Um das Bike zur Rennstrecke oder zum Urlaubsort zu transportieren, werden in der Praxis wohl am häufigsten Anhänger verwendet. Sie sind verhältnismäßig günstig, beeinträchtigen die Zuladung des Zugfahrzeugs kaum und lassen sich mit jedem Campingbus ziehen.
Verschiedene Typen von Motorradanhängern
Der Markt bietet eine breite Auswahl an Spezialanhängern, die üblicherweise mit Schienen ausgestattet sind, die die Position des Bikes vorgeben. Eine Auffahrrampe sollte ebenfalls zur Ausstattung jedes Motorradanhängers gehören, wenn er nicht über eine Absenk- oder Kippfunktion verfügt, mit der die Ladefläche bis auf den Boden heruntergelassen werden kann.
- Standardanhänger: Motorradanhänger verfügen meist über Schienen und Vorderradhalterungen, die das Verladen und Sichern der Fracht erleichtern.
- Absenkanhänger: Bei Absenkanhängern wird die Ladefläche auf den Boden abgelassen, das Bike barrierefrei aufgeschoben.
- Faltanhänger: Zusammengeklappt nimmt das Eiler-Modell nur 1,2 Quadratmeter (1,85 mal 0,64 Meter) ein.
- Quertransporter: Ein Modell, auf das ein Zweirad quer aufgeladen wird - wie auf einen Heckträger -, macht’s leichter, denn es ist besonders kurz.
- Geschlossene Motorradanhänger: Geschlossene Motorradanhänger schützen das Motorrad vor Diebstahl, Witterung und Schmutz.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Bei der Anschaffung eines Anhängers für den Motorradtransport müssen folgende Kosten einkalkuliert werden: Preis des Anhängers selbst (750 Kilogramm für zwei Bikes ab ca. 750 Euro), Zulassung (26 Euro) und Versicherung (rund 55 Euro im Jahr). Unterm Strich stehen dann schon knapp 900 Euro für ein Standardmodell. Dazu kommen regelmäßig Kosten für den TÜV und gegebenenfalls nötige Reparaturen.
Führerschein und Gewicht
Welcher Anhänger überhaupt gezogen werden darf, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst vom eigenen Führerschein. Mit der Klasse B darf die zulässige Gesamtmasse des Anhängers 750 Kilogramm hinter einem Campingbus mit 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse nicht überschreiten. Für zwei mittelgroße Motorräder reicht das aber immerhin.
Mit BE-Schein dürfen Hänger bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht angekoppelt werden - wenn Stütz- und Anhängelast des Zugfahrzeugs dies erlauben. Sie sind in den Papieren vermerkt. Wer die Werte kennt, findet schnell den Anhänger, der zu den persönlichen Ansprüchen passt. Dann heißt es: Anhängen und die Unabhängigkeit genießen.
Mieten oder Kaufen?
Ein vergleichbarer Leihanhänger kann pro Woche für durchschnittlich 120 Euro angemietet werden. Bis allein die Anschaffungskosten erreicht sind, wären also schon sieben Wochen Miete drin.
Spezielle Anforderungen und Lösungen
Viele Jahre hatte ich für mein Motorrad einen luftgefederten und voll absenkbaren Anhänger und für das Haus einen über 20 Jahre alten Kastenanhänger. Ziel ist es, einen Anhänger zu entwickeln, der im Alleingang mit Motorrädern beladen werden kann, Platz für zwei BMW R 1250 GS Adventure Motorräder bietet, für Laub und Co geeignet und auch für mindestens eine Tonne Zuladung, wie z.B.
Der Anhänger sollte einen möglichsten tiefen Schwerpunkt haben und durch Bordwände, Spiegel, Plane usw. erweitert werden können. Außerdem sollte eine Beladung von „oben“, z.B. für Sand, Kompost, Gartenabfälle usw. möglich sein. Wichtig war mir auch, dass der Anhänger nicht breiter als mein Zugfahrzeug, nicht zu lang und möglichst kompakt ist, um den Anhänger weiterhin platzsparend auf unserem Grundstück abstellen zu können.
Im Dezember 2020 habe ich mich dann, nach dem Verkauf meiner beiden Anhänger, für einen STEMA Doppelachser STP O2 15-25-13.2, mit einer Ladefläche von 251 cm x 128 cm und 1500 kg Gesamtgewicht, entschieden und ihn bestellt. Durch die Luftfederung meines alten Anhängers, bin ich außerdem sehr verwöhnt und wollte keinen hoppelnden Einachser haben.
Schienensysteme für sicheren Transport
Schließlich habe ich mich dann aber für ein absolut sicheres und geniales Schienensystem von SAWIKO entschieden. Der große Vorteil des SAWIKO Systems ist, dass das Motorrad in einer Wippe gesichert über eine feste Schiene mit einer Seilwinde auf die Plattform hochgezogen bzw. Auf der 128 cm breiten Plattform habe ich insgesamt drei Schienen fest verschraubt. Damit habe ich die Möglichkeit, ein Motorrad mittig oder zwei (links und rechts) zu transportieren. Durch das Schienensystem können die Motorräder sehr nah am Rand des Anhängers sicher transportiert werden.
