Elektromotorrad leasen: Vor- und Nachteile

Das alte Bike hat ausgedient, für ein neues reicht das Geld nicht? Doch eingefleischte Biker wollen weiter cruisen und denken daher immer häufiger an ein Leasing-Motorrad. Die Alternative gibt es in der Tat von diversen Herstellern und Händlern.

Ein Motorrad von Suzuki oder Yamaha lässt sich ebenso leasen wie das Ducati, Honda oder Kawasaki. Auch die Fans von Harley-Davidson, KTM, Triumph und Aprilia kommen auf ihre Kosten.

Leasing vs. Finanzierung: Was ist der Unterschied?

Die Finanzierung findet immer weniger Anhänger, Leasingverträge nehmen stattdessen bei Motorrädern zu. Das liegt an den Monatsraten: Diese fallen in der Regel niedriger als bei der Finanzierung aus. Allerdings können bei Vertragsende zusätzliche Kosten entstehen, vor allem beim Restwertleasing besteht diese Gefahr. Dann wäre das Leasing-Motorrad am Ende teurer als das auf Kredit angeschaffte Bike.

Restwertleasing vs. Kilometerleasing

Manche Händler locken mit einem zunächst hoch angesetzten Restwert, der aber in der Praxis unrealistisch ist. Aus diesem hohen Restwert resultieren äußerst günstige Raten, doch bei solch augenscheinlich schöngefärbten Angeboten ist Vorsicht angebracht. Der Händler wird am Ende belegen, dass der kalkulierte Restwert leider nicht erreicht wurde und daher etwas nachzuzahlen ist.

Sicherer ist das Kilometerleasing, das auf einer soliden Basis - den gefahrenen Kilometern - ruht. Auch hier wäre bei einer Überschreitung eine Nachzahlung fällig, aber diese kann sich der Biker schon während der Leasingdauer ausrechnen.

Kosten und Verantwortlichkeiten beim Leasing

Beim Leasing übernimmt der Leasingnehmer die Kosten für die Versicherung, Inspektionen, die HU und sonstige Reparaturen - es sei denn, er schließt einen deutlich teureren Full Service Vertrag ab, der all das beinhaltet. Das ist beim Motorrad Leasing nicht anders als bei einem Auto. Der Vorteil für Biker: Ihre Reparaturen können, wenn sie das Motorrad nur saisonal nutzen, deutlich niedriger ausfallen. Das spricht für das Leasen eines Bikes. Allerdings dürfen die Reparaturen nur Vertragswerkstätten durchführen.

Optionen am Vertragsende

Es kann sehr sinnvoll sein, ein Motorrad zunächst zu leasen und am Ende der Laufzeit zu kaufen. Das muss aber im Leasingvertrag eindeutig vorgemerkt sein. Zu solchen Verträgen ist zu raten. Der Biker trifft die Entscheidung, ob er die Suzuki behalten will oder doch lieber abgibt, weil er zwischenzeitlich ein Auge auf ein Motorrad von Yamaha oder Ducati geworfen hat.

Interessant ist im Fall des Kaufs die Frage, wie viel denn das Bike noch kosten soll. Wiederum geht es dabei um den Restwert, über den sich Leasinggeber und -nehmer durchaus uneins sein können. Doch bei einem fairen Händler könnte die Übernahme durchaus lohnenswert sein und in der Gesamtkalkulation nicht mehr kosten, als hätte der Kunde das Motorrad von Anfang an finanziert.

Juristische Aspekte und Risiken

Der entscheidende Unterschied ist nicht finanzieller, sondern juristischer Natur: Bei einer Finanzierung erwirbt der Käufer quasi sukzessive das Motorrad. Das bedeutet auch, dass ihm Schäden nicht anzulasten sind. Beim Leasing bleibt das Fahrzeug hingegen über die gesamte Laufzeit Eigentum des Leasinggebers. Diesen Unterschied machen sich Leasingnehmer in der Praxis durchaus klar: Sie gehen mit einem geleasten Motorrad oder Auto ganz anders um.

Beim Restwertleasing ist das besonders bedenklich, doch auch beim Kilometerleasing kann der Händler schwerere Schäden monieren und dafür eine Nachzahlung verlangen. Was ein schwerer Schaden ist und was nur unter übliche Gebrauchsspuren fällt, darüber lässt sich trefflich streiten. Ein Biker sollte also wissen, was ihm üblicherweise mit seinem Fahrzeug passiert.

