Willst du eine Fahrradtour planen, solltest du Verschiedenes beachten, damit der Ausflug ein Erfolg wird. Wir geben dir in diesem Artikel Tipps, wie du eine längere Fahrradtour inklusive Übernachtungen planen kannst.
Wichtige Fragen bei der Planung
Vorab sollten entscheidende Fragen geklärt werden: Wohin soll es gehen? Bergig oder flach? Städte oder Wildnis? Individualreise oder Pauschalangebot eines Radreiseanbieters? Allein oder in der Gruppe?
Wichtige Fragen beim Planen einer Fahrradtour: Wohin, wie lange und wie weit? Wenn du dir nicht sicher bist, wie gut deine Kondition im Moment ist, solltest du für eine mehrtägige Radtour nicht länger als 350 bis 400 Kilometer einplanen und für den Anfang eine Route wählen, die nicht zu hügelig ist. Für deine ersten Tagesetappen solltest du dir nicht zu viel vornehmen.
Starte mit ungefähr sechzig bis siebzig Kilometern pro Tag. Denke bei der Planung der Fahrradtour auch dran, dass am dritten oder vierten Tag oft mehr Erschöpfung einsetzt. Am angenehmsten ist das Fahrradfahren im Frühling und Frühsommer.
Die richtige Route auswählen
Willst du eine Fahrradtour planen, solltest du dir im Vorfeld eine schöne Route aussuchen. Wer sich erstmals mit dem Thema Radreisen beschäftigt, wird überrascht sein, wie viele Möglichkeiten es gibt. Genau genommen steht einem die ganze Welt offen, denn überall finden sich tolle Radwanderwege.
Empfehlenswert ist eine Route auf gut erschlossenen und nicht zu steilen Wegen. Die Auswahl ist groß, lohnenswert sind etwa der Altmühltal-, der Donau- oder der Elbe-Ostsee-Radweg bzw. Abschnitte davon.
Am besten checken Sie vorab die Streckenprofile der favorisierten Route. Bei den meisten handelt es sich um Navigationshilfen. Sie sollten sich aktueller Karten bedienen, die ohne Internetverbindung nutzbar sind und eine tolle Routenplanung liefern. Am besten ist, wenn man sich das gewünschte Kartenmaterial der Region, in der die Tour stattfinden soll, auf den Speicher des Smartphones herunterladen und es bei Bedarf abrufen kann.
Neben der Angabe der Steigungen und der zu überwindenden Höhenmeter verfügen viele Navis über eine 3D-Ansicht, was bei der Einschätzung einer Strecke sehr hilfreich ist. Geeignet sind etwa die Apps von Komoot oder Outdooractive.
Informiere dich auch über Wege und Region, wenn du eine Fahrradtour planst: Führt deine Tour hauptsächlich über asphaltierte Wege? Oder sind auch Feld- und Waldwege dabei?
Anreise planen
Bedenke beim Planen deiner Fahrradtour, wie du anreisen möchtest. Am ökologischsten ist es, wenn du direkt von deiner Haustür aus losfährst. Wer das nicht möchte, kann mit der Bahn, dem Bus oder dem Auto an den Startpunkt reisen. Falls du dich mit dem Auto auf den Weg machst, solltest du dich vorher erkundigen, ob du es am Startpunkt deiner Tour für mehrere Tage abstellen kannst.
Am nachhaltigsten geschieht dies per Bahn. Dabei gilt es zu beachten, dass ICEs nur eingeschränkt Mitnahmemöglichkeiten für Räder anbieten. In Intercity- und Eurocity-Zügen ist dies problemlos möglich, sofern Sie eine Fahrradkarte sowie eine Stellplatzreservierung für Ihr Rad haben. Fahrradkarte und normales Ticket können Sie in einem Vorgang buchen.
Möchten Sie nicht mit dem Zug, sondern mit dem eigenen Auto aufbrechen, erfahren Sie hier, wie Sie das Fahrrad sicher transportieren.
