E-Roller mit Pedale im Test: Ein umfassender Überblick

In der Welt der Elektromobilität erfreuen sich E-Roller immer größerer Beliebtheit. Sie sind nicht nur umweltfreundlich, sondern bieten auch eine praktische und flexible Möglichkeit, sich in der Stadt fortzubewegen. Eine besondere Variante sind E-Roller mit Pedalen, die sowohl die Vorteile eines Elektrorollers als auch die eines Fahrrads vereinen. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf diese Fahrzeuge, beleuchten ihre Vor- und Nachteile und geben eine umfassende Kaufberatung.

Was sind E-Roller mit Pedale?

E-Roller mit Pedale sind eine Mischung aus E-Bike und Elektroroller. Sie verfügen über einen Elektromotor, der das Fahren unterstützt, und zusätzlich über Pedale, die es dem Fahrer ermöglichen, das Fahrzeug wie ein Fahrrad zu nutzen. Dies bietet den Vorteil, dass man bei Bedarf den Motor entlasten oder bei leerem Akku weiterhin mobil bleiben kann.

Warum Jansno?

Jansno stammt aus China und betreibt Online-Shops für verschiedene Regionen (USA, Europa, Australien usw.). Für uns in Deutschland ist insbesondere der EU-Webshop interessant, aus dem auch versandkostenfrei geliefert wird. Dieser Ansatz erinnert mich an andere Direct-to-Consumer-Marken, die teils enorme Preisvorteile haben, weil sie den klassischen Zwischenhandel ausklammern. Jansno möchte damit eine Alternative zu den oft sehr hochpreisigen Design-Fatbikes wie Super73 und Co. schaffen.

Während man dort locker 3.000 bis 4.000 Euro ausgeben kann, liegen die Jansno-Bikes zum Teil bei unter 1.000 Euro. Natürlich ist das erst einmal ein Aufhorchen wert - gleichzeitig stellen sich aber die Fragen: Wie gut ist die Qualität? Wo liegt der Haken? Ich betone gerne meine unabhängige Perspektive: Als Tester schaue ich sowohl auf die Stärken als auch die Schwächen. In diesem Bericht gehe ich also auch auf mögliche Stolpersteine wie Gewicht, Verarbeitungsqualität oder eben die rechtlichen Aspekte ein.

Ich selbst bin insbesondere mit dem Jansno X50 in Kontakt gekommen. Das X50 ist sozusagen das Basismodell und gleichzeitig das kostengünstigste E-Fatbike im Jansno-Sortiment. Hauptmerkmal ist ein 750-Watt-Hecknabenmotor (bürstenlos), der laut Hersteller eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h ermöglicht. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass 40-45 km/h durchaus realistisch sind, wenn man den vollen „E-Modus“ nutzt.

Die Energie liefert ein 48V 14Ah Akku (ca. 672 Wh), was laut Jansno für 45 km reinen Gasbetrieb bzw. bis zu 135 km mit Tretunterstützung reichen soll. In der Praxis hängt das natürlich stark von Fahrweise, Gelände und Fahrergewicht ab. Wer oft Vollgas gibt oder viele Steigungen fährt, wird eher weniger Reichweite erzielen. Die 20×4 Zoll Fatbike-Reifen und die Vollfederung (vorne Gabel, hinten Dämpfer) sorgen für einen anständigen Komfort auf unbefestigten Wegen. Mir gefällt auch der typisch „mopedartige“ Look mit der durchgehenden Sitzbank und den Fußrasten für einen eventuellen Mitfahrer. Allerdings ist das X50 kein Federgewicht: Rund 40 kg muss man bewegen, was den Transport nicht ganz einfach macht. Geschaltet wird übrigens mit Shimano-7-Gang, gebremst mit mechanischen Scheibenbremsen. Auf dem Papier hat das X50 sogar einen Drehmomentsensor für die Pedalunterstützung - das ist in dieser Preisregion nicht selbstverständlich.

Unterm Strich ist das X50 in meinen Augen das perfekte „Fun-Fatbike“ für kleines Geld - jedoch ausschließlich auf Privatgelände oder Offroad nutzbar, wenn man es streng nach der deutschen StVZO sieht (dazu später mehr).

