Pedelecs sind beliebt, denn sie sorgen für elektrischen Rückenwind: Sie unterstützen beim Treten bis Tempo 25. Leider sind diese elektrischen Fahrräder - umgangssprachlich E-Bikes - zuweilen teuer. Doch es geht auch günstiger - indem man sich ein gebrauchtes Elektrofahrrad zulegt. Auch ein gebrauchtes Pedelec, sprich E-Bike, kann sich lohnen.
Um sicherzustellen, dass das gewählte Modell Ihren Bedürfnissen und Anforderungen entspricht, müssen Sie beim Kauf eines E-Bikes viele wichtige Aspekte berücksichtigen.
Was ist der Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec?
Die Bezeichnung „E-Bike“ hat sich für Elektrofahrräder durchgesetzt. In der Fachsprache jedoch ist ein E-Bike ein mit einem Elektromotor bestücktes Kleinkraftrad, das auch ohne Strampeln von selbst fährt. Der korrekte Begriff für das landläufig als „E-Bike“ bezeichnete Fahrrad ist Pedelec: Das steht für „Pedal Electric Cyle“ - ein Fahrrad, bei dem der Elektromotor bis zu Tempo 25 unterstützt, solange Radelnde selbst in die Pedale treten. Es kann auch schneller fahren - dann schaltet der Motor aber ab.
Anders das S-Pedelec: Das S steht für „Speed“. Das Rad unterstützt elektrisch das Fahren durch Muskelkraft bis zu 45 km/h.
Die Unterscheidung ist ganz einfach:
- Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis zu 250 Watt, Antriebsunterstützung bis zu 25 km/h. Pedelecs machen mit 95% den größten Anteil an elektrischen Fahrrädern aus. Du benötigst keinen Führerschein, es besteht keine Helmpflicht, Fahrradanhänger sind erlaubt und du darfst auf Fahrradwegen fahren.
- S-Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis 450 Watt, Antriebsunterstützung bis 45 km/h. Du brauchst einen Führerschein, Mindestalter 16 Jahre, Helmpflicht. Darf in Städten nicht auf Fahrradwegen gefahren werden, Anhänger sind verboten!
- E-Bike: Zweirad mit Motor. Ein E-Bike ist also im ursprünglichen Sinne kein Fahrrad, sondern ein Mofa. Trotzdem hat sich der Begriff als Synonym zum Pedelec eingebürgert.
Welcher E-Bike-Typ passt zu Ihnen?
Welches Pedelec infrage kommt, hängt vor allem von der gewünschten Nutzung ab. Hier stellen wir E-Bike-Typen vor, die besonders häufig verkauft werden, und nennen die wichtigsten Rahmenformen.
- City-E-Bikes: eignen sich für bequeme Radlerinnen und Radler, die keine größeren Strecken zurücklegen wollen. Die aufrechte Sitzposition verschafft Überblick im Verkehr. Da dieser E-Bike-Typ häufig mit Nabenschaltung und immer häufiger auch mit einem Riemenantrieb ausgerüstet ist, fallen selten Wartungsarbeiten an. Weit verbreitet sind Tiefeinsteiger mit V-förmigem Rahmen. Er erleichtert Menschen, die weniger beweglich sind, das Aufsteigen beträchtlich. City-E-Bikes werden aber auch mit Diamant- und Trapezrahmen angeboten.
- Urban-E-Bikes: sind eine jüngere Form des Cityrads. Ausstattung und Design sind oft minimalistisch, dadurch sind sie oft auch leichter und günstiger als andere E-Bikes.
- Trekking-E-Bikes: sind sportlicher als City-, aber komfortabler als Mountainbikes. Sie sind eine gute Allround-Lösung für Menschen, die viel radeln und das Bike sowohl im Alltag als auch auf Touren nutzen wollen. Die Hersteller statten ihre Trekkingräder daher üblicherweise mit Lichtanlage, Schutzblechen und Gepäckträger aus - so auch die elf von uns getesteten Trekking-E-Bikes. Typisch sind außerdem eine leicht nach vorn geneigte Sitzposition, eine Kettenschaltung und ein belastbarer Gepäckträger.
