Worauf Sie beim Kauf eines Elektrofahrrads achten sollten

Pedelecs sind beliebt, denn sie sorgen für elektrischen Rückenwind: Sie unterstützen beim Treten bis Tempo 25. Leider sind diese elektrischen Fahrräder - umgangssprachlich E-Bikes - zuweilen teuer. Doch es geht auch günstiger - indem man sich ein gebrauchtes Elektrofahrrad zulegt. Auch ein gebrauchtes Pedelec, sprich E-Bike, kann sich lohnen.

Um sicherzustellen, dass das gewählte Modell Ihren Bedürfnissen und Anforderungen entspricht, müssen Sie beim Kauf eines E-Bikes viele wichtige Aspekte berücksichtigen.

Was ist der Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec?

Die Bezeichnung „E-Bike“ hat sich für Elektrofahr­räder durch­gesetzt. In der Fach­sprache jedoch ist ein E-Bike ein mit einem Elektromotor bestücktes Klein­kraft­rad, das auch ohne Strampeln von selbst fährt. Der korrekte Begriff für das land­läufig als „E-Bike“ bezeichnete Fahr­rad ist Pedelec: Das steht für „Pedal Electric Cyle“ - ein Fahr­rad, bei dem der Elektromotor bis zu Tempo 25 unterstützt, solange Radelnde selbst in die Pedale treten. Es kann auch schneller fahren - dann schaltet der Motor aber ab.

Anders das S-Pedelec: Das S steht für „Speed“. Das Rad unterstützt elektrisch das Fahren durch Muskel­kraft bis zu 45 km/h.

Die Unterscheidung ist ganz einfach:

  • Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis zu 250 Watt, Antriebsunterstützung bis zu 25 km/h. Pedelecs machen mit 95% den größten Anteil an elektrischen Fahrrädern aus. Du benötigst keinen Führerschein, es besteht keine Helmpflicht, Fahrradanhänger sind erlaubt und du darfst auf Fahrradwegen fahren.
  • S-Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis 450 Watt, Antriebsunterstützung bis 45 km/h. Du brauchst einen Führerschein, Mindestalter 16 Jahre, Helmpflicht. Darf in Städten nicht auf Fahrradwegen gefahren werden, Anhänger sind verboten!
  • E-Bike: Zweirad mit Motor. Ein E-Bike ist also im ursprünglichen Sinne kein Fahrrad, sondern ein Mofa. Trotzdem hat sich der Begriff als Synonym zum Pedelec eingebürgert.

Welcher E-Bike-Typ passt zu Ihnen?

Welches Pedelec infrage kommt, hängt vor allem von der gewünschten Nutzung ab. Hier stellen wir E-Bike-Typen vor, die besonders häufig verkauft werden, und nennen die wichtigsten Rahmenformen.

