Flyer E-Bikes: Preise, Tests und Modelle im Überblick

Das Fahrradunternehmen aus der Schweiz gehört zu den angesagtesten E-Bike-Herstellern und bietet hochwertige Modelle in den Segmenten Urban, Tour und Mountain. Somit ist für jeden Anwendungsbereich eine maßgeschneiderte Lösung vorhanden, vielfältig wie ein Schweizer Taschenmesser und leistungsstark dank der Motoren sowie Akkus von Panasonic und Bosch.

Flyer Urban E-Bikes

Flyer führt in der Kategorie Urban mehrere Fahrradmodelle mit einzelnen Besonderheiten: Alle tragen den Namen Upstreet und werden der Ausstattung entsprechend durchnummeriert. Platzsparende Alternativen finden sich im Kompaktrad Flogo und im Faltrad Pluto.

Flyer Upstreet SL: Urbanes Leichtgewicht

FLYER stellt einen Neuzugang im Portfolio vor, das FLYER Upstreet SL. Urbanes Leichtgewicht - so betitelt die Schweizer Premium-Brand FLYER liebevoll ihren Neuzugang im Portfolio. Das FLYER Upstreet SL 3.63 erweitert die schon lange bestehende Upstreet-Modellreihe, die als die urbane Produktpalette der Schweizer gilt. FLYER positioniert das Upstreet SL 3.63 als sportliches City-E-Bike, das für schnelle Strecken konzipiert ist und mit Alltagstauglichkeit und modernem Design punkten soll.

In Bezug auf Leichtigkeit und Flexibilität übertrifft das Upstreet SL sogar sein preisgekröntes Vorgängermodell. Unser Test der XL-Variante offenbart ein Gewicht von 18 kg, was ganze 10 kg leichter ist als der Award-Gewinner. Unser Test-Bike, das FLYER Upstreet SL 3.63, ist zu einem Preis von 5.899 € erhältlich. Es verfügt über moderne High-Tech-Komponenten wie den neuen und kompakten Bosch SX-Motor und die unsichtbare Classified POWERSHIFT-Nabenschaltung, die man häufiger an noblen Rennrädern findet.

Das Upstreet SL 3.63 erweckt dabei den Eindruck eines Gravel-Bikes - dank glatter Reifen und einer Carbon-Gabel. Das FLYER Upstreet SL 3.63 präsentiert sich in einem modernen Design und setzt dabei auf einen eleganten Aluminium-Rahmen mit markanten, rechteckigen Rohren. Die Schweißnähte fallen an einigen Stellen, wie am Unterrohr, zwar noch vergleichsweise grob aus, beeinträchtigen jedoch das Gesamtbild nicht wesentlich. Lediglich die Naht am Steuerrohr könnte noch formschöner verarbeitet werden.

Die Gabel des City-E-Bikes ist eine Eigenentwicklung von FLYER, die sogenannte Rigid Fork, und besteht aus Carbon. Das FLYER ONE Carbon Cockpit SL trägt den gleichen Werkstoff und fällt etwas voluminöser aus. Der Hersteller setzt also bewusst auf gewichtssparende Komponenten, wie Carbon-Gabel und -Cockpit, die normalerweise bei rennorientierten Bikes Verwendung finden. Mit dieser Materialwahl erinnert das City-E-Bike ein wenig an ein Rennrad und an Gravel-Bikes, was den sportlichen Charakter des Upstreet SL 3.63 betont.

Beim Antrieb setzt FLYER am Upstreet SL 3.63 auf den Bosch Performance Line SX-Motor, der dem Fahrer bis zu 55 Nm Unterstützung bietet, die bei 25 km/h bauartbedingt endet. Aufgrund seines Gewichts findet der noch relativ junge Bosch-Motor, der auch in unserem großen E-Bike-Motoren-Vergleichstest unter die Lupe genommen wurde, häufig bei Light-E MTBs Verwendung, aber auch in Urban-, Gravel- und City-Bikes. Schaut man sich den Motor genauer an, fällt das Custom Motor-Cover direkt auf, das eine erstklassige Integration des Aggregats ermöglicht. Der Motor sitzt somit formschön im Rahmen des City-E-Bikes.

