Elektrisches Dreirad für Behinderte: Ein umfassender Test und Ratgeber

Elektromobile sind zweiachsige Elektroroller, die gehbehinderten Menschen und Senioren helfen, ihre Mobilität wiederzuerlangen. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, mit unterschiedlichen Maximalgeschwindigkeiten und in verschiedenen Preisklassen. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Aspekte von elektrischen Dreirädern für Menschen mit Behinderungen untersuchen.

Was ist ein Elektromobil?

Ein Elektromobil ist mehr als ein elektronischer Rollstuhl, aber der Antrieb erfolgt ebenfalls per Elektromotor. Die Aufladung erfolgt praktisch an der Steckdose. In Tests wurde ein Durchschnittswert von 30 - 40 Kilometern pro Akkuladung ermittelt. Allerdings ist die Haltbarkeit der Batterie von mehreren Faktoren abhängig.

Ausstattung und Komfort

Ein Elektromobil gibt es in verschiedenen Ausstattungen. Zuerst einmal solltest Du Dir gedanklich einen großen, bequemen Sitzplatz vorstellen, auf dem Du sicher Platz nimmst. Wenn das Elektromobil dauerhaft in Benutzung ist, sollte der Komfort Deinen Ansprüchen genügen. Weiterhin empfanden es die Testpersonen als wichtig, dass im Fußraum genug Platz für die Beine des Fahrers gegeben war.

Dein Elektromobil ist der perfekte Begleiter für den täglichen Einkauf oder andere Besorgungen. In der Auswertung welches das beste Elektromobil ist, wurden auch weitere Verstaumöglichkeiten in Augenschein genommen.

Sicherheit

Nichts ist wichtiger als Deine persönliche Sicherheit im Straßenverkehr. Ein Elektromobil ist sehr leise und weist nur eine geringe Größe auf. Es besteht die Gefahr, dass es im Straßenverkehr übersehen wird. Nur so ist es möglich, dass Du auch bei einbrechender Dunkelheit gesehen wirst. Weiteres Kriterium beim Testen war die Hupe, die ein deutliches Signal von sich geben muss, damit Du gehört wirst.

Deine Sicherheit erhöhst Du außerdem, wenn passender Zubehör beim Elektromobil dabei ist. So hilft ein Regenschutz beispielsweise Dir klare Sicht zu ermöglichen, auch wenn es einmal während der Fahrt zu regnen beginnt.

Bremsen

Einer der wichtigsten Aspekte beim Elektromobil sind die Bremsen. In zahlreichen Tests wird daher ein wichtiges Augenmerk auf die Bremsfunktion gelegt. Der Vorzug dieser automatischen Bremse lag im Test darin, dass es kaum Verschleißerscheinungen gibt. Dein Elektromobil und die automatische Bremse geraten kaum miteinander in Kontakt.

Reifen

In umfangreichen Tests waren natürlich auch die Reifen im Fokus. Namhafte Hersteller wie Bechle und Shoprider setzen auf luftbefüllte Reifen. Im Vergleich mit Vollgummireifen besteht der Vorteil, dass das Elektromobil Unebenheiten auf der Straße ausgleichen kann. Doch auch luftbefüllte Reifen haben Nachteile, vor allem die Pannenanfälligkeit war im Vergleich deutlich höher. Außerdem musst Du diese Reifenart immer wieder nachfüllen, denn die Luft geht buchstäblich im Laufe der Zeit verloren.

Geschwindigkeit und Reichweite

Grob eingeteilt gibt es zwei Gruppen von Elektromobilen. Die langsameren Modelle benötigen keine Versicherung, haben aber den Nachteil, dass Du damit nicht auf der Straße fahren darfst. Ein Elektromobil hat eine durchschnittliche Reichweite von 40 Kilometern. Je höher die Reichweite, desto höher auch der Anschaffungspreis, das haben Tests und Vergleiche gezeigt. Welches Elektromobil mit welcher Reichweite für Dich in Frage kommt ist abhängig von Deinem Fahrverhalten. Erledigst Du nur kleine Einkäufe in näherer Umgebung, reichen 20 - 30 Kilometer Reichweite völlig aus.