Übernachtungsmöglichkeiten
Lieber Zelten oder in die Pension? Das musst du vor deiner Radtour planen. Vorher buchen oder spontan schauen? Zelt oder Zimmer? Ein Zelt macht dich um einiges unabhängiger, denn auf einem Zeltplatz findet sich meistens noch ein Fleckchen. Aber beachte, dass Wildcampen in Deutschland größtenteils nicht erlaubt ist!
Wer Übernachtungen vorher bucht, ist auf der sicheren Seite, gleichzeitig aber auch fest gebunden - es wird dann schwieriger, die Etappen an aktuelle Bedürfnisse anzupassen. Du kannst nicht eben mal zehn Kilometer mehr oder weniger als geplant fahren. Suchst du dagegen nach einer spontanen Unterkunft, kann es passieren, dass du noch ein Stück weiterfahren musst, wenn schon alle Zimmer belegt sind.
An den bekannten und beliebten Radwegen befinden sich in der Regel recht viele Unterkünfte - wie ausgebucht sie sind, ist natürlich saisonabhängig. Auch Campingplätze werden vom ADFC als Bett+Bike-Unterkünfte ausgezeichnet, ebenso wie Ferienwohnungen und natürlich Hotels, Pensionen und Jugendherbergen.
Entlang der vielbefahrenen Fernradwanderwege gibt es zahllose Pensionen und Gasthäuser, die sich auf die radelnde Klientel eingestellt haben. Das Serviceangebot umfasst meist Unterstellmöglichkeiten, Radwerkzeug und Reparaturservice, Trockenraum für nasse Kleidung, Lademöglichkeiten für Pedelecs etc. Unterkünfte finden Sie beispielsweise bei Bett + Bike.
Natürlich können Sie Ihren Urlaub auch abenteuerlicher gestalten, indem Sie auf Campingplätzen übernachten oder sogar in der freien Natur, sofern in Ihrem Urlaubsland das sogenannte Jedermannsrecht gilt. Bedenken Sie jedoch, dass Sie in diesem Fall mehr Gepäck zu transportieren haben.
Das richtige Gepäck
Zum Planen einer Fahrradtour gehört auch das richtige Gepäck. Das wichtigste Stichwort beim Packen ist wetterfest: Achte darauf, dass deine Packtaschen, deine Schuhe und deine Kleidung regensicher sind. Fürs Fahrradfahren eignet sich bequeme, möglichst leichte Kleidung. Aber denke auch dran, dass es kalt werden kann - packe also am besten nach dem Zwiebelprinzip.
In deine Reiseapotheke solltest du unbedingt ein Erste-Hilfe-Set packen, sowie auch Mittel gegen Kopfschmerzen, Magenkrämpfe und Durchfall. Ebenfalls mitnehmen solltest du Desinfektionsmittel und eine Zeckenzange. Vergiss deine Karte oder deinen Radführer nicht. Außerdem ist es sinnvoll, vorab deine Mahlzeiten auf der Fahrradtour zu planen: Ein reichhaltiges, gesundes Frühstück bekommst du in der Regel in der Unterkunft.
Für unterwegs solltest du aber immer ein paar Snacks für dabei haben, zum Beispiel Nüsse. Am besten isst du unterwegs eher leichte Sachen. Aber Achtung: Packe nicht zu schwer und achte auf die Gewichtsangabe auf deinem Gepäckträger.
Das A und O bei einem Radurlaub ist demnach: Gewicht sparen. Dies bedeutet, genau zu überlegen, was verzichtbar bzw. unverzichtbar ist. Nicht zu empfehlen ist bei einer mehrtägigen Tour ein Rucksack, da dieser auf Dauer die Rückenmuskulatur belasten und schmerzhafte Verspannungen verursachen kann.
Am besten besorgt man sich im Fachhandel wasserdichte Fahrradtaschen mit wenig Eigengewicht. Beim Packen ist es sinnvoll, Regenkleidung nach oben zu legen, falls das Wetter umschlägt.
