NIU Elektroroller im Test: Modelle, Leistung und Alltagstauglichkeit

NIU hat sich als Pionier im Bereich der Elektroroller etabliert, mit einer wechselhaften Geschichte auf dem deutschen Markt. Nach anfänglichen Erfolgen führte die Insolvenz des Vertriebspartners KSR zu einer Unterbrechung. Doch nun kehrt NIU mit einer eigenen Niederlassung und neuen Modellen zurück.

NIU NQi GT: Solide Leistung mit kleinen Schwächen

Der NQi GT vom chinesischen Hersteller NIU liefert insgesamt eine solide Leistung ab. Er bietet ein modernes Design, hinter dem sich moderne und durchdachte Technik verbirgt. Der NIU punktet mit der besten Fahrzeug-App, guter Reichweite und einem attraktiven Preis. Kein Wunder, dass der NIU NQi GT letztes Jahr hierzulande nicht nur das meistverkaufte elektrische Leichtkraftrad war, sondern auch in der Gesamtstatistik der Leichtkrafträder sogar auf Platz zwei landete.

Leider kostet der zweite Akku unter der Sitzbank nützlichen Stauraum - der andere Akku befindet sich wie bei der der L1e-Variante unter dem Trittbrett. Dass der NIU am Ende nicht besser abschneidet, liegt neben der langen Ladedauer auch an der für große Personen unbequemen Sitzposition.

ADAC Testurteil zum NIU NQi GT

Der ADAC hat den NIU NQi GT getestet und wie folgt bewertet:

  • Testergebnis gesamt: 2,7 (befriedigend)
  • Alltagstauglichkeit: 2,5
  • Ergonomie: 3,0
  • Antrieb: 2,4
  • Fahreigenschaften: 2,8

Technische Daten des NIU NQi GT

Hier eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten:

Eigenschaft Wert
Preis in Euro 4599
Antriebsart Radnabenmotor
Spitzen-/Dauerleistung (kW) 3,8/3,5
Drehmoment (Nm) 180
Batteriekapazität (kWh) 4,2 (2 x 2,1)
Akku-Typ Lithium-Ionen
Akkuanzahl Serie/Option 2/2
Höchstgeschwindigkeit (Herstellerang.) (km/h) 70
Leergewicht/Zuladung (kg) 110/159

NIU MQi GT 100: Schick und schnell

Der Niu MQi GT 100 ist schick und schnell. Der Niu MQi GT 100 erreicht "echte" 100 km/h Spitze und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und rund 80 Kilometer Reichweite.

Entsprechend fällt die Ergonomie aus: Die Stiefel finden auf dem flachen Trittbrett eine angenehme Auflage, der akzeptabel große Abstand zur Sitzfläche entspannt die Knie und macht den recht knappen Freiraum nach vorn vergessen. Bei aufrechtem Oberkörper liegt der schmale Lenker vielleicht einen Tick zu niedrig, eine gute Fahrzeugkontrolle ist aber gegeben.

Via "Ready"-Taste, dort, wo bei anderen Rollern der Starterknopf sitzt, wird er aktiviert. Über die darüberliegende Moduswippe wählt man per Daumen aus drei verschiedenen Fahrmodi aus, je nachdem, wie eilig man es hat. Nach jeder Aktivierungsprozedur ist automatisch der E-Save-Modus eingelegt, der sehr zurückhaltend ans Werk geht und maximal 45 km/h erreicht.

Auch aus dem Rollen ist der Durchzug beeindruckend und dazu noch laut- und vibrationslos - wie überhaupt die Manieren höchsten Ansprüchen genügen: Wunderbar gleichmäßig, ohne Lastwechsel oder Schubpausen, endet der Stromspaß erst bei echten 100 km/h, damit zählt der MQi GT zu den schnellsten Elektrorollern überhaupt.