Die schlichte Integration des Antriebs macht auch beim Cockpit nicht halt. FLYER verzichtet am Upstreet SL auf ein herkömmliches Display und setzt stattdessen auf den im Oberrohr sitzenden Bosch System Controller sowie die Mini Remote. Die drahtlose Bedienung der Remote über Bluetooth trägt zur verbesserten Kabelverlegung bei, was die Gesamtoptik und Funktionalität des E-Bikes weiter optimiert. Insgesamt ist die Kabelverlegung am FLYER Upstreet SL 3.63 super clean und simpel gestaltet.

Denn beide Bremsleitungen verlaufen über eine Öffnung am obersten Spacer unter dem Vorbau und treten erst wieder am Einsatzort aus der Carbon-Gabel und dem Alu-Hinterbau hervor. Auch das Kabel des FLYER ONE HL-2-Frontlichts, das mit 100 Lux und automatischem LED-Tagfahrlicht für die nötige Sichtbarkeit sorgt, verschwindet hier unauffällig am Cockpit. Gespeist wird der Motor vom Bosch Compact Tube 400-Akku mit 400 Wh Kapazität, der im Unterrohr des Upstreet SL 3.36 seinen Platz findet. Typisch FLYER, kann man den Akku für externes Laden seitlich super bequem entnehmen.

Der Trinkfalschenhalter am Oberrohr mit angebrachten Anschraubpunkten kann optional mit einem Range Extender besetzt werden. Der eigene Bosch PowerMore 250 Range Extender mit 250 Wh erhöht die Akku-Kapazität dann von 400 auf 650 Wh, was die Reichweitenangst minimiert und die mögliche Kilometeranzahl deutlich nach oben schraubt.

Das FLYER Upstreet SL 3.63 kommt nicht mit viel Schnickschnack und kleinen Spielereien, sondern fokussiert sich auf die nötigsten Features am Bike. Wie simpel das Upstreet SL 3.63 gehalten wurde, zeigt sich am Antrieb des Stadtrades. Eine Classified POWERSHIFT 2-Gang-Nabenschaltung, die wir in unserem Schwestermagazin GRAN FONDO schon an einem Gravel-Bike getestet haben, findet auch am City-E-Bike der Schweizer Verwendung.

Wirft man einen ersten Blick auf den Antrieb des FLYER Upstreet SL 3.63, sieht das Ganze zunächst nach einem einfachen Single-Speed-System aus - mit einem überdimensional großen Kettenblatt vorne. Die Technik steckt indes unter dem Gehäuse der Nabe und ermöglicht die Wahl zwischen zwei Gängen: einen mit einer 1:1-Übersetzung (die Kassette dreht sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie der Nabenkörper, wie bei einer normalen Nabe) und einen mit 1:0,686-Übersetzung (die Kassette dreht sich mit einer höheren Geschwindigkeit als der Nabenkörper und bietet einen leichteren Gang), der für steileres Terrain den Anstieg erleichtert.

Die Nabenschaltung versteckt den oft störenden Umwerfer also in der Hinterradnabe, unterstreicht damit die cleane Optik noch stärker und schützt zusätzlich vor Umwelteinflüssen. Gesteuert wird die Getriebe-Nabenschaltung durch die Smart Thru Axle, eine elektronische Steckachse, die per Funk das Schaltsignal an die Radnabe weitergibt. Um auf nerviges Schmieren, Reinigen und Pflegen einer herkömmlichen Kette zu verzichten, setzt FLYER hier auf einen GATES CARBON DRIVE-Riemenantrieb, der das Sorglos-Paket des Bikes abrundet. Die 28”-Laufräder mit Vittoria Terreno Zero Classic Skin-Reifen vervollständigen das Antriebssystem.

Verzögern sollen die TEKTRO T280-Bremsen mit 180-mm-Scheiben vorne und 160 mm hinten. Um das City-E-Bike für den Stadtverkehr zu wappnen und eine solide Vollausstattung zu gewähren, verbaut der Hersteller am FLYER Upstreet SL 3.63 eine Klingel, den Hebie IC-Ständer und zu dem verbauten FLYER ONE HL-2-Frontstrahler das passende Lezyne Fender-Rücklicht.

