Elektro Anhänger Fahrrad Test: Ein umfassender Überblick

Ein Fahrradanhänger ist ein Transportmittel, das an ein Fahrrad angehängt wird. Er ermöglicht es, zusätzliche Lasten wie Kinder, Haustiere oder Einkäufe zu transportieren, ohne dass der Fahrer das Gleichgewicht des Fahrrads stark beeinflussen muss. Fahrradanhänger sind wahrlich keine neue Erfindung und schon seit langer Zeit begleiten sie die Radwelt.

Beliebte Hersteller von Fahrradanhängern

Zu den beliebtesten Herstellern von Fahrradanhängern gehören:

  • Croozer: Bekannt für seine robusten und vielseitigen Kinder- und Lastenanhänger, die sowohl praktisch als auch langlebig sind.
  • Thule: Bietet hochwertige Kinderanhänger, die oft auch als Kinderwagen genutzt werden können und durch ihre durchdachten Designs und hohe Sicherheitsstandards überzeugen.
  • Burley: Spezialisiert sich auf sichere und langlebige Kinder- und Lastenanhänger, die durch ihre Qualität und Zuverlässigkeit auffallen.
  • Hamax: Ein norwegischer Hersteller, der für seine komfortablen und sicheren Kinderanhänger bekannt ist, die besonders bei Familien beliebt sind.
  • Qeridoo: Eine deutsche Marke, die innovative und funktionale Kinderanhänger bietet, die durch ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bestechen.

Aktuelle Tests und Bewertungen

Die Stiftung Warentest hat im August 2024 erstmals verschiedene Fahrradanhänger unter die Lupe genommen. Bekannte Marken wie Croozer, Thule und Qeridoo wurden hinsichtlich ihrer Fahreigenschaften und Bremsen, Montage, Sicherheitseigenschaften sowie Funktionen, Ausstattung und Schafstoffbelastung geprüft.

Im Folgenden werden einige der Top-Modelle vorgestellt, welche die Stiftung Warentest in der Ausgabe 07/2019 geprüft hat. Wichtig dabei: Wenn Modelle aus dem Testjahr 2019 nicht mehr gut erhältlich sind, dann wurden die namensgleichen Nachfolgemodelle verlinkt. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die neueren Modelle leicht von den getesteten unterscheiden.

Ausgewählte Modelle im Test

  • Thule Chariot Cross 1: Unter den Einsitzern im Test der beste. Er ist besonders gut sichtbar und sehr leicht. Der Thule-Fahrradanhänger ist für Aktivitäten wie Radfahren, Joggen, Spazierengehen und Skilanglauf geeignet. Er lässt sich kompakt zusammenklappen und verfügt über einen verstellbaren Liegesitz. Eine einstellbare Blattfederung sorgt für eine sanftere Fahrt, der Sitz ist selbst gepolstert und abnehmbar. Im Standardpaket sind ein Fahrrad- und ein Buggy-Set, Lüftungsschlitze, Beleuchtung, Federung, ein verstellbarer Schiebebügel sowie ein Klappmechanismus enthalten. Die Tragfähigkeit beträgt 34 Kilogramm.
  • Hamax Outback: Ein Fahrradanhänger und Kinderwagen für bis zu zwei Kinder mit einer Maximalbelastbarkeit von rund 45 Kilogramm. Der Hamax Outback ist ein multifunktionaler Fahrradanhänger, der sich auch als Kinderwagen nutzen lässt. Er bietet Platz für bis zu zwei Kinder ab sechs Monaten und ist insgesamt bis 45 Kilogramm belastbar. Der Anhänger selbst bringt laut Hersteller etwa 20 Kilogramm auf die Waage. Die Sitzeinheit ist ausbaubar und verfügt über verstellbare Fünf-Punkt-Gurte sowie eine dreifach verstellbare Rückenlehne. Zur Ausstattung gehören Fenster mit UV-Schutz, Belüftungs- und Insektenschutz, Sonnenschutz sowie ein wasserdichtes Polyestergewebe. In einer Tasche an der Rückseite kann Gepäck bis fünf Kilogramm verstaut werden.
  • Thule Cariot Sport 2: Der Thule Cariot Sport 2 überzeugt die Käuferinnen und Käufer mit einer tollen Federung und einer super Verarbeitungsqualität, die für Langlebigkeit spricht. Darüber hinaus ist er sehr komfortabel und erfüllt hohe Sicherheitsansprüche.
  • Qeridoo QUAPA 1: Der Hersteller Qeridoo kann mit dem QUAPA 1 bei den Käuferinnen und Käufern punkten, weil er über eine tolle Federung verfügt und gleichsam leicht zu lenken ist.

