Wer ein Motorrad hat, träumt meist davon, einfach mal die Taschen zu packen und loszufahren auf längere Motorradreise. Ob in die Ferne oder im eigenen Land, das ist völlig egal. Die Hauptsache ist, einfach mal den Kopf freizubekommen und die Freiheit auf zwei Rädern zu genießen. Als passionierter Motorradfahrer gibt es kaum etwas, das die Seele mehr beflügelt, als die Welt auf zwei Rädern zu erkunden und sich in neue Abenteuer zu stürzen. Das Gefühl von Freiheit, wenn man durch fremde Länder und andere Kulturen gleitet, ist schlichtweg unbeschreiblich.
Die Reisevorbereitung
Wenn es um das Motorradfahren und Reisen geht, ist Vorbereitung das A und O. Aber was nehme ich mit, wie packe ich mein Motorrad und welche technischen Vorbereitungen sind vor einer längeren Reise eventuell sinnvoll? Auch die Frage: Wie navigiere ich auf meiner Reise könnte interessant sein.
Reisen in andere Länder
Bevor du mit deinem Motorrad ins Ausland fährst, solltest du dich vor der Reise über besondere Vorschriften für Motorräder in deinem Reiseland informieren. In manchen Ländern ist das Mitführen von Verbandstaschen, Ersatz-Leuchtmitteln oder sogar Sicherungen Pflicht. Auch das Fahren mit getönten Visieren ist nicht überall erlaubt. Achte weiterhin darauf, dass deine Reifen ausreichend Profil haben und die Bremsbeläge nicht bis zum Schluss heruntergefahren sind.
Werkzeug
Für kleinere Reparaturen am Motorrad solltest du immer ein passendes Set aus Schraubenschlüsseln, Schraubendreher, einer Zange und einem Multitool dabei haben. Auch Kabelbinder und Klebeband (Panzertape) können durchaus nützlich sein. Diese Werkzeuge helfen dir, kleinere Probleme wie lose Schrauben oder defekte Leuchten selbst zu beheben. Zudem sind eine Verbandstasche, Ersatz-Leuchtmittel und Sicherungen, ein Reifen-Reparaturset, Kettenspray, WD-40 nützliche Helfer, um auf der Straße besser gerüstet zu sein.
Gepäck & Packen
Beim Packen deines Motorrads achte darauf, dass schwerere Gegenstände im unteren Bereich und näher am Motorrad platziert werden, um die Gewichtsverteilung zu optimieren. Vermeide Überladung und achte darauf, dass alles gut gesichert ist. Eine gut organisierte Tasche mit Werkzeug, Kleidung und allem Nötigen sorgt dafür, dass du auf deiner Motorradreise gut ausgestattet bist und das Abenteuer voll und ganz genießen kannst. Ob mit dem Zelt oder lieber im Hotel?
10 Tipps für deine Motorradtour
- Motorrad-Check: Starte mit einem Bike in Top-Zustand. Sind die Bremsbeläge in Ordnung? Halten Kette und Ritzel die geplanten Kilometer noch aus? Wann wurden die Flüssigkeiten das letzte Mal getauscht? Es gibt wenig Ärgerlicheres, als wenn die Tour durch einen vermeidbaren technischen Defekt unterbrochen werden muss.
- Passende Kleidung: Egal, ob du in die Berge oder an den Strand fährst, deine Sicherheit sollte an erster Stelle stehen. Helm, Handschuhe, Motorradjacke und -hose sowie geeignetes Schuhwerk sind ein Muss. Außerdem kann die richtige Kleidung deine Tour auch noch deutlich angenehmer machen.
- Werkzeugsatz: Du weißt nie, wann du eine Panne hast. Ein kleiner Werkzeugsatz und einige Ersatzteile wie Sicherungen, Glühbirnen und Schläuche können den Unterschied zwischen einer kurzen Pause und einer mühsamen, langwierigen und kostspieligen Rettungsaktion ausmachen. Passe dein Werkzeug an dein Motorrad und das Risiko-Level deiner Tour an.
- Gepäcksystem: Ein zuverlässiges Gepäcksystem ist unerlässlich, um deine Sachen sicher zu verstauen. Passe dein Gepäcksystem an deine Reise an.
