Elektroroller: Vor- und Nachteile im Überblick

Der E-Scooter ist ein elektronisch angetriebenes Gefährt, das zunehmend zur Bewegung in urbanen Umgebungen verwendet wird. E-Scooter, auch E-Stehroller oder E-Tretroller genannt, sind Elektrokleinstfahrzeuge und dürfen seit Mitte Juni 2019 in Deutschland am Straßenverkehr teilnehmen. Es ist eine bequeme und spaßige Art, sich fortzubewegen.

Vorteile von E-Scootern

  • Emissionsfrei: Der E-Scooter hat keine Kohlenstoffemissionen, da er ohne Verbrennungsmotor funktioniert. Dadurch kann er die Luftverschmutzung reduzieren, die durch herkömmliche Fahrzeuge verursacht wird.
  • Geringe Lärmbelästigung: Auch die Lärmbelästigung ist geringer als bei herkömmlichen Fahrzeugen, da der E-Scooter leise ist und keinen Lärm erzeugt. E-Scooter sind sehr leise. Dies ist einer der größten Vorteile dieser Art von Fahrzeugen. Wenn Sie in einem stillen Viertel wohnen, wo es keine Straßenbahnen oder Autos gibt, können Sie die Stille genießen, während Sie mit einem E-Scooter unterwegs sind. Auch in der Stadt ist es ein großer Vorteil, dass E-Scooter leise sind.
  • Kostengünstig: Außerdem ist der E-Scooter sehr kostengünstig im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln wie Autos oder Busse. Eine volle Ladung beider Batterien deines unu Elektrorollers für eine Strecke von 100 km kostet dich nur 1,50€ (bei einem durchschnittlichen Strompreis in Deutschland von 46 Cent/ KwH, Stand August 2023). Ein Benzinroller mit einem Verbrauch von 3 Litern auf 100 km schlägt hingegen mit 5,82€ zu Buche (bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von 1,94€/ Liter, Stand September 2023).
  • Große Auswahl: Es gibt auch eine große Auswahl an Modellen mit unterschiedlicher Reichweite und verschiedenen Batterien.
  • Ergänzung zum ÖPNV: E-Scooter sind eine tolle Ergänzung zum öffentlichen Verkehr, da sie die Mobilität fördern.
  • Kompakte Größe: Sie sind klein und leicht zu fahren, sodass sie ideal für die Stadt sind.
  • Beitrag zur Luftverbesserung: E-Scooter sind eine der besten Möglichkeiten, um die Luftqualität in den Städten zu verbessern. Durch ihre emissionsfreie Antriebstechnik verbrauchen sie deutlich weniger Kraftstoff als herkömmliche Autos und Busse.
  • Akku aus erneuerbaren Energien: Zusätzlich verfügen E-Scooter über einen Akku, der Strom aus erneuerbaren Energien bezieht.
  • Flexibilität: E-Scooter können an verschiedene Orte gebracht werden, da sie leicht und tragbar sind.

Nachteile von E-Scootern

  • Sicherheitsrisiken: Da es keine vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung für E-Scooter gibt, kann man leicht überhöhte Geschwindigkeiten erreichen und Unfälle verursachen. E-Scooter sind nicht für jeden geeignet. Aufgrund der höheren Geschwindigkeiten stellen sie ein erhöhtes Risiko für Unfälle dar, vor allem auf öffentlichen Straßen.
  • Fahrfähigkeiten erforderlich: Darüber hinaus kann es schwierig sein, einen E-Scooter auf eine sichere Weise zu fahren. Sie benötigen viel mehr Übung und Fähigkeiten als normale Fahrräder.
  • Wartungskosten: Auch die Wartungskosten und -zeit können mitunter anspruchsvoll sein, insbesondere wenn man einen E-Scooter regelmäßig benutzt.
  • Aufladen des Akkus: Darüber hinaus ist es schwierig für E-Scooter-Fahrer, den Akku des Scooters aufzuladen, da dieser in der Regel zu Hause geladen werden muss.
  • Begrenzte Reichweite: Ein weiteres Problem ist, dass E-Scooter oft nur eine begrenzte Reichweite haben. Je nach Modell und Batterietyp kann die Reichweite variieren. Dies bedeutet, dass lange Reisen mit dem E-Scooter schwieriger machen können, da man jederzeit anhalten und den Akku aufladen muss. Realistischer sind 30-50 km mit einem Akku.
  • Fehlende Infrastruktur: Es gibt noch keine ausreichende Infrastruktur für den Betrieb von E-Scootern in vielen Städten und Gemeinden.
  • Hohe Anschaffungskosten: Elektroroller sind nicht selten ganz schön teuer. Premium-Modelle wie die E-Schwalbe oder die Kumpan-1954-Serie schlagen mit Preisen zwischen 5.000 und 8.000 Euro voll aufs Konto. Wer einen Elektroroller kaufen möchte, der sollte sich auf die hohen Preise vorbereiten. Während „normale“ Modelle zwischen 3.000 und 4.000 Euro kosten, steigt der Preis für Premium-Modelle schnell auf bis zu 8.000 Euro.