  • City-E-Bikes: eignen sich für bequeme Radlerinnen und Radler, die keine größeren Stre­cken zurück­legen wollen. Die aufrechte Sitz­position verschafft Über­blick im Verkehr. Da dieser E-Bike-Typ häufig mit Naben­schaltung und immer häufiger auch mit einem Riemen­antrieb ausgerüstet ist, fallen selten Wartungs­arbeiten an. Weit verbreitet sind Tiefein­steiger mit V-förmigem Rahmen. Er erleichtert Menschen, die weniger beweglich sind, das Aufsteigen beträcht­lich. City-E-Bikes werden aber auch mit Diamant- und Trapez­rahmen angeboten.
  • Urban-E-Bikes: sind eine jüngere Form des Cityrads. Ausstattung und Design sind oft minimalistisch, dadurch sind sie oft auch leichter und güns­tiger als andere E-Bikes.
  • Trekking-E-Bikes: sind sport­licher als City-, aber komfort­abler als Mountain­bikes. Sie sind eine gute Allround-Lösung für Menschen, die viel radeln und das Bike sowohl im Alltag als auch auf Touren nutzen wollen. Die Hersteller statten ihre Trekkingräder daher üblicher­weise mit Licht­anlage, Schutz­blechen und Gepäck­träger aus - so auch die elf von uns getesteten Trekking-E-Bikes. Typisch sind außerdem eine leicht nach vorn geneigte Sitz­position, eine Ketten­schaltung und ein belast­barer Gepäck­träger.
  • E-Mountainbikes: sind der am häufigsten verkaufte E-Bike-Typ in Deutsch­land. Ketten­schaltung und kräftige Motoren sind da Stan­dard. Typisch ist außerdem ein sogenannter Sloping-Rahmen, bei dem das Ober­rohr in Richtung Sattel leicht abfällt. Zunehmend werden E-Mountain­bikes aber auch in anderen Rahmenvarianten angeboten. Wenn das E-Mountain­bike nicht als reines Sport­gerät im Gelände genutzt wird, sondern auch im Straßenverkehr, ist es häufig notwendig, eine Ausstattung nach Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) nach­zurüsten.
  • SUV-E-Bikes: Von den Anbietern auch als Allroad- oder Crossover-E-Bikes angepriesen, stellen die SUV-Bikes eine Misch­form dar, die Radlern eine Entscheidung zwischen Komfort und Sport­lich­keit abnehmen soll. Sie sind die Pack­esel unter den E-Rädern und werden viel häufiger mit als ohne Motor gekauft.
  • Lasten-E-Bikes: Von ihnen sind wiederum etliche Typen und Trans­port­varianten erhältlich.
  • E-Falträder bzw. E-Klappräder: Wie die Variante ohne Motor lassen sich E-Falträder beziehungs­weise E-Klapp­räder oft mit wenigen Hand­griffen kompakt zusammenlegen. Sie sind deshalb besonders beliebt bei Menschen, die im Alltag mit der Bahn pendeln.
  • E-Rennräder: Bei E-Renn­rädern sind Akku und Motor oft so kompakt im Rahmen verborgen, dass sie optisch kaum auffallen. Diese Räder sind Sport­geräte. Im Normal­betrieb sind Renn­räder schneller als 25 km/h unterwegs, sodass der Motor nicht unterstützt.

Die Rahmenform

  • Diamant­rahmen: Bei diesem sport­lichen „Herren­rahmen“ verläuft das Ober­rohr nahezu horizontal und sorgt so für eine hohe Fahr­stabilität. Er wird häufig bei eher sport­lichen E-Bikes einge­setzt, wie bei den Trekking-E-Bikes im Test 2024.
  • Wave-Rahmen: Der tief geschwungene Wave-Rahmen erleichtert das Auf- und Absteigen. Er gilt als tendenziell weniger fahr­stabil - in unserem Test von City-E-Bikes 2023 bewiesen die Modelle jedoch durchweg eine gute oder sehr gute Fahr­stabilität.
  • Trapez­rahmen: Bei dieser Rahmenform senkt sich das Ober­rohr nach hinten ab, sodass das Aufsatteln deutlich komfort­abler als beim Diamant­rahmen ist. Das Ober­rohr soll den Rahmen versteifen und so für mehr Fahr­stabilität sorgen.

Tipp: Wählen Sie die Rahmenform, mit der Sie auch beim Fahr­rad ohne Motor gut klarge­kommen sind. Sind Sie nicht so fit oder lange nicht geradelt, wählen Sie besser einen tieferen Einstieg.

Motor, Akku und Antrieb

Der Antrieb unterscheidet ein normales Fahr­rad vom Pedelec. Beim Kauf legen viele deshalb ihr Haupt­augen­merk auf Akku und Motor. Die elektrische Antriebs­einheit eines Pedelecs umfasst Motor, Akku und eine Steuer­einheit mit Display am Lenker, außerdem Sensoren - etwa für Tritt­frequenz, Drehmoment und Geschwindig­keit - sowie Kabel, die diese Teile verbinden.

Für viele ist ein bestimmter Motor- oder Antriebs­hersteller eines der wichtigsten Kauf­kriterien. Unsere Tests zeigen aber: Das ist nicht unbe­dingt sinn­voll. Denn das Fahr­verhalten entsteht im Zusammen­spiel von Motor und restlichen Komponenten des Fahr­rads.

Grundsätzlich halten wir es für sinn­voll, sich für den Antrieb eines eher großen Anbieters zu entscheiden.

Tipp: Machen Sie die Auswahl nicht per se vom Motor abhängig, sondern fahren Sie - wenn möglich - verschiedene Antriebe Probe. Dabei zeigt sich auch, ob die Sensorik gut abge­stimmt ist. In unseren Tests hatten einige güns­tige Modelle in diesem Punkt Probleme.

