Die Elektromobilität gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung, besonders im Bereich der elektrischen Motorroller. Diese bieten ausreichend Reichweite für den Stadtverkehr und das Pendeln, und viele Modelle ermöglichen das Aufladen in der Wohnung dank herausnehmbarer Akkus.
ADAC Test von Elektrorollern der Führerscheinklasse A1
Der ADAC hat Elektroroller der Führerscheinklasse A1 (Leichtkrafträder) zwischen 3700 und 7000 Euro getestet. Am Ende lag kein etablierter Hersteller vorn, sondern ein Newcomer aus Spanien.
Testsieger mit innovativem Akku-Konzept
Platz eins geht an den spanischen Hersteller Silence und sein Modell S01. Der futuristisch gestylte Roller löst den Konflikt zwischen großer Batterie, die für eine entsprechend gute Reichweite (90 Kilometer) sorgt, und der Transportfähigkeit des schweren Akkus.
Der Akku wird nach dem Entnehmen schlicht zum Trolley und bietet dem Fahrer damit die Möglichkeit, die 40 Kilo schwere Batterie in die Wohnung zu ziehen und dort zu laden. Zusätzlich lässt sich der Akku des Silence auch als Powerbank für Laptops, Handys oder Elektrogrills betreiben. Da der S01 auch das mit Abstand größte Staufach unter der Sitzbank hat und mit einem kurzen Bremsweg überzeugt, sichert er sich den Sieg in der Gesamtwertung.
Futura Robo-S: Günstiger E-Roller mit cleveren Details
Positiv überrascht hat die Tester nicht nur der im Vergleich günstigste Anschaffungspreis von 3.699 Euro, sondern dass der Robo-S in punkto Verarbeitung oder Reichweite auch mit etablierten Konkurrenten wie dem NIU NQI GT mithalten kann.
Der Roller überzeugt mit cleveren Details wie einem Fingerabdruckscanner, einer Rückenlehne für Mitfahrer/innen und der Möglichkeit, Wartungen und Reparaturen auch zuhause durchführen zu lassen. Insgesamt macht der E-Roller einen durchdachten Eindruck: Er bietet praktische Ablagemöglichkeiten, ist angenehm leicht und ordentlich verarbeitet.
Beim Antrieb herrscht Licht und Schatten: Der Robo-S punktet mit einem niedrigen Stromverbrauch, kurzen Ladezeiten und der Möglichkeit, die beiden Akkus zum Laden zu entnehmen. Negativ fielen neben einer fehlenden Reichweitenanzeige und der mit abnehmendem Akkustand abfallenden Höchstgeschwindigkeit vor allem die sehr schlechte Dosierbarkeit des Elektromotors auf.
E-Roller für zwei Personen: Worauf achten?
Wer öfter zu zweit unterwegs ist, sollte die Zuladung im Auge behalten. Diese fällt mit insgesamt 147 Kilogramm eher gering aus, das zulässige Gesamtgewicht wird dadurch schnell überschritten.
Weitere getestete Modelle im Überblick
Vespa Elettrica 70
Die „Wespe“ ist formschön, aber etwas flügellahm. Weitere Minuspunkte der kultigen Italienerin sind die allenfalls durchschnittliche Reichweite von 68 Kilometern und der fest im Fahrzeug verbaute Akku, was das Laden der Batterie im Haus oder in der Wohnung unmöglich macht. Abgesehen davon überzeugt die Vespa mit guten Fahreigenschaften, tollem Fahrkomfort und einer Ladezeit des 4,2 kWh großen Akkus von nur 4 Stunden.
Elektrische Schwalbe von Govecs
Die optisch eng an den DDR-Roller Simson KR51 angelehnte Neuauflage Schwalbe von Govecs überzeugt mit dem kraftvollsten Motor im Feld, kurzen Ladezeiten, guter Verarbeitung und ausgewogenen Fahreigenschaften. Sie ist mit knapp 7000 Euro jedoch der teuerste Roller im Test. Negativ fiel den Testern der mangelnde Stauraum, der fest mit dem Fahrzeug verbundene Akku und das hohe Gewicht auf.
Auch die Bremse dürfte besser zupacken, denn die der Govecs-Roller hat den längsten Bremsweg im Vergleich. Immerhin ist für die Schwalbe als einziges Leichtkraftrad im Test gegen Aufpreis ein Antiblockiersystem (ABS) erhältlich.
