Elektromotorräder erfreuen sich wachsender Beliebtheit - sie sind leise, umweltfreundlich und machen Spaß. Doch welcher Führerschein ist erforderlich, um ein E-Motorrad zu fahren? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Führerscheinklassen, Voraussetzungen und Regelungen in Deutschland.
Führerscheinklassen für E-Motorräder
Welchen Führerschein Sie für ein Elektromotorrad benötigen, hängt von der Leistung des Fahrzeugs ab. Denn der Begriff „E-Motorrad“ kann alles bedeuten - vom kleinen E-Roller bis hin zur leistungsstarken Elektromaschine. Es gibt für jede Führerscheinklasse das passende E-Motorrad oder den passenden E-Motorroller.
- AM-Führerschein: Für jugendliche Fahrer ab 15 bzw. 16 Jahren (abhängig vom Bundesland) für E-Mopeds bis 45 km/h.
- A1-Führerschein: Ab 16 Jahren für E-Motorräder bis 11 kW (Leichtkrafträder).
- A2-Führerschein: Ab 18 Jahren für Motorräder bis 35 kW.
- A-Führerschein: Für alle E-Motorräder, unabhängig von der Leistung (ab 20 Jahren mit Vorbesitz des A2-Führerscheins oder ab 24 Jahren Direkteinstieg).
Überblick über die Führerscheinklassen und passende E-Motorräder
| Führerscheinklasse | Leistung | Beispiele |
|---|---|---|
| AM | Bis 45 km/h | Kleine E-Roller, leichte Mopeds |
| A1 | Max. 11 kW | Metorbike, Zero S 11kW |
| A2 | Max. 35 kW | Leistungsstärkere E-Motorräder |
| A | Keine Begrenzung | Alle E-Motorräder |
Die B196-Erweiterung: Mit dem Autoführerschein zum E-Motorradfahrer
Inhaber eines Autoführerscheins (Klasse B) haben seit Anfang 2020 die Möglichkeit, durch eine Erweiterung namens B196 auch Leichtkrafträder der Klasse A1 in Deutschland zu fahren. Über 130.000 Autofahrer nutzen bereits die Möglichkeit des B196 seit der Einführung Anfang 2020.
Voraussetzungen für B196
- Mindestalter 25 Jahre
- Vorbesitz der Pkw-Klasse B für mindestens 5 Jahre
- Fahrerschulung mit mindestens vier theoretischen und fünf praktischen Unterrichtseinheiten zu jeweils 90 Minuten
Es genügt eine Fahrerschulung ohne theoretische und praktische Prüfung. Der Fahrlehrer muss nach Abschluss der Schulung bestätigen, dass der Bewerber erfolgreich an der Schulung teilgenommen hat. Die Berechtigung wird dann durch die Eintragung der Schlüsselzahl 196 im Führerschein dokumentiert.
Die Kosten für Schulung, Bearbeitungsgebühr und Passfotos belaufen sich je nach Bundesland und Fahrschule auf 700 bis 900 Euro. Dagegen ist die A1-Fahrerlaubnis mit einem Preis von 1500 bis 2000 Euro vergleichsweise teuer.
Wichtige Hinweise zu B196
- B196 gilt nur in Deutschland.
- Eine Erweiterung auf die Klassen A2 oder A ist nicht möglich.
- Mit der Eintragung dieser Schlüsselzahl wird keine Fahrerlaubnis der Klasse A1 erworben.
Elektro Motorräder und die Fahrerlaubnisverordnung (FEV)
Mit dem A1-Schein oder dem um die Schlüsselzahl B196 erweiterten Autoführerschein ist es nicht verboten, mit einem elektrischen Motorrad deutlich mehr als die landläufigen 11 Kilowatt Leistung einer 125er zu fahren. Die entsprechenden Paragrafen 6 und 6b grenzen Hubraum (auf maximal 125 Kubik) ein und legen die Motorleistung auf maximal 11 Kilowatt fest. Von elektrischen Fahrzeugen steht hier nichts.
Im Paragraf 2,10 FZV werden Kleinkrafträder mit einer Nennleistung von nicht mehr als 11 Kilowatt klassifiziert. Die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) schreibt in der Regelung Nummer 85 vor, wie die Nennleistung von Fahrzeugmotoren gemessen wird. Die Spitzenleistung des E-Motors kann nach dieser Vorschrift deutlich über 11 Kilowatt liegen, wird erfahrungsgemäß aber nur für einen kurzen Augenblick erzeugt.
Versicherung für E-Motorräder
Für Dein E-Motorrad benötigst Du eine Kfz-Haftpflichtversicherung: diese ist gesetzlich vorgeschrieben. Zusätzlich kannst Du eine Teil- oder Vollkasko abschließen. Es gibt keine spezielle Elektro-Motorradversicherung. Du versicherst Dein E-Motorrad mit einer „normalen“ Motorradversicherung.
Wichtige Leistungen bei der Versicherung eines Elektro-Motorrads
- Akku-Schäden
- Folgeschäden am Akku durch Überspannung oder Kurzschluss
- Entsorgung der Akkus im Schadenfall
- Schäden an Ladekabel oder eigener Wallbox
Vor- und Nachteile von E-Motorrädern
Der Kauf eines E-Motorrads bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.
Vorteile
- Nachhaltiger: Keine Emissionen während der Fahrt.
- Weniger Verschleißteile: Geringere Wartungskosten.
- Weniger laufende Kosten: Günstigeres „Tanken“ und Steuervorteile.
- Leiser: Reduziert Lärmbelästigung.
- Sofortiges Drehmoment: Schnelle Beschleunigung ohne Schalten.
Nachteile
- Begrenzte Reichweite: Abhängig von der Akkukapazität.
- Längere Ladezeiten: Im Vergleich zum Tanken.
- Höhere Anschaffungskosten: Teurer als vergleichbare Verbrenner-Modelle.
- Weniger Werkstätten: Nicht jede Werkstatt ist auf E-Motorräder spezialisiert.
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