Motorposition

  • Front­motor: Mitunter ist er an der Nabe des Vorderrads befestigt. Wie im Test von City-Pedelecs ist diese Motor­variante fast ausschließ­lich bei eher güns­tigen E-Bikes zu finden. Insbesondere für Menschen, die auf dem Fahr­rad eher unsicher sind, ist diese Motor­position nicht optimal: Das Vorderrad kann auf glattem oder losem Unter­grund leichter wegrutschen.
  • Hinterrad­antrieb: Ein Motor an der Hinterradnabe ist oft leise und bewirkt wenig Verschleiß an der Kette. Er kommt vor allem im Mountain­bike-Bereich zum Einsatz. Bei einem Defekt lässt er sich vergleichs­weise leicht ausbauen. Gleich­zeitig erschwert diese Motor­position den Ausbau des Hinterrads.
  • Mittel­motor: Bei E-Bikes haben sich die Mittel­motoren als Stan­dard-Ausstattung durch­gesetzt. Auch die meisten E-Bikes in unseren Tests haben einen Mittel­motor. Er sorgt für einen tiefen Schwer­punkt, das Gewicht ist gleich­mäßig verteilt. Als Über­setzung sind Ketten- oder Naben­schaltungen möglich.

Tipp: In unserer Test­daten­bank finden Sie etliche gute E-Bikes mit Mittel­motor.

Manche Antriebe helfen kraft­voller mit als andere. Das liegt wesentlich am Drehmoment des Motors. Tendenziell werden E-Bike-Motoren immer leistungs­stärker. Antriebe, die einst nur E-Mountain­bikes hatten, stecken nun in City-Rädern.

Tipp: Wenn Sie auf dem Fahr­rad nicht ganz so fit oder lange nicht gefahren sind, wählen Sie einen moderaten Motor mit rund 50 Newton­meter Drehmoment, wie ihn die meisten Modelle im Test der City-E-Bikes haben. Wenn Sie dagegen oft Anstiege mit dem Rad bewältigen möchten und fit sind, ist ein Motor mit mehr Power für Sie sinn­voll.

Je genauer Sensoren − etwa für Tritt­frequenz, Drehmoment und Geschwindig­keit − die Tretbewegungen der Radelnden erfassen, desto passender kann der Motor die Leistungs­abgabe darauf abstimmen, sodass der Antrieb beispiels­weise nicht abrupt „anschiebt“ oder nach­läuft, wenn Radelnde nicht mehr mittreten.

Akkukapazität und Reichweite

Im Test von Trekking-E-Bikes hatten die Lithium-Ionen-Akkus einen Energie­inhalt von bis zu 625 Watt­stunden. Die bringen mehr Reich­weite als die getesteten City-E-Bikes mit meist 500 Watt­stunden Energie­inhalt.

Viel entscheidender als die Akku­kapazität sind für die Reich­weite ohnehin Temperatur, Stre­cken­profil, Eigen­leistung der Radelnden, Kraft­über­tragung des Rades - und vor allem die gewählte Unterstüt­zung des Motors. In einem Vortest reichten 500 Watt­stunden berg­auf mit maximaler Unterstüt­zung für rund 20 Kilo­meter, in der Ebene im Eco-Modus für rund 85 Kilo­meter.

Fazit: Für Kurz- und Mittel­stre­cken reicht ein Akku mit 500 Watt­stunden in der Regel aus.

Im Test von Trekking-E-Bikes lieferten mehrere Anbieter Ladegeräte mit, die den Akku mit 4 Ampere Lade­strom laden. Mit ihnen ließ sich der Akku in 4 Stunden und 40 Minuten füllen. Bei den Modellen mit 2 Ampere-Ladegeräten dauerte das Laden bis zu 8 Stunden 50 Minuten.

Tipp: Wird kein 4-Ampere-Ladegerät mitgeliefert, können Sie es beim Fahr­radkauf als Dreingabe aushandeln oder selbst zukaufen. Dass der Akku durchs schnel­lere Laden lang­fristig leidet, gilt bei solchen Ladeströmen und Akkugrößen als unwahr­scheinlich.

Im Alltag kommt es vor allem darauf an, dass der Akku leicht ein- und auszubauen ist. E-Bike-Akkus sind heute oft ganz oder teils im Rahmen integriert. Dort sind sie geschützt und verschlechtern das Fahr­verhalten kaum.

