Der Markt an elektrischen Motorrädern ist noch überschaubar. Aus den wenigen Angeboten sticht eines heraus: die Maeving RM1S. Angetrieben wird das kleine Naked-Bike von zwei parallel geschalteten Akkus, die dem Mittelmotor Leistung von 6,8 PS ermöglichen und kurzzeitig von 12 PS.
Elektromotorräder im Fokus
Cooles Design, einfache Bedienung und ein lokal emissionsfreier Antrieb: Das Elektromotorrad Maeving RM1S ist ein interessanter Begleiter für die Stadt. Statt auf technoide und futuristische Gestaltung setzen die Briten auf einen historischen Bobber-Look, interpretiert als moderner Café Racer. Jedes Bauteil an der Maeving hat seinen Zweck, und die Designer haben die moderne Technik sehr ansprechend in den Retro-Look der Maschine integriert. Die RM1S wirkt klassisch und modern zugleich.
- Gute Ergonomie mit niedriger Sitzposition
- Herausnehmbare Akkus
Gebürstetes Aluminium, eine Radnaben-Abdeckung aus Carbon, optionale Carbon-Schutzbleche und verschiedene Mehrfarbenlackierungen werten die Optik des Elektrobikes weiter auf. Der Fokus liegt auf britischem Motorrad-Design der 1960er- und 70er-Jahre und einfacher Fahrbarkeit. Der schmale Tank ist natürlich eine Attrappe, bietet dafür aber zehn Liter Stauraum inklusive USB-C-Ladeanschluss. Der breite Lenker ist bequem, die Bedienhebel sind leicht erreichbar.
Fahrmodi und Bremsen
Zündschlüssel umdrehen, linken Bremshebel ziehen und auf dem Bedienfeld am rechten Lenkerende den Fahrmodus wählen. Drei stehen zur Wahl: I, S und Eco. Das gewählte Fahrprogramm wird im analogen Tacho per integrierter Digitalanzeige dargestellt. Bei I wie Intermediate drosselt Maeving Leistung und Geschwindigkeit auf 75 km/h.Eco sorgt mit maximal 50 km/h fürs Stromsparen und mehr Reichweite. Im Modus S leistet der E-Motor dagegen bis zu 15 PS wie bei einer konventionellen 125er-Maschine mit Verbrennungsmotor. Damit gilt die Maeving RM1S als Leichtkraftrad. Die Vorderradbremse mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern lässt sich wie immer auf der rechten Seite des Lenkers bedienen, die Bremse mit 18 Zentimeter Durchmesser für hinten aber am linken Lenkerende. Dieses Combined Braking System (CBS) verteilt die Bremskraft automatisch in einer 40:60-Vorne-hinten-Aufteilung.Also Füße auf die Rasten ohne Pedalerie stellen und den Gasgriff drehen. Lautlos fährt die Maeving los, kein Summen, kein Fiepen, rein gar nichts. Dabei bietet der Vortrieb keinen brutalen oder ruppigen Schub. Mit der progressiven Gasannahme werden sich auch Nicht-Motorradfahrer und -fahrerinnen direkt wohl und sicher fühlen.Vor der ersten Kurve verzögert die RM1S mit gut dosierbarem Bremsen sanft, ganz gleich, ob mit der Kombi-Bremse CBS oder der Bremse für vorne. Allerdings: Auf ein ABS verzichtet Maeving ebenso wie auf eine Rekuperation des Motors. Dafür gleitet das Bike bei Gaswegnahme sanft und lautlos über die Straße. Den Elektromotor, der in der hinteren Radnabe sitzt, haben die Briten übrigens selbst entwickelt.