Das X70 schlägt in eine ähnliche Kerbe, hat aber einen entscheidenden Unterschied: einen zweiten Akku. So kommt das Bike auf stolze 48V 34Ah Kapazität, also rund 1632 Wh. Das ist natürlich eine Hausnummer und prädestiniert das X70 für Leute, die lange Touren oder Campingtrips machen wollen und dabei nicht ständig nachladen möchten. Jansno spricht von über 70 km Reichweite im reinen Gasbetrieb und bis zu 190 km mit Pedalassistenz. Das X70 bringt allerdings auch 54 kg auf die Waage und ist damit noch schwerer als das X50. Ansonsten bleiben Motorleistung (750W) und Ausstattung (20×4 Zoll, Vollfederung, 7-Gang, mechanische Scheibenbremsen) vergleichbar. Wer also eine Extraportion Reichweite möchte, kann zum X70 greifen. Da der Preis meistens etwas über dem X50 liegt (oft um 1.200 Euro), muss jeder abwägen, ob ihm die doppelte Akku-Kapazität den Aufpreis wert ist.

Neben den beiden Single-Motor-Varianten gibt es bei Jansno noch das X60, das eigentlich schon in einer höheren Leistungsklasse spielt. Es hat nämlich zwei 750-Watt-Nabenmotoren - einen vorne, einen hinten - und kommt so auf brachiale 1500W Gesamtleistung (max. Peak sogar noch höher). Dadurch hat man ein E-Bike mit „Allrad-Antrieb“, was insbesondere bei steilen Anstiegen, auf sandigem Boden oder Schnee sehr vorteilhaft ist. Um diesen Leistungsbedarf zu decken, steckt im X60 ein 48V 23Ah Akku (etwa 1104 Wh). Jansno gibt ähnlich hohe Reichweiten wie beim X70 an. Realistisch kommt man sicher auf gute 60-70 km reinen Gasbetrieb, wenn man beide Motoren intensiv nutzt.

Zur Ausstattung gehören zudem hydraulische Scheibenbremsen, was mir persönlich bei so einem Kraftpaket wichtig ist. Auch ein modernes Feature ist an Bord: das NFC-Schließsystem, mit dem man das Bike per NFC-Tag entriegeln kann. Insgesamt ein sehr spannendes Konzept, allerdings liegt das Gewicht bei ca. 55-58 kg. Preislich befindet sich das X60 in der Regel knapp über dem X70 - je nach Aktion um 1.300-1.400 Euro. Wer richtig Power will, kriegt hier definitiv sehr viel Bums fürs Geld.

Vorteile von E-Rollern mit Pedalen

  • Flexibilität: Möglichkeit, zwischen Elektroantrieb und Muskelkraft zu wechseln.
  • Reichweite: Verlängerung der Reichweite durch Pedalunterstützung.
  • Umweltfreundlichkeit: Emissionsfreie Fortbewegung.
  • Gesundheit: Förderung der körperlichen Aktivität.

Nachteile von E-Rollern mit Pedalen

  • Gewicht: Oft schwerer als herkömmliche E-Roller oder Fahrräder.
  • Preis: In der Regel teurer als einfache E-Roller.
  • Wartung: Kann aufgrund der Kombination aus Elektro- und Fahrradtechnik aufwendiger sein.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Motorleistung und Akku

Die Motorleistung ist entscheidend für die Beschleunigung und die Fähigkeit, Steigungen zu bewältigen. Ein stärkerer Motor (z.B. 750W) bietet hier mehr Reserven. Die Akkukapazität bestimmt die Reichweite des Rollers. Achten Sie auf eine ausreichende Kapazität, um Ihre üblichen Strecken ohne Nachladen zurücklegen zu können.

Reichweite

Die für Sie optimale Reichweite hängt von Ihren individuellen Anforderungen und der geplanten Verwendung ab. Die Angabe der maximalen Reichweite gibt die Reichweite unter bestimmten Bedingungen an. Im täglichen Betrieb fällt die tatsächliche Reichweite oftmals etwas geringer aus. Dies liegt daran, dass die Umweltbedingungen von den im Labor generierten Bedingungen abweichen.

Folgende Faktoren haben Einfluss auf die Reichweite:

  • Akkukapazität
  • Geschwindigkeit
  • Gelände
  • Gewicht

Die Verwendung des Elektro-Scooters mit Sitz zu zweit reduziert die Reichweite durch das zusätzliche Gewicht. Selbstverständlich sorgt ein größerer Akku für eine längere Reichweite. Das größere Akkumodell ist in der Lage, mehr Energie zu speichern und anschließend an den Motor abzugeben. Dies funktioniert jedoch nicht unbegrenzt, da auch das Gesamtgewicht die Reichweite beeinflusst. Ein höheres Gewicht reduziert Ihre Reichweite. Das Gewicht setzt sich durch das Gewicht des Rollers selbst, Ihres Gepäcks und Ihres Gewichts zusammen.