Wichtige Sicherheitsaspekte

Ein Kinderfahrradanhänger sollte über Sicherheitsgurte, einen verstärkten Rahmen und reflektierende Elemente verfügen.

Zur Sicherheit gehört auch, dass Ihre Mitfahrer Helme tragen.

Der Fahrradanhänger kann noch so sicher sein: Wenn Ihr Rad nicht richtig bremst, dann ist schlichtweg keine Sicherheit gewährleistet. Da nur wenige Anhänger eine zusätzliche Bremsfunktion haben, sollten Ihre Bremsen stets in einwandfreiem Zustand sein.

Ein Blick in die Gebrauchsanweisung Ihres Fahrrads - falls vorhanden - kann Ihnen zeigen, ob Ihr Rad für Anhänger geeignet ist. Alternativ können Sie diese Information im Internet recherchieren oder beim Händler Ihres Vertrauens erfragen.

Fahrradanhänger und E-Bikes

Mit einem E-Bike ist das Ziehen eines Kinder­anhängers deutlich entspannter als ohne Motor. Verkehrs­recht­lich gelten Pedelecs - umgangs­sprach­lich vor allem E-Bikes genannt - als Fahr­räder. Das heißt: Grund­sätzlich dürfen Sie einen Kinder­anhänger an Ihr Pedelec montieren.

Gute Bremsen sind Grund­voraus­setzung dafür, dass ein Kinder­fahr­rad­anhänger sicher gezogen werden kann. Im aktuellen E-Bike-Test schafften alle geprüften Modelle mit Scheibenbremsen den Brems­test. Ihre Brems­kraft reichte locker aus, um ihr zulässiges Gesamt­gewicht abzu­bremsen. Bei vielen von ihnen war die Brems­wirkung auch hoch genug, um einen Anhänger mit abzu­bremsen.

Was aber auch für die aktuell geprüften E-Bikes gilt: Mit Anhänger hat Ihr Pedelec ein anderes Fahr­verhalten. Bedenken Sie, dass sich der Bremsweg Ihres Pedelecs dann merk­lich verlängert.

Laut Straßenverkehrs­ordnung dürfen Anhänger inklusive Passagiere und Gepäck maximal 40 Kilogramm schwer sein. Im Anhänger dürfen Sie maximal zwei Kinder bis zum Alter von sieben Jahren mitnehmen. Außerdem gilt für sie eine Anschnall­pflicht. Zu deren Sicherheit ist es auch ratsam, dass sie einen Helm tragen - auch wenn keine gesetzliche Helm­pflicht besteht.

Besonders für sehr kleine Kinder ist es empfehlens­wert, ergono­mische Sitze zum Trans­port zu verwenden.

Unabhängig davon, dass Pedelecs verkehrs­recht­liche mit Fahr­rädern gleich­gestellt sind und dass viele Bremsen auch für einen Anhänger reichen würden: Manche Hersteller geben ihre Pedelecs nicht für das Ziehen eines Kinder­anhängers frei. Im Zweifel fragen Sie vor dem Kauf eines E-Bikes beim Hersteller nach oder schauen Sie in die Betriebs­anleitung.

Weitere wichtige Aspekte

  • Das Manövrieren mit einem Fahrradanhänger kann anfangs ungewohnt sein, besonders in engen Kurven und überfüllten Bereichen.
  • Die meisten Fahrradanhänger sind so konzipiert, dass sie an eine Vielzahl von Fahrrädern angeschlossen werden können.
  • Ein typischer Lastenanhänger kann je nach Modell zwischen 40 und 100 kg tragen.
  • Viele Fahrradanhänger sind mit wetterfesten Materialien und Abdeckungen ausgestattet, die Schutz vor Regen und Wind bieten.
  • Ein faltbarer Fahrradanhänger lässt sich am einfachsten lagern, da er weniger Platz beansprucht.
  • Ein multifunktionaler Kinderanhänger kann auch als Kinderwagen oder Jogger verwendet werden, was ihn besonders vielseitig macht.

Kosten und Preis-Leistungs-Verhältnis

Wirklich günstige Fahrradanhänger gibt es zwar, doch in Tests können sie nur selten überzeugen. Das liegt in der Regel etwa an zu hohen Schadstoffbelastungen oder an einer dem Kind nicht gerechten Gestaltung.

