E-Roller im Test: E-Max, Honeywhale E9 Max und mehr

Die Elektromobilität kämpft mit ähnlichen Herausforderungen wie die Automobilpioniere des späten 19. Jahrhunderts. Skeptiker bemängeln oft lange Ladezeiten, geringe Reichweiten und niedrige Höchstgeschwindigkeiten. Doch gerade kompakte E-Scooter, die mit einem Autoführerschein gefahren werden können, bieten viele Vorteile.

Typische Nutzer legen mit diesen Scootern etwa 11 km pro Tag zurück. Sie können problemlos auf dem Gehweg abgestellt und an einer Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Nach etwa drei Stunden sind die Akkus wieder voll, und die gesetzlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist auch elektrisch kein Problem.

E-Max: Ein Mokick-Roller mit vielen Vorzügen

Der E-Max Mokick-Roller überzeugt durch seinen rasanten Antritt, flüsterleisen Betrieb und niedrige Unterhaltskosten. Sein ansprechendes italienisches Design zieht schon im Stand viele Blicke auf sich. Passanten sind oft überrascht, wenn sich das mattschwarze Designstück ohne Anlassergeräusch in Bewegung setzt und lautlos davonsaust.

Ein wesentlicher Vorteil des E-Max gegenüber seinen knatternden Verbrennungs-Rivalen: 100 km kosten mit dem E-Max etwa 90 Cent für Strom, während Benziner rund fünf Euro für Benzin und Zweitakt-Öl benötigen. Bei normaler Fahrweise sind 40 bis 50 km Reichweite realistisch, im Eco-Modus sogar bis zu 60 km.

Fahrmodi und Leistung

Der E-Max bietet drei wählbare Fahrmodi: Eco, Normal und Power. Der Eco-Modus erhöht die Reichweite bei einer maximalen Geschwindigkeit von 30 km/h, während der Power-Modus die Reichweite reduziert, aber kurzzeitig mehr Leistung für Steigungen bereitstellt. Die maximale Leistung des E-Max 90S beträgt im Normal-Modus 2,75 kW/3,74 PS und im Power-Modus bis zu 3,85 kW/5,23 PS.

Seit dem Modelljahr 2012 rekuperiert der E-Max beim Bergabrollen. Das bedeutet, dass der Elektromotor phasenweise als Generator fungiert und Bewegungsenergie in Strom umwandelt, der in den Akkus gespeichert wird. Dies erhöht die Reichweite um etwa fünf Prozent und macht einen Rückwärtsgang erforderlich, da sich der E-Max aufgrund der Bremskraftrückgewinnung schwerer rangieren lässt.

Akkus und Design

Bedenken hinsichtlich der Haltbarkeit der Akkus sind unbegründet: Sie haben keinen Memory-Effekt, sodass Zwischenladen problemlos möglich ist. Laut Hersteller sollen sie rund 20.000 km halten, was für einen Roller dieser Klasse meist ein ganzes Fahrzeugleben entspricht.

Das Design umfasst eine Einarmschwinge und eine flotte italienische Optik. Scheibenbremsen vorne und hinten runden das Gesamtbild ab. Für einen Listenpreis von 3.295 Euro ist der E-Max zwar teurer als eine vergleichbare Vespa, aber die Preisdifferenz wird durch die niedrigeren Unterhaltskosten ab etwa 7.500 km wiederHereingeholt.

Das Aufladen der Akkus ist an einer Haushaltssteckdose möglich. Das Ladegerät verkleinert jedoch den Stauraum unter der Sitzbank, weshalb der Hersteller ein 28 l großes Topcase als Zubehör anbietet.

Kritikpunkte

Einige Verarbeitungsmängel fallen beim E-Max auf, insbesondere bei der Sitzbank. Der Bezug ist auf der Unterseite lieblos festgetackert, die Halterung wirkt wackelig, und bei Zwei-Mann-Besatzung öffnet sich ein kleiner Spalt. Abgesehen davon überzeugt der E-Max auf ganzer Linie, solange man keine Reichweiten-Angst hat.

Honeywhale E9 Max: Solide Verarbeitung zum günstigen Preis

Der Honeywhale E9 Max ist ein erschwinglicher E-Scooter mit Straßenzulassung, der für den Preis gut verarbeitet ist. Er verfügt über einen 500 W starken Frontantrieb und ist sowohl vorne als auch hinten gefedert. Die Bedienung ist einfach und selbsterklärend. Ein Display in der Mitte der Lenkstange zeigt die aktuelle Geschwindigkeit und den Akkuladestand an.

