremse auf dem Fahrrad erlernt wurde. Sicherlich kann hier eine Bremse am Laufrad helfen das richtige Verhalten bereits vorher zu üben und somit den Übergang zum Fahrrad unkomplizierter zu gestalten.

Empfehlung

Natürlich könnte man jetzt schlussfolgern: Bremse ja oder nein am Laufrad ist egal. Bedenken solltest du allerdings, dass jedes zusätzliche Extra am Laufrad auch zusätzliches Gewicht bedeutet. Schwerere Laufräder aber sind auch immer schwieriger zu handhaben und zu beherrschen. Dies kann nicht nur Auswirkung auf den Spaß haben, sondern auch auf die sichere Beherrschung von Gefahrensituationen.

Schau dir dazu auch unseren Artikel über leichte Laufräder an. Ein geringes Gewicht ist immer zu bevorzugen! Außerdem kostet eine Bremse natürlich Geld welches eventuell an anderer Stelle am Laufrad eingespart werden muss oder den Gesamtpreis in die Höhe treibt. Es muss unbedingt auf eine hochwertige Bremsanlage geachtet werden. Lieber keine Bremse als eine die nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Zu empfehlen sind hier Trommelbremsen am Hinterrad die völlig Wartungsfrei und kräftig genug sind. Auch Felgenbremsen sind im Zusammenspiel mit Alufelgen an Speichenrädern sehr gut geeignet. Die Verwendung an Kunstofffelgen erlaubt aber keine zuverlässige Bremswirkung. In der Luxusklasse sind auch Scheibenbremsen zu finden. Brauchen tut dies sicher kein Kind, aber den Papa mag es freuen.

Zusammenfassung: Vor- und Nachteile einer Bremse am Laufrad

  • Pro
    • Sicherheitsgewinn
    • Vorbereitung auf das Fahrradfahren
    • Spaßgewinn für die Größeren
  • Contra
    • Höheres Gewicht
    • Höhere Kosten
    • Oft mindere Qualität ohne ausreichende Bremswirkung durch Kinderhände
    • Von den kleineren nicht zu beherrschen

Eine Bremse am Laufrad macht also vor allem bei Laufrädern für größere Kinder Sinn. Dann können sie die Bremse benutzen und der Zugewinn an Spaß und Sicherheit sowie der Lerneffekt fürs Fahrrad treten in den Vordergrund. Für kleinere Kinder ist ein Laufrad ohne Bremse einfacher zu benutzen, sie sind weniger abgelenkt und sie werden nicht durch das höhere Gewicht belastet.

Tatsächlich gibt bei den Laufrädern mit Bremse viele Modelle mit 12 Zoll Luftreifen. Aber kein Laufrad mit 8 Zoll ist mit Bremse verfügbar. Das kleinste Modell mit Bremse ist das frogbikes Tadpole mini das als einziges 10 Zoll Laufrad eine Bremse hat.

Wir empfehlen dir vor allem auf die richtige Größe des Laufrads zu achten. Es muss deinem Kind einfach perfekt passen. Hilfe bei der Auswahl findest du in unserem Alters-Ratgeber. Ob das Laufrad dann eine Bremse hat oder nicht, kann bei deiner Entscheidung zweitrangig sein.

Bremse zum Nachrüsten

Interessant wäre in diesem Zusammenhang ein Laufrad bei dem sich die Bremse nachrüsten lässt. Und tatsächlich gibt es für das Kokua LIKEaBIKE jumper eine Bremse zum Nachrüsten. Damit lässt sich dann das Laufrad an die sich ändernden Anforderung der Kinder anpassen.

Weitere Informationen und eine Übersicht über alle Laufräder mit Bremse auf dem Markt findest du auch in unserem Laufrad mit Bremse Vergleich.

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