E-Bike Umbausatz Test: Das eigene Fahrrad zum Pedelec machen

Die Frage, wie man aus seinem eigenen Fahrrad ein Pedelec macht, ist häufig die erste Überlegung für viele, die in das elektrische Fahrradzeitalter aufbrechen möchten. Mit einem E-Bike Umbausatz lässt sich ein normales Fahrrad in ein Pedelec verwandeln - und das oft kostengünstiger als der Kauf eines neuen E-Bikes. Die technologischen Fortschritte haben die Nachrüstungsmöglichkeiten verbessert, und heute gibt es eine Vielzahl von E-Bike-Kits auf dem Markt.

Was kostet ein E-Bike Nachrüstsatz?

Der nächste große Bereich, der dann ansteht, ist die Frage, wie viel das Nachrüsten des eigenen Fahrrads zum Pedelec überhaupt kostet. Ein kompletter Nachrüstsatz für das eigene Fahrrad fängt bei ca. 1.000 Euro an und kann bis ca. 2.000 Euro gehen. Während der Motor häufig recht günstig ist, so bewegt sich das Gesamtpaket aus Akku, Motor, Display, Controller, etc. wieder schnell im vierstelligen Bereich. Ein E-Bike Nachrüstsatz kostet inklusive Motor und Akku ca. 1.000 bis 2.000 Euro. Ein neues, gutes E-Bike ca. 2.000 bis 3.000 Euro.

Tipps für die Auswahl des richtigen E-Bike Umbausatzes

  • TIPP 1: Als erstes sollten Sie bedenken, was Ihr Fahrrad, das Sie zu einem Pedelec oder E-Bike umbauen wollen, überhaupt gebrauchen kann: Vorderradantrieb, Hinterradantrieb oder Mittelmotor? Dann die Stärke Ihres Motors: Benötigen Sie dann bessere Bremsen?
  • TIPP 2: Suchen Sie sich zuerst im großen E-Bike Umbausatz Test den für Ihr Fahrrad passenden E-Bike Nachrüst-Kit aus.
  • TIPP 3: Vergleichen Sie Ihre Umbau Lösung mit einem vergleichbaren fertigen E-Bike Modell z. B. auf E-Bike Preisvergleich!
  • TIPP 4: Macht es immer noch für Sie Sinn, Ihr Fahrrad umzurüsten?

E-Bike Umbausatz im Test: GermanXia Vorderrad-Antrieb

Tägliche Wege, weite Ausflüge mit dem Rad oder anspruchsvolle Touren in den Bergen, mit eingebautem Rückenwind geht alles leichter von der Hand. Wer dennoch nicht auf elektrische Unterstützung verzichten möchte, kann sein Fahrrad mit Hilfe eines E-Bike Umrüstsatzes in ein Pedelec umwandeln. Das Kölner Unternehmen GermanXia hat sich auf E-Mobilität spezialisiert und bietet direkt mehrere Lösungen für einen individuellen Umbau an.

Jedes E-Bike Motorenkonzept hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein großer Vorteil des Vorderrad-Antriebs ist der unkomplizierte Einbau. Grob umrissen müssen hierfür nur das Vorderrad getauscht und die elektronischen Elemente montiert werden. Die Nachteile des Vorderrad-Antriebs sind hingegen die ungünstige Gewichtsverteilung und die Kraftumsetzung. Im Gegensatz zu anderen E-Bike Antriebsmodellen schiebt der Antrieb nicht, sondern er zieht. In Kurven, besonders auf rutschigem Untergrund, erfordert dies erhöhte Vorsicht.

Ein Vorderrad-Antrieb sollte also dann zum Einsatz kommen, wenn die äußeren Parameter wenig Spielraum zulassen. So kann bei einer verbauten Nabenschaltung beispielsweise kein Hinterradantrieb zum Einsatz kommen. Um eine objektive Bewertung des GermanXia Vorderrad-Antriebs zu gewährleisten, müssen die einzelnen Komponenten des E-Bike Umrüstsatzes betrachtet werden. Die vielzähligen Konfigurationsmöglichkeiten erlauben einen sehr individuellen Aufbau des Fahrrades zum Pedelec.