Zum Glück passte alles, nur musste ich danach noch die Wippe an mein Motorrad anpassen. Grundsätzlich müssen Wippe und hintere Fixierung an das Motorrad und die Reifen angepasst werden. Da der Anhänger für max. zwei GSA Modelle ausgelegt sein soll, habe ich auch Versuche mit dem rückwärtigen Hochziehen unternommen, denn zwei Adventure passen nur entgegengesetzt auf die schmale Plattform.
Probleme und Lösungen
Leider hat sich dann gezeigt, dass die Verzurrpunkte im Holzboden bei einseitiger Belastung nicht genügend seitliche Führung hatten, wodurch sich der Halter ins Holz drückte. Möchte ich den Anhänger nun für normale Transporte nutzen, ist das durch das fest montierte Schienensystem nicht mehr möglich, da es keine glatte Ladefläche mehr gibt. Deswegen habe ich eine passgenaue Siebdruckplatte auf das SAWIKO Schienensystem gelegt.
Damit ich auch die maximale Zuladung von ca. 1,2 Tonnen nutzen kann, sind die insgesamt drei Schienen auch deshalb notwendig, um das Gewicht gleichmäßig auf den Anhängerboden zu verteilen.
Für meine Bedürfnisse ist das nun der absolut perfekte Anhänger. Der Anhänger steht zum Verkauf, da ich ein neues Projekt habe, von dem ich bald berichten werde.
Marktübersicht Motorradanhänger
Unsere Marktübersicht zeigt, dass es mittlerweile bestechend einfache Lösungen für den privaten Motorradtransport gibt, so wie die im Folgenden gezeigten Motorradanhänger.
Gabriele & Jean Eiler: Die Schienenlösung ist ein reiner Motorradanhänger - nicht mehr und nicht weniger. Deshalb eine gute Lösung für alle, die häufig und mit stets gleicher Beladung zu Rennstrecken oder Crosspisten unterwegs sind.
Dem würden wir einen multifunktionalen Anhänger mit praktischer Kippfunktion empfehlen. Zum einen kann er damit auch seinen Grünschnitt wegbringen oder Brennholz holen. Zum anderen erhöht die geschlossene Plattform die Sicherheit bei der Motorradverladung.
Im Idealfall bringt der Kunde sein Bike zum Anhängerkauf bzw. der Anmietung mit. So kann man gemeinsam besprechen, wie das Motorrad optimal verladen und sicher transportiert wird.
Ausgewählte Hersteller und Modelle
Hier eine kleine Auswahl von Herstellern und Modellen:
- Airtrailer: Beim Airtrailer lässt sich die Plattform aus durchgehend geriffelter Aluplatte zum Be- und Entladen komplett absenken.
- Barthau Anhängerbau: Bei den Motorradanhängern der MO-Reihe, die in ungebremster und gebremster Ausführung erhältlich sind, hat man laut Hersteller auf eine umfangreiche Serienausstattung geachtet.
- Böckmann Fahrzeugwerke: Böckmann gilt als Spezialist bei Pferdeanhängern, für die Stahlrösser vertreibt der norddeutsche Trailerhersteller die Motorradanhänger der slowenischen Marke TPV.
- Boxer-Design: Die süddeutschen BMW-Zubehörspezialisten vertreiben einen Zweiradanhänger, der sich für den Nichtgebrauch mit wenigen Handgriffen komplett zerlegen lässt und mit einem Packmaß von 119 x 57 x 55 cm sogar kofferraumtauglich ist.
- Brenderup: Die dänische Anhängermarke hat für den Motorradtransport ein durch die Bank klassisches Modell mit zwei Standschienen plus Bügel und vier Verzurrösen im Programm.
- Hermann Harbeck Fahrzeugbau: Der Plattformtrailer des bayerischen Herstellers lässt sich dank zahlreicher Extras für mehr als den reinen Zweiradtransport nutzen.
- Heku-Fahrzeugbau: Ankuppeln und auffahren - so das Prinzip der Heku-Kippanhänger. Nach Lösen der Verriegelung senkt sich der Rahmen über eine Gasdruckfeder ab.
- Humbaur: Vom simplen Schienen-Anhänger bis hin zum wettergeschützen Koffermodell. Humbaur hat als einer der größten Anhängerhersteller Europas auch für Motorradfahrer ein breites Sortiment aufgefahren.
- Koch Anhängerwerke: Koch bietet sowohl den klassischen Plattform-Trailer mit 100 km/h-Zulassung wie auch die absenkbaren Anhänger mit besonders flachem Auffahrwinkel von rund drei Grad.
- Ostmann Fahrzeugbau: Der nordwestdeutsche Hersteller fertigt die Anhänger im Regelfall individuell nach den jeweiligen Kundenwünschen an.
- Pongratz Trailer-Group: Auch der österreichische Anbieter will mit dem absenkbaren Trailer PLL das Laden selbst von schweren Motorrädern zum Kinderspiel machen.