- E-Mountainbikes: sind der am häufigsten verkaufte E-Bike-Typ in Deutschland. Kettenschaltung und kräftige Motoren sind da Standard. Typisch ist außerdem ein sogenannter Sloping-Rahmen, bei dem das Oberrohr in Richtung Sattel leicht abfällt. Zunehmend werden E-Mountainbikes aber auch in anderen Rahmenvarianten angeboten. Wenn das E-Mountainbike nicht als reines Sportgerät im Gelände genutzt wird, sondern auch im Straßenverkehr, ist es häufig notwendig, eine Ausstattung nach Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) nachzurüsten.
- SUV-E-Bikes: Von den Anbietern auch als Allroad- oder Crossover-E-Bikes angepriesen, stellen die SUV-Bikes eine Mischform dar, die Radlern eine Entscheidung zwischen Komfort und Sportlichkeit abnehmen soll. Sie sind die Packesel unter den E-Rädern und werden viel häufiger mit als ohne Motor gekauft.
- Lasten-E-Bikes: Von ihnen sind wiederum etliche Typen und Transportvarianten erhältlich.
- E-Falträder bzw. E-Klappräder: Wie die Variante ohne Motor lassen sich E-Falträder beziehungsweise E-Klappräder oft mit wenigen Handgriffen kompakt zusammenlegen. Sie sind deshalb besonders beliebt bei Menschen, die im Alltag mit der Bahn pendeln.
- E-Rennräder: Bei E-Rennrädern sind Akku und Motor oft so kompakt im Rahmen verborgen, dass sie optisch kaum auffallen. Diese Räder sind Sportgeräte. Im Normalbetrieb sind Rennräder schneller als 25 km/h unterwegs, sodass der Motor nicht unterstützt.
Die Rahmenform
- Diamantrahmen: Bei diesem sportlichen „Herrenrahmen“ verläuft das Oberrohr nahezu horizontal und sorgt so für eine hohe Fahrstabilität. Er wird häufig bei eher sportlichen E-Bikes eingesetzt, wie bei den Trekking-E-Bikes im Test 2024.
- Wave-Rahmen: Der tief geschwungene Wave-Rahmen erleichtert das Auf- und Absteigen. Er gilt als tendenziell weniger fahrstabil - in unserem Test von City-E-Bikes 2023 bewiesen die Modelle jedoch durchweg eine gute oder sehr gute Fahrstabilität.
- Trapezrahmen: Bei dieser Rahmenform senkt sich das Oberrohr nach hinten ab, sodass das Aufsatteln deutlich komfortabler als beim Diamantrahmen ist. Das Oberrohr soll den Rahmen versteifen und so für mehr Fahrstabilität sorgen.
Tipp: Wählen Sie die Rahmenform, mit der Sie auch beim Fahrrad ohne Motor gut klargekommen sind. Sind Sie nicht so fit oder lange nicht geradelt, wählen Sie besser einen tieferen Einstieg.
Motor, Akku und Antrieb
Der Antrieb unterscheidet ein normales Fahrrad vom Pedelec. Beim Kauf legen viele deshalb ihr Hauptaugenmerk auf Akku und Motor. Die elektrische Antriebseinheit eines Pedelecs umfasst Motor, Akku und eine Steuereinheit mit Display am Lenker, außerdem Sensoren - etwa für Trittfrequenz, Drehmoment und Geschwindigkeit - sowie Kabel, die diese Teile verbinden.
Für viele ist ein bestimmter Motor- oder Antriebshersteller eines der wichtigsten Kaufkriterien. Unsere Tests zeigen aber: Das ist nicht unbedingt sinnvoll. Denn das Fahrverhalten entsteht im Zusammenspiel von Motor und restlichen Komponenten des Fahrrads.
Grundsätzlich halten wir es für sinnvoll, sich für den Antrieb eines eher großen Anbieters zu entscheiden.
Tipp: Machen Sie die Auswahl nicht per se vom Motor abhängig, sondern fahren Sie - wenn möglich - verschiedene Antriebe Probe. Dabei zeigt sich auch, ob die Sensorik gut abgestimmt ist. In unseren Tests hatten einige günstige Modelle in diesem Punkt Probleme.
