Definition: Geländegängiges Motorrad

Einmal mit einem schnellen, geländefähigen Motorrad so richtig durch den Dreck düsen: Der Sand fliegt, das Wasser aus den Pfützen spritzt und das Geschwindigkeitsgefühl sorgt für Adrenalin. Viele Motorrad-Fans lieben diese Art des Funsports.

Als Enduro wird im Deutschen ein spezielles Geländemotorrad bezeichnet. Dieses Gefährt ist nicht nur dafür geeignet, im öffentlichen Straßenverkehr eingesetzt zu werden. Wer heute das Vergnügen hat, mit einer Enduro zu fahren, profitiert unter anderem von einer hochgelegten Auspuffanlage und stärker profilierten Reifen.

Enduro und Motocross: Zwei ähnliche, aber unterschiedliche Fahrkategorien

Enduro und Motocross fahren, beides wird häufig in einem Atemzug genannt. Dabei handelt es sich streng genommen um zwei sich zwar sehr ähnliche, jedoch unterschiedliche Fahrkategorien.

Was ist der Unterschied zwischen Enduro und Motocross?

Die beiden Arten von Motorrädern unterscheiden sich in der Bauweise und darin, dass die Enduro in der Regel eine Zulassung für den Straßenverkehr besitzt, Motocross-Maschinen allerdings nicht.

Wo dürfen Enduros und Motocross-Maschinen gefahren werden?

Während Enduros mit einer Straßenzulassung sowohl im Verkehr als auch Off-Road eingesetzt werden können, dürfen Motocross-Maschinen ausschließlich auf abgesperrtem Gelände (z. B. bei Outdoor-Rennen) gefahren werden.

Welcher Führerschein muss vorhanden sein?

In der Regel wird für Motocross-Räder kein Führerschein benötigt. Für die Enduro muss entweder ein A2-Führerschein (bis max 48 PS) oder ein Führerschein der Klasse A vorliegen.

Wenn Sie einen Pkw-Führerschein der Klasse B haben, dürfen Sie alle Kleinkrafträder mit einem Hubraum bis 50 cm³ fahren. Seit Januar 2020 können Sie nach einem speziellen Kurs bei einer Fahrschule die B196-Erweiterung erwerben. Damit können Sie Krafträder mit einem Hubraum bis 125 cm³ führen. Das entspricht dem sogenannten „kleinen Motorradführerschein“ der Klasse A1.

Mit einem alten Autoführerschein der Klasse 3 (wurde vor 1999 ausgestellt) dürfen Sie Kleinkrafträder fahren - und zwar mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h, einem Hubraum von höchstens 50 cm³ und einer Leistung von maximal vier kW (5,5 PS). Haben Sie Ihren Führerschein der Klasse 3 vor dem 1. April 1980 gemacht, haben Sie automatisch auch den Motorradführerschein der Klasse A1.

Enduro fahren lernen

Wer eine Enduro fahren lernen möchte, sollte einen Blick auf Angebote dieser Art werfen. Vorerfahrungen werden von den Anbietern oft nicht verlangt. Motorradmiete und Kurskosten werden extra berechnet. Alle Kosten zusammengenommen übersteigen bei einem Enduro-Kurs leicht 300 bis 400 Euro.

Enduro vs. Motocross: Die Unterschiede im Detail

Enduro zu fahren, unterscheidet sich vom Fahrgefühl nicht allzu sehr davon, Motocross zu fahren. Doch die großen Unterschiede werden bei der Bauweise und den Einsatzorten deutlich. Enduro-Maschinen besitzen in der Regel eine Straßenzulassung und werden für gewöhnlich auf sehr langen Rundkursen verwendet.

Wer ein Motocross selber fahren möchte, sollte wissen, dass die Fahrten nur auf abgeschlossenen Strecken stattfinden und dass Cross-Maschinen keine Zulassung für den Straßenverkehr besitzen. Wer ein Motocross mieten möchte, geht dabei ähnlich vor wie bei einer Enduro. Dieselben Vermieter bieten oft beide Varianten an. Die eher offenen Teilnehmerkonditionen ermöglichen sogar Motocross-Kurse für Kinder.

Nachdem sie mit der entsprechenden Schutzausrüstung gesichert wurden, lernen die Kleinen alle Fahrtechniken wie das Schalten und das Kurvenfahren kennen. Mit dem Motocross zu fahren, bedeutet, kurze, schnelle und trickreiche Fahrten zu absolvieren. Eine Fahrt dauert häufig weniger als eine halbe Stunde. Dabei wird auf den festgelegten Rundkursen eine eher durchgehende Geschwindigkeit gehalten.

Einsatzort: Zum Teil auf abgeschlossenen Strecken, aber auch im öffentlichen Verkehrsraum. Entsprechend besitzen diese Sportgeräte eine Zulassung. Technik: Die Motoren bei einem Motocross sind aggressiver eingestellt.