Tipp: Kaufen Sie ein Modell, bei dem der Akku von oben oder seitlich in den Rahmen einge­setzt wird. Von unten einge­setzte Akkus können beim Entnehmen oder Einsetzen schnell mal herab­fallen. Dabei kann die teure Batterie Schaden nehmen.

Schaltung und Bremsen

Bevor Sie sich auf die Suche nach einem passenden Pedelec machen oder in Beratungs­gespräche stürzen, sollten Sie eine klare Vorstellung davon entwickeln, wie Sie Ihr E-Bike nutzen wollen. Verschiedene Brems- oder Schaltungs­arten können sich zwar für eine Nutzungs­art eignen, für eine andere aber weniger.

Besonders wartungs­arm sind Naben­schaltungen. Sie lassen sich im Stand schalten, sind berg­auf aber etwas im Nachteil. Naben­schaltungen sind ein typisches Merkmal von City-E-Bikes.

Eine Ketten­schaltung erlaubt oft einen dyna­mischeren Fahr­stil, darum ist sie an sport­licheren Rädern wie Trekking- oder Mountain­bikes beliebt. Nachteil: die Kette muss gepflegt werden.

Tipp: Wenn Sie mit dem E-Bike sport­lich und öfter mal berg­auf unterwegs sein wollen, sollten Sie sich für eine Ketten­schaltung entscheiden.

In Kombination mit Naben­schaltung und Mittel­motor kann ein Riemen aus Kunst­fasern die klassische Fahr­radkette ersetzen - wie beim 2022 getesteten Modell von Simplon. Ein Riemen­antrieb über­trägt die Kraft minimal schlechter als eine Kette, ist dafür aber leise und besonders pflegeleicht.

Grundsätzlich sind hydrau­lische Scheibenbremsen für die schnellen und schweren Pedelecs eine sichere Wahl - bei ihnen sind in unseren vergangenen Tests nie Probleme aufgetreten. Bei mecha­nischen und hydrau­lischen Felgenbremsen ist das nicht garan­tiert. Eins von drei City-E-Bikes mit Felgenbremsen fiel im Brems­test durch.

Tipp: Üben Sie ganz bewusst, zu bremsen. Und trainieren Sie auch Gefahrenbremsungen, damit Sie im Ernst­fall nicht vorn über den Lenker fliegen.

Weitere wichtige Aspekte

  • Beleuchtung: Für Energie ist am Pedelec gesorgt - deshalb sollten Sie insbesondere bei teuren Modellen keine Kompromisse bei der Beleuchtung eingehen. Der Front­scheinwerfer sollte Wege hell, breit und gleich­mäßig ausleuchten. Eine gute Kenn­größe dafür ist eine Beleuchtungs­stärke von mindestens 50 Lux. Tipp: Mehr Sicherheit bringen Tagfahr­licht und außerdem eine Standlicht­funk­tion vorn und hinten. Rück­leuchten sind außerdem zunehmend in Sattel­stütze, Schutz­blech oder am Gepäck­träger integriert.
  • Sattel: Der Sattel beein­flusst das wahr­genom­mene Fahr­gefühl stark, lässt sich aber problemlos tauschen.
  • Gepäck und Kindersitze: In unseren Tests von Elektrofahrrädern haben wir häufig fest­gestellt, dass sich die Räder unterschiedlich gut für die Mitnahme von viel Gepäck oder die Montage eines Fahr­radkinder­sitzes eignen. Tipp: Wollen Sie Ihre Kinder oder Enkel­kinder mit auf Tour nehmen oder in die Kita bringen, sollten Sie - gemein­sam mit dem Fachhändler - einen Blick in die Unterlagen des E-Bikes werfen, ob und unter welchen Bedingungen der Anbieter die Montage eines Kinder­sitzes erlaubt.
  • Zulässiges Gesamtgewicht: Es gibt Pedelecs, bei denen das zulässige Gesamt­gewicht nur bei rund 120 Kilogramm liegt. Wiegt der Fahrer 90 Kilo und das Fahr­rad knapp 30 Kilogramm, ist das Maximum schon erreicht. Insbesondere, wenn das Rad für Einkäufe, längere Touren oder gar Radreisen genutzt werden soll, ist dieser Punkt wichtig - daher beim Kauf stets auf das zulässige Gesamt­gewicht und die Zuladung des Gepäck­trägers achten.