Fahrverhalten und Komfort
Mit 144 kg Leergewicht (inklusive externem Ladegerät) kommt der E-Motor in der Radnabe auf der Ebene und vor allem in der Stadt gut zurecht. Bei Ampelsprints liegt die Maeving meist vorne. Lediglich an Steigungen muss sich der Motor anstrengen und die Beschleunigung lässt nach. Erst auf den zweiten Blick fällt die Stahl-Zweiarmschwinge mit zwei Federbeinen und 80 mm Federweg auf. Die Vorspannung lässt sich individuell einstellen, und auch der Sattel schluckt leichte Unebenheiten.Mit wenig Druck legt sich das E-Bike in die Kurve, zirkelt präzise durch den Scheitelpunkt und beschleunigt mit mehr Gas wieder heraus. Kein Pendeln, kein Wackeln, sondern stoischer Vortrieb. Auch in Sachen Wendigkeit bei niedriger Geschwindigkeit kann die elektrische Britin voll punkten, so handlich und einfach zu bedienen ist sie.Bei engen Kurvenkombinationen bleibt das Bike ruhig und schwingt nicht mit. Nur bei heftigen Bodenwellen oder Schlaglöchern dringen die Stöße ungefedert durchs Motorrad. Grundsätzlich hat Maeving die RM1S sportlich-straff abgestimmt, mit einer gehörigen Portion Grundhärte. Mit der Maeving unterwegs zu sein, fühlt sich beinahe an wie Fahrradfahren, nur eben schneller.
Akkus und Reichweite
Entweder die Stromspeicher sind zu groß und zu schwer, oder sie bieten zu wenig Energie für zu wenig Reichweite. Auch Maeving kann den Zielkonflikt nicht lösen. Daher eignet sich die Maeving wie die meisten E-Motorräder nur für die Stadt und zum Pendeln.Bei zurückhaltender Fahrweise sind mit einer Akkuladung bis zu 130 Kilometer möglich, bei flotter Fahrt schrumpft die Reichweite auf knapp über 100 Kilometer. Sind die beiden Akkus leer, bieten die Briten zwei Möglichkeiten, sie wieder aufzuladen. Entweder direkt über den Stecker im Gehäuse, oder man öffnet das Akku-Fach und zieht die beiden 16,5 kg schweren 2,73-kWh-Batterien heraus und lädt sie über ein Ladegerät in der Wohnung auf.Für den Hub von 20 bis 80 Prozent vergehen dann 2,5, für die Ladung von 0 auf 100 Prozent etwa 6 Stunden. Die meisten Kunden würden sowieso nur 10 bis 20 Kilometer am Tag fahren und entsprechend selten laden.
Vertrieb und Service
Auf ein Händlernetz verzichtet Maeving. Die Briten liefern über ihre Tochterfirma Maeving Germany GmbH die Maschine direkt vor die Haustür. Und auch der Service kommt direkt zum Kunden. Die Idee scheint Anklang zu finden. Seit April 2020 hat Maeving rund 2000 Bikes verkauft, vornehmlich in Großbritannien, Teilen der USA, Deutschland und Frankreich. Bis zu 1600 Einheiten können die Briten derzeit pro Jahr bauen, künftig sogar bis zu 11.000 pro Jahr.
Technische Daten: Maeving RM1S
| Merkmal | Daten |
|---|
| Motor | E-Maschine mit 7,2 kW/10 PS Dauerleistung und 11,1kW/15 PS Spitzenleistung, 261 Nm, in der Hinterradnabe installiert |
| Akku | Dual-Batteriepack-Design mit LG M50LT-Zellen, 5,46 kWh (2 x 2,73 kWh Batterien), 16,5 kg pro Batterie, Ladezeit: 0 - 100% 6 Stunden, 20 - 80% 2,5 Stunden, Laden über Ladegerät oder Typ-2-Adapter |
| Fahrleistungen | Höchstgeschwindigkeit 110 km/h, WMTC-Kraftstoffverbrauch kombiniert: 145 km im Eco-Modus, 83 km Landstraße im Sportmodus |
| Fahrwerk | Chrom-Molybdänstahl-Rahmen; Teleskopgabel mit 110 mm Federweg, hinten Stahl-Zweiarmschwinge mit zwei Federbeinen, 80 mm Federweg, Vorspannung einstellbar. |
Kawasaki Z e-1: Eine Alternative