Motorposition
- Frontmotor: Mitunter ist er an der Nabe des Vorderrads befestigt. Wie im Test von City-Pedelecs ist diese Motorvariante fast ausschließlich bei eher günstigen E-Bikes zu finden. Insbesondere für Menschen, die auf dem Fahrrad eher unsicher sind, ist diese Motorposition nicht optimal: Das Vorderrad kann auf glattem oder losem Untergrund leichter wegrutschen.
- Hinterradantrieb: Ein Motor an der Hinterradnabe ist oft leise und bewirkt wenig Verschleiß an der Kette. Er kommt vor allem im Mountainbike-Bereich zum Einsatz. Bei einem Defekt lässt er sich vergleichsweise leicht ausbauen. Gleichzeitig erschwert diese Motorposition den Ausbau des Hinterrads.
- Mittelmotor: Bei E-Bikes haben sich die Mittelmotoren als Standard-Ausstattung durchgesetzt. Auch die meisten E-Bikes in unseren Tests haben einen Mittelmotor. Er sorgt für einen tiefen Schwerpunkt, das Gewicht ist gleichmäßig verteilt. Als Übersetzung sind Ketten- oder Nabenschaltungen möglich.
Tipp: In unserer Testdatenbank finden Sie etliche gute E-Bikes mit Mittelmotor.
Manche Antriebe helfen kraftvoller mit als andere. Das liegt wesentlich am Drehmoment des Motors. Tendenziell werden E-Bike-Motoren immer leistungsstärker. Antriebe, die einst nur E-Mountainbikes hatten, stecken nun in City-Rädern.
Tipp: Wenn Sie auf dem Fahrrad nicht ganz so fit oder lange nicht gefahren sind, wählen Sie einen moderaten Motor mit rund 50 Newtonmeter Drehmoment, wie ihn die meisten Modelle im Test der City-E-Bikes haben. Wenn Sie dagegen oft Anstiege mit dem Rad bewältigen möchten und fit sind, ist ein Motor mit mehr Power für Sie sinnvoll.
Je genauer Sensoren − etwa für Trittfrequenz, Drehmoment und Geschwindigkeit − die Tretbewegungen der Radelnden erfassen, desto passender kann der Motor die Leistungsabgabe darauf abstimmen, sodass der Antrieb beispielsweise nicht abrupt „anschiebt“ oder nachläuft, wenn Radelnde nicht mehr mittreten.
Akkukapazität und Reichweite
Im Test von Trekking-E-Bikes hatten die Lithium-Ionen-Akkus einen Energieinhalt von bis zu 625 Wattstunden. Die bringen mehr Reichweite als die getesteten City-E-Bikes mit meist 500 Wattstunden Energieinhalt.
Viel entscheidender als die Akkukapazität sind für die Reichweite ohnehin Temperatur, Streckenprofil, Eigenleistung der Radelnden, Kraftübertragung des Rades - und vor allem die gewählte Unterstützung des Motors. In einem Vortest reichten 500 Wattstunden bergauf mit maximaler Unterstützung für rund 20 Kilometer, in der Ebene im Eco-Modus für rund 85 Kilometer.
Fazit: Für Kurz- und Mittelstrecken reicht ein Akku mit 500 Wattstunden in der Regel aus.
Im Test von Trekking-E-Bikes lieferten mehrere Anbieter Ladegeräte mit, die den Akku mit 4 Ampere Ladestrom laden. Mit ihnen ließ sich der Akku in 4 Stunden und 40 Minuten füllen. Bei den Modellen mit 2 Ampere-Ladegeräten dauerte das Laden bis zu 8 Stunden 50 Minuten.
Tipp: Wird kein 4-Ampere-Ladegerät mitgeliefert, können Sie es beim Fahrradkauf als Dreingabe aushandeln oder selbst zukaufen. Dass der Akku durchs schnellere Laden langfristig leidet, gilt bei solchen Ladeströmen und Akkugrößen als unwahrscheinlich.
Im Alltag kommt es vor allem darauf an, dass der Akku leicht ein- und auszubauen ist. E-Bike-Akkus sind heute oft ganz oder teils im Rahmen integriert. Dort sind sie geschützt und verschlechtern das Fahrverhalten kaum.
Tipp: Kaufen Sie ein Modell, bei dem der Akku von oben oder seitlich in den Rahmen eingesetzt wird. Von unten eingesetzte Akkus können beim Entnehmen oder Einsetzen schnell mal herabfallen. Dabei kann die teure Batterie Schaden nehmen.