Probefahrt und Händlerwahl

Ist geklärt, was das neue E-Bike können soll, kann die Suche nach einem geeigneten Händler beginnen. Egal, wie gut Sie sich informiert haben: Machen Sie unbe­dingt eine Probefahrt. Wenn möglich, mit verschiedenen Modellen, Antriebs­systemen und auch Rahmenformen.

Bringen Sie Ihr übliches Gepäck mit zur Probefahrt. In unseren Tests von E-Bikes haben wir immer wieder einzelne Modelle, deren Fahr­verhalten sich verschlechtert, sobald Gepäck im Spiel ist. Solche Unterschiede kann eine Probefahrt mit ordentlich Gepäck - in der Regel sind 20 bis 25 Kilogramm auf dem Gepäck­träger erlaubt - entlarven.

Wenn Sie Ihr Rad beispiels­weise in den Keller oder in die Wohnung tragen müssen, sollten Sie es vor Ort unbe­dingt anheben und ein paar Meter tragen. Das kann mitunter ein echter Kraft­akt sein - die Modelle im Test wiegen bis zu 30 Kilogramm. Trauen Sie sich das nicht zu, sollten sie unbe­dingt ein leichteres Modell wählen und darauf achten, dass das E-Bike gute Griff­möglich­keiten am Rahmen bietet.

Wer nach einem bestimmten E-Bike-Modell sucht, kommt mitunter nicht daran vorbei, auch online zu recherchieren - und muss das Rad manchmal im Internet kaufen. Bevor Sie zuschlagen: Checken Sie, ob ein lokaler Händler bei Ihnen vor Ort die Marke betreut. Das kann die Wartung und Ersatz­teil­beschaffung vereinfachen.

Tipp: Wir haben 2021 Angebot und Service großer Online-Fahrradhändler im Test unter die Lupe genommen.

Gebrauchtes E-Bike kaufen - worauf achten?

Viele gebrauchte E-Bikes sind in einem guten Zustand. Das gilt vor allem für Rückläufer aus Leasingverträgen, die meist noch nicht alt sind und gut gepflegt wurden. Denn: „Eine regelmäßige Wartung des Rads gehört zum Vertragsumfang“, sagt Réne Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Nachteilig ist, dass gebrauchte Räder etwas Verschleiß und Alterung unterliegen. Das bedeutet, dass man Reparaturen und Ersatzteile schneller braucht als bei einem Neurad. „Ein klassisches Verschleißobjekt ist beim E-Bike der Akku“, sagt H. David Koßmann vom Pressedienst-Fahrrad (pd-f).

Etwas Risiko ist also beim Gebrauchtradkauf dabei, vor allem, wenn es um Privatkäufe geht. „Wichtig ist eine Probefahrt“, sagt Koßmann. Dabei sollte man testen, ob alles wie etwa Bremse und Licht einwandfrei funktioniert und das Rad keine ungewöhnlichen Geräusche von sich gibt. Knacken, knarzen, klappern oder Schleifgeräusche deuten auf technische Probleme hin.

Verschleiß: Zieht man die Vorderradbremse und versucht, das Rad vor- und zurückzuschieben, sollte kein Spiel spürbar sein. Auch die Räder sollte man abwechselnd nach links und rechts drücken.

Tuning: „Ein E-Bike, dessen Geschwindigkeit mit 25 km/h angegeben ist, dessen Motor aber darüber hinaus beschleunigt, ist illegal“, sagt H. David Koßmann. Erkennen lässt sich eine solche Manipulation, in dem man bei der Probefahrt testweise das höchstmögliche Tempo vorlegt. Zeigt das Tachometer mehr als 25 km/h, dann besser die Finger von dem Rad lassen.

„Man sollte sich aber ein Prüfprotokoll des Akkus geben lassen, das zeigt, wie viel Kapazität der Akku noch hat“, sagt Filippek. Liegt die Restkapazität unter 80 Prozent, ist mittelfristig bereits ein neuer Akku für mehrere hundert Euro fällig. Wer privat kauft, sollte in einer Werkstatt den Akku auslesen lassen.

Wer ein gebrauchtes E-Bike kaufen will, sollte sich das Wunschobjekt genau anschauen oder bei einem vertrauenswürdigen Händler kaufen. Ein vergleichsweise teures E-Bike sollte wenige Kilometer gefahren sein. Allerdings ist ein konkreter Kilometerwert schwer zu nennen, wie Filippek sagt. Denn es hängt auch von der Pflege ab.