Für den Test wurde das preisgünstigere Standardpaket mit LED Display und PAS-Sensor (Bewegungssensor) gewählt. Angeboten wird der bürstenlose, wartungsfreie 250 Watt Vorderrad-Nabenmotor in Kombination mit Laufrädern von 20 bis 28 Zoll. In diesem Fall bedeutet das 26 Zoll, 100 mm Einbaubreite und Scheibenbremsaufnahme - diese Parameter müssen bei der Bestellung explizit angegeben werden. Beim Akku wurde aufgrund der universellen Verwendbarkeit für einen 36V/11.6 Ah Trinkflaschen-Akku entschieden.

Die einzelnen Komponenten des GermanXia E-Bike Umrüstsatzes machen einen hochwertigen Eindruck. Das Vorderrad mit der Hohlkammer-Aluminiumfelge ist sauber eingespeicht und zentriert. Die Verwendung von dickeren Speichen in Kombination mit der robusten Felge spricht für den Qualitätsanspruch des Herstellers. Sowohl der Controller als auch der Akku und der Motor weisen zudem eine CE-Kennzeichnung auf. Der Vorderrad-Nabenmotor ist zudem speziell auf die Laufradgröße abgestimmt.

Für die Begrenzung der Unterstützung auf maximal 25 km/h sorgt ein interner Hallsensor. Die Farbcodierung der wasserdichten Stecker gewährleistet, dass bei der Montage kein E-Bike Kabel vertauscht werden kann.

Montage des GermanXia Vorderrad-Antriebs

Der Austausch des Vorderrades ist nahezu selbsterklärend. Das Kabel muss sich an der linken Seite befinden und nach dem Einbau nach hinten zeigen. Ebenfalls wichtig sind die mitgelieferten Nasenscheiben, die ein Verdrehen des Antriebs im Betrieb verhindern. Laut Hersteller sollte die Gabel vorzugsweise aus Stahl bestehen. Bei Federgabeln und Aluminiumgabeln darf der Einbau nur nach Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler erfolgen.

Da es sich um eine Hohlkammerfelge handelt, sollte zudem ein Schlauch mit einem etwas längeren Ventil zum Einsatz kommen. Wenn nicht zur Hand, muss vorab ein Felgenband organisiert werden - dies ist nicht Bestandteil des Sets. Der Trinkflaschenakku wird mit der mitgelieferten Halteschiene am Flaschenhalter des Rahmens befestigt. Für eine individuelle Montage des Akkus an einer anderen Stelle sind im Handel spezielle Trinkflaschenhalterungen erhältlich. Hierbei ist nur zu beachten, dass diese wirklich stabil sind, da der knapp drei Kilogramm schwere Akku für ordentlich Schwerkraft sorgt. Wer den Akku komplett vor fremden Blicken schützen möchte, kann diesen in der Seitentasche platzieren.

Beim Controller empfiehlt der Hersteller die Unterbringung in einer wasserdichten Tasche unterhalb des Sattels. Die Bremshebel sind ebenfalls schnell gewechselt bzw. montiert. Der Wechsel macht absolut Sinn: Bei Betätigung des Hebels wird das E-Bike System vom Bremsvorgang unterrichtet, wodurch der Antrieb unmittelbar unterbrochen wird. Das trägt nicht nur enorm zur Fahrsicherheit bei, sondern schont gleichzeitig auch die Energiereserven. Die Bremshebel sind für Cantilever-Bremsen ausgelegt und lassen sich somit natürlich auch in Verbindung mit mechanischen Scheibenbremsen nutzen. Bei hydraulischen Scheibenbremsen kann ein Austausch allerdings nicht erfolgen. Für den Betrieb des Motors ist das auch nicht zwingend erforderlich.

Komplizierter gestaltet sich hingegen der Einbau des Trittsensors und der Magnetscheibe. Der Trittsensor wird mittels des Anschlagbunds auf der rechten Seite des Tretlagers montiert. Hierfür ist es allerdings erforderlich, dass die Kurbel und das Innenlager demontiert werden. Nicht vergessen werden darf beim Zusammenbau die Magnetscheibe, die vor der Montage der Kurbel auf die Tretlagerwelle geschoben werden muss. Für die Arbeit am Tretlager wird spezielles Werkzeug benötigt - und Erfahrung beim Schrauben. Leider ist das Set in dieser Form nicht kompatibel mit den groß dimensionierten US BB Tretlagern. Die vom BMX bekannten 51 mm Tretlager finden sich oft auch an Cruisern.

