E-Bike Reichweite Test: Alles, was Sie wissen müssen

Die Auswahl an E-Bikes auf dem Markt ist riesig. Es gibt E-Bikes in verschiedenen Segmenten und eine oft gestellte Frage ist die nach der maximalen Reichweite des E-Bikes. Die Reichweite des E-Bikes gibt bei der Kaufentscheidung oft den Ausschlag. Dabei hängt sie von vielen Faktoren ab - E-Bike mit großem Akku gehen aber per se mit Vorteilen ins Rennen. Das sind die E-Bikes mit der größten Reichweite.

Faktoren, die die E-Bike Reichweite beeinflussen

Die bieten zum Beispiel Bosch oder Prophete auf ihren Homepages an, bei der Berechnung fließen verschiedene Faktoren ein. Neben Motor und Akku (und der Spannung des Systems - ob 24 Volt, 36 Volt oder 48 Volt) sind es der Typ des Fahrrads, das Systemgewicht, die gewählte Fahrstufe, das Terrain, die Beschaffenheit des Untergrunds und einige mehr. Die Frage zum Beispiel, wie weit komme ich mit einem 500 Wh Akku, kann mit Hilfe der Reichweitenrechner - auch das Portal Cycleverse bietet einen solchen an - grob beantwortet werden, aber nicht auf dem Kilometer genau.

Im Beispiel ergibt die Berechnung für ein E-MTB mit grobstolligen Reifen im hügeligen Gelände auf Trails eine Reichweite von 27 Kilometern, für ein Trekkingrad mit glatten Reifen auf Asphalt dagegen fast 40 Kilometer. Eine bessere Orientierung bieten die Computer der E-Bikes selbst, die bei der Ermittlung der Restreichweite während der Fahrt all diese Faktoren einfließen lassen - hilft aber leider nicht bei einer Kaufentscheidung. Aber nicht immer ist die Reichweite des E-Bikes wirklich wichtig.

Die Bedeutung des Gewichts

Das E-Bike ist damit leichter, die Handhabung entsprechend komfortabler, und man kann es noch ohne große Mühe über eine Treppe tragen. Ein gutes Beispiel für einen leichten Cityflitzer ist das Rabeneick TX-E mit Hinterradmotor und schlankem 252 Wh-Akku, das Gewicht des Bikes gibt der Hersteller mit 18,6 kg an.

Akkukapazität und Reichweite

Unter gleichen Bedingungen und einer gleichen Ausstattung bedeutet mehr Akkukapazität eine größere Reichweite - und grundsätzlich wächst die Kapazität der Akkus an E-Bikes von Jahr zu Jahr. Mit 500 Wh - Beispiel wäre hier das Cube E-Bike Touring Hybrid EXC 500 - sind es 88 Kilometer Reichweite. Die Reichweite des E-Bikes mit 400-Wh-Akku würde sich rechnerisch auf etwa 70 Kilometer belaufen. Allerdings kann ein anderer Fahrstil, die Nutzung anderer Unterstützungsstufen oder die Kombination des Akkus mit einem Motor, der weniger Leistung hat, den Unterschied verwischen oder gar aufheben. Deswegen sagt die reine Akkukapazität nicht direkt etwas über die Reichweite des E-Bikes aus.

Tipps für die Kaufentscheidung

Man sollte sich vor der Kaufentscheidung über den Einsatzzweck des Rads im Klaren sein und abwägen, welche Art von Motor dafür passend ist, wie wichtig das Gewicht des E-Bikes ist, welchen Fahrstil man pflegt. Dabei verlässt man sich entweder auf die Angaben der Hersteller, man informiert sich in der Fachpresse, wo regelmäßig Reichweitentests mit E-Bikes und deren Akku durchgeführt werden, oder man nutzt Foren, wie das Pedelecforum, um Erfahrungen mit der Reichweite von Pedelecs zu recherchieren. Auch im großen E-Bike-Test von FOCUS E-BIKE überprüfen wir im Labor die Reichweite der getesteten Modelle unter standardisierten Bedingungen.