In der Spitze ist der E-Motor für 8,2 PS gut, als Dauerleistung gibt Niu immer noch 6,8 PS an. Seine Energie bezieht er aus zwei Li-Ionen-Akkus mit je 1,87 kWh unterm Sitz, die, fahrdynamisch anspruchsvoll bewegt, eine realistische Reichweite von 80 Kilometern ermöglichen. Das spürt man aber erst ab 30 Prozent Restkapazität, wenn Höchstgeschwindigkeit, Steigfähigkeit und Antritt langsam abnehmen. Bei nur noch 15 Prozent Ladung gibt’s einen elektronischen Rückfall in den E-Save-Modus - die Autobahn sollte dann hinter einem liegen.

Eingebaut oder herausgenommen dauert es bei einer Restkapazität von zwanzig Prozent rund vier Stunden bis zur erneuten Vollladung, was angesichts eines durchschnittlichen Bürotags von siebeneinhalb Stunden auch auf der Arbeit geschehen kann.

Entsprechend hat der neue MQi GT 100 in dieser Hinsicht zugelegt, auch wenn er sich beim Tanz durch die Stadt ein wenig steif um den Lenkkopf gibt. Nichtsdestotrotz flitzt er behände und mühelos um die üblichen Hindernisse wie plötzlich geöffnete Fahrertüren. Auf den üblicherweise ungnädigen Untergründen deutscher Städte kann das 14-Zoll-Fahrwerk trotz der sehr ungleichen Gewichtsverteilung zugunsten des Heckantriebs durchaus gefallen: Die Federelemente funktionieren manierlich und filtern allzu Grobes heraus, die CST-Pneus rollen recht neutral und einigermaßen zielgenau ab.

Allerdings sollte einem 100-km/h-Roller grundsätzlich ein ABS vergönnt sein, auch wenn es nicht vorgeschrieben ist und die beim Niu montierte Kombibremse durchaus griffig und effizient agiert. Beim eingeschränkten Stauraum zahlt der MQi den Tribut an die Elektrifizierung, denn dass das Ladegerät nicht unter die Sitzbank passt, ist einfach nur ärgerlich.

Keine Blöße gibt sich der Chinese hingegen bei der Verarbeitung, die ebenso edle wie exklusive Leichtmetallschwinge erhöht den Besitzerstolz. Wer dieses genießen und im dreistelligen Tempo emissionslos unterwegs sein möchte, ist mit knapp 5000 Euro nicht überteuert dabei.

Technische Daten des Niu MQi GT 100

Hier eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten:

Eigenschaft Wert
Motor luftgekühlter, bürstenloser Gleichstrommotor
Nennleistung 5 kW (6,8 PS)
Spitzenleistung 6 kW (8,2 PS)
Drehmoment 200 Nm
Batteriekapazität zwei Lithium-Ionen-Akkus, je 1,87 kWh
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h
Gewicht fahrfertig 130 kg

NIU MQI GT Evo: Der 100 km/h Elektroroller

Der Niu MQI GT Evo bietet allerdings nichts davon. Denn der Niu MQI GT Evo beherrscht eine bislang sehr seltene Disziplin unter den elektrischen Scootern - er fährt (laut Tacho) 109 Kilometer pro Stunde. Der Niu MQI GT Evo ist ein Leichtkraftrad. Früher genannt: 125er.

Vor und während der Fahrt kann man den Niu MQI GT Evo in drei Modi bewegen: "E-Save", "Dynamic" und "Sport". Diese Modi bestimmen sowohl die Beschleunigung des Rollers, als auch dessen Endgeschwindigkeit. "E-Save" entspricht einem 50er-Roller und limitiert die Fahrt auf 50 Kilometer pro Stunde, "Dynamic" setzt das Limit auf 80 km/h rauf und "Sport" lässt den Niu MQI GT Evo fliegen - auf besagte 109 km/h laut Tacho.

Ist man auf entsprechenden Straßen unterwegs und darf den Niu MQI GT Evo von der Leine lassen, ist es ein Genuss, wie gut der Elektro-Roller im Verkehr mitschwimmt. Roller-Fahrer kleinerer Kaliber werden es kennen: Ohne genug Dampf wird man schnell zum Hindernis und auch Vierzigtonner kennen keine Gnade bei knappen Überholmanövern.