Der E9 Max unterstützt zwei Geschwindigkeiten: Im Comfort-Modus beschleunigt er bis 10 km/h, im Sport-Modus bis zu den gesetzlich erlaubten 20 km/h. Die Beschleunigung ist zackig, und die Endgeschwindigkeit wird schnell erreicht. Eine mechanische Scheibenbremse am Hinterrad und eine Motorbremse sorgen für sicheres Abbremsen.

Die Faltfunktion ist gut gelöst, und ein Halter an der Lenkstange hakt sich im geklappten Zustand am hinteren Schutzblech ein. Die Reichweite beträgt in der Praxis etwa 30 km, was etwas weniger ist als die vom Hersteller angegebenen 40 km. Mit Steigungen hat der E9 Max in der Regel keine Probleme, solange sie nicht zu steil sind.

Der E9 Max wird als City-Scooter beworben, was sich im Test bestätigt. Die Vollgummireifen bieten in der Stadt Vorteile, sind aber auf ländlichen Strecken oder Feldwegen weniger komfortabel. Der E9 Max verfügt über eine Bluetooth-Anbindung und eine App namens ZWHEEL, die grundlegende Einstellungen und Firmware-Updates ermöglicht.

Insgesamt macht der E9 Max viel Spaß, fährt sich leicht und agil und ist einfach zu transportieren. Die solide Verarbeitung und die Reifen aus Vollgummi versprechen in der Stadt ein sorgloses Fortbewegungsmittel. Derzeit ist der E-Scooter für rund 359 Euro erhältlich.

Evercross EV10S MAX: Komfort, Reichweite und App-Steuerung

Der Evercross EV10S MAX wirbt mit einer Reichweite von 150 Kilometern und App-Steuerung. Die 10-Zoll-Gelreifen in Kombination mit dem Federungssystem sorgen für ein ruhiges Fahrverhalten. Mit dem 1500W Peak-Motor beschleunigt der Roller zügig und bleibt dabei stabil. Ideal für den Stadtverkehr und längere Touren.

Über die EVERCROSS-App können Geschwindigkeit, Fahrmodi, Lichtfunktionen und Sicherheitseinstellungen gesteuert werden. Das neue HD-Display ist bei jedem Wetter gut ablesbar. Ein kombiniertes Bremssystem aus Trommelbremse und EABS sorgt für sauberes und kontrolliertes Bremsen. Der Roller trägt bis zu 120 kg offiziell und eignet sich auch für größere Fahrer oder leichtes Gepäck.

Die Reichweite beträgt im Alltag realistisch 80-100 km. Damit ist der EV10S MAX ein Langstrecken-Scooter, ideal für Pendler. Die Kombination aus Komfort, App-Features und Alltagstauglichkeit ist in dieser Preisklasse schwer zu schlagen.

Vergleich der E-Scooter

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften der genannten E-Scooter:

Modell Reichweite Motorleistung Besonderheiten Preis (ca.)
E-Max 90S 40-60 km 2,75-3,85 kW Rekuperation, Fahrmodi 3.295 €
Honeywhale E9 Max 30 km 500 W Günstiger Preis, Vollgummireifen 359 €
Evercross EV10S MAX 80-100 km 1500 W (Peak) Hohe Reichweite, App-Steuerung -

Stiftung Warentest: E-Scooter im Vergleich

Die Stiftung Warentest hat sieben E-Scooter mit Straßenzulassung getestet und dabei Fahrverhalten, Komfort, Haltbarkeit und Sicherheit bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahl des richtigen E-Scooters von den individuellen Anforderungen abhängt. Leichte Modelle, die sich einfach klappen lassen, eignen sich gut für den Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wichtige Kaufkriterien sind zudem die maximale Zuladung und die Akkukapazität.

Im Test mussten die E-Scooter einen Parcours mit verschiedenen Untergründen und Hindernissen bewältigen. Zudem wurden die Bremsen und die mechanische Stabilität geprüft. Die Stiftung Warentest empfiehlt, den Ladestand des Akkus möglichst zwischen 20 und 80 Prozent zu halten, um die Lebensdauer zu verlängern.

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