Wer Enduro oder Motorcross fahren lernen möchte, kann dazu die angebotenen Kurse vieler Veranstalter nutzen. Doch auch hier gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen den beiden Kategorien. Ein offizieller Führerschein für das Motocross existiert nicht, da die Cross-Motorräder auf öffentlichen Straßen nicht zugelassen sind. Aus diesem Grund gibt es beim Motocross auch keine Führerschein-Kosten. Dagegen sind Enduros für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen und erfordern für den dortigen Einsatz auch einen entsprechenden Führerschein. Besitzt eine Person einen A2-Führerschein, darf die Leistung der jeweiligen Maschine nicht 48 PS übersteigen.

Sicherheitshinweise für beide Sportarten

Jeder der eine der beiden Funsportarten betreiben will, sollte es nicht unterlassen, sich über die eigene Sicherheit Gedanken zu machen. Beim Cross sind die Strecken grundsätzlich in verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt, an die sich gerade Anfänger und Kinder unbedingt halten sollten. Wie in allen Sportarten gilt: Es langsam angehen lassen und sich die Fähigkeiten Stück für Stück aneignen.

Gerade bei den Sprung- und Landerampen überschätzen sich Cross-Anfänger häufig und gefährden so die eigene Sicherheit. Das Springen und Landen muss dort präzise vollführt werden. Doch natürlich können auch auf anderen Streckenteilen Unfälle geschehen. Aus Gründen der Sicherheit sind die sogenannten Doppelsprünge in Deutschland nicht erlaubt. Dabei überschlägt sich der Motorradfahrer mehrmals in der Luft. Wer die berühmten Motorrad-Stunt-Shows aus den USA kennt, ist mit diesen halsbrecherischen Stunts vertraut.

Welcher Sport passt zu Ihnen?

Am Ende bleibt die Frage, welcher Sport und welches Bike am ehesten zu einem passt. Wer erstmal einen Enduro-Lehrgang und einen Motocross-Kurs für Anfänger ausprobiert hat, sollte schnell merken, was ihm am besten gefällt. Aber auch die Umgebung spielt eine Rolle. Gibt es keine offizielle Motocross-Fahrbahn in der Nähe und ist kein geeignetes Privatgrundstück vorhanden, ist es womöglich sinnvoller, mit der Enduro über den Acker zu düsen.

Im Endeffekt muss sich jeder selbst ausprobieren und entdecken, was ihn reizt. Sollen es lange und aufregende Fahrten durch das Gelände oder doch kurze, schnelle Stunteinlagen in einer Cross-Arena werden? Darüber sollte sich jeder Interessierte im Vorhinein klar werden. Nicht vergessen: Nur Enduro-Maschinen sind für den deutschen Straßenverkehr zugelassen.

Enduro-Wettbewerbe

Genaugenommen ist „Enduro“ die Bezeichnung für den klassischen Geländesport (Ursprünglich mit „GS“ bezeichnet) und lässt sich aus dem Spanischen etwa mit: „hartmachen / ertragen / erdulden“ übersetzen, was schon Vieles verdeutlicht. Eine der bekanntesten Veranstaltungen sind die Internationalen „Six-Days“ mit mehr als 500 Startern oder der November-Kasan in Skandinavien.

Die ursprünglichen Enduro-Wettbewerbe sind meistens keine Geländerennen bei denen der Gasgriff immer bis zum Anschlag geschraubt wird; Hier ist vielmehr Vielseitigkeit das A und O. Entscheidend für die Platzierung: die Einhaltung der vorgegebenen Sollzeiten während der Zuverlässigkeitsfahrt und die benötigte Fahrzeit in den Sonderprüfungen. Die reinen Enduro-Wettbewerbe sind in der Regel als Ein- oder Zweitageveranstaltungen organisiert. Die Strecke selbst ist durchgängig mit Zeichen (z.B. Richtungspfeilen) markiert.

Sie führt sowohl über öffentliche Wege und Straßen als auch durch Gelände mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Dafür ist Enduro sehr spannend, denn es geht immer ins Ungewisse: Vor dem offiziellen Start ist das Befahren der Wettbewerbsstrecke bei Strafe des Ausschlusses verboten. Die genaue Beschaffenheit des Geländes lässt sich zunächst nur erahnen. Die Überraschungen gibt es dann unterwegs. Selbst die Sonderprüfungen, die auf Bestzeit gefahren werden, können nicht trainiert werden, sondern vorher nur zu Fuß abgelaufen werden.

Mit den Fahrzeiten ist es ähnlich. Sie entsprechen je nach Geländezustand und witterungsbedingungen Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 35 und 50 km/h und sollen normalerweise für alle Akteure zu schaffen sein. A-Zeit für schönes Wetter, B-Zeit für schlechtes Wetter.

