Elektrofahrrad Victoria Akku Test: Modelle, Reichweite und mehr

Im Jahr 2025 präsentiert Victoria aus Hoya eine überarbeitete Modellpalette, wobei ein besonderer Fokus auf dem Preis-Leistungs-Verhältnis liegt. Die Technik der E-Bikes ist stetig im Wandel. Daher war es dringend an der Zeit, die wichtigste Bewertungsgrundlage zu überarbeiten.

Immer wieder trudeln ab November die neuesten E-Bikes aller Klassen in den Redaktionen und bei den Testern ein. Für die Tester bedeutet das die arbeitsreichste Zeit des Jahres: der E-Bike Test 2025. Das Testschema umfasst mehr als 120 Parameter und ist komplett neu.

Victoria Cysalo 7: Ein attraktives Tourenrad

Das gefällig designte Tourenrad Cysalo 7 ist mit bewährten Großserienkomponenten und einem klassisch eleganten Aluminium-Rahmen ausgestattet. Kettenschutzkasten, Rahmenschloss und variabler Gepäckträger mit Federklappe sprechen für Alltagsnutzen. Gefederte Sattelstütze, Flossengriffe und höhenverstellbarer Vorbau sprechen für Komfort.

Der 545-Wh-Akku ist teilintegriert in den Rahmen und lässt sich leicht entnehmen und extern laden. Die Alu-Schutzbleche halten Schmutz effektiv vom Hosenbein fern, die Contec-Beleuchtung überzeugt, wobei der Frontstrahler etwas heller sein könnte. Dank des höhenverstellbaren Vorbaus ist die Sitzposition sehr variabel. Der gekröpfte Lenker greift sich angenehm, die Flossengriffe beugen Ermüdung vor.

Für den Preis von 2599 Euro bekommen Käufer des Victoria Cysalo 7 erstaunlich viel E-Bike. Die CST-Reifen überraschen ebenfalls, da sie sehr laufruhig sind und guten Halt bieten. Eine gute Wahl von Victoria ist der Active Line Plus-Motor. Er ist zwar spürbar weniger kraftvoll als das Bosch-Topmodell Performance Line CX, aber in Kombination mit der 7-Gang-Nabe erklimmen wir so auch steilere Auffahrten. Die hydraulischen Felgenbremsen packen kräftig zu und sind gut zu dosieren.

Victoria Utilyon 4: Reichweitenkönig mit Doppel-Akku

Mit dem Utilyon hat Trekking-Multi Victoria ein Stadt-Land-E-Bike mit bis zu 1475 Wattstunden aus zwei Bosch-Akkus im Programm. Das Utilyon ist ein echter Spezialist: Wer die größtmögliche Akku-Kapazität sucht, findet hier sein perfektes Rad.

Im getesteten Utilyon 4 steckt ein 750 Wattstunden Stromfass im Unterrohr, im Sattelrohr zusätzlich noch ein etwas kleinerer mit 545 Wattstunden. Summa summarum macht das dann schier gigantische 1295 Wattstunden - das ist mehr, als eine Starter-Batterie im Pkw in der Regel hat. Wer die volle Dröhnung braucht, kann gar 1475 Wh Gesamtkapazität bekommen, dann steckt hinten ein 725er-Akku drin. Alle Modelle werden vom berühmt-berüchtigten CX-Motor der vierten Generation samt Smart-Anbindung betrieben.

Auch die weiteren Anbauteile passen: Die zehnfach Deore-Schaltung ist ein haltbarer Kilometerfresser, aber natürlich keine edle Ware. Das kann man von der MT5E-Bremse von Magura mit seinen 203/180-mm-Scheiben nicht behaupten, die gehen für den Preis voll in Ordnung und sind waschechte Wurfanker. Gute Schwalbe-Reifen, eine Parallelogramm-Sattelstütze sowie eine vollständig alltagstaugliche weitere Ausstattung aus Schutzblechen, Licht und Co. runden das Gesamtpaket ab. Insgesamt ist das Rad mit 5999 Euro natürlich kein Schnäppchen - aber sinnvoll und gut ausgerüstet.

Hohes Gewicht, Superhohe Zuladung

Satte 36 Kilo wog unser Testrad auf der Redaktionswaage. Wer nun davon ausgeht, dass nur 90 Kilo Piloten überhaupt zugelassen sind, der irrt sich: Satte 143 Kilo Zuladung gibt Victoria für das Utilyon an. In Kombination mit der sehr guten Magura-Bremse haben wir sodann auch keinerlei Bedenken, das Victoria für entsprechend schwere Piloten zu empfehlen.

Den Alu-Rahmen bietet Victoria als Tiefeinsteiger oder als klassischen Diamantrahmen an, Farbauswahl gibt es nur je nach gekaufter Variante, und dann auch nicht für jedes Modell. Das ist schade, zumal das Utilyon mit ab 4999 Euro (UVP) zwar in Summe seiner Teile fair bepreist ist, aber fernab eines Schnäppchens rangiert.

Einmal aufgesattelt merkt man direkt, dass das Utilyon kein kleines Rad ist: Man sitzt selbst als Einsachtzig-Pilot eher hoch, thront quasi auf dem Bike. Einmal beschleunigt, liegt das Utilyon aber satt auf der Straße und fährt sich stabil wie ein Flugzeugträger. Dafür fährst du einfach weiter, wo andere längst die Steckdose ansteuern: 100 Kilometer sind ohne Probleme bei eher flachem Terrain drin - im Turbo-Modus, versteht sich. Flachland-Touristen dürften diesen Wert bei zahmerer Unterstützung locker verdoppeln können.

Test-Fazit: Victoria Utilyon 4

Wir sehen das Victoria vor allen Dingen als attraktiven Alltags- und Tourbegleiter für großgewachsene und/oder entsprechend schwere Radfahrer. Der Rahmen hält buchstäblich was aus, zusammen sind die beiden Akkus echte Kilometerfresser. Aber: Auch die 36 Kilo sind ein Wort und müssen bewegt werden können.

E-Bike Trends und Innovationen

Nach einigen wirklich fiesen Monaten und einer epischen Rabattschlacht leeren sich die Lager der Fahrradhersteller und damit auch die Verkaufsräume der Händler. Nachdem der Markt sehr zurückhaltend war, was Innovationen betrifft, drängen nun neue Modelle mit frischen oder komplett überarbeiteten Komponenten in den Handel. Der Jahrgang 2025 bringt einige technische Neuerungen zur Serienreife. Ganz oben auf der Innovationsliste: die Automatik-Schaltung.

Viele Fahrradbauer nehmen vermehrt den Budget- und mittelpreisigen Sektor in den Fokus. Die größte Zahl an Testrädern sind und bleiben allerdings die Mittelklasseräder im Preissegment zwischen 3000 und 5000 Euro. Mit dem neuen Testschema hält auch eine neue Unterkategorie Einzug in den GERT: Trekking-Light.

Wie sehr das Thema Radgewicht an Bedeutung gewinnt, zeigt sich daran, dass erstmals seit Beginn des GERT das Durchschnittsgewicht aller Testräder (ohne Cargo-Bikes) gesunken ist - und zwar deutlich. Nicht gesunken ist der mittlere Preis, er liegt bei 4950 Euro und somit etwas über dem Vorjahresschnitt.

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