Die anschließende Verkabelung kann selbst ohne elektrische Vorkenntnisse in Angriff genommen werden. Dank der farbcodierten Stecker und Buchsen ist ein falsches Anschließen nahezu unmöglich. Wichtig ist, dass beim Zusammenstecken von Buchse und Stecker keine Gewalt ausgeübt wird, da ansonsten die empfindlichen Kontakte des Steckers verbiegen können - und das geht relativ schnell. Beim Zusammenstecken muss daher unbedingt auf die Ausrichtung geachtet werden. Hierfür weisen sowohl der Stecker als auch die Buchse Pfeilmarkierungen auf.

Eine Konfiguration des Systems ist mit dem LED Display nicht nötig - und auch nicht möglich.

Alternative E-Bike Umbausätze

Anstatt ein komplett neues E-Bike zu kaufen, ermöglichen Nachrüstkits die Umwandlung eines vorhandenen Fahrrads in ein Pedelec - und kommt dabei auch noch kostengünstiger weg. Es ist wichtig, vor der Nachrüstung eines Fahrrads mit einem Motor die Anweisungen und Empfehlungen des Herstellers sorgfältig zu prüfen. Wir raten auch genau darauf zu achten, welcher E-Antrieb für den E-Bike-Umbau infrage kommt.

Hier eine Übersicht einiger empfohlener E-Bike Umbausätze:

  • Bathrena Elektrofahrrad-Umbau: Geeignet für Fahrräder mit V-Bremse oder Scheibenbremsen. Die Motorleistung gibt der Hersteller mit 250 W an.
  • Viribus E-Bike-Umbausatz: Verspricht eine einfache Nachrüstung und elektrische Fahrunterstützung mit einem bürstenlosen 500-W-Nabenmotor.
  • Yose Power E-Bike-Umbaukit: Ersetzt die Felge mit integriertem, bürstenlosen Elektromotor (250 W) das Vorderrad.
  • Varstrom E-Bike-Umbausatz: Enthält eine Felge mit bürstenlosem Nabenmotor mit 250 W Leistung für das Hinterrad.
  • Season E-Bike Umbausatz: Kommt einbaufertig mit bereits montierter doppelwandiger Aluminiumfelge und Nabenmotor.
  • Bafang BBSHD E-Bike-Kit: Der "Mittelmotor" steckt im Tretlager selbst.

Wie funktioniert die Nachrüstung zum E-Bike?

Die Nachrüstung zum E-Bike beinhaltet die Integration eines elektrischen Antriebssystems in ein herkömmliches Fahrrad. Dieses System besteht in der Regel aus mehreren Komponenten:

  • Elektromotor: Dieser Motor kann entweder im Vorderrad, im Hinterrad oder im Tretlagers platziert werden.
  • Sensor: Ein Sensor, der die Pedalbewegungen erkennt, wird dann die elektrische Unterstützung bestimmt.
  • Fernbedienung: Der Unterstützungsgrad wird über eine Fernbedienung (einfacher Schalter oder Hebel oder ein LCD-Bildschirm) bestimmt.
  • Steuergerät: Ein Steuergerät "verwaltet" die Befehle und setzt diese in Bewegung um.
  • Akku: Ein Akku - bei den meisten Kits nicht im Lieferumfang enthalten - versorgt Motor und Steuergerät mit Strom.

Die Installation eines E-Bike-Kits erfordert in der Regel grundlegende mechanische Kenntnisse und nur einfache Werkzeuge. Wer sich nicht an die Nachrüstung herantraut, sollte die Arbeit einen Fachbetrieb durchführen lassen.

Vor- und Nachteile der E-Bike-Nachrüstung

Vorteile:

  • Fahrer:innen erhalten eine motorische Unterstützung beim Treten. Das ist insbesondere an Steigungen hilfreich.
  • Nachrüst-Kits werten ein bereits vorhandenes Fahrrad auf und lassen sich oft auch rückstandslos wieder entfernen.
  • Die Nachrüstung eines Fahrrads mit einem E-Bike-Kit ist kostengünstiger, als der Neukauf eines vollständigen E-Bikes.