Schaltung und Bremsen
Bevor Sie sich auf die Suche nach einem passenden Pedelec machen oder in Beratungsgespräche stürzen, sollten Sie eine klare Vorstellung davon entwickeln, wie Sie Ihr E-Bike nutzen wollen. Verschiedene Brems- oder Schaltungsarten können sich zwar für eine Nutzungsart eignen, für eine andere aber weniger.
Besonders wartungsarm sind Nabenschaltungen. Sie lassen sich im Stand schalten, sind bergauf aber etwas im Nachteil. Nabenschaltungen sind ein typisches Merkmal von City-E-Bikes.
Eine Kettenschaltung erlaubt oft einen dynamischeren Fahrstil, darum ist sie an sportlicheren Rädern wie Trekking- oder Mountainbikes beliebt. Nachteil: die Kette muss gepflegt werden.
Tipp: Wenn Sie mit dem E-Bike sportlich und öfter mal bergauf unterwegs sein wollen, sollten Sie sich für eine Kettenschaltung entscheiden.
In Kombination mit Nabenschaltung und Mittelmotor kann ein Riemen aus Kunstfasern die klassische Fahrradkette ersetzen - wie beim 2022 getesteten Modell von Simplon. Ein Riemenantrieb überträgt die Kraft minimal schlechter als eine Kette, ist dafür aber leise und besonders pflegeleicht.
Grundsätzlich sind hydraulische Scheibenbremsen für die schnellen und schweren Pedelecs eine sichere Wahl - bei ihnen sind in unseren vergangenen Tests nie Probleme aufgetreten. Bei mechanischen und hydraulischen Felgenbremsen ist das nicht garantiert. Eins von drei City-E-Bikes mit Felgenbremsen fiel im Bremstest durch.
Tipp: Üben Sie ganz bewusst, zu bremsen. Und trainieren Sie auch Gefahrenbremsungen, damit Sie im Ernstfall nicht vorn über den Lenker fliegen.
Weitere wichtige Aspekte
- Beleuchtung: Für Energie ist am Pedelec gesorgt - deshalb sollten Sie insbesondere bei teuren Modellen keine Kompromisse bei der Beleuchtung eingehen. Der Frontscheinwerfer sollte Wege hell, breit und gleichmäßig ausleuchten. Eine gute Kenngröße dafür ist eine Beleuchtungsstärke von mindestens 50 Lux. Tipp: Mehr Sicherheit bringen Tagfahrlicht und außerdem eine Standlichtfunktion vorn und hinten. Rückleuchten sind außerdem zunehmend in Sattelstütze, Schutzblech oder am Gepäckträger integriert.
- Sattel: Der Sattel beeinflusst das wahrgenommene Fahrgefühl stark, lässt sich aber problemlos tauschen.
- Gepäck und Kindersitze: In unseren Tests von Elektrofahrrädern haben wir häufig festgestellt, dass sich die Räder unterschiedlich gut für die Mitnahme von viel Gepäck oder die Montage eines Fahrradkindersitzes eignen. Tipp: Wollen Sie Ihre Kinder oder Enkelkinder mit auf Tour nehmen oder in die Kita bringen, sollten Sie - gemeinsam mit dem Fachhändler - einen Blick in die Unterlagen des E-Bikes werfen, ob und unter welchen Bedingungen der Anbieter die Montage eines Kindersitzes erlaubt.
- Zulässiges Gesamtgewicht: Es gibt Pedelecs, bei denen das zulässige Gesamtgewicht nur bei rund 120 Kilogramm liegt. Wiegt der Fahrer 90 Kilo und das Fahrrad knapp 30 Kilogramm, ist das Maximum schon erreicht. Insbesondere, wenn das Rad für Einkäufe, längere Touren oder gar Radreisen genutzt werden soll, ist dieser Punkt wichtig - daher beim Kauf stets auf das zulässige Gesamtgewicht und die Zuladung des Gepäckträgers achten.
Probefahrt und Händlerwahl
Ist geklärt, was das neue E-Bike können soll, kann die Suche nach einem geeigneten Händler beginnen. Egal, wie gut Sie sich informiert haben: Machen Sie unbedingt eine Probefahrt. Wenn möglich, mit verschiedenen Modellen, Antriebssystemen und auch Rahmenformen.
