Das Woom Up bietet hochwertige Komponenten für den Einstieg in die Welt der E-Bikes und wurde exklusiv auf die Bedürfnisse von fahrradbegeisterten Kindern zugeschnitten. Wir hatten das Woom up 5 im Test, jedoch ist alles auch auf das baugleiche Woom up 6 übertragbar. Die beiden unterscheiden sich lediglich in der Größe, sind sonst aber baugleich.
Direkt beim Auspacken wird klar: Hier steht nicht irgendein x-beliebiges Kinderfahrrad vor uns - hochwertige Komponenten, hervorragend ausgeführte Lackierung und ein sehr geringes Gewicht machen direkt Lust auf die Trails in der Umgebung.
Das Unternehmen, von zwei Vätern in einer Garage gegründet, hat sich seit langem auf Kinderräder spezialisiert und bringt nun das erste E-Bike für Kinder auf den Markt. Ein E-Mountainbike für Kinder zu gestalten und die Komponenten wirklich auf die Bedürfnisse der kleinen Biker abzustimmen - das war das Ziel des deutschen Herstellers Woom. Daher hat Woom sich auf die Fahnen geschrieben Fahrräder zu konzipieren, die für Kinder gemacht sind.
Die Rahmengeometrie des E-Mountainbike (e-MTB) ist sportlich, ohne dabei zu aggressiv zu wirken. Das Cockpit ist aufgeräumt und überfordert nicht mit unnützen Hebeln und Knöpfen.
Design und Rahmen
Der Rahmen ist aus sehr leichten, konifizierten Aluminiumrohren hergestellt. Die Geometrie ist sportlich, ohne die Körperhaltung der Kinder zu sehr nach vorn zu drücken - eine gelungene Mischung aus Ergonomie und sportlichem Ansatz.
Ab ins Gelände! Die Bereifung ist mit dem 24“ Schwalbe Rocket Ron auf leichten Doppelkammerfelgen und Steckachsen professionell und gut dimensioniert - durch die Einstellmöglichkeiten an Sattelstütze und Lenkervorbau lässt sich das Rad so auf die Körpergröße des Kindes einstellen und bietet ausreichend „Wachstumsraum“ für einige Jahre.
Wooms konsequente Ausrichtung auf Kinder kann man auch gut in Details wie dem Fahrradsattel erkennen. Dieser ist nicht einfach nur ein normaler Sattel der auf Kindergröße geschrumpft wurde. Denn Kinder haben enger stehende Beckenknochen als erwachsende, weshalb auch der Fahrradsattel eine andere ergonomische Form braucht. Er muss also überproportional kleiner bzw. schmaler gebaut sein. Und genau darauf achten die Ingenieure von Woom.
Motor und Akku
Den Schritt in die E-Bike Welt wagen die Entwickler bei Woom mit einem 250 Watt starken Mittelmotor von Fazua. Das evation-Antriebssystem liefert sehr üppige 55 Nm Drehmoment und verfügt dank des herausnehmbaren Akkus über 250 Wh Batteriereserven. Der gesamte Antrieb ist im Unterrohr der Rahmenkonstruktion eingelassen und derart dezent ausgeführt, dass auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist, dass hier ein waschechtes E-Bike auf dem Hof steht. Besonderes Feature: Die gesamte Akku-Einheit kann entnommen werden und das Bike dank Unterrohrblende als normales Fahrrad genutzt werden.
Auch die Performance des Motors kann sich sehen lassen: Bis zu einer Unterstützungsgeschwindigkeit von 20 km/h schiebt der Motor in vier sehr gut dosierten Unterstützungsstufen sanft an. Die Unterstützung ist so dosiert, dass unsere Testerin jederzeit das Gefühl hatte, selbst die Kontrolle über das Rad zu haben.
Der Trittkraftsensor des Antriebs misst permanent den Druck aufs Pedal und schafft es, den Schub sanft und gleichmäßig zu dosieren - lediglich das Durchschalten der Unterstützungsstufen hat in unserem Test nicht bei jedem Knopfdruck sofort funktioniert. In der Mitte der Steuereinheit sieht man den dreieckigen Knopf zum Ändern der Motorunterstützung.
Der herausnehmbare Akku lieferte ausdauernd Leistung, wir haben es nie geschafft, ihn in einer Tour komplett leer zu fahren. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann sich daher wohl recht sicher sein, den Ausflug komplett elektrisch bestreiten zu können. Was uns jedoch nach der Tour aufgefallen ist: Die Entnahme des Akkus erfordert etwas Koordination und Fingerspitzengefühl, da der Akkus ein gewisses Eigengewicht hat. Das Akkufach lässt sich abschließen.
Kurzes Zwischenfazit: Motor und Akku sind auf dem neusten Stand der Technik, der viele ausgewachsene E-Mountainbikes vor Neid erblassen lässt.
Komponenten und Ausstattung
Die SRAM Komponenten bieten eine gute Balance aus ausgefeilter Technik und Wartungsfreude, die hydraulischen Bremssättel beißen zuverlässig und fest zu, ohne Kinder dabei mit zu harten Bremsungen zu überfordern. Um es kurz zu machen: Hier gibt es nichts zu meckern - alles top!