Bremsen

Die Bremsen sollten zu den wichtigsten Faktoren beim Kauf gehören. Schließlich ist es für die Sicherheit von entscheidender Bedeutung, in einer Gefahrensituation rechtzeitig anhalten zu können. Die Bremskraft sollte sich auch immer ordentlich dosieren lassen. Doch auch die Reifen sind beim Bremsen wichtig. So bieten Vollgummi- und Honeycomb-Reifen besonders bei Feuchtigkeit weniger Grip als Luftgummireifen. Der Gesetzgeber verlangt für straßenzugelassene Elektroscooter zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen. Üblicherweise nutzen die Hersteller die folgenden vier Varianten, die in unterschiedlichen Kombinationen zum Einsatz kommen:

Komfort und Handling

Achten Sie auf eine bequeme Sitzposition und eine gute Federung, um auch längere Strecken komfortabel zurücklegen zu können. Ein geringes Gewicht und ein einfacher Klappmechanismus erleichtern den Transport und die Lagerung des Rollers.

Straßenzulassung

Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der E-Roller mit Pedalen über eine Straßenzulassung verfügt. In Deutschland ist dies an bestimmte technische Anforderungen geknüpft. Ein Bike mit 750W Dauerleistung, Geschwindigkeiten von über 40 km/h und Gasgriff fällt hier nicht mehr in die Kategorie Pedelec (25 km/h, max. 250W). Rechtlich wäre es also mindestens ein S-Pedelec oder sogar ein Kleinkraftrad, wofür wiederum eine entsprechende Betriebserlaubnis, ein Versicherungskennzeichen und weitere Sicherheitsausstattung (Spiegel, E-geprüfte Beleuchtung etc.) nötig wären.

Weitere Ausstattungsmerkmale

Lichter, Blinker, ein Display und ein Korb können den Komfort und die Sicherheit zusätzlich erhöhen. Achten Sie auch auf die Qualität der verbauten Komponenten wie Schaltung und Bremsen.

Alternativen zu E-Rollern mit Pedalen

  • E-Bikes: Bieten eine größere Reichweite und sind besser für längere Strecken geeignet.
  • Elektroroller ohne Pedale: Sind oft leichter und kompakter, bieten aber keine Möglichkeit der Muskelkraftunterstützung.
  • S-Pedelecs: Schnellere E-Bikes, die jedoch eine Zulassung und einen Führerschein erfordern.

Bekannte Modelle und Hersteller

Einige bekannte Modelle und Hersteller von E-Rollern mit Pedalen sind:

  • Jansno (X50, X60, X70)
  • eROCKIT
  • Engwe M20
  • Super73
  • Juiced Bikes

E-Roller mit Sitz im Vergleich

Hier ist ein Vergleich von einigen E-Rollern mit Sitz, basierend auf verschiedenen Kriterien:

Modell Leistung Höchstgeschwindigkeit Reichweite Tragkraft Besonderheiten
Segway Ninebot Max G3 D 2000 Watt (Spitze) 20 km/h Bis zu 65 km 100 kg Hydraulische Federung, Navigation
Navee ST3 Pro 1350 Watt (Spitze) 20 km/h Bis zu 60 km 120 kg Exzellente Federung, selbstreparierende Reifen
Niu KQi 100F 300 Watt 20 km/h Bis zu 35 km 120 kg Exzellenter Faltmechanismus, Blinker
eFlux Street 20 500 Watt 20 km/h Bis zu 35 km 110 kg Gefederter Sitz, klappbar
SuperHandy E-Mobil Unbekannt 5,95 km/h Bis zu 10 km 125 kg Drei Räder, zerlegbar
HITWAY H5 480 Watt 20 km/h Bis zu 30 km 120 kg Faltbar

Tipps zur Pflege und Wartung

  • Regelmäßige Reinigung: Entfernen Sie Schmutz und Staub, um die Lebensdauer der Komponenten zu verlängern.
  • Reifendruck prüfen: Achten Sie auf den richtigen Reifendruck für optimalen Fahrkomfort und Sicherheit.
  • Bremsen kontrollieren: Überprüfen Sie regelmäßig die Bremsbeläge und -züge.
  • Akku pflegen: Laden Sie den Akku gemäß den Herstellerangaben und vermeiden Sie extreme Temperaturen.
  • Federung einfetten: Sowohl die Federgabel als auch den hinteren Dämpfer gelegentlich säubern und leicht ölen/fetten.

Fazit

E-Roller mit Pedale sind eine interessante Option für alle, die eine flexible und umweltfreundliche Möglichkeit der Fortbewegung suchen. Sie vereinen die Vorteile von E-Bikes und Elektrorollern und bieten eine gute Balance zwischen Komfort, Reichweite und körperlicher Aktivität. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Qualität, ausreichende Leistung und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen, um sicher und zufrieden unterwegs zu sein.

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