Wenn man sich im Klaren ist, welcher Akku und welche Reichweite für den eigenen Gebrauch ausreichen, kann man Geld sparen. Ein größerer Akku kostet mehr als ein kleineres Modell. Beispiel Cube Reaction Hybrid Pro. Dieses Bike gibt es mit 500-Wh-Akku, mit 625-Wh-Akku und mit 750-Wh-Akku, der Preis steigt mit jeder Erhöhung um 200 Euro.

E-Bikes mit besonders hoher Reichweite

Wer nach dem E-Bike mit der längsten Reichweite sucht, wird schnell auf den Hersteller Fuell aus den USA stoßen. Das Modell Flluid 2 ist mit zwei Akkus ausgestattet, die zusammen eine Kapazität von 2000 Wh haben und einen Motor von Valeo mit Strom versorgen. Das E-Bike soll 300 Kilometer Reichweite und mehr haben. Auch als S-Pedelec mit großer Reichweite wird das Flluid 2 erhältlich sein - es dürfte sich um eines der E-Bikes mit längster Reichweite handeln.

Eine so hohe Streckenleistung benötigt man aber nicht mit jedem Radtyp. So ist zum Beispiel das Rocky Mountain Instinct Powerplay ein E-Mountainbike mit für das Radsegment hoher Reichweite. Rocky Mountain nutzt einen eigenen Dyname 4.0 Motor mit 48V und bis zu 108 Nm Drehmoment, der Akku hat eine Kapazität von 750 Wh. Beim E-Trekkingbike erwartet man mehr Reichweite, hier stehen eher einmal längere Touren oder die Befahrung eines Flußradwegs auf der Agenda. Giant gibt etwa für das E-Trekkingbike Explore E+ Pro 0 GTS bei idealen Bedingungen eine Reichweite von mehr als 250 Kilometer an. Übrigens gibt es selbst E-Bike Klappräder mit hoher Reichweite: für das Fiido D11 mit Hinterradnabenmotor und 417-Wh-Akku gibt der Hersteller eine Reichweite von bis zu 100 Kilometer an.

Optionen zur Reichweitenverlängerung

Schon von Haus aus haben viele Pedelecs eine Reichweite von über 100 Kilometern. Die lässt sich weiter steigern, wenn der Hersteller die Option zum Zusatzakku anbietet, wie es auch bei einigen der bereits erwähnten Modelle der Fall ist. Der kann oftmals im Trinkflaschenhalter untergebracht werden - BH Bikes bietet hier eine sehr schöne Lösung an: Flaschenhalter und Range Extender haben beide Kontakte, es sind keine weiteren Kabel und Stecker nötig. Alternativ kann ein Hersteller seinem E-Bike eine besonders lange Akkulaufzeit spendieren, in dem er es von Haus aus mit zwei Batterien anbietet. Von Bosch gibt es die Option zur Dual Battery.

Die nutzt beispielsweise Simplon beim E-MTB Sengo PMax, einem Pedelec mit über 100 Kilometern Reichweite. Hier ist ein 625-Wh-Akku im Unterrohr verborgen, der optionale Akku mit 500 Wh Kapazität wird auf dem Unterrohr montiert. Noch eleganter gelöst ist es beim Supercharger von Riese & Müller. Hier sitzen beide Akkus im Rahmen. Die beiden Akkus des Reise- und Trekkingrads Supercharger GT sind im Ober- und Unterrohr des Pedelecs verborgen. Sie versorgen einen Bosch Performance Line CX-Motor mit Energie Das E-Bike ist mit verschiedenen Ausstattungen erhältlich. Von Haus aus sind zwei 500 Wh-Akkus von Bosch verbaut, als Upgrad gibt es zweimal 625 Wh.

Leichte E-Bikes und Reichweite

Die Frage nach dem leichtesten E-Bike rückt immer mehr in den Fokus - E-Bikes unter 20 Kilo sind längst keine Seltenheit mehr. Mit einem Valeo Mittelmotor, der 130 Nm Drehmoment generiert und einem mächtigen 2.000-Wh-Akku bringt es das City-E-Bike Flluid 2 von Fuell auf eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern, so der Hersteller. Bis zu 250 Kilometer Reichweite gibt Giant unter idealen Bedingungen als Reichweite für das E-Trekkingrad Explore E+ Pro GTS an.

