E-Bikes für ältere Menschen: Test, Kaufberatung und Sicherheit

E-Bikes und Pedelecs liegen weiter im Trend. Besonders im Alltag und für kurze Strecken sind Pedelecs und E-Bikes mit tiefem Einstieg sehr bequem. Auch das Auf- und Absteigen wird durch den tiefen Einstieg erleichtert. Die aufrechte Sitzposition bei einem so genannten Tiefeinsteiger-Pedelec ist vergleichbar mit der bei einem Hollandrad und ermöglicht ein komfortables Fahrgefühl.

Sind günstige E-Bikes empfehlenswert?

Generell ist bei günstigen Pedelecs keine Spitzentechnologie zu erwarten, aber Antriebs-, Brems- und Akkuleistung sollten vernünftige Werte aufweisen. Was sie zu bieten haben, klärt der ADAC Test. Und es gibt auch günstige Modelle für unter 2000 Euro. Im Gesamtergebnis des Tests sind nur zwei von zehn Pedelecs gut, fünf befriedigend, eines ist ausreichend. Aber es gibt auch zwei mangelhafte Modelle.

ADAC Test von Tiefeinsteiger-Pedelecs

Getestet hat der ADAC zehn preiswerte E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h. Überprüft wurden Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro auf Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit sowie Schadstoffe. Im Test wurden bei den Messungen auf dem Prüfstand besonders die Bremsen, die Belastbarkeit des Rahmens sowie der Motor und der Akku überprüft.

Testergebnisse im Detail

Alle Details zu den zehn getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs gibt es in der Tabelle. Ein Klick auf das jeweilige Modell führt zu der konkreten Einzelbewertung.

Hersteller/ModellPreis in EuroADAC UrteilFahrenSicherheit und HaltbarkeitAntriebssystem und MotorHandhabungSchadstoffe in den Griffen und Sattel
Deruiz E-Bike Quartz,28 Zoll Trekking Elektrofahrrad13992,52,21,83,23,02,5
Fischer E-Bike Cita 2.2i19492,52,62,62,32,62,5
Lidl/Crivit Urban E-Bike Y.25992,82,62,63,62,31,0
Decathlon Elops 900E12993,02,33,03,73,22,5
Prophete Geniesser City E-Bike 28"16003,02,73,33,52,62,5
Zündapp Z502 E Bike 28 Zoll Elektrofahrrad17993,02,52,73,92,82,5
F.lli Schiano E-Moon 28 Zoll E-bike Pedelec8993,22,73,04,42,92,5
Heybike EC 1-ST1195------

Details zu ausgewählten Modellen

Deruiz E-Bike Quartz: Mit einer Akku-Reichweite von 73 Kilometern im Test ist mit dem Deruiz auch ein entspannter Tagesausflug möglich. Die angenehme Ergonomie, ein stabiles und laufruhiges Fahrverhalten sowie die guten Bremsen überzeugten auch beim Praxistest. Preislich liegt das E-Bike der Marke Deruiz mit rund 1400 Euro im unteren Drittel der Testkandidaten - damit ist es günstig und trotzdem zu empfehlen.

Fischer E-Bike Cita 2.2i: Das Fischer E-Bike Cita 2.2i überzeugt vor allem durch sein gutes Antriebssystem. Als einziges Pedelec mit Mittelmotor im Test bietet es eine angenehm aufrechte Sitzposition und Komfort dank gefederter Sattelstütze und guter Vordergabel. Die Leistung in der höchsten Unterstützungsstufe dürfte etwas stärker sein. Verbesserungspotential bietet der Informationsumfang auf dem Display.

Defizite und Mängel

Bei den meisten der getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs fielen dabei die geringe Reichweite des Akkus und die lange Ladedauer auf sowie Defizite beim Antrieb. Neben den allgemein eher geringen Reichweiten fiel auch die enorm lange Ladezeit besonders beim Modell von Grundig auf.

Schadstoffbelastung

Bei allen anderen Pedelecs wurde der Schadstoff Naphthalin in den Griffen und im Sattel gefunden. Zudem wurde der Weichmacher DEHP in den Griffen bei dem Pedelec von Mokwheel und im Sattel beim Pedelec von Grundig gefunden. Der Schadstoff gilt als fortpflanzungsgefährdend. Daraufhin konnten beide Modelle nur noch mit dem ADAC Urteil "mangelhaft" bewertet werden.

E-Bikes speziell für Senioren

Dass ein E-Bike die Lebensqualität älterer Damen und Herren maßgeblich verbessern kann, steht außer Frage. Strecken, die mit einem klassischen Fahrrad ohne Motor zu anstrengend wären, sind mit einem E-Bike beinahe mühelos zu bewältigen. Ein E-Bike ermöglicht es auch mit zunehmendem Alter noch in Bewegung und vor allem unabhängig zu bleiben und ganz nebenbei noch etwas für die Gesundheit zu tun.

Worauf sollten Senioren beim Kauf achten?

Ältere Menschen, die sich ein E-Bike kaufen möchten, sollten auf einige Aspekte besonderen Wert legen. Wichtig sind etwa das Gewicht des E-Bikes, die Rahmenform, die Ergonomie und eine unkomplizierte Bedienung. Welches E-Bike für Senioren infrage kommt, sollte vor dem Kauf gut überlegt werden. Wer beispielsweise nur kürzere Strecken damit zurückliegen möchte, kann sich auch ein E-Bike mit einem kleineren, günstigeren Akku zulegen. Wer hauptsächlich seine Einkäufe damit erledigen möchte, sollte darauf achten, dass sich Fahrradtaschen gut am elektronischen Fahrrad befestigen lassen.