Der Blinker hört bei ausreichend Schräglage automatisch auf, die Sitzbank ist nicht zu hart, nicht zu weich. Alle Instrumente sind gut erreichbar, einzig das Display können Sie, wie bereits erwähnt, im Sonnenlicht getrost vergessen. Lesbar ist allenfalls die Geschwindigkeit, der Rest verschwimmt.

Bei gutem Wetter und durchgehend aktivem Sportmodus mit längeren Passagen bei Höchstgeschwindigkeit schaffte der Roller knapp 50 Kilometer, bevor es bei 15 Prozent Restkapazität in den Notbetrieb ging. Dieser setzt bei geringer Restreichweite ein und limitiert das Geschoss auf gähnend langsame 50 Kilometer pro Stunde, wobei die letzten fünf Prozent sich nochmal extra zäh anfühlen.

Zwar lassen sich Akkus und Netzteil unter der Sitzbank problemlos mitnehmen, aber öffentliche Ladesäulen fallen raus, sofern man nicht in Sichtweite bleibt. Das liegt daran, dass das Netzteil zum Ladevorgang wegen der Belüftung aus dem Roller genommen werden muss. Hat man keine Steckdose nahe am Roller, muss man beide 14-Kilo-Blöcke rauswuchten und wegtragen. Kein einfaches Unterfangen.

Lädt man nur eine Batterie und nutzt den Roller auch nur damit, fährt der Niu ausschließlich im "E-Save"-Mods. Der Niu MQI GT Evo läuft mit zwei 26-Amperestunden-Akkus. Jede Batterie wiegt 14 Kilogramm, der Tragegriff biegt sich beim Transport merklich.

Denn durch die riesigen Batterien und das Ladegerät bleibt absolut kein Fingerbreit Platz unter der Sitzbank. Ohne Topcase, welches mit Trägerplatte rund 200 Euro kostet, ist also weder Platz für den Helm, noch für Gepäck.

Wer den Niu MQI GT Evo zu lange stehenlässt, sollte sich nicht wundern, wenn der Akkustand nach wenigen Tagen signifikant niedriger ist, als es beim Abstellen der Fall war. Das ist vor allem dem GPS-System und der App-Anbindung geschuldet, die den Roller auch aus der Ferne erreichbar machen, aber eben Kraft kosten.

Der größte Vorteil eines Rollers - das meist großzügige Helmfach - existiert beim Niu MQI GT Evo quasi nicht. Womit wir zum Fazit kämen: Der Niu MQI GT Evo ist ein wahnsinnig schneller und wendiger Roller für die Stadt und nahe Peripherie, am besten für Menschen mit einer Garage, die obendrein eine Steckdose bietet. Und für Fahrten ohne viel Gepäck und eine Möglichkeit, am Ziel den Helm abzulegen.

Besonders störend fiel im Test der fehlende Stauraum und die Schlepperei der Batterien auf. Da der Roller aufgrund seiner Reichweite bei vielen Pendelstrecken wohl jeden Tag geladen werden muss, fällt letzteres besonders ins Gewicht.

Schon auf den ersten Metern zeigt der MQi GT Evo, was das "Evo" ausmacht. Das etwas behäbige Wesen des MQi GT hat der Evo abgestreift. In rund vier Sekunden geht es auf 50 km/h. Kein Vergleich zu den Leihrollern, die bei 45 km/h abriegeln und nicht ansatzweise so dynamisch sind. Schon der Nicht-Evo braucht mehr als doppelt so lang! Dem Triebwerk fehlt zwar der prestigeträchtige Bosch-Schriftzug, aber das zahlt voll auf die Spritzigkeit ein: Der "NIU V"-Motor bringt es auf 7.300 Watt Spitzenleistung und 6.500 Watt Dauerleistung. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und ist so auch ordentlich für Überlandetappen gerüstet.