Das FLYER Upstreet SL gibt es in zwei Rahmenvarianten: einmal mit abgesenktem Oberrohr für einen vereinfachten und bequemeren Einstieg. Außerdem bietet FLYER die klassische Variante für sportliche Fahrer mit Diamantrahmen und hohem Oberrohr an. Beide Ausstattungsvarianten sind in den Größen S, M, L und XL verfügbar und wechseln in der Basisausstattung für 3.999 € den Besitzer. Das günstigste Modell, das FLYER Upstreet SL 3.12 XC, bietet eine Kettenschaltung, hat kleine Änderungen in der Ausstattung, kommt aber ohne Gepäckträger.

Was hilft all die sportliche Optik, wenn das City-E-Bike nicht in der Praxis performt? Deshalb haben wir das Stadtrad in den Stuttgarter Großstadtdschungel entführt und über Asphalt und Kopfsteinpflaster gejagt, um zu testen, was der Hersteller verspricht. Bei Kopfsteinpflaster macht sich der geringe Fahrkomfort des FLYER Upstreet SL 3.63 bemerkbar, denn der Selle Royal Vivo-Sattel kann nur kleine Unebenheiten abfedern und das Bike hat Schwierigkeiten mit gröberen Hindernissen. Spaß hat man auf dem City-E-Bike aber dennoch und es verleitet zu einem sportlichen Fahrstil.

Schnell in eine Lücke im Verkehr reinstechen? Kein Problem! Der Motor belohnt das sportliche Fahren bei hoher Trittfrequenz mit viel Leistung und verleitet zu Ampelsprints. Denn im Sprint-Modus an der Lichtzeichenanlage mit hoher Frequenz geht die Leistung des Motors bis auf 600 Watt und das Drehmoment von 40 Nm im Standard-Modus kurzzeitig auf 55 Nm hoch. Eine geräuschvolle Antwort auf die schnellen Pedaltritte erhält man vom Bosch Performance Line SX nicht, denn der Motor und das Bike verwöhnen mit einer angenehm unauffälligen Geräuschkulisse.

Trotz seiner kompakten Größe und Leichtigkeit treibt der Bosch-Motor das FLYER Upstreet SL 3.63 kraftvoll an. In steilem Terrain muss der Motor jedoch nachgeben, was auf die geringe Übersetzungsbandbreite der Classified POWERSHIFT 2-Gang-Nabenschaltung zurückzuführen ist. Diese verkörpert auf flachen Strecken einen zuverlässigen Partner und verstärkt den Effekt des sportlichen Bikes durch das nahezu sofortige Schalten zusätzlich. Auch der Schaltvorgang unter Last funktioniert fehlerfrei und vermittelt ein angenehmes Fahrgefühl.

Die Grenzen der Nabenschaltung werden aber spätestens nach dem Verlassen des seichten Geländes bemerkbar. Denn selbst der leichtere Gang ist für steile Anstiege nicht ausgelegt und man muss sogar absteigen, sofern man nicht über die Beine eines Jan Ullrich verfügt. Die Einrichtung der Classified POWERSHIFT 2-Gang-Nabenschaltung ist, falls sie der FLYER-Händler eures Vertrauen nicht bereits vorgenommen hat, vor dem ersten Fahren etwas umständlich.

Das Motorkonzept harmoniert gut mit dem restlichen Bike-Konzept. So wie der Motor vom Fahrer etwas mehr an Eigenleistung verlangt, bevor er mit voller Motorleistung mit einsteigt, so ist auch das Handling des Upstreet SL eher fordernd. Statt mit hoher Laufruhe und gutmütig durch die City dahinzugleiten, reagiert das Upstreet SL auf Lenkimpulse sehr direkt und schon fast nervös. Um es agil durch enge Gassen mit hohem Tempo zu manövrieren, braucht es eine ruhige Hand mit chirurgischer Präzision.

Im Stadtverkehr bieten die verbauten Lichter an der Front und am Heck genügend Sichtbarkeit, um das E-Bike auch bei Nacht sicher zu nutzen. Besonders gefällt uns das LED-Tagfahrlicht, das den Frontstrahler auch am Tage leuchten lässt. Wird das Wetter dann schlechter, überzeugen die Curana-Schutzbleche mit gutem Spritzschutz und reichen weit über den Reifen hinunter. Die 1,7” breiten Vittoria Terreno Zero Classic Skin-Reifen bieten jedoch wenig Sicherheit, zum Beispiel beim Überqueren von Bahngleisen oder Gullideckeln, und generieren aufgrund des geringen Profis wenig Grip.