Umweltaspekte von E-Scootern

Trotz der positiven Anhaltspunkte ist mit Blick auf die Umweltfreundlichkeit insbesondere auf die allgemeine Ökobilanz der E-Scooter zu blicken. In unserem Artikel über Elektroautos haben wir bereits darauf verwiesen, dass es darauf ankommt mit welchem Strom elektrobetriebene Fahrzeuge geladen werden. Ein mit Atom- oder Kohlestrom geladenes Fahrzeug trägt im Betrieb nicht zu einer positiven Ökobilanz im Straßenverkehr bei. Genau so gilt dies bei den E-Scootern.

Der Akku als Knackpunkt

Der größte Nachteil und auch Knackpunkt in der Debatte um den Mobilitätsfluch oder -segen ist der Akku. Der Akku gilt als das Bauteil, welches über einen längeren Zeitraum im Sinne der Nachhaltigkeit und Ökobilanz bewertet werden kann. Bei den Akkus handelt sich um Lithium-Ionen-Akkus, deren Herstellung sehr energieintensiv ist. Sie enthalten seltene Rohstoffe, wie Kobalt, Nickel, Kupfer, Aluminium und andere kritische Rohstoffe. Ihre Gewinnung geht häufig mit hohen Belastungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt einher. Gerade in Afrika und Südamerika erfolgt der Abbau von Kobalt bzw. Lithium nicht immer umwelt- und menschengerecht.

Arbeitsbedingungen und Lebensdauer

Aber auch für die Mitarbeiter*innen der Verleihdienste, die sogenannten „Juicer“ liegen nach erstem Stand keine gerechten Bedingungen vor. Die formal Selbstständigen sammeln die Roller mit leeren Akkus ein und tragen jegliche Kosten, wie das Aufladen der Scooter und die Benzinkosten für den Transporter selbst. Mit welchem Strom die Roller geladen werden, spielt zunächst keine Rolle. Auch hier müssen die Verleihdienste ihre Konditionen, gerade in puncto Arbeitsbedingungen nachbessern. Zuletzt ist der Faktor der Lebensdauer der Akkus zu nennen. Je früher die Akkus kaputtgehen, desto schlechter ist ihre CO2-Bilanz.

Verbesserungspotenzial

Damit die E-Scooter tatsächlich zur Verkehrswende beitragen können, sind einige Punkte veränderungsbedürftig. Es fängt schon bei der Herstellung an: Da ein Großteil der Scooter in China produziert werden, ist davon auszugehen, dass bei der Herstellung Kohlestrom genutzt wird. Aber auch hier in Deutschland ist es im Zuge der Aufladung der Akkus nach aktuellem Strom-Mix nicht besser. Erst durch 100% Ökostrom beim „juicen“ fallen keine Emissionen an. Um auch den CO2-Kosten beim Aufladen - welche beim Transport der Juicer anfallen - zu entgehen, wären austauschbare/mobile Akkus sinnvoll.

Zusammengefasst machen E-Scooter erst dann Sinn, wenn sie das Auto oder Motorrad ersetzen. E-Scooter sind emissionsfrei und verbrauchen daher keinen Kraftstoff. Durch ihren Akku können sie jedoch sehr lange ohne Stromanschluss fahren und sind deshalb ideal für Menschen, die viel unterwegs sind.

Nutzung und Verlagerungseffekte

E-Scooter sind nur dann umweltfreundlich, wenn sie Auto- oder Motorrad-Fahrten ersetzen und keine weiteren zusätzlichen Fahrten mit kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen stattfinden. Wird der E-Scooter anstatt der eigenen Füße oder des Fahrrades benutzt, ist das schlecht für Umwelt, ⁠Klima⁠ und Gesundheit.

