Elektrofahrrad mit Korb vorne: Ein umfassender Test

Elektrofahrräder, insbesondere solche mit einem Korb vorne, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie sind eine praktische und umweltfreundliche Alternative für den Stadtverkehr und bieten zusätzlichen Stauraum für Einkäufe und andere Gegenstände. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile dieser speziellen Art von E-Bikes und räumt mit einigen gängigen Fehleinschätzungen auf.

Fehleinschätzungen und Fakten über Kompakt-E-Bikes

Einige Menschen stehen Rädern mit kleinen Pneus skeptisch gegenüber und nehmen an, dass man mehr treten muss als bei einem großen Rad. Dies ist jedoch eine Fehleinschätzung. Hier sind einige der häufigsten Fehleinschätzungen und die Fakten:

  1. Fehleinschätzung 1: So kleine Reifen und Felgen sind nicht stabil genug.
    • Fakt: Kleine Räder sind bei gleichem Aufbau sogar stabiler als große. Je kleiner ein Laufrad, desto stabiler ist es.
  2. Fehleinschätzung 2: Da muss man so viel treten.
    • Fakt: Dank Gangschaltungen und Motorunterstützung ermöglichen Kompakt-E-Bikes eine Trittfrequenz wie bei großen Laufrädern.
  3. Fehleinschätzung 3: E-Bikes mit so kleinen Rädern sind unkomfortabel.
    • Fakt: Dicke Reifen mit geringem Luftdruck dämpfen Schläge vom Untergrund deutlich besser als schmale Reifen.
  4. Fehleinschätzung 4: One Size fits all - das geht nicht!
    • Fakt: Können Sattelhöhe, Lenkerhöhe und eventuell auch Lenkerneigung ausreichend breit verstellt werden, fühlen sich Menschen innerhalb dieses Größenspektrums ergonomisch tatsächlich wohl. Vereinfacht gesagt: Es liegt an den kleinen Laufrädern.
  5. Fehleinschätzung 5: Das spart nicht wirklich Platz.
    • Fakt: Ein 28er-Fahrrad hat eine Gesamtlänge von etwa 195 Zentimetern. Bei Falträdern sind es im Mittel etwa 165 Zentimeter.

Vorteile von Kompakt-E-Bikes

Kompakt-E-Bikes haben ihre eigene Nische gefunden, weil sie einiges sehr gut können:

  • Familienrad: Die meisten Kompakten sind sehr gut auf einen breiten Größenbereich einstellbar.
  • Wendigkeit: Aufgrund ihrer kleinen Laufräder laufen die Kompakt-E-Bikes wieseliger als andere Bikes, was im City-Gewühl und beim Rangieren am Radständer praktisch ist und Spaß macht.
  • Tiefer Einstieg: Gerade für kleinere oder ältere Menschen ist es einfacher, durch- als drüberzusteigen.
  • Platzsparend: Ein Beispiel: Das I:sy ist etwa knapp 1,60 Meter lang - ein Normalrad misst gut 1,90 Meter.

Rahmen und Bauweise

Meist bilden Kreuzrahmen-ähnliche, stabile Frames die Basis für Kompakträder. Die Rahmen sind in der Regel robust, sauber verarbeitet und mit einer gelungenen Aufnahme des Mittelmotors versehen. Für ein Alltags-Cityrad ist der Riemenantrieb, mit einer Schaltnabe kombiniert, die perfekte Antriebsoption.

Kompakt heißt auch robust und tragfähig: Kurze, dicke Rohre können mehr Last verkraften als lange - auch daher sind diese Räder oft bessere Lastenträger als die Normalos. So liegen die Systemgewichte der Räder zwischen 130 und satten 170 Kilogramm (Kalkhoff).

Komfort und Federung

Wer mehr Komfort will, als ihn die breiten Reifen bieten können, sollte auf eine Federstütze setzen. Noch mehr Federung? Das Test-Tinker kann mit einer fein arbeitenden Federgabel und einer ebensolchen Parallelogramm-Federstütze fast schon Fully-Gefühle bieten. Mit dem richtigen (geringen) Luftdruck befüllte Breitreifen bollern die nervigen Steine nahezu weg.

Motor und Gewicht

Die meisten Testboliden setzen auf Varianten des Bosch-Performance-Line-Motors mit bis zu satten 85 Newtonmeter. Gerade das Stop-and-go der City kann ein kräftiger Motor die Fahrt durch die Stadt entspannter machen. Wer etwas mehr erfahren oder gar Navigation integrieren will, kommt mit Displays wie dem Kiox 500 am I:sy besser weg. Kleine Reifen manchen noch keine Fliegengewichte - die E-Bikes wiegen zwischen 24,4 und satten 27,7 Kilogramm.