Bringen Sie Ihr übliches Gepäck mit zur Probefahrt. In unseren Tests von E-Bikes haben wir immer wieder einzelne Modelle, deren Fahrverhalten sich verschlechtert, sobald Gepäck im Spiel ist. Solche Unterschiede kann eine Probefahrt mit ordentlich Gepäck - in der Regel sind 20 bis 25 Kilogramm auf dem Gepäckträger erlaubt - entlarven.
Wenn Sie Ihr Rad beispielsweise in den Keller oder in die Wohnung tragen müssen, sollten Sie es vor Ort unbedingt anheben und ein paar Meter tragen. Das kann mitunter ein echter Kraftakt sein - die Modelle im Test wiegen bis zu 30 Kilogramm. Trauen Sie sich das nicht zu, sollten sie unbedingt ein leichteres Modell wählen und darauf achten, dass das E-Bike gute Griffmöglichkeiten am Rahmen bietet.
Wer nach einem bestimmten E-Bike-Modell sucht, kommt mitunter nicht daran vorbei, auch online zu recherchieren - und muss das Rad manchmal im Internet kaufen. Bevor Sie zuschlagen: Checken Sie, ob ein lokaler Händler bei Ihnen vor Ort die Marke betreut. Das kann die Wartung und Ersatzteilbeschaffung vereinfachen.
Tipp: Wir haben 2021 Angebot und Service großer Online-Fahrradhändler im Test unter die Lupe genommen.
Gebrauchtes E-Bike kaufen - worauf achten?
Viele gebrauchte E-Bikes sind in einem guten Zustand. Das gilt vor allem für Rückläufer aus Leasingverträgen, die meist noch nicht alt sind und gut gepflegt wurden. Denn: „Eine regelmäßige Wartung des Rads gehört zum Vertragsumfang“, sagt Réne Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).
Nachteilig ist, dass gebrauchte Räder etwas Verschleiß und Alterung unterliegen. Das bedeutet, dass man Reparaturen und Ersatzteile schneller braucht als bei einem Neurad. „Ein klassisches Verschleißobjekt ist beim E-Bike der Akku“, sagt H. David Koßmann vom Pressedienst-Fahrrad (pd-f).
Etwas Risiko ist also beim Gebrauchtradkauf dabei, vor allem, wenn es um Privatkäufe geht. „Wichtig ist eine Probefahrt“, sagt Koßmann. Dabei sollte man testen, ob alles wie etwa Bremse und Licht einwandfrei funktioniert und das Rad keine ungewöhnlichen Geräusche von sich gibt. Knacken, knarzen, klappern oder Schleifgeräusche deuten auf technische Probleme hin.
Verschleiß: Zieht man die Vorderradbremse und versucht, das Rad vor- und zurückzuschieben, sollte kein Spiel spürbar sein. Auch die Räder sollte man abwechselnd nach links und rechts drücken.
Tuning: „Ein E-Bike, dessen Geschwindigkeit mit 25 km/h angegeben ist, dessen Motor aber darüber hinaus beschleunigt, ist illegal“, sagt H. David Koßmann. Erkennen lässt sich eine solche Manipulation, in dem man bei der Probefahrt testweise das höchstmögliche Tempo vorlegt. Zeigt das Tachometer mehr als 25 km/h, dann besser die Finger von dem Rad lassen.
„Man sollte sich aber ein Prüfprotokoll des Akkus geben lassen, das zeigt, wie viel Kapazität der Akku noch hat“, sagt Filippek. Liegt die Restkapazität unter 80 Prozent, ist mittelfristig bereits ein neuer Akku für mehrere hundert Euro fällig. Wer privat kauft, sollte in einer Werkstatt den Akku auslesen lassen.
Wer ein gebrauchtes E-Bike kaufen will, sollte sich das Wunschobjekt genau anschauen oder bei einem vertrauenswürdigen Händler kaufen. Ein vergleichsweise teures E-Bike sollte wenige Kilometer gefahren sein. Allerdings ist ein konkreter Kilometerwert schwer zu nennen, wie Filippek sagt. Denn es hängt auch von der Pflege ab.