Im Gegensatz zum MQi GT verführt der Evo dazu, sich im stockenden Stadtverkehr etwas näher an die rote Ampel zu drängeln, um die Autos dann bei Grün hinter sich zu lassen. Solche Spielereien waren mit dem MQi GT eher gewagt - theoretisch. Im Verkehrsfluss steht man nie im Weg und hat immer reichlich Reserven.

Die Federung ist straff, aber nicht hopsig. So komfortabel wie die eSchwalbe mit ihren großen Reifen donnert der MQi GT Evo aber nicht über Kopfsteinpflaster. Alles was im Test geklappert hat, war das wuchtige Netzteil unter dem Sitz.

Der Test zeigte, dass diese Werte nicht zu viel versprechen. Im Fahr-Profil des Praxis-Tests, das hauptsächlich aus nicht vollgasfähigen Nebenstrecken mit Geschwindigkeiten zwischen 60 und 90 km/h und einem guten Drittel Stadtverkehr bestand, wären wir rechnerisch sogar weiter gekommen. Komplett im Sport-Modus und nicht betont sparsam bewegt. Aber man wird den Akku kaum auf Null herunterfahren und schon bei knapp 30 Prozent hatte ich den Eindruck, dass es nicht mehr so vehement vorwärts geht. Pendelstrecken bis 30, 35 km sind also gut möglich. Dann heißt es aber auch: täglich laden. Wer nur alle zwei Tage laden will, sollte deutlich unter 20 km Arbeitsweg haben.

Die komplette Ladedauer von 0 auf 100 Prozent beträgt bis zu fünf Stunden. Von 65 auf 100 Prozent waren es im Test gut zwei Stunden. An der Powerstation Jackery Explorer 2000 Pro wurde die Leistungsaufnahme des Netzteils bei halb vollem Akku mit knapp 1.000 Watt angezeigt.

Unter der Sitzbank ist alles mit Akku, Kabel und Ladegerät gefüllt. An ein Helmfach ist nicht mal zu denken.

Per App kann man nicht nur sehen, wo der Roller gerade ist oder den Ladezustand von der Couch aus beobachten, sondern man kann sich auch eins aus drei Designs des Dashboards aussuchen.

Der NIU MQi GT Evo ist ein spritziger Stadt-Beweger.

NIU NQiX 500: Flotter Stadtflitzer mit ruppiger Gasannahme

Der NIU NQiX 500 ist ein moderner A1-Roller mit guter Ausstattung und kraftvollem Motor. Die App ist praktisch, unter den Sitz passt sogar ein Helm. Die Lichtsignatur ist modern und das Design zeitgemäß. Bis dahin hätten wir nichts zu meckern, aber die ruppige Gasannahme verdirbt den ganzen Spaß. Doch die Hoffnung bleibt: Per Software-Update sollte die Abstimmung zu retten sein.

Pro und Kontra des NIU NQiX 500

  • Pro: Informatives Cockpit, praktische App, ABS und TCS, starke Fahrleistungen, großer Stauraum, Akkus zum Laden entnehmbar
  • Kontra: Ruppige Gasannahme, keine Navigation auf dem Dashboard

Im Spiegel sieht man nicht nur die eigene Schulter und unter die Sitzbank passt sogar ein Helm.

Wer sein Handy mit der guten NIU-App gekoppelt hat, muss sich nur nähern, um den Roller per Knopfdruck zu starten. Alternativ gibt es eine Schlüsselkarte. Zum Starten genügen ein Druck auf die Fernbedienung und ein Tipper auf die Starttaste am Lenkrad. Auch die Entriegelung der Sitzbank klappt per Doppelklick am Startknopf oder über die App.

Wenn man die Helligkeit aufdreht, ist es auch bei Sonnenschein gut absehbar. Die Bedienung wird durch die dreh- und drückbare NIU Link Crown ermöglicht. Sie rastet sauber ein und gibt ein gutes Feedback bei der Bedienung.