Doch der Spielraum bleibt groß: Was für die Elite Bummelei ist, kann für unerfahrene Nachwuchspiloten schon zu einer Dauerhatz werden. Geschick und Umsicht sind vonnöten, denn Unpünktlichkeit - das heißt hier zu frühe oder zu späte Ankunft an den Zeitkontrollen - kann alle Siegeshoffnungen zunichte machen.

Übrigens: Bei Enduro-Wettbewerben wird quasi einzeln gestartet. Zwar haben in der Regel zwei oder drei Fahrer dieselbe Startzeit, doch man fährt nicht genau zusammen los. Den Fahrern ist es streng untersagt, sich auf der Wettbewerbsstrecke in irgendeiner Form begleiten zu lassen. Unterwegs ist jeder Akteur ganz auf sich allein gestellt.

Was hat es mit den Sonderprüfungen auf sich?

Als besondere Herausforderung, als Tüpfelchen auf dem i und um so die Spreu vom Weizen zu trennen, wie es so schön heißt. Innerhalb jeder Veranstaltung sind zudem Gelände-Geschwindigkeitsprüfungen vorgeschrieben, die Moto-Cross-Charakter haben.

Internationale Enduro-Wettbewerbe enthalten überdies eine sogenannte Spezialprüfung (Enduro- und/oder Extremtest), bei der Start und Ziel nicht identisch sind. Zu den Six Days (Mannschaftsweltmeisterschaft) gibt es sogar ein crossähnliches Abschlussrennen im Gelände, bei dem die Fahrer klassenweise gemeinsam (!) starten.

Die Auswertung der Enduro-Wettbewerbe ist ziemlich kompliziert. Sie kann erst nach Ankunft des letzten Fahrers im Ziel erfolgen, wenn nämlich alle Zeitkontrollen (ZKs) der Strecke vorliegen. Denn selbst an der letzten Kontrolle kann eine gute Platzierung durch eine Verspätung noch fallen.

Wie wird die Zuverlässigkeit der Motorräder kontrolliert?

Noch einige Worte zu den Motorrädern. Wie kann ihre Zuverlässigkeit über lange Distanzen unbestechlich kontrolliert werden? Ganz einfach: Die funktionswichtigsten Teile werden vor dem Start mit Spezialfarbe markiert, so dass ein unerlaubtes Auswechseln unterwegs nicht möglich ist: das vordere Startnummernschild, der Motor, die Räder und der Rahmen. Alles andere darf ausgetauscht werden.

Aber: Bei Reparaturen ist es dem Fahrer verboten, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Er muss alle Schäden selbst beheben. Mechaniker und Betreuer dürfen nur Kraftstoff nachtanken und Reifenluft geben.

Wichtig ist, dass auch die speziellen Enduro-Motorräder von Heute generell für den Straßenverkehr zugelassen sind. Sie müssen deshalb nach wie vor nach den Bestimmungen der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung gebaut werden. Sie tragen also vorn einen Minischeinwerfer und hinten ein Rücklicht und ein Nummernschild mit polizeilichem Kennzeichen.

Ansonsten haben die Wettbewerbs-Enduros mit den Alltagsmotorrädern nicht mehr viel gemein. Immer enger wird hingegen ihre Verwandtschaft zu reinrassigen Moto-Cross-Rennern: Hochleistungsmotoren, Wasserkühlung, Leichtbaurahmen, Scheibenbremsen und Federwege jenseits der 300 Mil-limeter.

Ein Letztes: Natürlich lassen sich auch interessante Serientechnik-Wettbewerbe organisieren. Gemeint sind Enduro-Veranstaltungen, bei denen mit handelsüblichen Mokicks oder Motorrädern gefahren werden kann. Vorausgesetzt, das Anforderungsprofil - Streckenlänge, Fahrzeit usw. - wird den technischen Potenzen der Maschinen (und den Fähigkeiten der Akteure!) vernünftig angepasst.

Kategorisierung von Motorrädern nach Führerscheinklassen

Das hängt davon ab, wie groß der Hubraum, die Motorleistung oder die maximal zugelassene Geschwindigkeit Ihres Bikes ist.

  • Kleine Motorräder: Leichtkrafträder mit bis zu 125 cm³ Hubraum und einer Motorleistung bis zu 11 kW und einem Leistung/Leergewicht-Verhältnis von max.
  • Krafträder: bis 35 kW Leistung, Verhältnis von Leistung zu Gewicht von max. ab 20 Jahren bei einem Vorbesitz der Klasse A2 von mind.

Risiken und Vorbereitung

Statistisch gesehen ist das Risiko, als Biker bei einem Motorrad-Unfall verletzt oder getötet zu werden, höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern. Allerdings kann sich jeder Biker auf seine Fahrten optimal vorbereiten und damit sein persönliches Risiko, in einen Unfall zu geraten, reduzieren.

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