Elektromotorrad Steuer: Vorteile und Nachteile

Ein E-Motorrad ist ein Motorrad, das mit Strom angetrieben wird. Auch, wenn E-Motorräder technisch anders funktionieren, unterscheiden sich diese vor dem Gesetz nicht von Verbrenner-Motorrädern. Das bedeutet: Um ein Motorrad mit Elektroantrieb auf öffentlichen Straßen fahren zu dürfen, benötigst Du einen Motorradführerschein.

Führerschein und Zulassung

Auch für das Fahren von Elektro-Motorrädern ist ein Führerschein nötig. Für die Elektro-Motorräder Zulassung und Nutzung ist eine gültige Kfz-Versicherung vorgeschrieben. Die Motorräder müssen alle zwei Jahre zum TÜV oder zur Hauptuntersuchung (HU). Welche Führerscheinklasse Du brauchst, ist von der Motorleistung Deines Elektro-Motorrads abhängig.

  • E-Mofas bis 45 km/h: Dürfen mit der Führerscheinklasse AM ab 15 oder 16 Jahren gefahren werden (abhängig vom Bundesland).
  • Elektro-Leichtkrafträder bis 11 kW: Die Elektro-Motorräder entsprechen einem 125er-Motorrad oder 125er-Roller. Um ein Elektro-Leichtkraftrad fahren zu dürfen, ist die Führerscheinklasse A1 nötig.
  • E-Motorräder bis 35 kW: Um mit diesen elektronischen Motorrädern zu fahren, ist die Führerscheinklasse A2 (ab 18 Jahren) oder die Führerscheinklasse A (ab 20 Jahren) Voraussetzung.
  • E-Motorräder über 35 kW: Für die stark motorisierten E-Motorräder ist ein Führerschein der Klasse A nötig. Um diesen Führerschein zu machen, musst Du mindestens 20 Jahre alt sein. Voraussetzung ist, dass Du bereits einen A2-Führerschein hast. Möchtest Du direkt die Führerscheinklasse A machen, ist das erst ab 24 Jahren möglich.

Elektro-Motorräder lässt Du bei der für Dich zuständigen Zulassungsbehörde zu. Die Zulassung für ein Motorrad mit Elektroantrieb unterscheidet sich nicht von der Anmeldung eines „normalen“ Motorrads.

Kfz-Versicherung für E-Motorräder

Für Dein E-Motorrad und einen leistungsstarken E-Roller ist eine Kfz-Versicherung gesetzlich vorgeschrieben. Nur mit einer Kfz-Haftpflicht darfst Du am Straßenverkehr teilnehmen. Als zusätzliche Absicherung schließt Du eine freiwillige Teil- oder Vollkaskoversicherung ab. Eine spezielle Elektro-Motorradversicherung ist nicht nötig. Du versicherst Dein E-Motorrad wie ein „normales“ Motorrad.

Für Dein E-Motorrad benötigst Du eine Kfz-Haftpflichtversicherung: diese ist gesetzlich vorgeschrieben. Zusätzlich kannst Du eine Teil- oder Vollkasko abschließen. Es gibt keine spezielle Elektro-Motorradversicherung. Du versicherst Dein E-Motorrad mit einer „normalen“ Motorradversicherung. Achte darauf, dass die E-Motorrad-Bauteile im Tarif abgesichert sind, wie z. B. der Akku.

Kfz-Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben. Ohne diese ist es verboten, Dein E-Motorrad zu fahren. Mit einer Kfz-Haftpflicht schützt Du andere Verkehrsteilnehmer, wenn diese durch Dein Motorrad verletzt werden oder deren Besitz beschädigt wird.

  • Motorrad-Teilkasko: Sichert Dein eigenes Motorrad bei Schäden durch Naturereignisse, Diebstahl oder Tiere ab.
  • E-Motorrad Vollkasko: Umfasst alle Leistungen der Haftpflicht und Teilkasko. Zudem sind Schäden abgesichert, die Du selbst an Deinem Elektro-Motorrad verursachst, sowie Schäden durch Vandalismus.

Achte bei Vertragsabschluss darauf, dass der Motorrad-Tarif auch die E-Motorrad-Bauteile beinhaltet und ausreichend absichert. Vor allem der Schutz des Akkus ist bei einem Elektro-Motorrad wichtig, da dieser teuer ist.

Wichtige Leistungen bei der Versicherung eines Elektro-Motorrads sind:

  • Akku-Schäden
  • Folgeschäden am Akku durch Überspannung oder Kurzschluss
  • Entsorgung der Akkus im Schadenfall
  • Schäden an Ladekabel oder eigener Wallbox

Versicherst Du Dein Elektro-Motorrad bei CosmosDirekt, ist es rundum geschützt. So sind Schäden am Akku, am Ladekabel und Deiner eigenen Wallbox inkludiert. Auch Abschleppkosten und Folgeschäden am Akku durch Kurzschluss sind abgedeckt.

Die genauen Kosten einer Elektro-Motorradversicherung sind individuell unterschiedlich. Eine Kfz-Haftpflicht ist immer am günstigsten, eine Vollkasko am teuersten.