Günstige Fahrradanhänger für Kinder sind bereits ab etwa 100 bis 200 Euro erhältlich. Diese Modelle stammen häufig von Marken, die sich auf preisgünstigere Segmente spezialisiert haben, wie beispielsweise Tiggo oder Kesser.

Der Markt für Fahrradanhänger ist jedoch sehr breit gefächert und die Preise können stark variieren. Bekanntere und etabliertere Marken wie Thule bieten ihre Einstiegsmodelle in der Regel erst ab 300 bis 400 Euro an.

Der Preis kann ein wichtiger Indikator für die Qualität der Materialien, die Verarbeitung, den Funktionsumfang und insbesondere die Sicherheitsmerkmale eines Produkts sein. Ein niedrigerer Preis bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Anhänger unsicher ist.

Gerade bei einem viel genutzten Fahrradanhänger empfiehlt es sich, etwas mehr zu investieren - unter anderem auch, weil die meisten Anhänger auch als Buggys einsetzbar sind. Zudem können Sie einen guten Anhänger - neben dem Herumkutschieren Ihrer Kleinen - auch für anderweitigen Transport nutzen.

Wer viel Geld in einen Fahrradanhänger investiert, sollte auch eine lange Nutzungsdauer erwarten. Besonders die Beinfreiheit spielt eine wichtige Rolle, da Kinder den begrenzten Platz oft ausgleichen, indem sie mit dem Po nach vorne rutschen. Feste oder auf den ersten Blick harte Sitzschalen sind zu bevorzugen, um Kinderrücken entsprechend zu stützen. Kinder unter einem Jahr sollten auch dann nicht im Fahrradanhänger mitfahren, wenn sie bereits alleine aufrecht sitzen können. Spezielle Sitzschalen für Säuglinge und Neugeborene sind weniger ratsam, da die Kinder hier liegen müssen.

hinterher.com: Ein Beispiel für hochwertige Lastenanhänger

hinterher ist eine Firma aus München, die spezialisiert ist auf die Herstellung hochwertiger Anhänger für verschiedenste Anwendungsfälle und Lastentransporte. Möbelabholung? Kein Problem.

Betrachtet man den Tieflader zunächst optisch und haptisch von außen, ist es unverkennbar, dass dieser hochwertig verarbeitet ist. Sämtliche Bauteile, Passungen und Oberflächen wirken durchdacht. Bauteile, die sich lösen lassen, um den Anhänger z. B. zu warten oder einfach nur zu verstauen, lassen sich einfach, schnell und sicher handhaben.

Im fahrenden Betrieb - ohne Beladung - ist zunächst auffällig, dass der hinterher satt auf der Straße liegt und ein sehr gutes und komfortables Rollverhalten an den Fahrer weitergibt. Super Moto X Bereifungen sorgen für positives „Feedback“.

Der Anhänger bietet durch die zahlreichen Schlitze, Bohrungen und Ausfräsung schier unbegrenzt Möglichkeiten, Bänder, Spanngurte, etc. zu befestigen, um eine individuelle Ladungssicherung vorzunehmen. Ein Kritikpunkt der hinterher-Gurte ist meiner Meinung nach, dass der verbaute Kunststoffhaken sehr fest die umliegenden Schlitze an den Außenkanten des Trailers umgreift. Sprich das Anbringen und Lösen eben dieser ist etwas weniger nutzerfreundlich. Wenngleich sie dadurch sehr fest sitzen - so wie es auch sein soll.

Die Breite von 86 cm ist schmal genug, um im gängigen Straßenverkehr zu rangieren und breit genug, um dem Anhänger die nötige Stabilität zu geben, dass dieser, wie in diesem Beispiel hier (siehe Titelbilder) nicht seitlich kippt. Auch bei schnellen und engeren Kurvenfahrten mit hoher und schmaler Ladung wie das Fahrrad, kam der Anhänger nicht in einen Grenzbereich oder wurde unruhig im Fahrverhalten.

Man kann fast sagen, dass der hinterher so minimalistisch ist, dass es schon eine Besonderheit ist. Die Reduktion auf das Wesentliche eines Tiefladers bedeutet hier aber, dass um so mehr in die Verarbeitung und Qualität dessen gesteckt wurde. Also ist die Qualität ein wichtiges Merkmal, welches ich hervorheben möchte. Die verwendeten Materialien erwecken den Anschein, dass sie eine lange Lebensdauer erreichen. Verwendete Anbauteile sind einzeln zu erwerben und können ausgetauscht werden. Die Gedanken ein Produkt somit ganzheitlich nachhaltiger zu gestalten, sind erfreulich.