Es gibt Fahrer, die überdurchschnittlich viele Bagatellunfälle haben, anderen passiert nie etwas. Im Grunde ja. Die Leasinggeber sind nämlich oftmals unabhängige Banken, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben. Ein gutes Beispiel wäre die GE Money Bank, die auch gern Caravane zum Leasing anbietet, außerdem die BANK-now und cashgate. Damit hat der Biker die freie Wahl unter verschiedensten Marken wie etwa Harley-Davidson, Kawasaki und Honda. Selbst eher exotische Varianten wie die Aprilia, die KTM oder eine Triumph lassen sich über solche Banken leasen.

Dann gibt es noch die herstellergebundenen Banken wie etwa bei BMW. Kunden werden damit geworben, dass für sie jede Kapitalbindung entfällt und die Leasingangebote besonders fair konstruiert sind. Das Angebot richtet sich auch an Geschäftsleute, die in einigen Fällen ebenfalls mit dem Bike unterwegs sind und in diesem Fall sogar die Leasingrate von der Steuer absetzen können.

Die Leasingangebote kommen vom BMW Financial Service und fallen besonders vorteilhaft aus, wenn der Kunde bei der Marke bleibt und mit dem Auslaufen des Vertrages sich für das nächste BMW-Motorrad - alternativ auch für ein Leasingauto des Münchner Konzerns - entscheidet.

Natürlich haben die BMW-Finanzexperten an alles gedacht und besondere Absicherungen in den Leasingvertrag inkludiert, die den Kunden schützen, falls er unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten gerät und einmal eine Rate nicht zahlen kann. Dagegen ist er dann versichert.

Versicherungsschutz beim Leasing

Zu Leasingverträgen gehört immer eine Vollkaskoversicherung, das ist bei Autos und Motorrädern dasselbe. Kritiker des Leasings wettern dagegen, weil es natürlich nicht billig ist, doch andererseits sind Leasingfahrzeuge entweder ganz neu oder sehr junge Gebrauchte. Auch beim Kauf würde man hier zu einer Vollkaskoversicherung raten.

Ein besonderer Aspekt kommt bei Motorrädern hinzu und spricht für deren Leasing: Motorräder sind für einen bestimmten Schaden, nämlich den Vandalismus, besonders anfällig. Sie werden auf Parkplätzen umgestoßen, Spiegel werden aus Versehen abgebrochen, auch mutwillige Beschädigungen kommen viel häufiger als bei Autos vor. Dagegen schützt die Vollkaskoversicherung. Außerdem reguliert sie selbst verursachte Schäden des Fahrers am eigenen Fahrzeug, und auch diese passieren Bikern leider häufiger als Autofahrern.

Zusammenfassung: Lohnt sich das Leasen eines Bikes?

Insgesamt darf also konstatiert werden: Es kann sich durchaus lohnen, ein Bike zu leasen. Zweifel kommen bei denjenigen Menschen - oft im Umfeld des Bikers - auf, die Leasing immer noch ausschließlich mit dem Steuervorteil für Unternehmer zusammenbringen. In der Tat ist ein Motorrad eher selten ein Geschäftsfahrzeug und kann daher nicht so oft von der Steuer abgesetzt werden.

Doch Leasing ist nicht nur aus steuerlichen Gründen zu empfehlen - es ist manchmal einfach das günstigere Modell, und zwar auch für Autofahrer. Wer sich einmal bei den Leasingangeboten im Kleinwagen- und Mittelklassesegment umsieht, wird sich schnell davor überzeugen lassen (Leasing manchmal schon für deutlich unter 100 Euro monatlich).

E-Bike-Leasing vs. Kauf: Eine Vergleichstabelle

Um die Entscheidung zwischen E-Bike-Leasing und Kauf zu erleichtern, hier eine vergleichende Übersicht:

Aspekt E-Bike-Kauf E-Bike-Privatleasing E-Bike-Dienstrad-Leasing
Eigentum Volles Eigentum Kein Eigentum während der Laufzeit Kein Eigentum während der Laufzeit
Anfangskosten Hohe Einmalzahlung Keine hohe Einmalzahlung Keine hohe Einmalzahlung
Monatliche Kosten Geringer, aber zusätzliche Kosten für Service und Versicherung Feste monatliche Raten Reduzierte Raten durch Gehaltsumwandlung
Steuervorteile Keine Keine Ja, durch Gehaltsumwandlung
Flexibilität Uneingeschränkt Vertragsbindung Abhängigkeit vom Arbeitgeber
Services Zusätzliche Kosten für Versicherung, Wartung und Reparaturen Versicherung und Wartung oft inklusive Integrierte Services wie Versicherung, Wartung und Pannenhilfe

Basierend auf diesen Informationen können Sie eine fundierte Entscheidung treffen, welche Option am besten zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt.

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