Vor- und Nachteile von E-Motorrädern

Diese Gründe sprechen für den Kauf eines E-Motorrads:

  • Nachhaltiger: Elektrische Motorräder stoßen während des Fahrens keine Emissionen aus, was sie in der Nutzung umweltfreundlicher macht.
  • Weniger Verschleißteile: In E-Fahrzeugen ist weniger komplizierte Technik verbaut, was die Wartung der Elektro-Motorräder meist günstiger macht.
  • Weniger laufende Kosten: Das Auftanken mit Strom, die geringeren Wartungskosten und Steuervorteile führen häufig zu einem geringeren Unterhalt von E-Motorrädern.
  • Leiser: Motorräder mit Elektroantrieb sind leise, was die Lärmbelästigung für Anwohner reduziert.
  • Sofortiges Drehmoment: Elektro-Motorräder beschleunigen schneller und funktionieren ohne Schalten. Das macht das Fahren im Stadtverkehr angenehmer.

Diese Gründe sprechen gegen den Kauf eines E-Motorrads:

  • Begrenzte Reichweite: Ein E-Motorrad ist nur so gut wie sein Akku. Denn dieser entscheidet darüber, wie weit Du fahren kannst. Je nach Motorrad ist die Reichweite noch begrenzt, sodass Touren nur mit Ladestopp möglich sind.
  • Längere Ladezeiten: Im Vergleich zum Tanken benötigen Elektro-Motorräder länger zum Aufladen. Die Unterbrechungen sind zeitraubend.
  • Höhere Anschaffungskosten: Elektrische Motorräder sind beim Kauf noch teurer als vergleichbare Verbrenner-Modelle.
  • Weniger Werkstätten: Nicht jede Werkstatt ist auf Hochvolt spezialisiert und repariert auch E-Motorräder. Die Suche nach einer Werkstatt gestaltet sich teilweise schwieriger.

Steuerliche Aspekte und Förderungen

Du profitierst indirekt mit einem Motorrad mit Elektroantrieb von staatlichen Zuschüssen.

  • Steuerbefreiung: Vollelektrische Motorräder sind bis zu 10 Jahre von der Steuer befreit. Die Voraussetzung, um für Dein Elektro-Motorrad die Steuerbefreiung zu erhalten: Die Erstzulassung liegt zwischen dem 18.05.2011 und 31.12.2025. Die Steuerbefreiung gilt bis zum 31.12.20305.
  • Verkauf der THG-Quote: Da Dein E-Motorrad nur mit Strom fährt, spart es Treib­haus­gase ein. Diese Einsparung kannst Du als sogenannte THG-Quote verkaufen. Voraussetzung ist, dass Dein E-Motorrad schneller als 45 km/h fährt. Die Auszahlung der Prämie kannst Du über verschiedene Anbieter beantragen.

Nein, derzeit gibt es keine staatliche Förderung für den Kauf von elektrischen Motorrädern. Auf lokaler oder kommunaler Ebene gibt es hin und wieder Förderangebote für Elektro-Motorräder. Hier lohnt sich ein Nachfragen am Wohnort.

Reichweite und Akku

Entscheidend für die Reichweite ist nicht die Leistung des Motorrads, sondern die Akku-Kapazität. Der Akku ist eines der wichtigsten Bauteile eines E-Motorrads. Moderne E-Motorräder haben eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern.

Wie viele Kilometer ein E-Motorrad mit einer Akku-Ladung schafft, hängt von der Batterie­kapazität in Kilo­watt­stunden (kWh) ab. Elektro-Leicht­kraft­räder erzielen Reich­weiten um die 100 Kilometer. Bei Spitzen­modellen mit großem Akku sind über 400 Kilo­meter Elektro-Motorrad-Reich­weite möglich. Das Elektro-Motorrad mit der höchsten Reich­weite ist die Alrendo TS Bravo (Stand: Januar 2025). Laut des chi­ne­si­schen Her­stellers Alrendo Motorcycles bringt es der Elektro-Cruiser im Stadt­verkehr auf bis zu 438 Kilo­meter ohne Nach­laden. Ähnlich reich­weiten­stark sind die E-Motor­räder Energica EsseEsse9 und Energica Experia.

Vergleich: Kfz-Steuer für Verbrenner und E-Autos

Auf Basis der ADAC Autodatenbank finden Sie hier beispielhaft Modelle verschiedener Hersteller im Steuervergleich.

Hersteller Modell Kraftstoff Grundpreis € Kfz-Steuer
BMW i4 eDrive 40 (250 kW) Strom 60.500 0 Euro
BMW 430i Coupé xDrive Steptronic (180 kW) SuperPlus 61.200 179 Euro
BMW 420d Coupé Steptronic (140 kW) Diesel 55.700 254 Euro
Citroën ë-C3 You Strom 23.300 0
Citroën C3 Turbo 100 You Super 15.240 88
Dacia Spring Electric 45 Essential (33 kW) Strom 16.900 0 Euro
Dacia Sandero SCe 65 Essential (49 kW) Super 11.800 71 Euro
Ford Mustang Mach-E Standard Range (198 kW) Elektro 55.800 0 Euro
Ford Kuga 2.5 Plug-in-Hybrid Titanium CVT (178 kW) Super 46.850 50 Euro
Ford Kuga 2.5 Hybrid Titanium CVT (132 kW) Super 43.850 105 Euro
Mercedes EQA 250 Progressive (140 kW) Strom 50.777 0 Euro
Mercedes GLA 220 4MATIC 8G-DCT (150 kW) Super 50.200 217 Euro
Mercedes GLA 220 d 4MATIC 8G-DCT (140 kW) Diesel 53.294 311 Euro
Volkswagen ID.3 Pro (59 kWh/150 kW) Strom 36.425 0 Euro
Volkswagen Golf 1.5 eTSI Life DSG (110 kW) Super 35.630 76 Euro
Volkswagen Golf 2.0 TDI SCR Life DSG (110 kW) Diesel 38.780 236 Euro

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