Während es vor einigen Jahren noch eine Straßenzulassung für Elektromobile bis zu 25 km/h gab, ist die Geschwindigkeit heute auf 15 km/h begrenzt. 6 km/h entspricht in etwa der Schrittgeschwindigkeit eines Durchschnittsmenschen, 15 km/h hingegen entspricht der Geschwindigkeit eines Radfahrers.

Testkriterien

Im umfangreichen Tests wurden Elektromobile von unabhängigen Testpersonen geprüft und kontrolliert. Bei dieser Inspizierung wurden verschiedene Kriterien berücksichtigt, die sich auf die Bereiche Komfort, Sicherheit und Bedienung bezogen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Es gibt einige Kriterien, die Du beim Kauf eines Elektromobils berücksichtigen solltest. Wichtig ist vor allem der Wohlfühlfaktor. Natürlich spielt für den Wohlfühlfaktor auch die Optik eine Rolle.

Anbieter

Die in Karlsbad ansässige Firma Dietz ist ein bekannter Anbieter von Rehatechnik im Allgemeinen. Hierzu gehören neben Rollatoren und manuellen Gehilfen auch Elektromobile. Im Jahr 2008 gründete die Firma Dietz ein Design Zentrum in der Hansestadt Hamburg. Die in Remagen-Kripp ansässige Firma E-Lobil hat sich auf die Herstellung von Elektromobilen spezifiziert. In diese Kategorie fällt auch das klassische Elektromobil. Es gibt die Modelle in zahlreichen Ausführungen, in verschiedenen Preis-Kategorien. In Enger, NRW, sitzt das Unternehmen Mobilis GmbH, was in Deutschland zu den führenden Herstellern von Elektromobilen gehört. Die Firma Proflex stammt aus Köln und ist einer der ältesten Hersteller von Elektromobilen.

Internet vs. Fachhandel

Wenn Du Dich bereits auf einen Anbieter festgelegt hast, kannst Du den Kauf im Sanitätshaus wagen. Deutliche Vorzüge bietet Dir jedoch der Kauf im Internet, denn hier bist Du hinsichtlich der Auswahl deutlich Flexibler. Es gibt außerdem zahlreiche Vergleiche, die Du bei der Entscheidung für ein Modell zu Rate ziehen kannst. Im Fachhandel ist es nicht immer sicher, dass Du die optimale Beratung erhältst. Ein Elektromobil ist eine langfristige Anschaffung, daher solltest Du Dir vor dem Kauf sicher sein, dass Du das richtige Modell gewählt hast.

Kritikpunkte

Vielfach wird kritisiert, dass die tatsächliche Geschwindigkeit nicht den Angaben des Herstellers entspricht. Eine Hupe ist ein wichtiges Zubehörteil beim Elektromobil, denn nur so kannst Du Dich im Straßenverkehr bemerkbar machen. Ein normales Elektromobil sollte die Fähigkeit besitzen eine Steigung von bis zu 20 Grad problemlos zu meistern. Kritiker äußern sich bei einigen Modellen negativ über diese Fähigkeit. Um sicher fahren zu können, war im Test eine gute Bremse von hoher Relevanz. Wenn diese nicht vorhanden ist, gibt es Probleme. Eine Reichweite von 30 - 40 km ist Standard, doch diese wird von verschiedenen Modellen nicht geboten, wenn den Rezensionen der Kunden Glauben geschenkt wird. Die Reichweite von Deinem Elektromobil ist von der Batterieladung abhängig. Diese variiert je nach Nutzung.