Gewicht und Rahmen

Motor und Akku beeinflussen das Gesamtgewicht bei E-Bikes, weshalb sie immer schwerer sind als herkömmliche Fahrräder. Die aktuellen E-Bikes wiegen zwischen 20 und 30 Kilogramm, wobei das Gewicht natürlich je nach Modell variiert. Leichte E-Bikes z.B. aus Carbon oder Aluminium sind für Senioren empfehlenswert. Der Akku ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor für das Gesamtgewicht eines E-Bikes. Für ältere Menschen erweist sich ein Tiefeinsteiger oder ein E-Bike mit Komfortrahmen als beste Wahl.

Ergonomie und Sicherheit

Damit die Handgelenke möglichst geschont werden, sollte der Lenker so konzipiert und eingestellt sein, dass der Übergang von den Handgelenken zu den Unterarmen möglichst gerade ist. Eine einwandfrei funktionierende Bremsanlage ist bei einem E-Bike also ein absolutes Muss. Achten Sie beim Kauf eines neuen E-Bikes auch auf das richtige Licht.

Akku und Bedienung

Bei einigen Modellen ist es notwendig, den Akku zum Aufladen aus dem E-Bike zu entnehmen. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass der Akku unkompliziert zu erreichen ist und zum Laden entnommen werden kann. Eine intuitive Bedienung des Displays macht die Handhabung für Senioren einfacher.

Kosten und Betrieb

Eine allgemeine Aussage über die Höhe der E-Bike Kosten lässt sich nicht treffen. Die günstigsten E-Bikes für Senioren gibt es als Aktionsangebote für rund 1.000 Euro. Ein sehr gutes Qualitätsmarken-Modell bekommt man zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Das Material: das Gewicht von Senioren-E-Bikes sollte möglichst gering sein. Die Ausstattung: vermeintlich kleine Extras wie ein Rückspiegel oder rutschfeste Pedale können den Preis beeinflussen.

E-Bike vs. Pedelec

Wenn es um den Kauf eines E-Bikes geht, sollten Senioren den Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec kennen. Wenn von einem E-Bike die Rede ist, dann ist damit meist ein sogenanntes Pedelec gemeint. Pedelecs unterstützen den Fahrer während des Tretens bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h mit maximal 250 Watt. Echte E-Bikes hingegen unterstützen den Fahrer auch dann, wenn er nicht in die Pedale tritt - bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h.

Sicherheitshinweise für Senioren

Wie sicher ist es für Senioren, mit dem E-Bike zu fahren? Laut einer Statista-Studie sind in Deutschland im Jahr 2021 insgesamt rund zwei Millionen E-Bikes verkauft worden. Der Absatz ist dabei in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Dadurch ist auch die Zahl der Pedelec-Unfälle in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Ein Rad mit Elektroantrieb reagiert völlig anders als eines ohne Antrieb, dies kann das Auswirkungen auf Beschleunigung, Kurven- oder Bremsverhalten haben.

Sicherheitstrainings und Kurse

Damit Senioren diese Eigenheiten kennenlernen, bieten die Verkehrswacht, Ortsgruppen des ADFC oder auch manche Dienststelle der Polizei Sicherheitstrainings und E-Bike-Kurse für Senioren an. Die Trainings vermitteln theoretische Aspekte in puncto Verkehrszeichen, Gefahren, Elektroantrieb, während praktische Fahrübungen Sicherheit im täglichen Umgang mit E-Bikes und Pedelecs geben.

Wichtige Sicherheitstipps

  • Die Antriebssteuerungen müssen so ausgelegt sein, dass bei Abbruch des Tretens die elektrische Unterstützung sofort unterbricht.
  • Die Akku-Reichweite sollte bei wenigstens 50 Kilometern liegen. Das Laden des Akkus sollte nicht länger als etwa dreieinhalb Stunden dauern.
  • Zulässiges Gesamtgewicht immer prüfen.
  • Die Beleuchtung muss der StVZO entsprechen und darf nicht blenden. Auch Reflektoren müssen am Elektrorad vorhanden sein.
  • Die erste Probefahrt stets ohne elektrische Unterstützung durchführen.
  • Beim Radfahren Helm tragen, auch wenn dazu bei E-Bikes keine Pflicht besteht.

Testkriterien für E-Bikes

Die Testkriterien werden weitgehend an folgende DIN angelehnt: DIN EN ISO 4210-2:2023-05 (Sicherheitstechnische Anforderungen an Fahrräder) und DIN EN 15194:2024 (Elektrisch unterstützte Räder EPAC-Fahrräder). Die Untersuchungen in den Kategorien Handhabung, Fahren und Reichweite werden durch erfahrene ADAC Testingenieure sowie durch die Testpartner durchgeführt.

Testkriterien im Einzelnen

  • Handhabung/Fahren: Bewertung der Gebrauchsanleitung, Montage, Fahrversuche auf verschiedenen Fahrbahnoberflächen, Fahrkomfort, Handhabung Antrieb, Nacht- und Regenfahrt, Reparaturen, Reinigung und Wartung.
  • Antriebssystem und Motor: Erprobung der Antriebssysteme bei verschiedenen Fahrbahneigenschaften, Reichweitenmessungen auf dem Prüfstand, Bedienung, Handhabung (Akku, Ladegerät), Anfahrverhalten, Unterstützung (Effektivität, Abschaltung bei 25 km/h), Reichweite.
  • Sicherheit und Haltbarkeit: Haltbarkeitstest am Rahmen, Leistung und Ansprechverhalten der Bremsen, Fahrstabilität, Flatterneigung, Nachschwingen, Abschaltung Antrieb, Pedalabstand zum Boden, Lichttechnische Einrichtungen.
  • Schadstoff- und Umweltaspekte: Untersuchung berührbarer Bauteile und Bezugsstoffe auf PAKs (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) und Weichmacher (Phthalate).

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