- SMV AG: Bei den Modellen Alu Star und Space Extender steht das Zweirad nämlich quer zur Fahrtrichtung.
- Stema Metalleichtbau: Der ostdeutsche Hängerspezialist bietet ein besonders breit gefächertes Programm.
- Unsinn Fahrzeugtechnik: Weshalb alle Motorradanhänger der AS-Baureihe entweder über eine Kippfunktion (Auffahrwinkel ca. 13 Grad) verfügen oder komplett absenkbar sind (Auffahrwinkel dann ca. sechs Grad).
- Wörmann: Anhänger für jeden Geldbeutel - so das Angebot von Wörmann aus dem Großraum München.
- Wolf Anhänger-Großmarkt: Die Hessen vertreiben nicht nur diverse Motorradanhänger von Pongratz oder Humbaur und rüsten diese nach Kundenwünschen um, sondern fertigen seit bereits 25 Jahren den zerlegbaren Trailer „Follow me“.
Welcher Motorradanhänger für welches Motorrad?
Die Frage „ich brauche einen 2er Motorradanhänger - was habt ihr da?“ lässt sich so pauschal nicht (mehr) beantworten.
Hier ein paar Standardwerte ohne Sonderausstattung oder Sonderanfertigungen:
- Roller ca 2 m Länge und zwischen 150 kg + 200 kg Eigengewicht - Lenkerbreite etwa 60 cm bis 80 cm
- Normales Motorrad ca 2,2 m Länge und zwischen 230 kg + 280 kg Eigengewicht - Lenkerbreite etwa 80 cm
- BMW GS ca 2,4 m Länge und zwischen 250 kg + 280 kg Eigengewicht - Lenkerbreite etwa 110 cm
- Harley´s ca 2,5 m Länge und zwischen 280 kg + 400 kg Eigengewicht - Lenkerbreite je nach Modell zwischen 100 cm + 150 cm
- Goldwing ca 2,6 m Länge und zwischen 350 kg + 420 kg Eigengewicht - Lenkerbreite ca. 100 cm bis 120 cm.
Bereits hier lässt sich vermuten, dass Sie je nach Motorrad unterschiedliche Anhänger brauchen für Ihr Bike / Ihre Bikes.
Pauschal für Standardmotorräder lässt sich festhalten, dass Sie mit einer Anhängerlänge von 2,5 m in den meisten Fällen hinkommen.
- Bei einem Motorrad reicht die Breite von 1,2 m.
- Bei zwei Motorrädern reicht in der Regel die Breite von 1,5 m.
Wenn Sie unsicher sind welcher Anhänger der Richtige für Ihre Maschinen ist gilt grundsätzlich die Faustformel: Der Anhänger ist besser zu groß als zu klein.
Alternativen zum Anhänger
Motorradträger sind eine platzsparende Alternative zum Anhänger und besonders für leichtere Zweiräder geeignet. Sie lassen sich unterteilen in verschiedene Bauformen mit jeweils spezifischen Vorteilen:
- Kupplungsträger: Dieser Motorradträger wird direkt an der Anhängerkupplung montiert. Er eignet sich für Roller und leichte Motorräder.
- Absenkbare Trägersysteme: Einige Modelle lassen sich hydraulisch oder mechanisch absenken, um das Beladen zu erleichtern.
- Motorradträger für Wohnmobile: Heckträger für Wohnmobile werden fest mit dem Aufbau verschraubt.
Zubehör für den sicheren Transport
Unabhängig von der Transportlösung ist geeignetes Zubehör entscheidend für einen sicheren und stabilen Transport eines Motorrads. Die wichtigsten Produkte im Überblick:
- Spann- und Zurrgurte
- Vorderradwippe oder Radhalter
- Auffahrrampe
- Radstopper oder Keile
- Antirutschmatten
- Schloss oder Diebstahlsicherung
- Regenhauben oder Transportabdeckungen
750-kg-Anhänger im Test
Der ADAC hat sechs Einachser mit Preisen bis zu 770 Euro einem Test unterzogen. Das Testergebnis ernüchtert: Drei der einachsigen Anhänger zeigen deutliche Schwächen, zwei davon fallen sogar durch.
Testsieger mit dem ADAC Urteil „gut“ ist der Stema Variolux 750, der mit dem bestem Fahrverhalten und guten Noten in der Handhabung glänzt.
| Testkandidat | ADAC Urteil |
|---|---|
| Stema Variolux 750 | Gut |
| Brenderup 1205SUB750 | Befriedigend |
| Humbaur Steely | Befriedigend |
| Stedele MST71A | Mangelhaft |
| TPV-Trailer TL-EU2-AR | Mangelhaft |
| Unsinn WEB10 | Ausreichend |
Der ADAC-Test zeigte allerdings, dass bei fast keinem Anhänger das genaue Leergewicht angegeben wird. Der Nutzer weiß so nicht, wie viel er zuladen darf, um das zulässige Gesamtgewicht nicht zu überschreiten. Hier hilft nur die Fahrt auf eine öffentliche Waage.
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