Die Alltags-Ausstattung am FLYER Upstreet SL 3.63 ist dezent: clean, minimalistisch und aufgeräumt. Auf den ersten Blick wirkt das City-E-Bike möglicherweise weniger alltagstauglich, aber die verbauten Bosch-Komponenten bieten mit dem Smart System viele nützliche Features. Dank des integrierten eBike Lock, eine im Motor untergebrachte mechanische Sperre, kann man sein teures E-Bike auch mal für einen kurzen Moment aus den Augen lassen, etwa um den Moment einer schönen Aussicht zu genießen. Wer sich im Stadtverkehr nicht verlieren will, kann auch sein Mobiltelefon mit der Bosch eBike Flow App koppeln und als Navigationsgerät nutzen.

Einen klapperfreien Ständer findet man an City-Bikes selten, am FLYER Upstreet SL 3.63 mit dem Hebie IC ist dieses Problem aber gut gelöst. Um den Alltagsnutzen abzurunden, verbauen die Schweizer den aus Eigenproduktion stammenden FLYER Steel-Gepäckträger mit einer maximalen Zuladung von 15 kg über dem Hinterrad. FLYER richtet sich mit dem Upstreet SL an Fahrer, die Geschwindigkeit und Speed dem reinen Komfort vorziehen.

Mit dem Upstreet SL 3.63 erreicht man mit viel Style und wenig Zeitverlust sein gewünschtes Ziel. Der leichte Alurahmen lässt das Bike spritzig wirken und vermittelt viel Fahrspaß. Überlandfahrten dürften mit dem Stadtrad aber nicht allzu erfreulich ausfallen. Denn der geringe Komfort auf langen Strecken sowie die geringe Übersetzungsbandbreite der Schaltung machen das FLYER Upstreet SL 3.63 zu einem Bike für den reinen Stadteinsatz.

Das SL im Namen des Schweizers steht nach unserem Test für „Städtischer Leisetreter“ mit „Stilvollem Leichtbau“, der aber mit Sicherheit kein „Schlagloch-Liebhaber“ ist. Das FLYER Upstreet SL 3.63 erweckt den Eindruck eines Gravel-Bikes, kann jedoch in der Praxis vor allem auf der Straße punkten.

FLYER Upstreet SL 3.63Ausstattung
MotorBosch Performance Line SX 55 Nm
AkkuBosch CompactTube 400 400 Wh
DisplayBosch System Controller
GabelFYLER Rigid
SattelstützeFYLER Alloy
BremsenTektro T280 180/160 mm
SchaltungClassifed 2-Gang 1x22
VorbauFYLER ONE Carbon Cockpit SL 80 mm
LenkerFYLER ONE Carbon Cockpit SL 700 mm
LaufradsatzDT Swiss G 540 28"
ReifenVittoria Terreno Zero Classic Skin 47 mm
Technische Daten
GrößeS M L XL
Gewicht18 kg
Zul. Gesamtgewicht (zGG)130 kg
Max.5.899 €

Flyer Mountain E-Bikes

Das Flyer Uproc bietet elektrische Trittunterstützung für Geländefahrten. Die Modelle Uproc 4 und Uproc 7 gelten als sportliches Pendant zum Urban U und sind ebenfalls mit einem zweistufigen Getriebemotor ausgestattet. Die Laufräder der Uproc-Serie besitzen einen Durchmesser von 27,5 Zoll, wobei das Uproc 6 mit einem 26-Zoll-Hinterrad als Ausnahme dasteht.

Flyer Touren E-Bikes

Für Ausflüge und spontane Fahrten im Alltag bietet Flyermit dem Flyer Gotour 7.23 ein beliebtes Modell an. Alle Tourenmodelle von Flyer sind mit hochwertigen Scheibenbremsen ausgestattet und zumeist mit Nabenschaltung erhältlich. Die Gotour-Modelle sind zudem mit Federsattelstützen ausgestattet.

Flyer GoTour 7.23 im Test

Mit dem GoTour haben die Eidgenossen von Flyer einen spannenden E-Allrounder im Programm - und das (je nach Modell) mit Diamant-, Damen- oder Trapezrahmen, aber immer nur mit starrem Heck. Wir haben uns das Mittelklasse-Modell mit Diamant-Rahmen, Enviolo-Nabenschaltung und Bosch-CX-Motor im Alltag genau angesehen.