Das sollten Sie dabei haben:
- Funktionskleidung, sie trocknet schnell und hält den (Fahrt-)Wind ab
- Wechselwäsche (nicht zu viel, lieber öfter waschen), Schlaf- und Badebekleidung
- Bequeme Sportschuhe, evtl. Badeschuhe
- Regenkleidung mit Fahrradüberschuhen (Gamaschen) und Regenhose
- Medikamente, Notfallset, Sonnencreme
- Taschenlampe oder Stirnlampe
- Ladekabel bzw. Powerbank fürs Handy
- Witterungsschutz fürs Handy
- Geld, Ausweis, Versicherungskarte
Fahrrad-Check
Bevor du zur Fahrradtour aufbrichst, solltest du alle Funktionen deines Fahrrads überprüfen. Plane vor der Fahrradtour einen Fahrradcheck ein. So stellst du sicher, dass dein Rad auch verkehrstauglich ist. Funktionieren deine Bremsen? Untersuche auch Lenker, Sattel und Gepäckträger auf Schäden. Ist deine Kette ausreichend geölt?
Vor dem Start sollte Ihr Fahrrad auf jeden Fall technisch überprüft werden. Zudem ist es hilfreich, sich vorab mit seinem Bike vertraut zu machen, um in der Lage zu sein, einen Reifen zu flicken oder einen Fahrradschlauch zu wechseln.
Vorab trainieren
Zur Vorbereitung empfiehlt es sich, über ein paar Wochen hinweg etwa dreimal wöchentlich für 20 bis 60 Minuten am Stück Rad zu fahren. So steigern Sie Ihre Fitness.
Wie viele Kilometer im Radurlaub pro Tag zu schaffen sind, hängt von der Strecke (Höhenprofil), dem Wetter (Hitze, Regen, Wind), der eigenen Fitness, dem Körpergewicht und auch vom Fahrrad und dem Gepäck ab. Völlig Untrainierte sind möglicherweise schon mit 20 bis 30 Kilometern am Tag bedient, mit 50 Kilometern sind Normalsportliche gut dabei.
Ist das Gelände durchgehend flach, können es auch mal 70 oder sogar 100 Kilometer sein - nicht zu reden von der Strecke, die sich mit einem E-Bike zurücklegen lässt. Doch auch mit einem konventionellen Fahrrad sind 15 Kilometer pro Stunde auf ebenem Terrain gut zu schaffen.
Für die Premierentour kann man sich vornehmen, vormittags und nachmittags jeweils zwei Stunden zu radeln und mehrere Pausen einzulegen. Diese lassen sich wunderbar für Besichtigungen oder eine Einkehr nutzen, aber auch dazu, den Körper zu strecken und zu dehnen.
Grundsätzlich sollten bei der Planung einer Tagesetappe immer auch die Gesamtstrecke und die Etappen der folgenden Tage im Auge behalten werden. Nicht nur für Einsteiger empfiehlt es sich, von vornherein mindestens einen Ruhetag einzuplanen.
Weitere Tipps
- Genug trinken: Zu wenig Wasser kann zu Konzentrationsproblemen und Muskelkrämpfen führen. Am besten trinkt man spätestens alle 30 Minuten ein paar Schlucke, auch wenn man noch kein Durstgefühl hat. Hin und wieder ein isotonisches Sportgetränk oder eine Fruchtschorle versorgen den Körper schnell mit Energie.
- Spontan bleiben: Bei aller Planung und Vorbereitung: Seien Sie bereit für spontane Entscheidungen. Nicht nur das Wetter kann sich plötzlich ändern. Es gibt Tage, an denen sind die Beine schwer oder es fehlt die Lust, die angesetzte Etappe bis zum Ende durchzuradeln. Machen Sie daher öfter eine ungeplante Einkehr.
Fahrradtour fertig geplant? Alles eingepackt? Fahrrad nochmal gecheckt?