„Man sollte recherchieren, ob die Marke gängig ist“, sagt Filippek. Das geht etwa übers Internet. Es gibt stationäre Fachgeschäfte und Online-Shops, die gebrauchte Elektrofahrräder anbieten. „Ob ein Online-Shop seriös ist, lässt sich anhand von Siegeln wie Trusted Shops oder Trustpilot checken“, sagt H. David Koßmann.
Ein Fachgeschäft checkt das Rad durch und repariert bei Mängeln. „Wer im Fachhandel Gebrauchträder kauft, kann sich ein Jahr lang auf die Sachmängelhaftung berufen, also die Hälfte der Zeit, die bei Neuware gilt“, sagt René Filippek. Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung, die ein Fachgeschäft selbst festlegen kann.
„Falls das Rad codiert ist mit einer Codierung der Polizei, kann man dort nachfragen, wem das Rad gehört“, sagt Koßmann. „Beim Kauf von privat sollte man auf einen Kaufvertrag mit Angabe der persönlichen Daten des Verkäufers oder der Verkäuferin bestehen und die Rahmennummer notieren“, so Filippek.
Checkliste für den E-Bike-Kauf
Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Punkte zusammen, die Sie vor dem Kauf eines E-Bikes beachten sollten:
- Einsatzzweck: Für welchen Zweck möchten Sie das E-Bike hauptsächlich nutzen?
- Budget: Wie hoch ist Ihr Budget?
- Motorleistung: Welche Motorleistung ist für Ihre Bedürfnisse ausreichend?
- Akkukapazität: Welche Akkukapazität benötigen Sie für Ihre Fahrstrecken?
- Akkukapazität: Wie ist der Akku integriert (entnehmbar, fest verbaut)?
- Rahmenart: Welche Rahmenart passt am besten zu Ihnen?
- Federung: Benötigen Sie eine Federung?
- Bremsen: Welche Bremsen sind für Ihre Sicherheit am besten geeignet?
- Schaltung: Bevorzugen Sie eine Kettenschaltung oder eine Nabenschaltung?
- Reifen: Welche Reifen sind für Ihre Fahrbedingungen am besten geeignet?
- Zubehör: Welches Zubehör benötigen Sie (Beleuchtung, Schutzbleche, Gepäckträger, Schloss)?
- Probefahrt: Machen Sie eine Probefahrt, um das E-Bike auf Bequemlichkeit, Handhabung und Ergonomie zu prüfen.
- Händler: Wählen Sie einen vertrauenswürdigen Händler mit gutem Kundenservice.
- Wartung: Stellen Sie sicher, dass Wartungsdienste und Ersatzteile in Ihrer Umgebung verfügbar sind.
Wo kann man Elektrofahrräder kaufen?
Hier sind einige Fahrradgeschäfte mit Links zu den Shops:
- ROSE: ist ein Hersteller mit Tradition und langer Firmengeschichte mit Sitz in Deutschland. Neben einem Online Shop hat Rose verschiedene Läden mit Verkaufsfläche. ROSE*
- Radonline: ist ein großer Fahrrad Online Shop, der auch einen lokalen und stationären Handel betreibt. Radonline.de*
- BOC Bikes: Bike & Outdoor Company ist ein Fahrradhandel den es sowohl als Ladengeschäft als auch als Online Shop gibt. BOC E-Bikes*
- Raddiscount: ist ein allgemeiner Fahrrad Online Shop der auch E-Bikes führt. Raddiscount.de*
- Decathlon: Online Shop mit diversen Sportprodukten sowie E-Bikes unterschiedlicher Kategorien. Decathlon.de *
*Die Links zu den Fahrradshops sind Werbung.
Zusätzliche Anschaffungen
Neben dem Kauf eines E-Bikes empfehlen wir auch die Anschaffung eines Fahrradhelms, hier kann man auf die Ergebnisse aus dem Fahrradhelm Test zurückgreifen. Parallel dazu sollte man sich ein sicheres Fahrradschloss zulegen und prüfen, ob die eigene Hausratversicherung / Fahrradversicherung / E-Bike Versicherung das neue Elektrogefährt im Fall eines Diebstahls absichert. Es wäre ärgerlich sich direkt ein neues E-Bike kaufen zu müssen.
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