Hardtails waren seinerzeit gerade unter Mountainbikes der letzte Schrei. Ihr Revival feiern sie nicht zuletzt als E-Bikes, da die Rahmen wenig komplex, günstig in der Herstellung und mit kluger Ausstattung dennoch komfortabel gemacht werden können. Auch das Flyer GoTour geht in diese Richtung. Der Clou bei dem "Touring-All-Rounder", wie die Schweizer ihr Pedelec passend bezeichnen, ist jedoch die wählbare Rahmenform: Das GoTour gibt es wahlweise mit Diamant-, Trapez- oder mit Tiefeinsteiger-Rahmen.

Ausdrücklich loben wollen wir den Lack: Die "Enzian Blue" getaufte Farbe knallt genauso gut, wie auf den Bildern zu erahnen. Im einerlei allzu trister E-Bike-Farben ein wohltuender Augenschmaus - wenn auch leider nicht unempfindlich. Denn gerade die lackierte Akku-Blende, die fest mit dem 750 Wattstunden großen Bosch-Stromspeicher verbunden ist, läuft bei häufiger Entnahme Gefahr, den einen oder anderen Kratzer einzufangen; hier ist also besondere Vorsicht gefordert. Die Verarbeitung des klassisch gezeichneten Diamant-Alu-Rahmens ist ansonsten aber tipptopp. Und übrigens: Klassisches Schwarz oder Grau gibt es - je nach Modell - ebenfalls.

Selbst wenn es mittlerweile einen neuen CX-Antrieb gibt: Auch der im Volksmund als "CX Smart" getaufte Schwaben-Motor der vierten Generation macht im GoTour eine hervorragende Figur. Kräftig, mit dem 750-Wh-Akku ausgesprochen reichweitenstark, quasi unkaputtbar - und das sind bekanntermaßen nur einige seiner Qualitäten. Schade nur: Das sehr aufgeräumte Flyer-Cockpit hat keinerlei Infotainment zu bieten, eine genaue Lade- und Restreichweitenanzeige gibt's nur über die Bosch-App. Die LED-Remote zeigt den Ladestand zwar grob als Leuchtbalken an, informiert sonst nur über die Farhmodi. Ob man darauf verzichten kann, muss jeder für sich entscheiden, schade ist das Fehlen allemal. Auch die Enviolo-Schaltung harmoniert einmal wunderbar mit dem Bosch-System, auch den Grip-Shifter für die Gangwahl lernt man nach einer Eingewöhnung zu schätzen.

Flyer verbaut eine eher einfache Suntour-Gabel mit 100-mm-Federweg und nicht einstellbarer Stahlfeder. Diese funktioniert im Alltag okay, ist aber wie so oft kein Wunderwerk der Technik und nur mäßig komfortabel. Erstaunlich viel Komfort holt hingegen die federnde Sattelstütze aus dem Heck des GoTours heraus. Sie federt merklich mit, ohne die stabilen Fahreigenschaften des E-Bikes zu verschandeln. Gerade auf holperig-langen Tagestouren ein echter Segen. Sattel und Griffe sind guter Standard, ob sie gefallen, entscheidet aber wie immer der eigene Geschmack.

Ganz anders die Bremsen: Shimanos MT410-Stopper mit Zweikolben-Technik sind vermeintliche Billigheimer der Japaner, stoppen aber prima und verschleißen in der Regel sehr langsam. Wie immer gilt aber, dass besonders schwere Piloten hier von den serienmäßigen 180er-Scheiben auf größere Exemplare umrüsten (lassen) sollten.

Bequem, reichweitenstark und insgesamt sinnvoll ausgestattet: Das Flyer GoTour 7.23 kann den Eindruck auch im Alltag voll bestätigen. Die Gabel bietet im Alltag einen ordentlichen Komfort, die federnde Sattelstütze ist besonders auf längeren Touren ein echter Segen. Und über den kräftigen Bosch-Antrieb mit seinem Riesen-Akku müssen wir nichts weiter anmerken - einziger Makel ist hier für Infotainment-Fans das fehlende Kiox- oder gar Intuvia-Display.