So kann man bei mittleren Unterstützungsmodi, 75 Kilo Fahrergewicht und ebenem Terrain auf eine durchschnittliche Reichweite von rund 55 bis 65 Kilometern kommen.

Sicherheit

Auch in Sachen Sicherheit werden die Kompakt-E-Bikes wie Große behandelt. So finden wir an den Vorderrädern teilweise große 180er-Bremsscheiben, mit denen die Räder durchweg knackig und wohldosiert verzögern, aber auch mit 160ern wie am Tinker und Cooper ist die Verzögerung angemessen. Der City-Affinität kommt das Rahmenschloss wie am I:sy oder Cooper zugute. Perfekt ist ein ins Rad integrierter Tracking-Chip wie im Tinker.

Gepäcktaschen und Zubehör

Fast immer sind Kompakt-E-Bikes mit Gepäcktaschen-tauglichen Heckträgern ausgestattet. Wegen der kleinen Räder und vor allem bei Trägern mit zweiter Reling hängen die Taschen sehr tief, was dem Schwerpunkt und damit dem sicheren Handling zugutekommt. Die Listen mit nützlichem Zubehör für die Kleinen sind oft lang.

Beispiel: I:sy E5 ZR F CX Century

Das I:sy ist schon so etwas wie die Ikone des E-Kompaktrads und wurde vor Kurzem rundum upgedatet. Das kleine E-Bike ist beim harmonischen Handling ganz vorn mit dabei: toller, sicherer, ruhiger Lauf trotz guter Wendigkeit, hohe Belastbarkeit, klassisch-kompakter Auftritt. Der Rahmen selbst ist über jeden Zweifel erhaben. Auch hier gibt’s einen für den Riemen zu öffnenden Hinterbau mit großflächiger Achsaufnahme. Drin sitzt eine Fünfgangnabe, die gut mit dem gewohnt starken und feinfühlig agierenden Performance Line CX von Bosch harmoniert.

Die wichtigsten Details des I:sy E5 ZR F:

  • Preis: 4999 Euro
  • Gewicht Testrad: 26,1 Kilo
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 150 Kilo
  • Rahmen: Aluminium 6061
  • Gabel: Alu, CrMo-Schaft
  • Verstellsystem für Lenkerhöhe: Speedlifter T22
  • Schaltung: Naben, Shimano 5-Gang, Riemenantrieb
  • Motor / Akku: Bosch Performance Line CX / 545 Wh
  • Bremsen: Disc. Tektro HD-T532 4-Kolben, vorne: 180 mm, hinten: 160 mm
  • Reifen: Schwalbe Super Moto-X Performance 62 - 406
  • Lichtanlage vorne/hinten: Fuxon FS-100 EB m. Okai

Okai EB10: Eine Alternative

Das Okai EB10 ist ein weiteres interessantes E-Bike, das sich durch seine hohe Stabilität und Verarbeitungsqualität auszeichnet. Es verfügt über einen Korb aus Textil vorn, der sich gut für kleinere Einkäufe eignet. Besonders hervorzuheben ist das innovative runde Display, das in den Vorderbau integriert ist.

Tiefeinsteiger-E-Bikes

Ein Tiefeinsteiger-E-Bike hat einen besonders tiefen Rahmen, was das Auf- und Absteigen erleichtert. Diese Bauweise sorgt dafür, dass auch weniger sportliche, körperlich eingeschränkte oder ältere Personen keine Probleme haben, das Rad zu nutzen. Insgesamt versprechen Tiefeinsteiger-E-Bikes mehr Komfort.

Specialized Como SL

Das Specialized Como SL ist ein genderneutrales Pedelec, das Frauen und Männern gleichermaßen gefallen soll. Es bietet eine aufrechte Sitzposition, einen tiefen Durchstieg und einen großen Korb vorne. Der Motor schiebt gut an, und die Kapazität des Akkus reicht locker aus, um eine längere Radtour zu schaffen.

Fazit

Elektrofahrräder mit Korb vorne sind eine praktische und vielseitige Option für den Stadtverkehr und darüber hinaus. Sie bieten Komfort, Sicherheit und zusätzlichen Stauraum für Einkäufe und andere Gegenstände. Bei der Wahl des richtigen Modells sollte man auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben achten.

Vergleich von Kompakt-E-Bikes
Modell Preis (ca.) Gewicht (ca.) Zulässiges Gesamtgewicht Motor Akku
I:sy E5 ZR F CX Century 4999 Euro 26,1 kg 150 kg Bosch Performance Line CX 545 Wh
Okai EB10 1349 Euro - - Mittelmotor 518 Wh
Gazelle Grenoble C5 3300 Euro - - Bosch -
Kalkhoff Endeavour 5+ Move 4000 Euro - - Bosch -

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