Der verbaute, doppelbeinige Klappständer funktioniert einwandfrei und bietet ausgeklappt einen sicheren Stand. Eingeklappt verschwindet dieses sauber und unauffällig unter die Ladefläche - ohne im fahrenden Betrieb zu klappern.

Die Deichsel ist insofern zu nennen, da sie sich leicht handeln lässt. Durch einfachen Schnellspanner-Verschluss, sowie einen Sicherungssplint, kann diese abgenommen und verstaut werden. Zudem ist diese aus Aluminium und besonders leicht.

Die verwendete Weber-Kupplung erfüllt ihre Aufgabe, den hinterher mit dem Fahrrad zu verbinden sehr gut. Durch einen Druckknopf-, sowie Drehmechanismus lässt sich die Kupplung spielend einfach bedienen. Ein zusätzliches Schloss ermöglicht ein abschließen.

Wenn es um das Verstauen des Lastenanhängers selbst geht, wird es besonders spannend. Deichsel, sowie die beiden leichten Laufräder, können werkzeuglos abmontiert. Die Achsen der Laufräder können in dafür vorgesehene Bohrungen gesteckt werden. Die Deichsel wird z. B. an den Ständern gehangen. So wird der große Anhänger, z. B. hochkant stehend an die Wand gestellt und verschwindet flächenmäßig fast im Raum.

Der Bike Trailer Transporter 3 von hinterher ist ein professioneller, minimalistischer aber vielseitig einsetzbarer Tieflader. Das Konzept der offenen Ladekanten vorn und hinten ermöglicht es überlange Objekte einfach zu transportieren. Wer doch hin und wieder geschlossene Kisten oder Boxen braucht, kann diese schnell und einfach fixieren dank zahlreicher Verbindungspunkte. Sehr gute Verarbeitung, sowie beste Lauf- und Rolleigenschaften sind klare Stärken des Münchners.

Das geringe Gesamtgewicht in Bezug auf die Größe bzw. Zuladungsmöglichkeiten machen die Tieflader-Modelle von hinterher für viele Fahrräder interessant.

Lastenanhänger im Test: Vielfalt für jeden Bedarf

Die Lastenanhänger unterscheiden sich teils deutlich in Einsatzzweck und Konstruktion. Die einspurigen Anhänger weisen allesamt eine niedrigere maximale Zuladung auf, diese liegt im Testfeld zwischen 28 und 32 Kilogramm. Der Vorteil der Konstruktion liegt im geringeren Eigengewicht. Außerdem sind vor allem FollowMe und Topeak schmal gebaut und passen auch durch Engstellen.

Die einspurigen Anhänger bieten ein gänzlich anderes Fahrgefühl als die Pendants mit zwei Reifen. Das fällt weniger beim Beschleunigen oder Bremsen auf, sondern vor allem in den Kurven. Denn die einspurigen Anhänger neigen sich in die Kurve und leiten Seitenkräfte auch in das Zugfahrzeug ein. Allerdings sind die Einspurigen mit dem Testgewicht auch alle an der maximalen Belastungsgrenze, das ist in allen Fällen spürbar.

Bei den zweispurigen Anhängern folgen Roland, Hinterher und Weber dem gleichen Baumuster. Die Basis bildet eine Metallplatte mit Verzurrösen auf einer Achse. Die Deichsel kann in einer alternativen Position eingesteckt werden, um den Anhänger als Handwagen zu nutzen. Die Basis kann durch verschiedene Aufbauten wie Bordwände oder eine Reling erweitert werden. Ein Deckel oder eine Plane schützt den Inhalt vor Dreck oder Feuchtigkeit.

Die zweite größere Gruppe sind Anhänger, die ein klappbares Rohrgerüst haben und mit Stoff bespannt sind, darunter fallen die Modelle Kalle und Tuure von Croozer und der Taxxi Load 45. Alle drei Anhänger bieten einen Deckel und können zum Bollerwagen umgebaut werden.

Der Reacha Sport ist ein Spezialist für den Transport von Sportgeräten, speziell von Wassersportgeräten wie Surfboards, SUPs oder Kajaks. Aber auch andere lange Sportgeräte wie Ski oder Snowboards finden auf dem langen Anhänger leicht Platz.