Nachteile:

  • Nicht alle Fahrräder sind für die Nachrüstung mit einem E-Bike-Kit geeignet.
  • Wichtig zu wissen ist vor allem, ob das Kit ausreichend Platz am Fahrrad hat.
  • Am Rahmen oder auf dem Heckträger muss zudem noch ausreichend Platz für Steuergerät und Akku vorhanden sein.

Rechtliche Bestimmungen für nachgerüstete E-Bikes

In Deutschland gelten für nachgerüstete E-Bikes dieselben rechtlichen Bestimmungen, wie für herkömmliche E-Bikes und Pedelecs. Wichtig ist hierfür die Unterscheidung:

  • Pedelec: Bei einem Pedelec, also einem Fahrrad mit unterstützendem E-Motor darf die Motorleistung maximal 250 W betragen und die elektrische Unterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von höchstens 25 km/h aktiv sein.
  • S-Pedelec: Als "S-Pedelec" gelten dagegen Fahrräder mit einer elektrischen Unterstützung von bis zu 45 km/h. Hier darf der Motor bis zu 400 W leisten, es werden allerdings ein Versicherungskennzeichen sowie eine Fahrerlaubnis der Klasse AM zum Fahren benötigt. Zudem gilt eine Helmpflicht.
  • E-Bike: Definitionsgemäß sind hier Fahrräder aufgeführt, die ohne Zutun elektrisch beschleunigen können. Erreichen die Fahrräder 20 km/h ohne Treten, gelten sie als Leichtmofa und fallen damit nicht unter die Helmpflicht. Bis 25 km/h gelten sie als Mofa, somit greift die Helmpflicht. Auch hier sind Führerschein und Versicherungskennzeichen notwendig, Radwege dürfen (außer explizit beschildert) nicht genutzt werden. Die Motorleistung von E-Bikes darf maximal 500 W betragen.

Swytch GO E-Bike-Nachrüstsatz im Test

Swytch aus Großbritannien bietet einen Nachrüstsatz an, mit dem sich ein normales Fahrrad zum E-Bike umbauen lässt. Mit dem im Jahr 2023 vorgestellten E-Bike-Nachrüstsystem Swytch GO möchte das Londoner Unternehmen seine Produktlinie erweitern und preisbewusste Kunden ansprechen, die in den E-Bike-Bereich einsteigen wollen. Was kann das System? Ein günstiger Preis - aber taugt das System auch etwas? Wie einfach ist der Umbau tatsächlich? Und macht das Fahren damit Spaß?

Der Umbausatz kommt in einem großen Karton - kein Wunder, denn er enthält das komplett eingespeichte Vorderrad inklusive Motor. Akku, Netzteil, Display und Montagematerial sind geschickt im Karton verteilt.

Montage des Swytch GO

Der erste Schritt ist der Ausbau des Vorderrads. Dank Schnellspannachse ist das kein Problem. Danach setze ich probeweise das Laufrad von Swytch ein. Dabei fällt das höhere Gewicht auf - kein Wunder, denn der Nabenmotor sitzt hier vorne. Da Swytch beim Kit keine Scheibenbremse mitliefert, muss das Laufrad zunächst wieder herausgenommen werden, um die Bremsscheibe vom alten Laufrad auf das neue zu schrauben. Auch Schlauch und Mantel wechseln von alt zu neu.

Zunächst bringe ich den Akku an, den ich über Nacht geladen habe. Der Akku kann mittels dreier breiter Klettverschlüsse an unterschiedlichen Stellen am Fahrrad befestigt werden. Ich entscheide mich für das Rahmendreieck zwischen Oberrohr und Sattelrohr. Danach schraube ich das kompakte Bediendisplay an das linke Lenkerende und verbinde das Kabel mit dem Kabelbaum, der vom Akku herkommt. Im nächsten Schritt führe ich ein Kabel aus dem Kabelbaum am linken Gabelholm nach unten und verbinde es mit dem Motor.

Zuletzt montiere ich den Kadenzsensor. Wie bei den meisten Umbausätzen mit Vorderrad- oder Hinterradnabemotoren, setzt Swytch auf diese Art der Steuerung. Ein Sensor misst mit Hilfe einer Magnetscheibe am Tretlager, ob sich die Pedale bewegen und aktiviert dann die E-Unterstützung. Der Sensor wird ans Unterrohr geklebt und mit Kabelbindern gesichert. Swytch löst das noch cleverer: An einem der beiden Teile ist ein langer Arm aus Kunststoff befestigt, der über zwei fixierbare Gelenke an die Form des Pedalarms angepasst werden kann. Der Abstand von Sensor zur Magnetscheibe kann mit einer kleinen, fixierbaren Achse angepasst werden.