Gesetzliche Bestimmungen und Zuschüsse

E-Mobile können helfen, die Mobilität von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen langfristig zu sichern. Doch welches Fahrzeug ist erlaubt und geeignet? Auf was muss man beim Kauf achten? Zahlt die Krankenkasse? Nach geltendem Recht muss ein motorisierter Krankenfahrstuhl, der ohne Führerschein und Zulassung gefahren werden darf, bestimmte Merkmale erfüllen. Für alle anderen Fahrzeuge, die die technischen Voraussetzungen bezüglich Sitz, Bauart, Gewicht oder Abmessungen nicht einhalten, ist je nach Fahrzeugart eine Prüfbescheinigung oder sogar die Fahrerlaubnis AM nötig. Wer noch den alten Führerschein der Klasse 3 oder später den Führerschein der Klasse B besitzt, darf ohnehin alle Seniorenmobile fahren.

Dreiräder sind oftmals kompakter als vierrädrige E-Mobile. Sie haben aufgrund ihrer Bauart einen engen Wendekreis und sind somit wendiger- allerdings auch kippempfindlicher und weniger für unwegsames Gelände geeignet als die vierrädrigen Fahrzeuge. Vierrädrige E-Mobile sind besser geeignet zum Zurücklegen von größeren Strecken, da diese meistens schneller als die dreirädrigen Varianten sind. Sofern mehrere Personen in einem Haushalt auf ein Seniorenmobil angewiesen sind, können auch Zweisitzer in Betracht gezogen werden. Diese sind zwar aufgrund des zusätzlichen Sitzplatzes länger - was die Wendigkeit einschränkt - jedoch kann dadurch die Anschaffung eines zweiten E-Mobiles überflüssig sein.

Beim Preis liegen die günstigen Modelle bei knapp 700 Euro. Nach oben können je nach möglicher Geschwindigkeit und entsprechender technischer Ausstattung schnell fünfstellige Beträge fällig werden. Doch unter Umständen übernimmt die Krankenkasse die Kosten oder zumindest einen Teil davon. Im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen sind alle bezuschussbaren Hilfsmittel in Deutschland gelistet. Bevor ein E-Mobil beschafft wird, muss allerdings eine ärztliche Verordnung zur Notwendigkeit vorliegen. Auch empfiehlt sich vorab eine Klärung mit der Versicherung, ob und in welcher Höhe die Kosten übernommen werden. Zu beachten ist, dass nur E-Mobile bis 15 km/h bezuschusst werden.

Weitere Tipps und Informationen

  • Bei schnelleren E-Mobilen muss ein Helm getragen werden.
  • Das Mindestalter zum Führen des motorisierten Krankenfahrstuhls beträgt 15 Jahre.
  • Gehwege oder Fußgängerzonen dürfen nur mit Krankenfahrstühlen befahren werden. Hier gilt jedoch Schrittgeschwindigkeit.

Wichtige Aspekte beim Kauf:

  • Reichweite: Modelle unterscheiden sich stark in der Reichweite.
  • Sitz: Bequemer Sitz und komfortables Fahrwerk sind wichtig.
  • Geschwindigkeit: Höheres Tempo erfordert oft Führerschein.
  • Licht: Beleuchtungsanlage ist Pflicht.
  • Bremsen: Auf leichtgängige und gut erreichbare Bremsen achten.
  • Sicherheit: Automatische Leistungsreduktion bei Kurvenfahrten.
  • Händler: Kauf beim Händler ermöglicht Wartung und Reparatur.
  • Rezept: Bei medizinischer Notwendigkeit kann ein E-Mobil auf Rezept erhältlich sein.

Aktuelle Tests und Vergleiche

Ein aktueller Test des ADAC Partnerclubs TCS (Touring Club Schweiz) zeigt die Ergebnisse von drei Modellen. Testsieger wurde beim TCS-Test das dreirädrige Elektromobil DX2 von Kyburz mit dem besten Antrieb und der größten Reichweite.

Tabelle: Vergleich ausgewählter Elektromobile (basierend auf TCS-Test)

Modell Preis (ca.) Besonderheiten
Luxxon E3800 1700 Euro Schlechte Sicherheitsbewertung
Kyburz DX2 14280 Euro Testsieger, beste Reichweite

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