Die Kupplung: Ein neuralgischer Punkt

Ein neuralgischer Punkt für einen Lastenanhänger ist seine Kupplung an das Zugfahrzeug, denn hier werden die Kräfte übertragen. Im Test setzen alle Anhänger an einem Schnellspanner am Hinterrad an. Bei allen Anhängern mit zwei Reifen kann die vorhandene Achse ergänzt werden. Dafür wird die Kupplung wie eine Unterlegscheibe zwischen Schnellspanner und Rahmen geklemmt.

Viele Hersteller setzen auf eine zusätzliche Fangleine. Sollte die Kupplung brechen oder sich öffnen, bleibt der Anhänger über die Leine mit dem Rad verbunden.

Viele Hersteller bauen bei der Kupplung auf eigene Konstruktionen, andere vertrauen auf eine Kupplung des Herstellers Weber. Der bietet Gelenkkupplungen in verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Zuglasten, Dämpfungen und Adaptern an.

Einzig Reacha setzt im Test auf eine Kupplung an der Sattelstütze, bietet aber auch eine kürzere Deichsel mit Weber-Kupplung an.

Bei allen Kupplungen ist es wichtig, die angegebenen Nm-Angaben zu beachten, damit die Kupplung fest sitzt, die Verbindung aber auch nicht reißt.

Normen und Vorschriften

Für Fahrradanhänger gibt es eine europäische Norm (DIN EN 15918), diese gibt das zulässige Höchstgewicht eines Anhängers (Eigengewicht plus Zuladung) mit 60 Kilogramm an. Daher geben viele Hersteller die maximale Beladung mit etwa 45 Kilogramm an. Einzige Ausnahme im Testfeld ist der Kargo Comfort von Weber, der darf ganz legal 80 Kilo zuladen, weil er über eine Auflaufbremse verfügt.

Neben der Zuladung sollte auch die Lastverteilung auf dem Anhänger bedacht werden. Die größte Last sollte möglichst auf der Achse liegen und die Ladung fixiert sein. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Stützlast, damit wird die Last angegeben, die von oben auf die Deichsel bzw. die Kupplung wirkt. Die Hersteller geben hier eigene Limits an.

Die Hersteller geben zudem in den Anleitungen die erlaubte Höchstgeschwindigkeit des Gespanns an, meist werden 20-25 km/h als Obergrenze angegeben, Kurven sollten langsamer umfahren werden.

Zuletzt muss auch das Zugfahrzeug für den Anhängerbetrieb geeignet sein. Zuerst ist zu klären, ob der Hersteller das Rad für den Anhängerbetrieb freigibt. Diese Info steht entweder in der Anleitung oder es ist eine Nachfrage beim Händler oder Hersteller notwendig. Außerdem ist das maximale Systemgewicht des Rades zu beachten.

Unbedingt empfehlenswert ist eine standfeste Bremsanlage, die dem erhöhten Gewicht gewachsen ist.

An E-Bikes und S-Pedelecs, die schneller als 25 km/h fahren können, sind keine Anhänger erlaubt.

Die StVZO erlaubt allen Personen ab 16 Jahren den Transport von bis zu zwei Kindern bis zum vollendeten siebten Lebensjahr in für die Beförderung von Kindern eingerichteten Anhängern.

Wartung und Pflege

Der Wartungsaufwand hält sich bei den Anhängern zum Glück in Grenzen. Wichtig ist es, regelmäßig den Luftdruck zu prüfen, da die Reifen häufig stark belastet werden, zudem sollte der Luftdruck in beiden Reifen gleich groß sein.

Bei fast allen zweispurigen Anhängern (bis auf Reacha) kommen Steckachsen mit Schnellverschlüssen zum Einsatz. Der Sitz sollte regelmäßig geprüft werden, um nicht während der Fahrt ein Rad zu verlieren. Gerade beim Einsatz bei Regen und Schnee sollten zudem die Achsen regelmäßig gefettet werden.

Vor- und Nachteile von Fahrradanhängern

Fahrradanhänger sind eine tolle Ergänzung zum Fahrrad. Ist die entsprechende Kupplung einmal montiert, dauert es meist nur Sekunden, bis der Anhänger einsatzbereit ist. Wird er nicht gebraucht, fährt man sein Alltagsrad ohne Zusatzbelastung. Viele Anhänger lassen sich zudem einfach verstauen, zusammenklappen oder aufstellen - sie benötigen wenig Platz. Damit ist der Nutzen noch vielseitiger als bei einem Lastenrad - oder der Stauraum des Lastenrades wird noch erweitert.