Als letzten Schritt verbinde ich den Sensor mit dem Kabelbaum - die Montage ist damit grundsätzlich abgeschlossen. Ich schalte das System am Akku ein, aktiviere das Display und schalte die Unterstützungsstufe 1 (von 5) ein. Ein längerer Druck auf die Taste mit dem Pfeil nach oben am Display aktiviert die Schiebeunterstützung. Das Vorderrad setzt sich in Bewegung und bei Erreichen von 6 km/h endet das Summen. Perfekt - der Antrieb funktioniert!

Die Kabel des SWYTCH-Systems sind lang, um an verschiedene Fahrradtypen montiert werden zu können. Daher muss ich ein bisschen experimentieren, bis ich die Kabel gut befestigt habe. Die Montage des Swytch GO ist mit etwas handwerklichem Geschick kein Problem. Spezialwerkzeug und Elektronikwissen sind dank der kodierten Stecker nicht notwendig. Am längsten dauert die saubere Verlegung und Befestigung der Kabel. Insgesamt habe ich gemütliche 90 Minuten für den Umbau benötigt.

Weitere getestete E-Bike Nachrüst-Kits

In den vergangenen Monaten wurden insgesamt fünf Nachrüst-Kits für E-Bikes getestet. Hier ist alles für Front-, Mittel- und Heckmotor dabei.

  • Mittelmotor Bafang BBS-01B
  • Mittelmotor Bafang MM G340
  • Mittelmotor Pendix Edrive 300
  • Frontmotor iMortor 2.0
  • Heckmotor Bikight SW900

Sind Nachrüst-Kits für E-Bikes legal?

Grundsätzlich darf man sein eigenes Fahrrad nachrüsten. Die Nachrüst-Sets müssen laut Thomas Geisler vom Pressedienst-Fahrrad nicht einmal eine CE-Kennzeichnung aufweisen. Viele Nachrüst-Kits bieten zudem einen Gashebel. Den sollte man lieber nicht anbringen, da solch ein Hebel im öffentlichen Verkehr auf deutschen Straßen bis dato nicht erlaubt ist. Der Motor darf ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h beschleunigen; das gilt in Deutschland als Schiebehilfe. Generell darf ein Pedelec, also ein Elektrofahrrad ohne Versicherungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung leisten. Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.

Das nachzurüstende Fahrrad sollte zudem in einem einwandfreien Zustand sein. Der ADFC und das Institut für Fahrradtechnik und -Sicherheit raten von einem Umbau ab, da die Bauteile herkömmlicher Räder nicht auf zusätzliche Belastungen ausgelegt wären. Entsprechend kann man nur festhalten: Das nachzurüstende Fahrrad sollte in einem einwandfreien Zustand sein. Das Material sollte keine Ermüdungserscheinungen aufweisen. Idealerweise rüstet man am besten ein neues oder junges Fahrrad auf. Wer sich unsicher ist, sollte zu einem Fachhändler gehen.

Top 5 E-Bike Nachrüst-Kits im Test

Hier eine Zusammenfassung der Top 5 getesteten E-Bike Nachrüst-Kits:

Platz Produkt Motor Leistung Preis (ca.) Besonderheiten
1 Bafang BBS-01B Mittelmotor 250 Watt 520 Euro Legal, großes Farb-LCD-Bordcomputer
2 Pendix Edrive 300 Mittelmotor 250 Watt 1500 Euro Geräuschlos, minimalistisches Design
3 Bikight SW900 Heckmotor 250 Watt (Version getestet) 279 Euro Preiswert
4 Bafang MM G340 Mittelmotor 750 Watt 480 Euro Starker Motor (in Deutschland illegal)
5 iMortor 2.0 Frontmotor - - Akku, Elektronik und Motor im Vorderrad (in Deutschland illegal)

Fazit

Nachrüst-Kits verwandeln für wenig Geld ein bestehendes Fahrrad in ein vollwertiges E-Bike oder Pedelec. Wer etwas Zeit mitbringt, kann hier mehrere hundert Euro zu günstigen E-Bikes vom Discounter sparen.

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