Testergebnisse und Empfehlungen

Im ADAC Test geben nur die drei Modelle von Lidl/Crivit, F.IIi Schiano und Prophete eine Freigabe für einen Kinderfahrradanhänger oder Kinderfahrradsitz in den Bedienungsanleitungen an. Nur die ideale Rahmenhöhe des Pedelecs und die optimale Einstellung auf die Körpergröße führt zu einen komfortablen Fahrgefühl. Eine Beratung im Fachhandel ist sinnvoll. Die Akku-Reichweite sollte bei wenigstens 50 Kilometern liegen. Das Laden des Akkus sollte nicht länger als etwa dreieinhalb Stunden dauern.

E-Bike Motoren im Vergleich: Der Reichweitentest

Die erste Erkenntnis ist wenig überraschend: Je größer der Akku, desto mehr Reichweite liefern die E-Bikes. Deutlich interessanter ist, dass wir zwischen E-MTBs mit vergleichbarer Akku-Größe erstaunliche Reichweitenunterschiede ermittelt haben. Ein Blick auf die Klasse um 360 Wattstunden macht das besonders deutlich. Forestal mit 360 Wattstunden, der TQ HPR 50 in Trek und Simplon mit 360 Wattstunden und der Shimano EP8 im Rotwild R.X 375 mit 375 Wattstunden. Das Rotwild mit Shimano-Antrieb erkletterte in unserem Test 1285 Höhenmeter, und damit deutlich mehr als die Antriebe von TQ und Forestal. Die Bikes mit TQ HPR 50 kamen nur auf rund 900 Höhenmeter (Simplon 893 und Trek 925) und erkurbelten dann nochmal 133 bzw. 148 Höhenmeter bei deutlich reduzierter Leistung auf den letzten zehn Prozent Akku. Mit 1007 Höhenmetern plus 79 bei reduziertem Schub kommt das Forestal Cyon mit dem F60-S1 etwas weiter.

Ergebnisse im Überblick

  • BH Bikes 2EXMag, 540 Wh: 1338 Höhenmeter + 285 Höhenmeter mit gedrosselter Leistung
  • Fazua Ride 60, 430 Wh: 1423 Höhenmeter (Haibike) / 1359 Höhenmeter (Focus)
  • Forestal F60-S1, 360 Wh: 1007 Höhenmeter + 79 Höhenmeter mit gedrosselter Leistung
  • Shimano EP8, 375 Wh: 1285 Höhenmeter (Rotwild)
  • Shimano EP8, 504 Wh: 1583 Höhenmeter (Storck)
  • Shimano EP8, 720 Wh: 2096 Höhenmeter (Canyon)
  • TQ HPR 50, 360 Wh: 893 Höhenmeter + 133 Höhenmeter mit gedrosselter Leistung (Simplon) / 925 Höhenmeter + 148 Höhenmeter mit gedrosselter Leistung (Trek)

Leider könnt ihr Eure Tourenplanung nicht anhand unserer Ergebnisse durchführen! Die Werte, die wir ermittelt haben, zeigen nicht, wie weit Ihr auf Eurer Hausrunde mit Motor X oder Akku Y kommt. Denn hierbei spielen zu viele individuelle Parameter eine Rolle. Fahrergewicht, Unterstützungsstufe, Streckenprofil, Untergrund, Temperatur und vieles mehr. Warum ist unser Test dennoch aussagekräftig? Weil wir die Systeme fair und objektiv miteinander verglichen haben. Das heißt: Das Bike, das in unserem Testprozedere am weitesten kommt, ermöglicht auch Euch die größte Reichweite, längste Tour oder die meisten Trail-Loops. Antriebe, die hier am hinteren Ende landen, werden auch auf Euren Touren schneller zu Akku-Problemen führen.

Die gefühlte Reichweite eines E-Bike Motors

Unsere Werte spiegeln ein fair vergleichbares Bild der Antriebe wider. Sie lassen direkte Rückschlüsse auf die Effizienz und die technologische Entwicklung zu. Die “gefühlte Reichweite” kann in der Praxis aber ganz anders ausfallen. Das liegt vor allem an den deutlichen Unterschieden in der Maximalleistung, die die E-Bike-Motoren der Light-Klasse haben. Ein starker Motor, wie ein Shimano EP8 oder Forestal F60-S1, verleitet in der Praxis dazu, den Turbo einzulegen. Doch die Power-Modi der starken Aggregate sind natürlich entsprechend stromhungrig. Wer die Motoren nicht sparsam einsetzt, wie es die Entwickler vorsehen, kann in der Praxis zu ernüchternden Ergebnissen kommen. Im Gegenzug können eher schwächere Antriebe, wie ein BH 2EXMag oder ein SL 1.1 von Specialized, sehr sparsam und reichweitenstark wahrgenommen werden.