So können Sie sogar vom Sofa aus den Standort oder den Ladezustand überprüfen, an den Einstellungen feilen und sich beispielsweise andere Töne aussuchen. Außerdem gibt es Push-Nachrichten aufs Handy, wenn am Roller gewackelt wird oder die Sitzbank offen ist. Sie können den Roller oder das Staufach auch einfach aus der Ferne freigeben. Fahrten können Sie später detailliert nachvollziehen und sich Strecke, Durchschnittsgeschwindigkeit und Verbrauch ansehen.

Der Motor bringt es auf 9.000 Watt Dauerleistung. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 100 km/h. Kein Vergleich zu den Leihrollern, die bei 45 km/h abriegeln. Per Boost-Knopf sind sogar noch ein paar km/h mehr drin.

Wenn es darum geht, in der Stadt immer volle Sahne loszustromern, ist der NQiX 500 eine gute Wahl. In rund drei Sekunden ist man auf 50 km/h. Ein Klacks. Da muss sich sogar die kräftige Elektro-Schwalbe (zum Test) warm anziehen.

31 Jahre später scheint der elektrifizierte NIU NQiX 500 die Notwendigkeit zu unterstreichen. Im ersten Moment ist man begeistert vom Antritt. Aber beim Fahren geht es nicht immer ums maximale Beschleunigen. Manchmal möchte man auch nur die Geschwindigkeit halten. Hier beginnen meine Probleme mit dem NIU NQiX 500: Der Drehgriff hat einen bestimmten Weg, den er abbilden kann. Die ersten drei Zentimeter ab Nullstellung passiert nichts, dann hat man (gefühlt und nicht gemessen) einen halben Millimeter, um zwischen null und Vollgas zu jonglieren, obwohl der Weg noch sieben Zentimeter lang wäre. Es fühlt sich im nervigen Sinne digital an: kein Strom - oder Vollstrom.

Eine langsame Kurvenfahrt, behutsames Anfahren oder langsam hinter einem Auto herfahren, das alles verlangte mir höchste Konzentration ab und verdarb mir den Fahrspaß. Ich betone: Das ist mein persönlich Eindruck und ich schildere das so drastisch, weil ich es als drastisch empfunden habe.

Im Wet- oder Eco-Modus fährt er kontrolliert an und hält die Geschwindigkeit. Eine Lösung ist das allerdings nicht, denn der Eco Modus beschränkt die Höchstgeschwindigkeit auf 28 km/h, der Wet Modus lässt etwa 60 km/h zu, der Dynamic Modus erhöht unwesentlich auf 68 km/h.

Firmware-Updates sind Over The Air möglich. Letztlich bin ich zurück auf den Sport Modus, weil der die Höchstgeschwindigkeit zulässt und ich dort wenigstens die Gewissheit hatte, die Leistungsentfaltung nicht unbeabsichtigt zu verschlechtern.

Die Federn federn, die Bremsen bremsen - dank ABS sogar im Sand ohne zu blockieren.

Das senkt den Schwerpunkt und macht Platz für das Helmfach. Dort befindet sich auch der Ladeanschluss, der sich über beide Akkus gleichzeitig laden lässt. Wenn Sie vor Ort keine Steckdose haben, lassen sich die Akkus entnehmen und mit dem Netzteil laden.

In der App kann das Ladetempo in drei Stufen auf bis zu 840 Watt erhöht und zusätzlich das Lademaximum zwischen 80 und 100 Prozent definiert werden. Rechnerisch dauert das Laden von 20 auf 80 Prozent etwa drei Stunden. Bei 32 Cent pro Kilowattstunde kostet eine komplette Ladung selbst mit Ladeverlusten nicht mal 1,50 Euro.

Mit Autobahn-Vollgasfahrten schafft man das nicht, aber in der Stadt ist das möglich. Die Rekuperation hilft doppelt: hinsichtlich der Fahrbarkeit und der Effizienz. Zwar ist die Rekuperation nicht so stark, dass man auf die Bremse verzichten könnte, aber ohne rollt der Roller ewig. Die Rekuperation lässt sich unabhängig von der Gasannahme regeln.