Abschließbare Fahrradanhänger

Verglichen mit Lastenrädern sind sie flexibler: wird der Fahrradanhänger nicht benötigt, trennt man ihn einfach vom Rad und hat ein ganz „normales“ Fahrrad zur Verfügung. Ideal ist es dabei, wenn der Fahrradanhänger abschließbar ist. Diese Option bieten unter anderem die Fahrradanhänger von Croozer.

Vielseitigkeit durch Umbaumöglichkeiten

Andere Fahrradanhänger - gerade solche für Kinder - eignen sich zum Umbau. So wandeln sie sich vom Jogger zum Fahrradanhänger, in dem man die Deichsel demontiert und ein Vorderrad befestigt. Manche Hersteller, z.B. Hamax mit dem Modell Outback, bieten Fahrradanhänger an, die mit Kufen bestückt werden können. So sind sie auch geeignet, um im Winter mit ihnen auf die Loipe zu gehen. Ein Fahrradanhänger für Babys wird durch Demontage der Babyschale zum Trailer für größere Kinder.

Fahrradanhänger für Hunde

Fahrradanhänger eignen sich gut für den Transport von Hunden. Viele Hersteller führen deswegen sowohl Fahrradanhänger für Kinder als auch solche für Hunde. Bei diesen ist keine Babyschale und keine Sitzbank nötig. Die Modelle sind eher mit Kissen bzw. Haustierbetten bestückt. Die meisten Modelle bieten Platz für einen oder zwei Hunde, außerdem gibt es bei vielen Herstellern Zubehör wie Taschen für Leckerli, für die Leine und andere Accessoires.

Spezielle Fahrradanhänger für Reisen

Egal ob für Gepäck, für das Kind oder für den Hund: Viele Fahrradanhänger eignen sich durchaus für längere Ausflüge, nicht ohne Grund gibt es aber spezielle Fahrradanhänger für die Reise. Wer nämlich lange mit einem Fahrradanhänger unterwegs ist, wird verstärkt auf dessen Gewicht achten, auf geringen Rollwiderstand und auf eine gute Aerodynamik. Diese Faktoren bestimmen -neben dem Gewicht der eigentlichen Lasten - wieviel zusätzliche Leistung der Mensch im Sattel aufbringen muss, um den Anhänger samt Gepäck zu bewegen.

Ausgewählte Fahrradanhänger-Modelle im Überblick

Hier eine Übersicht ausgewählter Modelle mit ihren jeweiligen Eigenschaften:

  • Croozer Kid Vaaya 1: Ob als Kinderfahrradanhänger oder als Buggy genutzt: der Croozer Kid Vaaya 1 bietet einem Kind Platz. Er ist gefedert und mit einem ergonomischen Sitz ausgestattet. Sein Schiebebügel, mit dem er mit montiertem Vorderrad als Buggy genutzt werden kann ist in der Höhe verstellbar.
  • Fischer Profi Plus III: Mit dem Profi Plus III bietet Fischer einen kompakten zweirädrigen Lastenanhänger für Fahrräder an. Seine Deichsel wird mit einer Schnellbefestigung an der Sattelstütze montiert, alternativ kann man den Profi Plus III als Handkarre nutzen.
  • Follow Me Cargo: Mit dem Cargo bietet das Unternehmen einen kompakten, einspurigen Lasten-Fahrradanhänger an, der mit maximal 28 kg in Gepäcktaschen beladen werden kann.
  • Hamax Outback: Der Hamax Outback ist ein vielseitiger Fahrradanhänger für ein Kind. Der Kinderanhänger kann leicht zusammengefaltet werden, seine Rückenlehne ist verstellbare, sodass das Kind bequem im gefederten Kinderanhänger schlafen kann. Ausgeliefert wird er mit Buggyrad, kann so als Kinderwagen und Fahrradanhänger genutzt werden.
  • Thule Coaster XT: Der Coaster XT von Thule ist ein zweisitziger, zusammenklappbarer Fahrradanhänger für Kinder. Er wird schnell am Fahrrad befestigt, das Buggyrad findet Platz an Bord des Anhängers. Am Ziel angekommen wandelt er sich mit montiertem kleinen Rad vorne schnell zum Buggy. Thule bietet umfangreiches Zubehör, wie eine Babytrage oder den Baby Supporter für den Anhänger an.

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