Für Berlin und Dresden ergaben Untersuchungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV: 7/2021), dass nur 5,5 % der E-Scooter-Fahrten eine Fahrt mit dem eigenen Auto oder mit privaten Fahrdienstanbietern ersetzen. Knapp 30 % der Befragten gaben an, sie hätten die Fahrt ohne einen E-Scooter nicht unternommen. Fahrten, die auch ohne E-Scooter zurückgelegt worden wären, wären sonst zu Fuß (53 %), mit dem ÖPNV (27 %) oder dem (Leih-)Fahrrad (3%) erfolgt.

Laut Difu (2022) ist dies momentan nur bei circa einem Viertel der Fahrten mit Leih-E-Scootern der Fall. Wenn der E-Scooter dazu führt, dass Menschen stärker den Umweltverbund aus öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), Fuß- und Radverkehr nutzen und ein eigenes Auto damit überflüssig wird, kann das ein kleiner Beitrag zur Verkehrswende sein.

Herstellung und Rohstoffe

Der Akku ist das für die Umweltbewertung eines E-Scooters wichtigste Bauteil. Akkus dieser Art können Kobalt, Nickel, Kupfer, Aluminium und andere Rohstoffe enthalten, deren Abbau häufig mit Belastungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt einhergeht.

Aufgrund der hohen Umweltrelevanz der Akkuherstellung ist die Lebensdauer des Akkus für die ⁠Klima⁠- und Umweltwirkungen des E-Scooters ein entscheidender Parameter: Eine lange Lebensdauer des E-Scooters und seines Akkus verringert die Umweltauswirkungen pro gefahrenem Kilometer.

Wird das Ende der Nutzungsphase erreicht, kann die Lebensdauer der Akkus möglicherweise durch eine weitere Nutzung in stationären Energiespeicher-Anwendungen verlängert werden (Second Life-Konzepte). Am Ende der Lebensdauer müssen alle Akkus dem Recycling zugeführt werden - beispielsweise über Sammelstellen.

Für die Herstellung des E-Scooters und des Akkus müssen jedoch auch die dabei entstehenden Emissionen in die Gesamtrechnung einbezogen werden.

Aufladeprozess und Betrieb

Nur wenn E-Scooter nicht mehr zusätzliche Wege mit Benziner- oder Diesel-betriebenen Fahrzeugen generieren, als sie bei ihrer Nutzung einsparen, können sie überhaupt als umweltfreundlich bezeichnet werden. Allerdings gibt es inzwischen auch Roller mit austauschbaren Akkus, so dass nur noch der Akku und nicht mehr der gesamte E-Scooter zum Aufladen bewegt werden muss. Zudem verwenden manche Anbieter in großen Städten dezentrale Ladestellen, um Transportwege zu reduzieren. Mehrere Verleiher in Deutschland haben angekündigt, ihre „Juicer“-Flotte durch E-Lastenräder und elektrisch betriebene Transporter ersetzen zu wollen. Der Ursprung des Stromes ist für die Umweltbilanz des Rollers weniger entscheidend, vielmehr sind Herstellung und Lebensdauer wesentlich. Natürlich ist Strom aus regenerativen Quellen zu bevorzugen.

Bisher liegen dem ⁠UBA⁠ keine gesicherten Erkenntnisse zur Haltbarkeit und Lebens- bzw. Nutzungsdauer von E-Scootern vor. Da die größten Umweltbelastungen von E-Scootern durch deren Produktion, insbesondere der Produktion der zumeist enthaltenen lithiumhaltigen Akkus, verursacht werden, ist die Lebensdauer der Roller ein wichtiger Aspekt zur Gesamtbewertung ihrer Umweltfreundlichkeit.

Verlängerung der Akkulaufzeit

Die Lebensdauer des Akkus (und somit auch des E-Scooters) kann von den Nutzenden als auch den Besitzern bzw. Verleihern der E-Scooter bereits durch einfache Maßnahmen bedeutend verlängert werden. Zum Beispiel:

  • Temperatur: Vermeiden Sie - sofern möglich - das Abstellen oder das Lagern des E-Scooters überall dort, wo außerordentlich hohe (über 50 °C) und niedrige Umgebungstemperaturen (insbesondere unter -20 °C) zu erwarten sind.
  • Ladeverhalten: Vollständige Aufladungen und Tiefentladungen sind mit Blick auf eine lange Lebensdauer möglichst zu vermeiden.
  • Lagerungsbedingungen: Während einer „Überwinterung“ des Akkus sollte dieser bei Zimmertemperatur gelagert und spätestens nach sechs Monaten wieder geladen werden.
  • Umgangsbedingungen: Vermeiden Sie Beschädigungen des Akkus, beispielsweise durch Stöße oder unsachgemäßes Abstellen bzw. „hinschmeißen“ des E-Scooters.

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