NIU NQi GT
Platz vier geht an Deutschlands meistverkauften E-Roller, den NIU NQi GT. Die Beliebtheit des Leichtkraftrads aus China ist schnell erklärt: Der NIU ist hat ein attraktives Design und punktet darüber hinaus mit der besten Konnektivität, einem ausgewogenen Fahrwerk, guter Reichweite und einem attraktiven Preis.
Kritikwürdig sind die unbequeme Sitzposition für größere Fahrer, die lange Ladedauer sowie der geringe Stauraum.
Trinity Uranus R
Der geringe Grundpreis des Trinity schlägt sich jedoch im LED-Scheinwerfer mit der schwächsten Ausleuchtung im Vergleich nieder, die Ladezeiten (für beide Akkus) sind die längsten im Test. Da der Uranus R auch ein unterdämpftes Fahrwerk hat und für großgewachsene Fahrer wenig Platz bietet, landet er auf dem letzten Platz. Positiv fiel der in China produzierte E-Roller im Vespa-Look dagegen durch sein geringes Fahrzeuggewicht, die hohe Zuladung und den niedrigsten Stromverbrauch im Test auf.
Tipps für den Kauf eines E-Rollers
Wer sich für einen E-Roller interessiert, sollte vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt machen. Die Roller fallen unterschiedlich groß aus; wer lange Beine hat, behindert womöglich mit seinen Knien den Lenkeinschlag. Bei großen Rollern wiederum kommen kleinere Menschen nicht mit beiden Füßen auf den Boden.
Einige Roller sind nur im Internet bestellbar. Diese Scooter werden geliefert, die Endmontage (z.B. Montage der Spiegel) ist Sache des Kunden. Heißt: Eine Probefahrt ist hier nicht möglich. Servicepartner findet man oftmals nur in Großstädten.
Unbedingt überprüfen, wo der E-Roller aufgeladen werden kann: Modelle mit fest verbautem Akku lassen sich nur per Kabel an der Steckdose oder an Ladestationen aufladen. Dagegen können herausnehmbare Akkus bequem in der Wohnung Strom tanken und bieten so mehr Flexibilität.
Gut überlegen, welche Fahrstrecken tatsächlich anfallen: Wer mit der Reichweite in der Basisversion auskommt, kann auf Zusatzakkus verzichten und so eventuell viel Geld sparen.
Einige Städte bieten eine finanzielle Förderung beim Kauf eines E-Rollers an. Interessenten sollten sich vor dem Kauf bei ihrer Stadt informieren.
Führerschein Regelungen
Seit 2020 ermöglicht auch die Erweiterung der Klasse mit der Schlüsselziffer 196 zum Führen eines Leichtkraftrads, zumindest in Deutschland (der Führerschein gilt nicht im Ausland). Dafür muss der Fahrer in der Fahrschule mindestens vier theoretische und fünf praktische Unterrichtseinheiten zu jeweils 90 Minuten nehmen, die Klasse B seit mindestens fünf Jahren besitzen und mindestens 25 Jahre alt sein.
Elektroroller mit hoher Traglast (bis 150 kg)
Einige E-Scooter Modelle auf dem Markt sind speziell für höhere Traglasten ausgelegt. Diese Modelle können eine Belastung von mindestens 120 kg und in einigen Fällen sogar bis zu 150 kg tragen. Im Folgenden werden einige dieser Modelle vorgestellt:
- VMAX VX4: Dieser E-Scooter bietet eine maximale Belastung von 150 kg und zeichnet sich durch seine hohe Motorleistung und Federung aus.
- Egret X+: Der Egret X+ kann bis zu 120 kg belastet werden und überzeugt durch seine Akkuleistung und Farbauswahl.
- VMAX VX2 Extreme: Dieses Modell ist bis 150 kg belastbar und bietet einen starken Motor.
- Trittbrett Fritz: Mit einer maximalen Belastung von 140 kg ist der Trittbrett Fritz ein Top Offroad-E-Scooter.
Worauf muss ich beim Kauf eines E-Rollers achten?
Beim Kauf eines E-Rollers sollte man auf folgende Punkte achten:
- Verarbeitung: Eine solide Verarbeitung ist wichtig, um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten.
- Motorleistung: Achten Sie auf die Leistung des Motors in Watt und das Drehmoment in Newtonmeter (Nm).
- Akkuleistung: Die Akkuleistung in Wattstunden sollte möglichst groß sein.
- Komfort: Eine gute Federung, große Luftreifen und eine ausreichend große Trittfläche sind wichtig für den Fahrkomfort.
- Funktionen: Moderne E-Scooter sollten gute Funktionen wie Rekuperationsbremse, Bremslicht und verschiedene Fahrmodi bieten.
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