Die technischen Voraussetzungen sind prima, Power ist massig vorhanden und auch Verarbeitung, Design, Raumangebot, Fahrverhalten und Sicherheitsfunktionen wie ABS und TCR stimmen. Dazu kommen eine praktische und logisch aufgebaute App und ein schickes Dashboard mit guter Ablesbarkeit und Bedienung.

NIU NQi Cargo: Der Lastenroller für Lieferdienste

Der NIU NQi Cargo verfügt über einen Elektromotor von Bosch. Die Nennleistung gibt der Hersteller mit 1.800 Watt an. Die Peak Leistung liegt bei 2.400 Watt.

Den Niu E Roller gibt es als Standard Range zu kaufen, dann kommt der 26 Ah Akku auf eine durchschnittliche Reichweite von 60 km. Alternativ gibt es den NIU NQi Cargo auch in der Extended Range. Dann beträgt die Reichweite bis zu 120 km.

Die Ladezeit beträgt bis zu 7 Stunden. Bei den Bremsen wurden an Vorderachse und Hinterachse Scheibenbremsen verbaut. Durch das Energierückgewinnungssystem könnt ihr die Reichweite des NIU NQi Cargo zusätzlich erhöhen und die Bremsen schonen.

Der Boardcomputer des NIU NQi Cargo kommuniziert durchgängig mit der Cloud um in Echtzeit Daten wie euer Fahrverhalten, die Ladestandsanzeige, Diebstahlwarnungen und die Diagnostik des E Rollers auf dem Smartphone zur Verfügung zu haben.

Besitzer des Niu Cargo Elektroroller freuen sich über die Möglichkeit des Lastentransports, bemängeln jedoch die Haftung der Reifen bei schlechtem Wetter und das harte Fahrwerk. Auch die lange Ladezeit ist nicht ganz optimal.

Der NIU NQi Cargo bietet sich durch seinen Gepäcksystem optimal für einen Lieferdienst an. Dabei handelt es sich um eine verstärkte Halterung am Gepäckträger, mit der ihr Lieferboxen und andere Frachten transportieren könnt.

In dem Fall bekommt ihr eine jährliche Prämie, weil ihr dabei helft, den CO2-Abdruck zu reduzieren. Dafür müsst ihr das Fahrzeug freiwillig bei der Zulassungsstelle anmelden.

Der Elektroroller hat eine Tragfähigkeit von 165 Kilo. Abzüglich eurem Gewicht erhaltet ihr die maximale Last, die ihr mit dem Modell transportieren könnt.

Den Lithium Akku des E Roller kann man einfach entnehmen und gegen einen Wechselakku tauschen. Eine optionale zweite Batterie erhöht die Reichweite.

Beim Bremsvorgang wird Energie an den Akku zurückgespeist. So könnt ihr die Funktionsdauer pro Aufladung durch das Energierückgewinnungssystem um ein paar Prozent erhöhen.

Allgemeine Fahreigenschaften und Details

Präzises Handling, guter Komfort auch auf fiesem Kopfsteinpflaster, sichere Straßenlage, kraftvolle Scheibenbremsen und vor allem ein leiser und flotter 72-Volt-Radnabenantrieb mit 2,6 kW (2,9 kW Peak) und satten 150 Nm Drehmoment, da kommt vom Start weg Fahrfreude auf.

Der mit GPS ausgestattete Scooter ist auch vernetzt, man kann ihn ans Smartphone koppeln und etwa in Fahrt Anrufe entgegennehmen, die Route tracken lassen, seine Musik steuern, die Fahrdaten auslesen oder Updates over the Air vornehmen. Es gibt einen Tempomaten, eine bei Nässe hilfreiche Traktionskontrolle und ein scharfes 5"-LCD-Farbdisplay mit den wichtigsten Infos, klar sichtbare Blinker, eine laute Hupe, die auch als Diebstahlwarner fungiert.

Anders als bei einem früheren Modell mit den zwei leichteren Akkus unter der Sitzbank ist die Herausnahme des 15 Kilo schweren NMC/LMO-Energiespeichers aus Rundzellen hier nicht mehr wirklich vorgesehen und sehr umständlich.

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