- Navigation: Ob GPS-Gerät, Smartphone-Halterung oder klassische Straßenkarten, du möchtest nicht in der Pampa verloren gehen. Stell sicher, dass du weißt, wo du hinwillst. Egal ob Smartphone oder High-Tech-Navi - Hauptsache, man kennt sich mit seiner Navigation zu 100% aus.
- Weniger ist mehr: Durch den westlichen Wohlstand sind wir allgegenwärtigen Luxus gewöhnt, doch zu viel Gepäck kann durch übermäßiges Gewicht am Bike und mühsames Dauersuchen nach dem richtigen Gegenstand die Reisefreude trüben.
- Hygieneartikel: Wartet am Abend ein Luxushotel, oder nur ein rudimentärer Schlafplatz auf dich? Sobald es aber abenteuerlich wird, man auf solchen Luxus verzichten muss und vielleicht auch das Gepäck knapp wird, dann ist mein Motto: Ein bisschen stinken hat noch niemanden umgebracht.
- Erste-Hilfe-Set: Unfälle passieren, also sei vorbereitet. Ein einfaches Erste-Hilfe-Set kann in Notfällen Leben retten, weshalb diese hierzulande sowieso verpflichtend mitzuführen sind.
- Snacks und Wasser: Selbst wenn man eigentlich nur eine kurze Tagestour machen möchte, zahlt es sich aus zumindest ein paar Müsli-Riegel oder Snacks einzupacken. Noch wichtiger ist ausreichend Trinkwasser mitzuführen, vor allem im Hochsommer wenn man unter der Motorradkombi ausrinnt und viel Flüssigkeit verliert.
- Flexibilität: Lieber in der Planung etwas Raum für Ungeplantes lassen. So kann man bleiben, wo es einem gefällt und mehr die Tour selbst genießen, anstatt einem selbstauferlegten Zeitplan nachzuhetzen.
Weitere Ausrüstungstipps
- Multitool: Nimm etwas Geld in die Hand und kauf dir ein vernünftiges Multitool z. B. von Leatherman oder Victorinox.
- Akku-Kompressor: Kompakt, leistungsstark und super einfach in der Handhabung.
- Kabelbinder und Panzertape: Für mich die Grundausstattung jedes Reisenden.
- Spanngurte und Gepäcknetz: Ich habe auf all unseren Touren immer ein paar zusätzliche Spanngurte und/oder ein spezielles Motorrad-Gepäcknetz dabei.
- Reiseadapter in Würfelform: Durch die Würfelform ist er super kompakt, bietet aber dennoch Platz für 4 Steckdosen, die sich nicht überlappen, sowie zwei USB-Ladeports.
- Minibeil von Fiskars: Trotzdem ist die Axt ein absolut praktischer Begleiter, wenn es um abendliche Lagerfeuer-Romantik geht.
- Stirnlampen: Bei Bedarf spenden sie Licht und gleichzeitig sind beide Hände frei.
- Therm-a-Rest NeoAir: Seit geraumer Zeit nutze ich nun eine Therm-a-Rest NeoAir.
- Helinox Chair ONE: Ich möchte den Winzling (zusammengefaltet so groß wie ein Turnschuh!) seitdem nicht mehr missen.
- Klappspaten: Trotzdem habe ich, wenn wir längere Touren mit Camping planen, immer einen kleinen Klappspaten dabei.
Inspirationen und Geschichten von Motorradabenteuern
Viele Menschen haben ihren Traum von einer Motorradreise um die Welt bereits verwirklicht. Hier sind einige inspirierende Beispiele:
- Erik und Alain: Auf dem Landweg zu den höchsten Pässen der Welt.
- Christian Vogel: Einmal um die Erde auf dem Motorrad umrunden.
- Margot Flügel-Anhalt: Mit 64 Jahren zum ersten Mal auf ein Motorrad und 18.046 Kilometer durch Osteuropa und Zentralasien.
- Daniel Rintz: Mit dem Motorrad um die Welt, überlebt nur von dem was er sich unterwegs verdienen kann.
- Ewan McGregor und Charley Boorman: »Long Way Round« und »Unterwegs zum Kap«.
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