Auch die Spreitzung der Kassette von 11 bis 42 Zähnen erlaubt mit den 11 Gängen sowohl bergiges Gelände und sportliche Trails, als auch flaches Gelände. Für jede Könnensstufe ist ein pasendes Ritzel bzw. Woom up Test - 11 Ritzel und damit 11 Gänge sind an der Kassette angebracht.
Beim Thema Licht am Kinderfahrrad mussten wir kurz schlucken und uns darauf besinnen, dass hier eben kein „Kinderfahrrad“ sondern ein Mountainbike für Kinder vor uns steht. Lichter sind nicht vorhanden und müssen für den Straßenverkehr nachgerüstet werden. Auf Grund des gut dimensionierten Lenkers lässt sich dies jedoch mit einem hochwertigen Anstecklicht für vorn und hinten schnell und professionell machen - dabei sollte unbedingt auf eine ausreichende Leuchtkraft geachtet werden.
Positiv ist zu vermerken, dass das Woom up 5 mit Reflektoren für vorne und hinten, sowie Katzenaugen geliefert wird. Wir empfehlen zusätzliche Sichtbarkeit herzustellen. Beispielsweise mit Speichenreflektoren, die aus mehreren Winkeln das Licht zurückwerfen.
Fahrgefühl und Handling
Das Fahrgefühl des Woom up E-Bikes wurde von Himena mit einem lauten Lachen beschrieben - besser hätten wir es vermutlich nicht ausdrücken können. Klar ist: Die insgesamt recht niedrige Rahmenform bietet einen tiefen Schwerpunkt bei recht langem Radstand und bringt so eine gute Mischung aus Wendigkeit und Balance mit sich. Gerade in etwas schwereren Geländepassagen ist die Spurtreue des Mountainbikes zu beneiden - tiefe Schwerpunkte zeichnen sich gerade in schnelleren Passagen aus!
Um das auf den Prüfstand zu stellen, sind mit Himena in sandiges Geläde gefahren, wo sie zeigen konnte was in ihr steckt - und dem woom up. Himena war dabei größtenteils Offroad unterwegs und hat dabei das Woom up weder bei Hügeln noch bei stark abschüssigem Gelände geschont. Dabei bestätigte sich, dass der niedrige Schwerpunkt für mehr Kontrolle bei Abfahrten sorgt.
Der Mittelmotor spielt dabei seine Vorteile voll aus: Einerseits unterstützt er die Fahrbewegung besonders natürlich, andererseits sorgt der Tiefe Schwerpunkt ebenfalls für ein besseres Handling. Gut kam auch an, sich die 4 Motorunterstützungsstufen je nach Sitaution anpassen ließen.
Allerdings merkten wir auch im Gespräch mit Himena, dass für Kinder der Unterschied zwischen mehr Motorunterstützung und einem normalen Gangwechsel an der Gangschaltung nicht ganz klar war, da in beiden Fällen das Treten leichter oder schwerer wird. Um ehrlich zu sein, scheint auch vielen Erwachsenen dieser Unterschied nicht so wichtig. Ein Trend, den man bei vielen E-Bikes sehen kann, da die Anzahl der Gänge im Vergleich zum Fahrrad oft weniger sind, da man ja noch den Motor zum regulieren hat.
Die Wendigkeit und das Fahrverhalten kam bei unserer Testerin richtig gut an, sodass Himena sich an immer schwierigere Trails herantraute. Die breiten und profilierten Schwalbereifen helfen dabei, auch bei unebenen Untergründen genug Traktion und Stabilität zu gewährleisten, um so sicher im Offroad-Gelände unterwegs zu sein.
Gut hat uns im Woom Up Test gefallen, dass der Lenkervorbau individuell anpassen lässt und unterschiedliche Winkel anbietet, die je nach Geschmack und Sitzposition variiert werden können. Wer es weniger actionreich, sondern eher gemütlicher mag, der muss die Wendigkeit nicht ausnutzen, sondern fährt gemütlich auf dem Weg zur Schule oder zu Freunden. Denn auch im Alltag auf ganz schöden Asphaltstraßen fährt sich das Kinder e-MTB locker und spaßig.
Alltagstauglichkeit
Es steht zu vermuten, dass die meisten Eltern ihren Kindern nicht mehrere E-Bikes bzw. Fahrräder für unterschiedliche Einsatzbereiche hinstellen können. Daher muss sich das Woom Up 5 wohl oder übel auch für den Alltagstest hergeben. Für den Schulweg in der nassen Jahreszeit wären Ansteck-Schutzbleche ein weiterer Pluspunkt, den Himena bereits angesprochen hatte. Ebenso praktisch wäre für den Alltag ein schnell zu montierender Ständer.