Buchstäblich schwerer wiegt das Gewicht: Satte 31 Kilogramm wog das Flyer fahrfertig, auf dem Anhängerkupplungsträger (hier im Test) bedeutet das, dass der Akku raus im Kofferraum mitfahren muss, da die Zuladungsgrenze mit einem Kilo überschritten wird. Leicht ist das Flyer also nicht, zumal die Zuladung mit 119 Kilo etwas knapp gewählt ist.

Antriebssysteme und Komponenten

E-Bikes von Flyer werden mehrheitlich mit Mittelmotoren aus der GX-Serie von Panasonic ausgerüstet, die den weit verbreiteten Aggregaten von Bosch in puncto Kraft, Kultiviertheit und Ausstattung in nichts nachstehen und auch noch einen automatischen Unterstützungsmodus bereithalten. Meist fällt die Wahl auf die Ultimate-Variante, insbesondere bei den E-MTBs und „SUV“-Pedelecs. Bei den City-E-Bikes findet sich gelegentlich auch die etwas schwächere Power-Ausführung.

Seit 2017 rüstet der Hersteller seine E-Fahrräder mit der eigens entwickelten FLYER Intelligent Technology (FIT) aus. Dieses System vernetzt die Komponenten der E-Bikes und optimiert deren Zusammenspiel für ein unvergleichliches Fahrgefühl. Dir stehen verschiedene Unterstützungsstufen zur Auswahl: Eco, Standard, High und Auto. Im Auto-Modus passt sich die Unterstützungsstufe automatisch der Strecke und dem Tretverhalten an, wodurch die effizienteste Fahrweise erreicht wird. Zusätzlich bietet FIT neue Schnittstellen, um das Fahrerlebnis deines FLYER-Bikes zu erweitern.

Das Motorsystem nimmt großen Einfluss auf das Fahrverhalten. Unterschiedliche Beschleunigungswerte, die Art der Kraftentfaltung und das maximale Drehmoment - für ein optimales Erlebnis entscheidet der Hersteller bei jedem Modell individuell, welcher Antrieb verbaut wird. Dabei setzt der E-Bike-Hersteller auf die Marken Panasonic und Bosch, Vorreiter in Sachen Antriebstechnik. Beide Motoren verfügen über vier Unterstützungsstufen und sind harmonisch im Rahmen integriert.

Qualität und Nachhaltigkeit

Die E-Bikes von Flyer sind im höheren Preissegment zu verorten und als robuste, verlässliche und elegante Lösung im Sport-, Touren und Alltagsbereich anzusehen. Das 2-Gang-Getriebe der Modelle U und Uproc 4 beziehungsweise 7 sorgt für die effektivste Übersetzung beim Pedalieren.

Auch Nachhaltigkeit ist für Flyer ein zentrales Thema. Um weniger Ressourcen zu verbrauchen, setzt der E-Bike-Produzent auf Qualität. Jeder Fahrer stellt andere Ansprüche an sein Fahrrad.

Testergebnisse und Auszeichnungen

Die Testergebnisse lassen sich sehen: Auf Basis aller bei uns gelisteten Tests, in denen eine Endnote vergeben wurde, errechnen wir für den Hersteller einen Notendurchschnitt von 1,6. Leider gibt es auch Negativ-Ausreißer: Das Modell Gotour 6 erhielt im letzten E-Bike-Vergleich der Stiftung Warentest nur ein „Ausreichend“. Grund war eine angerissene Schweißnaht am Rahmen während des Dauertests am Prüfstand. Dieser Riss hätte sich aus Sicht der Tester mit der Zeit zu einem Rahmenbruch ausweiten können.

Beim Komfort und Fahrhandling fährt Flyer in den Tests stets weit vorn. Allerdings kommen die Modelle recht pfundig daher, viele kratzen an der 30-kg-Schwelle.

Was die Marke alles auf die Beine stellt, ist auch der Fachwelt nicht entgangen, und so können sich etliche Flyer-Bikes mit Testsiegeln und anderen Auszeichnungen schmücken.

FLYER stellt einen Neuzugang im Portfolio vor, das FLYER Upstreet SL. Wir haben das FLYER Upstreet schon als S-Pedelec und als Kompakt-Bike getestet, und 2023 wurde das FLYER Upstreet 7.10 sogar mit dem Design und Innovation Award ausgezeichnet.

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