„Man sollte recherchieren, ob die Marke gängig ist“, sagt Filippek. Das geht etwa übers Internet. Es gibt stationäre Fachgeschäfte und Online-Shops, die gebrauchte Elektrofahrräder anbieten. „Ob ein Online-Shop seriös ist, lässt sich anhand von Siegeln wie Trusted Shops oder Trustpilot checken“, sagt H. David Koßmann.

Ein Fachgeschäft checkt das Rad durch und repariert bei Mängeln. „Wer im Fachhandel Gebrauchträder kauft, kann sich ein Jahr lang auf die Sachmängelhaftung berufen, also die Hälfte der Zeit, die bei Neuware gilt“, sagt René Filippek. Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung, die ein Fachgeschäft selbst festlegen kann.

„Falls das Rad codiert ist mit einer Codierung der Polizei, kann man dort nachfragen, wem das Rad gehört“, sagt Koßmann. „Beim Kauf von privat sollte man auf einen Kaufvertrag mit Angabe der persönlichen Daten des Verkäufers oder der Verkäuferin bestehen und die Rahmennummer notieren“, so Filippek.

Checkliste für den E-Bike-Kauf

Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Punkte zusammen, die Sie vor dem Kauf eines E-Bikes beachten sollten:

  1. Einsatzzweck: Für welchen Zweck möchten Sie das E-Bike hauptsächlich nutzen?
  2. Budget: Wie hoch ist Ihr Budget?
  3. Motorleistung: Welche Motorleistung ist für Ihre Bedürfnisse ausreichend?
  4. Akkukapazität: Welche Akkukapazität benötigen Sie für Ihre Fahrstrecken?
  5. Akkukapazität: Wie ist der Akku integriert (entnehmbar, fest verbaut)?
  6. Rahmenart: Welche Rahmenart passt am besten zu Ihnen?
  7. Federung: Benötigen Sie eine Federung?
  8. Bremsen: Welche Bremsen sind für Ihre Sicherheit am besten geeignet?
  9. Schaltung: Bevorzugen Sie eine Kettenschaltung oder eine Nabenschaltung?
  10. Reifen: Welche Reifen sind für Ihre Fahrbedingungen am besten geeignet?
  11. Zubehör: Welches Zubehör benötigen Sie (Beleuchtung, Schutzbleche, Gepäckträger, Schloss)?
  12. Probefahrt: Machen Sie eine Probefahrt, um das E-Bike auf Bequemlichkeit, Handhabung und Ergonomie zu prüfen.
  13. Händler: Wählen Sie einen vertrauenswürdigen Händler mit gutem Kundenservice.
  14. Wartung: Stellen Sie sicher, dass Wartungsdienste und Ersatzteile in Ihrer Umgebung verfügbar sind.

Wo kann man Elektrofahrräder kaufen?

Hier sind einige Fahrradgeschäfte mit Links zu den Shops:

  • ROSE: ist ein Hersteller mit Tradition und langer Firmengeschichte mit Sitz in Deutschland. Neben einem Online Shop hat Rose verschiedene Läden mit Verkaufsfläche. ROSE*
  • Radonline: ist ein großer Fahrrad Online Shop, der auch einen lokalen und stationären Handel betreibt. Radonline.de*
  • BOC Bikes: Bike & Outdoor Company ist ein Fahrradhandel den es sowohl als Ladengeschäft als auch als Online Shop gibt. BOC E-Bikes*
  • Raddiscount: ist ein allgemeiner Fahrrad Online Shop der auch E-Bikes führt. Raddiscount.de*
  • Decathlon: Online Shop mit diversen Sportprodukten sowie E-Bikes unterschiedlicher Kategorien. Decathlon.de *

*Die Links zu den Fahrradshops sind Werbung.

Zusätzliche Anschaffungen

Neben dem Kauf eines E-Bikes empfehlen wir auch die Anschaffung eines Fahrradhelms, hier kann man auf die Ergebnisse aus dem Fahrradhelm Test zurückgreifen. Parallel dazu sollte man sich ein sicheres Fahrradschloss zulegen und prüfen, ob die eigene Hausratversicherung / Fahrradversicherung / E-Bike Versicherung das neue Elektrogefährt im Fall eines Diebstahls absichert. Es wäre ärgerlich sich direkt ein neues E-Bike kaufen zu müssen.

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