Vielleicht wollen aber auch nur wir erwachsenen einen Ständer… Kinder sind da manchmal auch deutlich pragmatischer und legen ihre Räder gerne ins Gras. So oder so lässt sich die volle Alltagstauglichkeit von Licht, Ständer, Schutzblechen und Co in aller Regel selbst und ohne große Kosten nachrüsten. Schön wäre es, wenn Woom diese Komponenten künftig zumindest beilegen könnte, da der Preis des E-MTB bereits etwas gehobener ist.
Fazit
Ausführliche Trips durch schwieriges Terrain sind eine Herausforderung für Familien. Schnell verliert der Nachwuchs auf Grund von mittelmäßiger Technik und fehlender Unterstützung die Lust. Anders ist das beim Woom Up: Die Entwickler haben es geschafft, ein ausgewachsene E-Mountainbike für Kinder zu entwickeln, welches auf technischem Topniveau liegt. Dabei sind die einzelnen Komponenten perfekt aufeinander und auf die jeweiligen Bedürfnisse von Kindern abgestimmt. Es handelt sich bei Sattel, Lenker und Bremshebeln eben nicht um „kleine Versionen“ der Teile, sondern um speziell auf Kinder angepasste, eigens entwickelte und hergestellte Komponenten, die dem Fahrspaß verschrieben sind. Der sehr gute, sanft unterstützende Motor liefert ausreichend Schub für schweres Terrain, ohne den Kleinen je die Kontrolle zu entreißen. Einzig für 100%ige Alltagstauglichkeit muss noch einmal Hand angelegt werden.
Alles in Allem sind wir und Himena wirklich angetan. Kurz gesagt: Das Woom Up ist ein technisches und ergonomisches Meisterwerk für Fahrradbegeisterte Kinder. Nun müssen nur Mama und Papa schauen, dass sie hinterherkommen.
Alternativen zu Woom E-Bikes für Kinder
Die E-Bikes aus der „UP“-Serie von woom zählen zu den beliebtesten Modellen bei Kindern. Es gibt aber auch gute Alternativen von S’COOL, Rockrider oder günstigeren Herstellern.
Mit dem woom „UP“ hatten wir eines der besten Kinder-E-Bikes über längere Zeit im Test.Das woom UP 5 zählt zu den besten Kinder-E-Bikes am Markt, hat aber auch seinen Preis.Der Akku ist aus Gewichtsgründen meist im Rahmen eingebaut. Wichtig: Er muss entnehmbar sein.
Empfehlungen für Kinder-E-MTBs und Co
| Modell | Alter | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| Woom UP 5 | 7-11 Jahre | 2.199,00 EUR |
| S’COOL | ab 12 Jahren | 1.199,00 EUR |
| Rockrider E-ST 500 | ab 9 Jahren | 1.199,00 EUR |
Wichtige Details bei einem Elektrofahrrad für Kinder
Ein Kinder-E-Bike unterscheidet sich von einem Erwachsenen-E-Bike u.a. durch die Rahmengeometrie. Kommt das Bike nicht nur Offroad zum Einsatz, braucht es Sicherheits-Ausrüstung (Reflektoren etc.).
Ein E-Bike mit zu hoher Leistung bzw. zu hohem Gewicht ist nicht nur unnötig und teuer, sondern auch gefährlich. Worauf man im Detail achten sollte, haben wir hier kompakt zusammengefasst.
- Geschwindigkeit: Der Begriff „E-Bike“ hat sich zwar umgangssprachlich durchgesetzt, streng genommen werden aber nur „Pedelecs“ mit einer Motorunterstützung bis maximal 25 km/h als Fahrrad eingestuft - und sind somit auch für Kinder erlaubt. Die meisten Hersteller drosseln die maximale Tretunterstützung bei Kinderfahrrädern aber ohnehin auf 20 km/h.
- Motor: Damit die Geschwindigkeit im für Kinder angemessenen Rahmen bleibt, sollte ein Motor mit 250 Watt das absolute Maximum sein. Auch beim Drehmoment ist weniger „mehr“: Je nach Alter sind etwa 40-50 Nm für Kinder genug.
- Gewicht: Das Gewicht spielt gerade bei Kinderfahrrädern eine große Rolle, damit ein sicheres und komfortables Manövrieren möglich ist. Gewöhnliche E-Bikes für Erwachsene wiegen oft deutlich mehr als 20 kg - das ist für kleinere Kinder zu schwer.
- Akku: Gewicht einsparen kann man mit einem leichten Alu-Rahmen aber auch mit einem kleineren Akku bis höchstens 400 Wh, was zwar zu weniger Reichweite führt - diese wird aber bei nicht übermäßig langen Touren ohnehin kaum ausgeschöpft. Hinweis: bei Herstellerangaben in Volt und Ah lassen sich die Wattstunden (Wh) einfach berechnen: Volt x Ah = Wh.
- Reifengröße: Die Zoll-Größe ist auch bei E-Bikes für Kinder ein wichtiges Kaufkriterium. Hier zur Größentabelle für Kinderfahrräder. Da Kinder-E-Bikes aber meist für eher ältere Kinder empfohlen werden, findet man vorwiegend Modelle ab 24 Zoll.
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