Kawasaki steigt als erster Big-Player in den E-Motorradsektor ein und gibt in Form der urbanen Stadtflitzer Z e-1 und Ninja e-1 ihrer "Green Power"-Kampagne zwei Startschüsse ab. Die Kawasaki Z e-1 wirkt wie eine alte Freundin. Nichts wirkt aufgesetzt, alles hat seinen Platz. Die Geometrie ist von der Z 400 abgekupfert, was neben einer schmalen Silhouette eine kommode Sitzposition mit sich bringt, selbst für Großgewachsene ermöglicht sie eine gehörige Portion "Wohlfühlfaktor". Schnell ist vergessen, dass man auf einem E-Motorrad hockt. Angetrieben wird das kleine Naked-Bike von zwei parallel geschalteten Akkus, die dem Mittelmotor Leistung von 6,8 PS ermöglichen und kurzzeitig von 12 PS. Dazu haben die zwei kleinen Akkus der Kawasaki Z e-1 einen weiteren Vorteil: Durch ihr einzeln geringes Gewicht von nur 11,5 Kilogramm bringt laut Kawa die ZE-1 nur 135 Kilogramm fahrfertig auf die Waage - immerhin elf Kilogramm leichter als eine Z125. Nachteil des Akkupaars: Die Reichweite beträgt nur 75 Kilometer. Apropos Laden: Mit zwei einfachen Handgriffen können beide Akkus der Kawasaki Z e-1 aus ihrer Vorrichtung entfernt und mit in die Wohnung genommen werden. Über ein im Lieferumfang erhaltenes Ladegerät können die Akkus an jeder handelsüblichen Steckdose neuen Saft bekommen. Wer über eine Garage mit Steckdose verfügt, kann das Motorrad auf direktem Wege an einer integrierten Ladebuchse aufladen. Die Ladedauer beträgt dabei 1,6 Stunden von 20 Prozent auf 80 Prozent und 3,6 Stunden von Null auf 100 Prozent je Akku.Im normalen Betrieb erlauben die Akkus nur 9 PS. Über einen Schalter an der rechten Lenkerarmatur lassen sich für 15 Sekunden knapp sechs PS zuschalten.
Honda CUV e:
Honda geht beim CUV e: den Weg der entnehmbaren Akkus. Die zwei Batterien (pro Akku ca. Der Honda CUV e: ist mit einem seitlich montierten E-Drive-Motor ausgestattet, der direkt in die Aluminium-Druckguss-Einarmschwinge eingearbeitet ist und eine Spitzenleistung von bis zu 6 kW (8,16 PS im Sportmodus, Dauerleistung 4,2 kW) und ein maximales Drehmoment von 22 Newtonmeter liefert. Dieser wird von zwei austauschbaren Honda Mobile Power Pack e: Lithium-Ionen-Batterien (je 50,3 V, 1,3 kWh, 10,2 kg) gespeist, die zusammen eine Reichweite von über 70 km (nach WMTC) und eine Höchstgeschwindigkeit von 83 km/h ermöglichen sollen. Die Ladezeit beträgt sechs Stunden für eine vollständige Ladung (0100%) und rund 160 Minuten (3 Stunden) für eine Teilladung von 25 auf 75 Prozent.
Weitere Optionen: Elektro-Roller mit Wechselakku
- Cake Ösa Flex
- Emco Nova
- e-Schwalbe
- Govecs Elmoto Loop
- Govecs Flex
- Honda EM:1 e
- Motron Cupertino
- Next Mojito
- Nova Motors Inoa Sli6
- Piaggio 1+
- Seat Mo 125
- Silence S01
- Trinity Uranus
- Unu Move
- Yamaha Neo's
Elektro Enduro und Motocross
Immer mehr Hersteller setzen auf E-Antrieb.
- Sur-Ron Light Bee
- Tinbot Essum Pro
- Horwin Ranger
- NIU XQi3
- KTM Freeride E-XC
- Husquarna (Modell in Entwicklung)
- Zero Motorcycles Zero FXE
Häufige Fragen
- Hat ein Akku im Rahmen Einfluss auf die Lebensdauer und Reichweite eines E-Motorrads? Fest verbaut sind meist Blei-Gel-Batterien mit kürzeren Lebenszyklen, die weniger Kilometer schaffen als ein herausnehmbarer Lithium-Ionen-Akku.
- Wie alt muss ich sein, um ein E-Motorrad fahren zu dürfen? Ab einem Alter von 16 Jahren darf man ein 125 ccm Elektro Motorrad fahren, wenn man den Führerschein der Klasse A1 besitzt. Die Leistung des Motors darf dann aber nicht höher als 11 kW sein.
- Wie und wo kann ich mein E-Motorrad laden? Die Batterie der E Motorräder mit Wechselakku lassen sich bequem zu Hause oder - je nach Steckerart - an der Ladesäule aufladen.
- Worauf muss ich achten, wenn ich mein E-Motorrad im Winter fahre? Die Batterie der Elektrofahrzeuge sollte möglichst im Warmen aufgeladen werden.
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