Stiftung Warentest: Trekking E-Bikes im Test

Die Vielfalt auf dem E-Bike-Markt ist riesig: Fast jeder Fahr­radtyp - vom klassischen Tiefein­steiger bis hin zum Lastenrad - wird mitt­lerweile auch mit Elektromotor angeboten. Elf solcher Trekking-Räder mit integrierten Akkus hat die Stiftung Warentest im E-Bike-Test 2024 geprüft. Die Räder kosten zwischen 1 100 und 4 500 Euro. Gute kosten ab rund 3 200 Euro. Die Stiftung Warentest hat 2024 elf Trekking-E-Bikes getestet, darunter Modelle von Cube, Kalkhoff und KTM.

ElektroRad Reichweitentest 2024

Für unser in diesem Jahr ausgearbeitetes Testprozedere also genau richtig, um elf ausgewählte Motoren ob ihrer Tourentauglichkeit hin zu überprüfen und allem voran ihre Effizienz in puncto Stromverbrauch zu ermitteln. Wohlwissend, dass jede Tour so individuell wie ihre Fahrer ist, wechseln wir weiterhin jedes Jahr die Testregion sowie Anforderung an die Route - um dabei stets so praxisnah wie möglich zu bleiben. Denn eines sei gleich vorweggenommen: Alle elf E-Bikes meisterten unseren Testparcours erfolgreich!

Die größte Herausforderung für unser Testteam

Die größte Herausforderung für unser Testteam war es, während der Fahrt identische Eigenleistungen in die Pedale zu treten. Am Ende jeder Tour galt es, die Durchschnittswerte zu vergleichen. Daher lassen sich auch in diesem Jahr klare Stromverbrauchsaussagen treffen - und mit Bosch Performance Line SX auch ein „Effizienzmeister“ küren. Mit umgerechnet 4,34 Wh pro Kilometer verbrauchte das KTM Macina Cross SX auf 52,3 km am wenigsten Strom.

E-Bikes mit großer Reichweite laut Stiftung Warentest:

Von den elf neuesten Modellen bieten acht die gute Reichweite 70 Kilometer.

Die wichtigsten Faktoren für die E-Bike Reichweite

  • Akkukapazität: Die Akkukapazität, gemessen in Wattstunden (Wh), ist einer der wichtigsten Faktoren für die Reichweite eines E-Bikes.
  • Effizienz der Motoren: Ein effizienter Motor nutzt die Energie des Akkus optimal und verlängert so die Reichweite.
  • Bauweise des E-Bikes: Das Gewicht des E-Bikes sowie die aerodynamische Bauweise spielen ebenfalls eine Rolle.
  • Fahrstil: Der individuelle Fahrstil hat einen großen Einfluss auf die Reichweite.
  • Wind und Wetter: Auch äußere Bedingungen wie Wind und Wetter haben Einfluss auf die Reichweite.
  • Unterstützungsstufe: Je mehr du dich beim Fahren unterstützen lässt, desto geringer wird die Akku-Reichweite deines Bikes.

Vergleich: Die E-Bikes mit der größten Reichweite

Modell Reichweite
Fuell Flluid-2 und Flluid-2S 350 Kilometer
Opium S-Pedelec 340 Kilometer
Riese & Müller Supercharger 260 Kilometer
Giant Explore E+ Pro GTS 250 Kilometer
Haibike Trekking 10 High 220 Kilometer
Hepha Trekking 7 Long Range 200 Kilometer
KTM Macina Style 730 180 Kilometer
Kalkhoff Entice 7 Advance+ ABS 150 Kilometer
Moustache Samedi 27 Xroad 6 149 Kilometer
Urtopia Carbon 1 Pro 130 Kilometer

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